Profilbild von Lujoma

Lujoma

Lesejury Star
offline

Lujoma ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lujoma über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Auf der Suche nach dem Sommer

Sommer ist mein Lieblingsort
0

Cäcilia lebt für ihr kleines Tierheim auf Sylt. Sie liebt Tiere und möchte ihnen ein gutes Zuhause bieten. Doch zwischen Gassirunden, Notfällen und Geldsorgen bleibt keine Zeit zum Luftholen. Kurz vorm ...

Cäcilia lebt für ihr kleines Tierheim auf Sylt. Sie liebt Tiere und möchte ihnen ein gutes Zuhause bieten. Doch zwischen Gassirunden, Notfällen und Geldsorgen bleibt keine Zeit zum Luftholen. Kurz vorm Zusammenbruch schicken ihre Mitarbeiter sie in den Urlaub. Gemeinsam mit Hund Adonis steigt Cäcilia in den Bulli und fährt gen Süden…. Irgendwo in Italien trifft Cäcilia auf den attraktiven Camper Roman, mit dem sie verschiedene Ausflüge unternimmt. Cäcilia fühlt sich zu Roman hingezogen, doch der sendet widersprüchliche Signale… Als sie unterwegs einen ausgesetzten Hund entdecken, muss Cäcilia eine Entscheidung treffen… Woran hängt ihr Herz? Kann Roman in der Zukunft eine Rolle spielen?

„Sommer ist mein Lieblingsort“ ist ein schöner Roman für die Frühlings- und Sommerzeit. Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm lesen, die Beschreibungen von Personen, Situationen und Orten ist bildhaft und detailliert. Cäcilia ist eine sympathische junge Frau, deren ganzes Herz den Tieren gehört und die für ihr Tierheim lebt. Durch das Thema Tierschutz bekommt der Roman von Beginn an Tiefe. Mit Cäcilias Start in den Süden bekommt die Geschichte dann schnell mehr Leichtigkeit und in mir wurde die Sehnsucht nach Urlaub wach. Auch Cäcilia bekommt Abstand zum Alltag, besonders auch durch Roman, der ein entspannter Reisebegleiter ist…. Dennoch bleibt der Tierschutz ein wichtiges Thema und Cäcilia folgt ihrem Herz. Ihre Entwicklung gefällt mir sehr gut, besonders wie sie, zurück auf Sylt, ihr Leben so verändert, dass neben den Tieren und dem Tierheim auch Freundschaft und Freizeit Platz haben. Die Tierheimmitarbeiter mochte ich gern. Toll, wie sie sich einbringen, Ideen entwickeln… Beim Tierheimfest musste ich auch herzlich lachen... Hund Adonis habe ich von Beginn an ins Herz geschlossen, ebenso wie weitere Tiere. Mit Roman bin ich nicht so recht warm geworden, sein Verhalten konnte ich oft nicht einordnen. Er ändert dann zwar recht plötzlich sein Leben, ist meiner Meinung nach aber dabei zu sehr auf Cäcilia fixiert…. Doch ich möchte nicht zu viel verraten… Lest selbst!

„Sommer ist mein Lieblingsort“ ist ein gut lesbarer Roman, der viele wichtige Themen anspricht: Tierschutz, work life balance, Neuanfänge… Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gern weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2026

Perspektiven für die 2. Lebenshälfte

Neuanfang im Ruhestand
0

„Neuanfang im Ruhestand“ ist ein Sachbuch, dass sich an Leute wendet, deren Ruhestand in Sichtweite kommt. Es ist eine spannende Zeit, in der sich viel verändert. Die Kinder sind erwachsen, die Kräfte ...

„Neuanfang im Ruhestand“ ist ein Sachbuch, dass sich an Leute wendet, deren Ruhestand in Sichtweite kommt. Es ist eine spannende Zeit, in der sich viel verändert. Die Kinder sind erwachsen, die Kräfte lassen nach und so manche Frage taucht auf und will beantwortet werden:
- Was trägt mich in dieser neuen Zeit?
- Wo kann ich meine Fähigkeiten einbringen?
- Wie finde ich Freude und bleibende Erfüllung?
In den ersten drei Kapiteln seines Buches widmet sich Autor Martin Knispel wichtigen Fragen und Themen, die sich wohl jeder irgendwann stellt. Körper, Gefühle und Beziehungen verändern sich, die Frage nach dem Sinn meines Lebens braucht neue Antworten. Wie gehe ich mit der sich veränderten Situation um? Was macht Hoffnung? Welche Perspektiven und Möglichkeiten habe ich noch? Im 4. Kapitel zeigt der Autor an fünf inspirierenden Beispielen Wege auf, die Menschen in ihrem Ruhestand gegangen sind. Da ist zB. der ehemalige Beamte, der bei der Stadtmission Brötchen streicht oder die Frau, die bis ins hohe Alter andere Menschen seelsorgerlich begleitet. Auch der Autor selbst erzählt seine Geschichte von einer neuen Selbständigkeit.

Das Buch hat mich gut abgeholt, hat wichtige Fragen auf den Punkt gebracht und eigenes Erleben eingeordnet. Sehr gut gefielen mir die hilfreichen Impulse und Tipps, zB. zum „versöhnt leben“, ein soziales Netzwerk pflegen und zur Selbstfürsorge. Interessant, aber auch relativ einseitig habe ich die Beispiele für einen Neuanfang im Ruhestand empfunden. Sie zeigen nur gesunde, aktive Menschen, die noch viel leisten. Ich hätte mir an der Stelle mehr Vielfalt gewünscht… die ältere Dame, die für andere betet oder einen Krankenbesuch macht, regelmäßig eine Karte schreibt… oder der Rentner, der beim Spaziergang Müll aufsammelt

„Neuanfang im Ruhestand“ ist ein interessantes Buch für Leute, die kurz vorm Ruhestand sind. Gern empfehle ich das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Anders als erwartet – ein interessanter Roman in Briefform

Die Worte, die ich niemals schrieb
0

Minnesota, 1944: eine Kleinstadt in ländlicher Gegend, ein Lager für deutsche Kriegsgefangene, dass schon im Vorfeld für Diskussionen und Ablehnung sorgt… Als man im Lager eine Übersetzerin, die gut deutsch ...

Minnesota, 1944: eine Kleinstadt in ländlicher Gegend, ein Lager für deutsche Kriegsgefangene, dass schon im Vorfeld für Diskussionen und Ablehnung sorgt… Als man im Lager eine Übersetzerin, die gut deutsch kann, braucht, scheint Linguistikstudentin Johanna Berglund die geeignete Person dafür und so kehrt die junge Frau unfreiwillig in ihre Heimatstadt zurück. Die Arbeit im Lager, aber auch die Stimmung in der Stadt stellen Johanna vor viele Herausforderungen, besonders als sie beginnt sich für die Gefangenen einzusetzen…. Wie gut, dass Jo mit ihren Freund Peter in regen Briefwechsel steht und ihm von Alltäglichen und Besonderen berichten und ihre Gedanken mit ihm teilen kann.

Auf diesen Roman bin ich durch das gelungene Cover, dass gut zum Inhalt passt, aufmerksam geworden. Ebenso hat mich der Klappentext angesprochen. Allerdings war ich überrascht, dass es sich im Buch ausschließlich um Briefe, Zeitungsartikel und Notizen handelt. Das hat mir das Lesen schwer gemacht, da mein Lesefluss immer wieder unterbrochen wurde und ich die verschiedenen Absender und Empfänger erst einordnen musste. So war ich mehrfach kurz davor das Buch beiseite zu legen.
Interessant ist der intensive Briefwechsel zwischen Johanna und Peter. So lernt man Johanna sehr gut kennen, erlebt ihre inneren Kämpfe und die Veränderung ihrer Einstellungen gut mit. Mir persönlich ist Jo und ihre oft schroffe Art aber bis zum Ende des Romans fremd geblieben und ich war eher Beobachter. Sympathisch war mir Peter, der sich trotz eigener Herausforderungen, immer Zeit für Johanna genommen hat und ihr manch vorsichtigen Rat gab. Auch Pastor Sorenson war ein guter Ansprechpartner für Johanna. Interessant fand ich über die Situationen im Lager und über die deutschen Kriegsgefangenen zu lesen…

Wer gern Romane in ungewohnter Form und mit herausfordernder Thematik mag, dem sei „Die Worte, die ich niemals schrieb“ empfohlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2026

Eine Bergwanderung mit der Einladung zum Erinnern an die eigene Lebensgeschichte

Hirtenzeit
0

Eine Tageswanderung in den Graubündener Alpen…. Weg- und Naturbeschreibungen, Gespräche und Tierbeobachtung, Gedanken und Erinnerungen… Pfarrer und Autor Daniel Zindel nimmt seine Leser mit in die Berge, ...

Eine Tageswanderung in den Graubündener Alpen…. Weg- und Naturbeschreibungen, Gespräche und Tierbeobachtung, Gedanken und Erinnerungen… Pfarrer und Autor Daniel Zindel nimmt seine Leser mit in die Berge, lässt sie teilhaben an seinem Erleben, seinen Erinnerungen, seinen Gedanken…. Die zwölf Kapitel des Buches sind mit einer Station des Weges, mit dem Namen eines Ortes überschrieben und beinhalten jeweils einen Aspekt des Erinnerns, lädt ein das Erlebte zu betrachten, zu würdigen und auch loszulassen. Dabei lenkt der Autor den Blick immer wieder zu unserem guten Hirten. Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden Foto und endet mit einem selbst formulierten Gebet des Autors. Das Buch ist hochwertig, gebunden und mit Lesebändchen. Der Schutzumschlag zeigt eine karge Berglandschaft.

Nachdem ich das Buch „Hüttenzeit“ mit Gewinn gelesen habe, war ich sehr gespannt auf das neue Buch von Daniel Zindel. Gern habe ich den Autor auf seiner Wanderung begleitet. Neben den direkten Beschreibungen der unmittelbaren Natur, teilt D. Zindel auch viele persönliche Erinnerungen. Dabei lädt er den Lesenden zu einer Reise in die eigene Vergangenheit ein… Schönes und Schweres, Freude und Enttäuschungen…. Und bei all dem was war, darf man auch immer Gottes Fürsorge und Leitung erkennen. Gut gefällt mir, dass neben den Erinnerungen in den letzten beiden Kapitel auch Gegenwart und Zukunft ihren Platz finden.

„Hirtenzeit“ hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mir viel Zeit genommen für dieses Buch, es Kapitel für Kapitel gelesen, mir manche Notiz in ein Heft geschrieben...
Sehr gern empfehle ich das wertvolle Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2026

vererbt, verstrickt, verliebt...

Ostseebriefe
0

Ein Strickladen am Meer als Handlungsort…. Oh, das ist genau der richtige Roman für mich! Und so habe ich voller Neugier und Vorfreude das neue Buch von Jane Hell zu lesen begonnen. Erzählt wird die Geschichte ...

Ein Strickladen am Meer als Handlungsort…. Oh, das ist genau der richtige Roman für mich! Und so habe ich voller Neugier und Vorfreude das neue Buch von Jane Hell zu lesen begonnen. Erzählt wird die Geschichte von Mira, die das Stricken liebt und den Laden Wollmaus auch nach dem Tod der Besitzerin vorerst weiterführt. Ingeborgs Enkel Elias hat dagegen schon genaue Pläne für das Haus der Oma und der Strickladen hat darin keinen Platz. Doch dann überrascht das Testament von Ingeborg beide, denn Mira bekommt die Wollmaus. Das kann Elias nicht hinnehmen und so bezieht er die kleine Wohnung von Ingeborg über der Wollmaus…

Ich lasse mich gern von Jane Hell’s Romanen nach Eckernförde entführen und „Ostseebriefe“ hat es auch schon auf den ersten Seiten geschafft mich zu fesseln. Die Atmosphäre in der Wollmaus und die sympathische, strickverrückte Mira mochte ich sofort. Als dann Elias zur Testamentsverlesung auftaucht, nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf, denn Mira und Elias sind sehr unterschiedlich. Als Leser werde ich Zeuge von hitzigen Wollknäul- und Wortgefechten, gegenseitiger Anziehung, Strickversuchen… bis ein Brief alles verändert.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft und lässt sich gut lesen. Da abwechselnd aus der Perspektive von Mira und Elias erzählt wird, lernt man die Hauptcharaktere mit ihren Gedanken und Gefühlen gut kennen. Schön finde ich, dass beide sich im Roman weiterentwickeln. Sehr gern empfehle ich das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere