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Veröffentlicht am 03.11.2016

Wenn das Schicksal nicht passt...

Die Einsamkeit des Bösen
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Ein sehr spannender und auch packender Roman über das Schicksal einer Familie.
Alexandra und Anton führen mit ihren beiden Kindern ein zufriedenes Familienleben. Eines Tages meint es das Schicksal scheinbar ...

Ein sehr spannender und auch packender Roman über das Schicksal einer Familie.
Alexandra und Anton führen mit ihren beiden Kindern ein zufriedenes Familienleben. Eines Tages meint es das Schicksal scheinbar gut mit ihnen und Anton kommt mit der Nachricht nach Hause im Lotto gewonnen zu haben. Der Gewinn beträgt unglaubliche 24 Millionen Euro und er verändert erwartungsgemäß das Leben der Familie. Alexandra möchte gerne ihr Leben nahezu so weiterführen, wie es auch im Vorfeld des Gewinns gewesen ist, Anton hingegen hat große Pläne, welche er mit dem Lottogewinn gerne realisieren möchte. Die Unstimmigkeit diesbezüglich bringt Unfrieden in das bis dahin stimmige Familienleben und die Verbundenheit untereinander bröckelt...
Herbert Dutzler gewährt uns mit "Die Einsamkeit des Bösen" den spannenden Einblick in die Welt einer Frau, der das widerfährt, wovon alle träumen. Sie ist plötzlich finanziell unabhängig und braucht sich keine Sorgen mehr zu machen. Aber es kommt anders, als gedacht. Der Autor erzählt diese Geschichte aus Sicht einer Frau, die auch schon in der Kindheit ein nicht immer harmonisches Familienleben erdulden musste. Sehr spannend zu sehen, was der plötzliche Reichtum mit den Beteiligten macht und wie die jeweiligen Reaktionen ausfallen. Die Spannung wird genährt mit der Ungewiss-heit, wie es wohl weitergehen mag. Beschrieben wird das Leben der Frau in zwei Handlungssträngen, einer handelt in der Vergangenheit und einer in der Gegenwart. Der Wechsel der Zeiten belebt das Buch zusätzlich und Reaktionen erklären sich aus Handlungen des anderen Erzählstrangs. Diese clever konzipierte Geschichte kann den Spannungsbogen über die gesamte Länge des Buches aufrechthalten und endet in einem überraschenden und aus meiner Sicht sehr gelungenem Finale.
Insgesamt hat mir "Die Einsamkeit des Bösen" sehr gut gefallen, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit vier von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 01.11.2016

An Moardsspaß is des!!!

Altherrenjagd
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Ein sehr temporeicher und kurzweiliger Kriminalroman aus dem Süden unseres Landes.
Der Sanktus ermittelt wieder, obwohl dies gar nicht seine Aufgabe ist. Wie schon im ersten Fall "Brauerehre" wird Sanktus ...

Ein sehr temporeicher und kurzweiliger Kriminalroman aus dem Süden unseres Landes.
Der Sanktus ermittelt wieder, obwohl dies gar nicht seine Aufgabe ist. Wie schon im ersten Fall "Brauerehre" wird Sanktus vom Zufall bedingt gebeten bei der Aufklärung einer Entführung mit an-schließendem Mord behilflich zu sein. Sein Auftraggeber ist Dr. Engler, er ist einer von drei Alten Herren einer Studentenverbindung, die sich seit ihrem Studium die enge Verbundenheit zugesagt haben. Die anderen beiden sind entführt und Dr. Engler fürchtet um ihr Leben und in der Folge wohl auch um sein eigenes. In einer fulminanten Jagd durch München begegnet Sanktus alte Bekannte und neue ihm bisher verborgene Techniken, die immer wieder neue unglaubliche Situation hervorrufen. Wird der Sanktjohanser den Dr. Engler behilflich sein können?
Mit dem Sanktjohanser oder Sanktus hat der Autor Andreas Schröfl einen sehr einzigartigen und authentischen Hauptprotagonisten geschaffen, den man als Leser einfach mögen muss. Er ist ehrlich und gerade heraus, so dass er immer wieder in spannende, aber auch humorvolle Situationen gerät. Der lebendige und temporeiche Schreibstil von Andreas Schröfl trägt natürlich stark zum Unterhaltungswert bei. Gerade die häufig angewandte Mundart macht das Buch zu einem wahren Schatz. Ich musste als Westfale einige Aussagen zwei bis dreimal lesen, aber es hat richtig Spaß gemacht. Die Aufklärung des Kriminalfalls gerät da schon das ein oder andere mal in den Hintergrund. Für Spannung ist aber dennoch gesorgt, so dass der Leser aus meiner Sicht mit "Altherrenjagd" eine hervorragende Mischung aus Krimi und Humor in den Händen hält. Die Seiten fliegen nur so dahin und leider ist so das neue Abenteuer wieder schnell beendet. Man kann nur hoffen, noch bei vielen weiteren Fällen dem sympathischen Bierbrauer und unfreiwilligen Privatdetektiv über die Schulter schauen zu dürfen.
Insgesamt beste Krimiunterhaltung, bei der nicht ausschließlich die Spannung und die Aufklärung eines Verbrechens im Vordergrund steht. Von mir daher eine absolute Leseempfehlung und volle fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 28.10.2016

Die Gene lügen nicht

DNA
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Ein neuer Thriller auis dem kalten Skandinavien mit Spannung, interessanten Charakteren und überraschenden Wendungen im Gepäck.

Kommissar Huldar wird erstmals die Leitung eines Mordermittlung aufgetragen. ...

Ein neuer Thriller auis dem kalten Skandinavien mit Spannung, interessanten Charakteren und überraschenden Wendungen im Gepäck.

Kommissar Huldar wird erstmals die Leitung eines Mordermittlung aufgetragen. Eine junge Frau ist auf brutale und sehr eigentümliche Art und Weise getötet worden, der Täter ist sehr professionell vorgegangen, sein einziger Fehler war, dass er nicht die versteckte Tochter des Opfers unter dem Bett entdeckt hat. Die Ermittlungen erhalten nun erste Hinweise, aber die traumatisierte Tochter muss zunächst psychologisch betreut werden, um die Erlebnisse verarbeiten zu können. Kurz darauf kommt es zu einem zweiten Mordfall unter ähnlichen Umständen, der eindeutig vom selben Täter ausgeführt zu sein scheint. Gemeinsamkeiten der beiden Opfer können aber trotz intensiver Recherchen nicht gefunden werden. Geht ein extrem gewalttätiger Serienmörder um? Kann das Team um Kommissar Huldar weitere Morde verhindern? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Yrsa Sigurdardottir reiht sich in der Liga hervorragender Thriller- und Krimiautoren aus Skandinavien nahtlos ein. Der sehr spannende und und von überraschenden Wendungen geprägte Thriller "DNA" hat mich mit der fesselnden und lebendigen Schreibweise der Autorin fesseln können. Die Hauptprotagonisten Kommissar Huldar und die Psychologin Freya, die auch noch ein kurzer gemeinsames Intermezzo vereint bzw. entzweit, werden ausführlich und sehr interessant charakterisiert. So wirde die Beziehung dieser zwei Personen zueinander ein zweiter spannender Handlungsstrang, der parallel zur Aufklärung der Verbrechen geführt wird. Spannung wird von der Autorin von Beginn an mit dem ersten Mord hervorragend aufgebaut. Interessant dabei die bildreichen Beschreibungen der Gefühle und Umgebungen der jeweils handelnden Personen. Der Spannungsbogen wird über die gesamte Geschichte hinweg aufrechtgehalten und dem Leser werden durch plötzliche Wendungen in der Geschichte immer wieder neue Lösungsansätze offeriert, um am Ende doch noch mit einem fulminanten Finale überrascht zu werden.

"DNA" ist aus meiner Sicht der sehr gelungen Auftakt zu einer neuen Serie der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardottir um den Ermittler Kommissar Huldar. Die Erwartung und die Vorfreude auf weitere Fälle ist geweckt, so dass ich das Buch sehr gerne weiterempfehle und mit 5 von 5 Sternen bewerte!!!

Veröffentlicht am 21.10.2016

Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit...

Killer-Tschick
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Ein sehr temporeicher und actiongeladener Kriminalroman aus der österreichischen Hauptstadt Wien.

Die SOKO Wien bekommt es in ihrem neuen Fall mit Zigaretten-schmuggel zu tun. Das Team um die sympathische ...

Ein sehr temporeicher und actiongeladener Kriminalroman aus der österreichischen Hauptstadt Wien.

Die SOKO Wien bekommt es in ihrem neuen Fall mit Zigaretten-schmuggel zu tun. Das Team um die sympathische Ermittlerin Penny Lanz stößt bei der Recherche zu einem Todesfall auf den Zigaretten-schmuggelring, da die Gesundheitsgefährdung bei diesen Zigaretten (österreichisch Tschick) durch Arsen noch gesteigert wird. Mehr als zehn in erster Linie ältere Opfer sind den Zigaretten schon zum Opfer gefallen, so dass bei der Aufklärung des Falls die Zeit auch ein wenig drängt. Bei den Ermittlungen stoßen die Fahnder auf einen Bandenkrieg , der in der schönen Stadt im vollem Gange ist...

Gerhard Loibelsberger hat mich mit seinem temporeichen und prägnanten Schreibstil an die Geschichte gefesselt. Die Haupt-Protagonisten aus der im Fernsehen ausgestrahlten Serie waren zwar schon vorgegeben, mir aber bis dato völlig unbekannt. Der Autor beschreibt diese sehr interessant und gerade die Ermittlerin Penny Lanz hatte schnell Sympathiepunkte bei mir gewinnen können. Gerhard Loibelsberger arbeitet bei Killer Tschick mit sehr vielen kurzen Kapiteln und damit verbunden vielen Perspektivwechseln. Dies führte zwar anfangs bei mir zu ein wenig Verwirrung, da mir die Akteure noch nicht so vertraut waren, aber trug zum hohen Tempo in dem Buch bei. Der Spannungsbogen wurde zunehmend aufgebaut und endete in einem actionreichen und fulminanten Finale. Sehr gut gefallen hat mir die häufig verwandte österreichische Mundart, die zur Authentizität der Geschichte beitragen konnte.

Insgesamt hat mich "Killer Tschick" sehr gut unterhalten, so dass ich das Buch sehr gerne weiterempfehle und mit 4 von 5 Sternen bewerte!!!

Veröffentlicht am 21.10.2016

Beeindruckender Kriminalroman

Der Angstmann
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Ein spannender und absolut ergreifender Kriminalroman, der in der Zeit des großen Bombenangriffs auf Dresden am Ende des zweiten Weltkrieges spielt.

Max Heller ist unter der nationalsozialistischen Regierung ...

Ein spannender und absolut ergreifender Kriminalroman, der in der Zeit des großen Bombenangriffs auf Dresden am Ende des zweiten Weltkrieges spielt.

Max Heller ist unter der nationalsozialistischen Regierung im Jahre 1944 Kriminalinspektor. Eine Mordserie überschattet die Stadt Dresden. Ein Frauenmörder, der in der Bevölkerung schnell mit dem Titel "Der Angstmann" versehen wird, treibt sein Unwesen. Die Opfer sind brutalst geschändet, so dass es auch für den kriegserfahrenen Max Heller immer wieder ein schrecklicher Anblick ist. Er nimmt die Recherchen auf und die Spuren führen ihn in das Umfeld von Krankenhäusern. Die Opfer waren in der Regel Krankenschwestern. In der Zeit ist es sehr schwierig Anhaltspunkte zu bekommen und so ziehen sich die Untersuchungen ohne nennenswerte Ergebnisse dahin. Der Täter macht aber weiter, so dass der Kriminalinspektor zunehmend unter Druck gerät.

Frank Goldammer hat mir mit seiner sehr bildgewaltigen Sprache das damalige Dresden sehr authentisch und hautnah vor Augen geführt. In seinen Zeilen ist die verzweifelte und beängstigende Atmosphäre sehr gut nachzuvollziehen. Der Hauptprotagonist Max Heller wirkt schon allein aufgrund seines sehr loyalen und geradlinigen Verhaltens in der damaligen Zeit sehr sympathisch. Trotz der Furcht seiner Frau vor dem aktuellen Regime kämpft er durch seinen Gerechtigkeitssinn getrieben um die Aufklärung der Greueltaten. Immer wieder versucht ihm sein Vorgesetzter und überzeugter Nazi von der Sinnlosigkeit seiner Taten in Anbetracht der aktuell schwierigen Situation an den Fronten zu überzeugen. Allein dieser Drahtseilakt, den Max Heller hier begeht, lässt so viel Spannung aufkommen, dass streckenweise die Aufklärung der Verbrechen in den Hintergrund gedrängt weden. Nichts desto trotz wird mit seiner Tätigkeit der Spannungsbogen über das gesamte Buch aufrechtgehalten. Die historischen Hintergründe zu dieser Geschichte wirken sehr gut recherchiert und haben mir das ein ums andere mal die Sprache verschlagen und mich betroffen zurückgelassen. Es ist sicherlich sinnvoll sich immer wieder diese schreckliche Zeit damals vor Augen zu führen, um aus Fehlern zu lernen.

"Der Angstmann" hat mich noch lange im Nachhinein beschäftigt und ich halte es für eines meiner absoluten Lesehighlights in diesem Jahr. Mit großer Spannung erwarte ich die Fortsetzung dieses tollen Kriminalromans. Folgerichtig bewerte ich daher das Buch mit voll verdienten 5 von 5 Sternen und empfehle es unbedingt weiter!!!