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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2020

Ein packender und komplexer Kriminalroman

Commissario Pavarotti probt die Liebe
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Lissie lässt das ungeklärte Geschehen um ihren vor Jahren spurlos verschwundenen Vater keine Ruhe, sie möchte die damaligen Umstände unbedingt klären und bittet Pavarotti, sie bei ihren Recherchen zu unterstützen. ...

Lissie lässt das ungeklärte Geschehen um ihren vor Jahren spurlos verschwundenen Vater keine Ruhe, sie möchte die damaligen Umstände unbedingt klären und bittet Pavarotti, sie bei ihren Recherchen zu unterstützen. Der willigt, von einem schlechten Gewissen und seinen Gefühlen Lissie gegenüber geleitet, ein und gemeinsam beginnen sie in der Vergangenheit zu suchen. Dabei stoßen sie auf einige Ungereimtheiten und bringen, ohne es zu ahnen, sich selbst und andere in große Gefahr. Es ist wohl einigen Personen viel daran gelegen, die Vergangenheit ruhen zu lassen...

"Commissario Pavarotti probt die Liebe" ist mittlerweile der fünfte Band um den charismatischen Ermittler Pavarotti. Die Vorgängerbände konnten mich bereits in den Bann ziehen, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in das neue Abenteuer gestartet bin. Nach wenigen Seiten war mir klar, dass mich die Autorin Elisabeth Florin mit ihrem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil nicht enttäuschen wird. Sie baut aus dem mysteriösen Verschwinden Lissies Vater eine sehr komplexe und raffiniert konzipierte Geschichte auf, deren Spannungsbogen sich mit den Beginn der Recherchen gleich auf einem hohen Niveau begibt und dieses über überraschenden Wendungen im Verlauf des Buches niemals verlässt. Hervorragend gefallen haben mir aber auch die Weiterentwicklungen der einzelnen Protagonisten. Gerade die beiden Hauptprotagonisten, aber auch beispielsweise Emmenberger, der Vertreter Pavarottis, werden interessant und facettenreich charakterisiert. Dies verleiht dem Buch aus meiner Sicht noch einmal einen ganz besonderen Charme.

Insgesamt ist für mich "Commissario Pavarotti probt die Liebe" eine mehr als gelungene Fortsetzung einer außergewöhnlichen Krimi-Reihe, die mit spannenden Protagonisten und dem Erzähltalent der Autorin zu überzeugen weiß und sich damit aus der Masse des Genres hervorhebt. Es bleibt zu hoffen, dass wir die Charaktere noch über einige Zeit begleiten dürfen. Ich empfehle sowohl das aktuelle Buch, als auch die gesamte Reihe sehr gerne weiter und bewerte den Kriminalroman mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 14.09.2020

Eine Frage von Wertschätzung

Fleisch ist mir nicht Wurst
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Es ist schön bequem, das perfekt portionierte Stück Fleisch gut verpackt aus der Kühltheke zu nehmen, um es zu Hause für das perfekte Gericht zu verarbeiten. Was dem Konsumenten damit erleichtert wird, ...

Es ist schön bequem, das perfekt portionierte Stück Fleisch gut verpackt aus der Kühltheke zu nehmen, um es zu Hause für das perfekte Gericht zu verarbeiten. Was dem Konsumenten damit erleichtert wird, ist der eigentlich unvermeidbare Blick hinter die Kulissen. Die Frage, wie kann es möglich sein, dass ich ein Stück Fleisch für so wenig Geld einkaufen und verzehren kann? Sicherlich eine unbequeme Frage, der der Konsument gerne ausweicht, aber es steht nun einmal fest, dass für ein Stück Fleisch auf alle Fälle ein Tier getötet werden musste. Jeder kann dieses Dilemma für sich auf seine Art und Weise lösen, und dass es alternative Lösungen gibt ist sicherlich auch in der steigenden Anzahl der Vegetarier und Veganer abzulesen. Aus meiner Sicht ist es nicht verwerflich, nicht auf den Genuss eines guten Stück Fleisch zu verzichten, was aber auch mit einem Respekt dem Tier gegenüber einher gehen sollte. Man sollte daher auch bereit sein, mehr Geld für den Genuss zu investieren, um dem Tier eine Chance einer artgerechten Haltung zu geben.

Genau diesem Thema widmet sich der Autor Klaus Reichert in seinem Buch mit dem provokanten Titel "Fleisch ist mir nicht Wurst". Er wurde in eine Metzgerfamilie geboren und wuchs quasi mit dem Thema Fleisch auf. Aber der Handwerksberuf eines Metzgers hat in den letzten Jahrzehnten deutlich an Anspruch verloren und dem Preisdruck, den die Supermärkte und in erster Linie auch die Konsumenten mit ihrer Forderung nach möglichst günstigem Fleisch aufbauen, können sie in ihrer Struktur kaum noch gerecht werden. Klaus Reichert plädiert daher für mehr Achtsamkeit beim Fleisch-einkauf, frei nach dem Motto "Weniger ist manchmal mehr". Es wäre allen damit gedient, das Fleisch seltener, dafür aber in einer anderen Qualität, auf dem Essenstisch erscheinen zu lassen. Auch sieht er die Notwendigkeit, den Konsumenten mit dem Töten des Tieres zu konfrontieren, um den bei ihm erforderlichen Respekt aufzubauen. Der Autor erzählt dies in seinem Buch mit einer gelungenen Kombination aus der Biografie von drei Generationen seiner Fleischerfamilie und einer Ansammlung von belegbaren Fakten aus der Fleischindustrie. Er gibt dem Thema damit neben dem sachlichen Bezug eine persönliche Note, die sehr authentisch wirkt.

Insgesamt ist "Fleisch ist mir nicht Wurst" ein aus meiner Sicht wichtiges Buch, um den aktuellen Fleischkonsum unserer Gesellschaft in Frage zu stellen und neben dem kompletten Verzicht vernünftige Alternativen aufzuzeigen. Ich empfehle es daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 14.09.2020

Spannende Fortsetzung

Die Salbenmacherin und der Stein der Weisen
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Nachdem Olivera und Götz vor einem halben Jahr nur knapp den Intrigen des Stadtrates entkommen konnten scheint sich die Lage beruhigt zu haben. In der Stadt sorgt ein Quacksalber neuerdings für Unruhe, ...

Nachdem Olivera und Götz vor einem halben Jahr nur knapp den Intrigen des Stadtrates entkommen konnten scheint sich die Lage beruhigt zu haben. In der Stadt sorgt ein Quacksalber neuerdings für Unruhe, da er verspricht aus normalen Silbermünzen Gold machen zu können. Von der Gier angetrieben möchten viel die vermeintlich große Chance nutzen und auch Götz bekommt den Auftrag, den Meister der Alchemie zu besuchen, um die Behauptungen zu überprüfen. Kurze Zeit später ist der Quacksalber tot und die Liste der Verdächtigen lang. Für Olivera und ihre gesamte Familie beginnt ein gefährliches Abenteuer...

"Die Salbenmacherin und der Stein der Weisen" ist mittlerweile der fünfte Band um die engagierte Apothekerin Olivera. Die Autorin konnte mich mit den ersten Teilen und vielen ihrer anderen Bücher begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in ihr neues Werk gestartet bin. Nach wenigen Seiten hatte sie mich bereits wieder mit ihrer bildreichen und äußerst lebendigen Schreibweise in den Anfang des 15. Jahrhunderts entführt und es war mir klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Gekonnt baut sie mit dem Tod des Heilers den Spannungsbogen auf und hält ihn mit den ereignisreichen Ermittlungen von Olivera auf einem hohen Niveau. Sehr gut gefallen hat mir, wie es ich für eine gute Reihe gehört, die Weiterentwicklung der Protagonisten, welche interessant und authentisch charakterisiert sind. Die historischen Hintergründe wirken wieder sehr gut recherchiert und kleiden die spannende Geschichte in ein passendes Gewand.

Insgesamt ist "Die Salbenmacherin und der Stein der Weisen" aus meiner Sicht eine mehr als gelungene Fortsetzung einer historischen Reihe, die mit tollen Protagonisten, einer fesselnden Handlung und dem Erzähltalent der Autorin überzeugt. Es bleibt zu hoffen, dass die Abenteuer von Olivera noch lange anhalten mögen. Ich empfehle das Buch und die gesamte Serie gerne weiter und bewerte den aktuellen Band mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 14.09.2020

Let´s dance for Julio

Nur Rudi tanzte schräger
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Dorfpolizist Jupp Backes war wenig begeistert von der Idee seiner Frau, einen Tangokurs zu belegen. Und so kommt es, dass der nur gering talentierte Jupp die Füße seiner Frau ein ums andere mal traktiert ...

Dorfpolizist Jupp Backes war wenig begeistert von der Idee seiner Frau, einen Tangokurs zu belegen. Und so kommt es, dass der nur gering talentierte Jupp die Füße seiner Frau ein ums andere mal traktiert und das Blut in Wallung gerät. Der heißblütige Tangolehrer Julio heizt die Stimmung mit seinem südländischen Temperament noch weiter an und die Situation droht zu eskalieren. Alle Teilnehmer verlassen frustriert den Tanzsaal und am nächsten Tag liegt Julio tot im Keller seiner Mietwohnung. Ist es nur ein dummer Unfall gewesen, oder steckt mehr hinter dem plötzlichen Ableben des Tanzlehrers? Jupp übernimmt die Ermittlungen quasi undercover und bekommt von seiner Familie Unterstützung...

"Nur Rudi tanzte schräger" ist bereits der dritte Band aus der Reihe um die ermittelnde Familie Backes. Die vielen guten Bewertungen der ersten beiden Teile haben meine Neugier geweckt und ich bin mit viel Vorfreude in den aktuellen Fall gestartet. Auch als Quereinsteiger hatte ich zu keiner Zeit Verständnisprobleme und die sympathische Familie Backes schnell ins Herz geschlossen. Der Autor Dany R. Wood erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und äußerst unterhaltsamen Schreibstil, in dem vor allem der Humor nicht zu kurz kommt. Der Spannungsbogen wird mit dem tragischen Tod von Julio zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die unkonventionellen Ermittlungen von Familie Backes auf einem hohen Niveau gehalten. Die Recherchen eröffnen den Ermittlern immer wieder neue Motive, die auch wieder mit neuen Verdächtigen einhergehen, dem Leser bietet sich so die Gelegenheit, eigene Gedanken bezüglich Täterschaft und Tathintergründe anzustellen, um dann im 'Finale wahrscheinlich doch noch von der Auflösung überrascht zu werden.

Insgesamt ist "Nur Rudi tanzte schräger" aus meiner Sicht ein äußerst unterhaltsamer Kriminalroman, da dem Autor Dany R. Wood eine gutes Verhältnis von Spannung und Humor gelingt und das Ganze mit einer guten Portion Lokalkolorit abgerundet wird. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 13.09.2020

#Finde mich

Der Fahrer
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Ein Serienmörder treibt in Hamburg sein Unwesen. Er entführt und ermordet junge Frauen und inszeniert ihre Leichen mit einer fluoreszierenden Farbe, als leuchtendes Beispiel polizeilicher Inkompetenz. ...

Ein Serienmörder treibt in Hamburg sein Unwesen. Er entführt und ermordet junge Frauen und inszeniert ihre Leichen mit einer fluoreszierenden Farbe, als leuchtendes Beispiel polizeilicher Inkompetenz. Eine Verbindung der Opfer kann über die Fahrzentrale MyDriver hergestellt werden, aber die Ermittler Jens Kerner und Rebecca Oswald kommt den Täter einfach nicht auf die Spur. Als ein neues Opfer entführt wird und die Polizei mit einem Hashtag aufgefordert wird den Täter innerhalb von 24 Stunden zu finden, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit..

"Der Fahrer" ist für mich der erste Thriller des sehr erfolgreichen und beliebten Autors Andreas Winkelmann. Seine vielen positiven Bewertungen haben meine Neugier geweckt und ich bin mit hohen Erwartungen in das Buch gestartet. Winkelmann erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil. Den Spannungsbogen baut er mit dem mysteriösen Tod des ersten Opfers klassisch auf und hält ihn über die ereignisreichen Ermittlungen und überraschende Wendungen auf einem sehr hohen Niveau. Den besonderen Charme erhält der Thriller über seine beiden Hauptprotagonisten Jens und Rebecca, die vom Autor interessant charakterisiert werden. Keine ganz einfachen Charaktere mit einer prägenden Vergangenheit. Das Buch entwickelte sich für mich über die kurzen Kapitel und den damit einhergehenden Perspektivwechsel zu einem echten Page-Turner, der durch ein packendes und gut nachvollziehbares Finale abgerundet wird.

Insgesamt war "Der Fahrer" aus meiner Sicht ein gelungener Thriller, der mir einige spannende und fesselnde Stunden bescherte. Mein erstes und mit Sicherheit nicht letztes Buch des Autors Andreas Winkelmann. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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