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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2019

Spannend und erschreckend real

Mein ist die Macht
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Das Attentat auf die Zentralmoschee in Köln erschüttert allein durch seine Signalwirkung ganz Europa. Es wird daraufhin ein Treffen am Bonner Petersberg vereinbart, wo ein Vertrag unter den religiösen ...

Das Attentat auf die Zentralmoschee in Köln erschüttert allein durch seine Signalwirkung ganz Europa. Es wird daraufhin ein Treffen am Bonner Petersberg vereinbart, wo ein Vertrag unter den religiösen Ausrichtungen geschlossen werden soll. In dieser Zeit kann ein weiteres Attentat auf die ebenfalls anwesende First Daughter, der Tochter US-Präsidenten, verhindert werden. Unter Verdacht steht der Rabbiner Fabrice, der vor Ort in Gewahrsam genommen wurde. Die Drone, mit der das Attentat verübt werden sollte, tragen nur seine Fingerabdrücke. Ein Komplott, in dem Fabrice als Opfer auserkoren ist?

Ich habe bereits zwei Bücher des Autors Leon Sachs gelesen, die mich voll und ganz überzeugt hatten, so dass ich mit hohen Erwartungen in das neue Werk "Mein ist die Macht" gestartet bin. Um es vorwegzunehmen, ich wurde zu keiner Zeit enttäuscht, ganz im Gegenteil, auf ein Neues konnte mich Leon Sachs mit seiner gelungenen Mischung aus guter Recherche und spannender Fiktion gefangen nehmen. Beim Lesen des Buches hat ich, wahrscheinlich durch den religiösen Hintergrund, immer wieder den Eindruck, dass sich der Autor in die Fußstapfen von Dan Brown begibt, ohne aber eine stumpfe Kopie abzuliefern. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches mit dem fesselnd geschilderten Attentat auf die Moschee aufgebaut und über die gesamte Länge des Buches auf einem hohen Niveau gehalten. Besonders beeindruckend bei den Büchern von Leon Sachs ist für mich die akribische und gut nach-vollziehbare Recherche der zu Grunde liegenden Fakten. Dem Autor gelingt es diese in einen fiktiven Mantel zu bringen, der auf mich einen erschreckend realen Eindruck hinterlässt.

"Mein ist die Macht" ist aus meiner Sicht ein äußerst gelungener Thriller mit einem brisanten Hintergrundthema und einer packenden Story. Ich halte das Buch für sehr lesenswert, empfehle es gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 06.01.2019

Das Mysterium um den Mord an Olof Palme

Stieg Larssons Erbe
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Wer kennt nicht den äußerst erfolgreichen und leider viel zu früh verstorbenen Autor Stieg Larrson? Er ist mit seiner packenden Millenium-Trilogie sehr bekannt geworden, was aber nur wenige wissen, ist, ...

Wer kennt nicht den äußerst erfolgreichen und leider viel zu früh verstorbenen Autor Stieg Larrson? Er ist mit seiner packenden Millenium-Trilogie sehr bekannt geworden, was aber nur wenige wissen, ist, dass er eigentlich ein sehr investigativer Journalist war und den Ruf inne hatte, Recherchen auf den Punkt und bis ins letzte Detail ausarbeiten zu können. Sein Lebensprojekt war der Kampf gegen den Rechtsextremismus. Hier wurde er von seinem Großvater Severin inspiriert, der sich ebenfalls dieser Aufgabe gestellt hatte.

Als er von dem Mord an dem Schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme hörte, begab er sich direkt in die Recherche nach den Hintergründen dieser Tat und stieß dabei auch auf rechtsextreme Gruppen in und um Schweden. Er hat in seinem teilweise schon besessenen Kampf um die Aufklärung dieses Verbrechens über 20 Kartons Infomaterial gesammelt und dabei die unterschiedlichsten Ansätze und Verschwörungen, sowie Netzwerke durchleuchtet. Ein unglaublicher Aufwand, der ihm am Ende eine Theorie aber keine Lösung des Mordes brachte. Als Sieg Larsson 18 Jahre nach der Tat durch einen plötzlichen Herzinfarkt starb, war der Fall weiterhin noch nicht aufgeklärt.

Ein Umstand der dem renommierten schwedischen Journalisten Jan Stocklasse auf den Plan rief. Als er von dem umfangreichen Recherche-Material erfuhr, war auch er fasziniert von der Vorstellung, das Attentat, welches das Land Schweden definitiv veränderte, im Nachhinein doch noch aufzuklären. Bei der Sichtung der Unterlagen, muss er allerdings feststellen, dass seine Recherchen und die von Stieg Larsson durchaus Parallelen aufweisen, aber die Schlussfolgerung eine grundsätzlich andere war. Motiviert von den Ansichten seines Kollegen, begibt sich nun Jan Stocklassa erneut auf die Suche nach dem Geheimnis um den spektakulären Mordfall.

Das Buch beeindruckt durch die sehr gut aufgearbeitete Recherche-tätigkeit beider Journalisten. Es erfordert schon die volle Konzentra-tion, diesen sehr vielschichtigen und verworrenen Netzwerken und Verbindungen zu folgen, fasziniert aber zugleich, wie tief die Verkettungen reichen können, die den Tod des Ministerpräsidenten verursacht haben. Ein spannendes Buch, welches mich vor allen dadurch fesselte, dass es sich um gut recherchierte Fakten handelte. Insgesamt halte ich "Stieg Larssons Erbe" von Jan Stocklassa für ein lesenswertes Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 29.12.2018

Aus meiner Sicht kein Thriller

Chicago
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Mike Hodge hat sich in seiner Funktion als Lokalreporter der Chicago Tribune nicht immer nur Freunde gemacht. Er ist in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts als investigativer Journalist bekannt, der ...

Mike Hodge hat sich in seiner Funktion als Lokalreporter der Chicago Tribune nicht immer nur Freunde gemacht. Er ist in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts als investigativer Journalist bekannt, der sich auch vor einer Konfrontation nicht zurückschreckt. Als seine Freundin vor seinen Augen ermordet wird, fällt er in eine persönliche Krise, da er die Schuld für den Tod bei sich selber sieht. Vorange-trieben von dem Wunsch, den verantwortlichen Täter zur Strecke zu bringen, kämpft er sich ins Leben zurück und begibt sich in die Unterwelt von Chicago...

Sowohl der Autor als hoch dekorierter Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur als auch der historische Hintergrund des Buches haben mein Interesse geweckt. Ich bin so mit hohen Erwartungen in das Buch gestartet und bin dann leider doch enttäuscht worden. Der sehr angenehme und aus meiner Sicht Auch durchaus hochwertige Schreibstil des Autors sind mir zunächst positiv aufgefallen, aber die Geschichte konnte mich dann im Verlauf nicht wirklich fesseln. Die Geschehnisse wirken auf mich als wären sie beliebig zusammen-gefügt, ohne das ein roter Faden zu erkennen ist. Der Spannungs-bogen konnte so für mich niemals aufgebaut werden und die Handlung floss an mir vorbei. Der Hauptprotagonist Mike Hodge wird zwar interessant charakterisiert, aber auch sein zum Teil bewegendes Schicksal konnte mich nicht wirklich berühren. Ich halte auch die Bezeichnung des Buches "Chicago" als Thriller für falsch, da es sich aus meiner Sicht eher um einen historischen Roman handelt, in dem die damalige Atmosphäre in einer Art Milieustudie gut eingefangen wird.

Insgesamt hat mich das Buch dann doch enttäuscht, da ich vielleicht auch mit falschen Voraussetzungen gestartet bin. Die gekonnte Ausdrucksweise des Autors veranlasst mich dennoch drei von fünf Sternen zu vergeben, auch wenn manchmal mein Durchhaltever-mögen an seine Grenzen stieß.

Veröffentlicht am 23.12.2018

Familiengeheimnisse

Ich küss dich tot
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Auf Annabelles Karriereleiter geht es für die Hotelmanagerin steil bergauf. Sie hat einen sehr begehrten Job in Singapur ergattert und bricht ihre Zelte in New York ab. Nach einer spontanen Abschieds-feier ...

Auf Annabelles Karriereleiter geht es für die Hotelmanagerin steil bergauf. Sie hat einen sehr begehrten Job in Singapur ergattert und bricht ihre Zelte in New York ab. Nach einer spontanen Abschieds-feier klingelt jedoch das das Telefon und ihre Mutter teilt ihr mit, dass sie dringend ihre Hilfe braucht, da der Vater einen schweren Schlaganfall erlitten hat. Annabelles Gewissen treibt sie in ihre verschneite Heimat Niederbayerns. Dort angekommen muss sie feststellen, dass die Krankheit ihres Vaters nur eine Finte war und sie eigentlich das marode Hotel der Eltern vor dem Ruin retten soll. Eine scheinbar unlösbare Aufgabe, zumal sie direkt bei ihrer Ankunft auf eine Leiche stößt. Der Beginn einer äußerst turbulenten und emotio-nalen Heimkehr...

Ich habe bereits mehrere Bücher der Autorin Ellen Berg gelesen und immer wieder konnte sie mich mit ihrer temperamentvollen und äußerst unterhaltsamen Schreibweise begeistern. Als ich mich an ihr neues Werk "Ich küss dich tot" begab, waren meine Erwartungen daher sehr hoch und ich wurde nicht enttäuscht. Gerade zur aktuellen Vorweihnachtszeit war mir nach einer unbeschwerten Geschichte mit einer lockeren und humorvollen Atmosphäre. Der Roman erfüllt diese Tribute aus meiner Sicht hervorragend. Obwohl es in der Geschichte zu mehreren Morden kommt, leidet die gute Laune beim Lesen zu keiner Zeit. Aufgepeppt wird das Ganze durch die markanten Sprüche, die so typisch für Ellen Berg sind und immer wieder für Lacher sorgen. Durch die lange Zeit ungeklärten Morde wird in "Ich küss dich tot" sogar ein Spannungsbogen aufgebaut, der in ein fulminantes Finale führt, obwohl zu keiner Zeit die Aufklärung der Gewalttaten im Vordergrund steht. Vielmehr geht es natürlich wieder um die große Liebe und dem beschwerlichen Weg voller Hindernisse dorthin.

Wer Lust auf einen unbeschwerten und sehr humorvollen Roman hat, liegt aus meiner Sicht mit "Ich küss dich tot" genau richtig. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, so dass ich es sehr gerne weiter-empfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 23.12.2018

Ein besonderer Kriminalroman

Lenz (Ein Kommissar-Eschenbach-Krimi 6)
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Kommissar Eschenbach kehrt nach einer dreimonatigen Auszeit von seiner Tochter aus Amerika zurück. Sein Einstieg ist nicht ganz so leicht, wie er sich das vorgestellt hat und er stolpert gleich bei seinem ...

Kommissar Eschenbach kehrt nach einer dreimonatigen Auszeit von seiner Tochter aus Amerika zurück. Sein Einstieg ist nicht ganz so leicht, wie er sich das vorgestellt hat und er stolpert gleich bei seinem ersten Einsatz über einen vermeintlichen Freitod. Die aus seiner Sicht nicht nachvollziehbaren Begleitumstände lassen den erfahrenen und zugleich auch sehr erfolgreichen Kommissar Recherchen anstoßen, die dann auch durchaus viele Fragen aufwerfen. Zu Eschenbachs Ver-wunderung weisen einige Hinweise auf seinen alten Freund Ewald Lenz. Bei dem Versuch ihn mit den fakten zu konfrontieren stellt er fest, dass Lenz spurlos verschwunden ist...

"Lenz" ist bereits der sechste Band aus der Reihe um den ruhigen und sympathischen Kommissar Eschenbach. Ich bin mit dem aktuellen Fall als Quereinsteiger in die Serie gestartet und hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme. Sehr angenehm ist mir gleich die unaufgeregte und aus meiner Sicht sehr schöne Schreibweise des Autors Michael Theurillat aufgefallen. Sie macht den Kriminalroman zu etwas Besonderen und verleiht der Geschichte eine angenehme Atmosphäre. Hier stehen die Protagonisten im Vordergrund und nicht irgendwelche spektakulären und möglichst blutrünstigen Gewalttaten. Den Spannungsbogen baut der Schweizer Autor auch langsam und gemächlich auf, was er aber mit seiner besonderen Erzählweise wieder kompensiert. So entwickelt sich eine spannende und clever konzipierte Geschichte, die mich nach und nach in den Bann gezogen hat.

"Lenz" konnte mich überzeugen, so dass ich mir gut vorstellen kann, mich auch noch mit den vorherigen Bänden auseinanderzusetzen. Ein besonderer Kriminalroman, der auf leisen Sohlen daherkommt und mit einer tollen Sprache überzeugt. Von mir erhält das Buch gute vier von fünf Sterne und ich empfehle es sehr gerne weiter.