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Veröffentlicht am 08.06.2020

Kochleidenschaft

Die Köchin von Castamar
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Übersetzt aus dem Spanischen von Anja Rüdiger

Meine Meinung und Fazit:

Clara ist eine junge Frau, die durch den Verlust des Vaters selbst unter einem Leiden erkrankt ist, aber weiterhin ihrer Leidenschaft ...

Übersetzt aus dem Spanischen von Anja Rüdiger

Meine Meinung und Fazit:

Clara ist eine junge Frau, die durch den Verlust des Vaters selbst unter einem Leiden erkrankt ist, aber weiterhin ihrer Leidenschaft des Kochens nachgeht. Sie nutzt die Chance einer freien Stelle im Herrschaftssitz von Castamar und beginnt dort zunächst als einfache Köchin. Ich als Leser lerne so die verschiedenen Posten in der Dienerschaft kennen und erlebe ein Stück weit das schwere Los derer. Das Gefüge der Dienerschaft wird perfekt dargestellt, man erkennt sofort wer über wen das Sagen hat. Nicht nur am Königshof gibt es Intrigen, auch an einem vermeintlichen kleinem Herrschaftssitz ist dies an der Tagesordnung. Erschreckend mit wieviel Skrupel vorgegangen wird und wie wenig ein Menschenleben zählt. Auch das Gescharre um Heirat und den Kampf um den rechten/besten Platz in der Grafschaft/Hof wird gelungen beschrieben.

Don Diegos Vater war sehr loyal und frei von Vorteilen. Erstaunlich ist wirklich, dass er sich damals für einen Sklavenjungen eingesetzt und ihn als Sohn angenommen hat. Was sich Don Gabriel als Schwarzer alles gefallen lassen muss, ist erschreckend. Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden als Menschen 2. Klasse angesehen. Für mich schon immer unverständlich, warum man nach Hautfarbe Menschen beurteilet und nicht nach Taten. Doch leider ist es 300 Jahre später auch nicht viel anders, erschreckend und es stimmt mich traurig.

Don Diego, Don Gabriels Bruder, trauert weiter um seine Frau Alba, die vor 9 Jahren durch einen Pferdeunfall ums Leben kam. Er öffnet sich nur wenigen Menschen und glaubt immer an das Gute im Menschen. So merkt er nicht, dass andere seinen Untergang vorbereiten. Die Intrige und die verschiedenen Machenschaften werden spannend beschrieben und entwirrt.

Cover finde ich an sich gelungen, da es Claras Leidenschaft und Können widerspiegelt, auch dass das Herrenhaus und im Hintergrund dargestellt wird. Was ich farblich jedoch ungünstig finde, ist das die Schüssel den gleichen Farbton wie Clara's Kleid hat. Da hätte man m. M. nach besser drauf achten müssen. Im Buch sind viele Fremdwörter bzw. französische Wörter enthalten, hier hätte ich mir ein Stichwortverzeichnis gewünscht, ebenso ein Personenverzeichnis.

Das Buch hat ein offenes Ende, so dass ich mich auf die Fortsetzung freue, denn die meisten Charaktere sind mir ans Herz gewachsen.

Ach, man sollte nicht hungrig sein. Denn beim Lesen habe ich immer mal Appetit bekommen, so lecker wurden die Gerichte beschrieben. Da ich selber gern neue Rezepte ausprobiere, habe ich diese Beschreibung genossen.

Im Fazit handelt es sich für mich um ein durchschnittliches Buch, es ist historisch, man erfährt einiges was sich am Hof abspielt, doch komplett gepackt hat es mich (noch) nicht. Zwischendurch hat mir die Spannung gefehlt, die Beziehung zwischen Clara und Don Diego ist noch zu wenig, sicher sie nähern sich an. Jedoch habe ich durch die Buchbeschreibung mehr erwartet. Aber dies ist meine Erwartung an die Fortsetzung. Ich vergebe 4 Sterne.

Noch ein schönes Zitat zum Thema Liebe aus Kapitel 4 "Wie der englische Barde sagt: Die Liebe schaut nicht mit den Augen, sondern mit der Seele."
Mein Dank geht an den Bertelsmann Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar.

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Veröffentlicht am 31.05.2020

Tödlicher Wettlauf um verschollene Schiffswracks

Dunkel leuchten die Klippen
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Ben Kitto 2
Übersetzt aus dem Englischen von Birgit Schmitz
Original-Titel: Ruin Beach

Meine Meinung und Fazit

Mit dem 2. Teil führt uns Kate Penrose auf die Nachbarinsel von Bryher auf Tresco. Die Aufklärung ...

Ben Kitto 2
Übersetzt aus dem Englischen von Birgit Schmitz
Original-Titel: Ruin Beach

Meine Meinung und Fazit

Mit dem 2. Teil führt uns Kate Penrose auf die Nachbarinsel von Bryher auf Tresco. Die Aufklärung des Mordfalls wird mit Wissen zum Tauchen und versunkenen Schiffswracks abgerundet. Auch im 2. Teil gibt es gleiche Verhältnis zwischen Ben und seinem Chef Madron, reserviert und beide dulden keinen Widerspruch. Madron orientiert sich zu sehr an Äußerlichkeiten, diese sind für ihn wichtig, er beurteilt Ben darüber und versucht ihn zu beeinflussen. Für mich unverständlich. Madron ist nicht meine Blutgruppe und wird es auch nicht mehr werden. Ben wird von der Bevölkerung respektiert und hat immer den richtigen "Riecher" und einen enormen Aufklärungswillen. Und er riskiert sein eigenes Leben. Ich mag Bens Art, seine Herangehensweise und seine Gedanken. Und seine Größe und Erscheinung täuscht über seinen weichen Kern hinweg.
Bens Gedanken über den Tod des ersten Opfers und deren Mitteilung an Verwandte ist sehr treffend - Seite 33: "Unser Besuch hat ihren Frieden zerfetzt wie eine Granate."

Die Kapitel wechseln zwischen Bens Ermittlungen und den Gedanken eines Inselbewohners. Beide sind logischer Weise unterschiedlich beteiligt, aber hinsichtlich Tathergang, Aufklärungswillen und Ungewissheit wird der Täter ist, vereint.
Dieser Wechsel hat mir erneut sehr gut gefallen, denn dies sorgt für Abwechslung und man bekommt so mehr Hinweise und kann einiges besser nachvollziehen.

Wie schon im ersten Band ist das Buch im Einband wundervoll gestaltet. Eine schöne Karte mit der Übersicht der Inseln und diesmal ist Tresco detaillierter dargestellt. Gefällt mir außerordentlich gut. Die Erläuterungen der Autorin zum Schluss runden dies gelungen ab.
Eine tolle Serie rund um den Ermittler Ben Kitto, m. M. eigenständig zu lesen, aber es werden immer kleine Bezüge zum Vorband genommen, zu menschlichen Beziehungen, nicht zum Tathergang. Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus und freue mich auf den 3. Band.

Mein Dank geht an das Team von kriminetz.de und den Fischer-Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Später ist vielleicht zu spät

Darüber reden wir später
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Meine Meinung und Fazit:

Als ich das Cover von "Darüber reden wir später" gesehen habe, hat es mein Interesse geweckt. Eine kleine Familie wird durch den Schlaganfall des Vaters aufgerüttelt. Was man ...

Meine Meinung und Fazit:

Als ich das Cover von "Darüber reden wir später" gesehen habe, hat es mein Interesse geweckt. Eine kleine Familie wird durch den Schlaganfall des Vaters aufgerüttelt. Was man eigentlich alles noch erleben könnte oder was man nie gefragt hat?!

Margret, eine blasse Frau, wenig Selbstvertrauen. Sie fragt sich, ob sie alles richtig gemacht hat. Oder hätte sie damals,...? Da ist mir beim Lesen immer folgende Phrase eingefallen "Hätte, hätte Fahrradkette!!"
Ich bin zwar noch nicht in Margrets Alter, aber es kennt wohl jeder die Fragen, ob man alles richtig macht und was denken die anderen und was ist mit der eigenen Verwandtschaft. Für mich steht Harmonie ganz weit oben, aber nicht um jeden Preis. Es gehören immer zwei dazu und so geht es auch der Hauptprotagonist mit ihrer älteren Schwester Ingrid. Sie hat sie mehrfach gefragt. Aber hätte man nicht schon viel früher miteinander reden sollen?
Den irgendwann ist es dafür zu spät. Für mich ein Buch, um uber das eigene Leben nachzudenken, es nicht über den Haufen zu werfen, aber sich auch mal was trauen, was vielleicht nicht typisch für einen ist.

Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 17.05.2020

Ein (Alp-) Traum einer idyllischen Wohnanlage

Totendamm
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Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über Schuld, Geheimnisse, Unterdrückungen und falschgemeintes Verständnis.
2010 werden 3 Menschen brutal ermordet und in dieses Haus zieht Ellen. Sie wusste nichts davon. ...

Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über Schuld, Geheimnisse, Unterdrückungen und falschgemeintes Verständnis.
2010 werden 3 Menschen brutal ermordet und in dieses Haus zieht Ellen. Sie wusste nichts davon. Und das Ungewisse beginnt. Ihre Entscheidung, sich vom Diplomaten Robert von Ehrensee zu trennen, Asien zu verlassen um in Heiligendamm mit ihren Sohn das Glück zufinden, finde ich einen sehr mutigen Schritt.
Sie ist nicht mehr nur die Frau vom Herrn von Ehrensee. Doch es muss einiges passieren, damit ihr das selbst bewusst wird. Schöne gelungene Darstellung von Charakteren.

Tristan, ihr 14 Jahre alter Sohn, ist nur auf dem ersten Blick ein typischer Teenager. Mürrisch und immer dagegen, nein er durchschaut seine Eltern und deren Handeln sehr klar und für mich ist er für sein Alter sehr weise.

Ein Gedanke hat mich beim Lesen begleitet.
Ganz langsam schleicht das Böse in die Häuser hinein, in jedes einzelne und sorgt für Unruhe.

Noch ein Zitat aus dem Buch, was perfekt passt. Seite 318 Ellen zu Rebekka "Mit Gewissheiten kann man umgehen, auch wenn sie noch so schrecklich sind. Das Ungewisse hingegen löst abstrakte, unkontrollierbare Ängste aus. ..."

Zwischendrin hatte das Buch für mich Längen und bisschen an Fahrt verloren, so dass ich es weggelegt habe. Aber es gat sich gelohnt, es weiter zu lesen, denn die Art der Auflösung und somit die Aufklärung meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt.

Ein schöner ruhiger Krimi, der interessante Täter zu Tage bringt und ich freue mich auf weitere Bücher von Eric Berg.

Mein Dank geht an das Team von blanvalet für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und an Eric Berg für die schöne Lesestunden.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Eine vergessene Schauspielerin der Weimarer Republik

Die Königin von Berlin
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Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über die Schauspielerin Carola Neher, die Königin von Berlin und Muse von Bertolt Brecht. Ein Buch über
Klabund und Brecht. Beide kämpfen um ihre Liebe, der eine ist ...

Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über die Schauspielerin Carola Neher, die Königin von Berlin und Muse von Bertolt Brecht. Ein Buch über
Klabund und Brecht. Beide kämpfen um ihre Liebe, der eine ist wirklich um sie bemüht, der andere ein Egoist wie er im Buche steht.

Carola Neher, eine Frau, die schon von klein auf wusste, was sie werden möchte. Sie hat ihren ungeliebten Vornamen abgelegt und ist ihren Weg gegangen, sie hat (zunächst) keine Gefühle zugelassen, weil die im Weg stehen und ihren Weg verbauen konnten. Carola war sehr selbstbewusst, selbstsicher und doch allein. Zweifel haben sie gequält, doch mit/bei Klabund hatte sie einen guten Rückhalt. Hier das passende Zitat aus dem 24. Kapitel: "Warum vergisst sie, dass die meisten Menschen, die hässlich zu anderen sind, dafür einen hässlich Grund haben, der allein in ihnen selbst liegt?"

Ein weiteres Zitat (4. Kapitel) über Carola ist das hier:" Ich bin die, die ich bin, und ich kann mich schließlich nicht umtauschen. So wenig wie du." sehr passend für sie, aber grundsätzlich sollte man sich der Aussage annehmen.
Das ganze Leben von Carola Neher ist eine Geschichte des Suchens von 1979 gepackt, sehr rührend geschrieben und passend zu Carola Neher.

Charlotte Roth hat mit diesem Buch ein gelungenes Denkmal für Carola Neher geschaffen. Eine Persönlichkeit, die leider in Vergessenheit geraten ist, doch nicht für mich, ich werde mich mit ihr, Klabund und Brecht weiter beschäftigen. Und erneut gelingt es ihr, die damalige Zeit aufleben zu lassen, die Zeit in München mit dem beginnenden Aufstiegs Hitlers greifbar zu machen. Allgemein die Situation/Verunsicherung der Bevölkerung nach dem 1. Weltkrieg, wie jeder seinen Platz finden und sich politisch orientieren musste. Sehr spannend geschrieben und ich freu mich, dass ich mit diesem Buch soviel gelernt habe.

Das Buch ist von Wortspiel, einer enormen Wortgewandheit gespickt, so dass beim Lesen so ziemlich immer ein Lächeln auf den Lippen hatte.

Vielen Dank, liebe Charlotte Roth, fur gemütlich, nachdenkliche und erhellende Lesestunden. Eine klare Leseempfehlung. Mein Dank geht an an die Autorin, den Droemer Verlag und das vorablesen-Team fur das bereitgestellte Rezi-Exemplar.

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