Profilbild von Mama2014

Mama2014

Lesejury Star
offline

Mama2014 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Mama2014 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2017

Geheimnisvoll

Marlenes Geheimnis
0

Mit Marlenes Geheimnis habe ich – so glaube ich zumindest – das erste Buch von Brigitte Riebe gelesen. Und das, obwohl der Name natürlich ein Begriff ist.

Das neue Buch von ihr reizte mich auf Grund des ...

Mit Marlenes Geheimnis habe ich – so glaube ich zumindest – das erste Buch von Brigitte Riebe gelesen. Und das, obwohl der Name natürlich ein Begriff ist.

Das neue Buch von ihr reizte mich auf Grund des Themas und so griff ich begeistert zu.

Die Begeisterung hielt – das ganze Buch über. Brigitte Riebe schaffte es, mit mitzunehmen. Ihr gelang es, mich voll in die Geschichte hinein zu katapultieren. Sie schaffte es, dass ich atemlos die Geschichte verfolgte, dass ich dran blieb und jeder Minute entgegenfieberte, die ich zum Lesen Zeit hatte.

Worum geht es in dem Roman?

Grob gesagt ist es ein Familienroman – es geht um drei Frauen aus drei Generationen und die Tatsache, wie ein Ereignis – eine Kette von Ereignissen – das Leben mehrerer Generationen beeinflussen kann.

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …

Die Autorin hat es vom ersten Moment an durch ihren Schreibstil geschafft, mich auf die Geschichte von Marlene, ihrer Mutter Eva und Nane, der Nichte von Marlene neugierig zu machen. Der Schreibstil ist packend und fesselnd, dabei so detailreich und bildhaft, dass ich immer mal wieder inne halten musste.

Ganz besonders bei einigen Szenen aus der Vergangenheit, welche durch die Aufzeichnungen von Eva zum Leben erwachen, musste ich immer wieder unterbrechen. Die Grausamkeiten, die Hoffnungen und immer wieder der Kälte der damaligen Zeit – mich haben diese sprachgewaltig geschilderten Szenen auch nachts nicht losgelassen.

Geschickt verwebt Brigitte Riebe Vergangenheit und Gegenwart. Kapitelweise wagt sie diese Sprünge in die unterschiedlichen Zeiten, dabei weiß der Leser aber zu jeder Zeit, wo er ist. Ich bin teilweise solchen Büchern gegenüber, die zwischen zwei Zeiten hin und herspringen, sehr skeptisch, denn ich komme da auch gerne mal durcheinander.

Hier aber kam ich sehr gut mit, wusste immer wo ich mich befand und hatte Spaß an den Perspektivwechseln. Dadurch wurde die Geschichte zwar „aufgelockert“ und man konnte mal „Luft holen“. Aber man kam nicht aus der Erzählung raus, der Spannungsbogen wurde nicht unterbrochen. Die „Ruhephasen“, wenn die Geschichte im Hier und Jetzt spielte, brauchte ich als Leser auch, um nicht zu sehr in der Vergangenheit hängenzubleiben.

Mich hat diese Geschichte sehr aufgewühlt und ich kann mich gut in Nane und ihre Gefühle hineinversetzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was sie beim Lesen der Aufzeichnungen ihrer Großmutter empfunden haben muss. Ich kann gut verstehen, wie sie das aufgewühlt hat. Ich kann gut verstehen, dass sie beim Lesen der Aufzeichnungen auch ab und zu mal raus musste.

Nane war für mich ein Charakter, den ich – fast – von Anfang an mochte. Zuerst erschien sie mir ein wenig weinerlich, oberflächlich. Aber ihre Beschäftigung mit der Vergangenheit fokussierte sie in der Gegenwart und machte ihr deutlich, was wirklich wichtig ist. Dazu noch Souki, die ich von Anfang an liebte ?

Aber auch Marlene war ein Charakter, wie ich ihn mag. Brummig und dabei doch liebevoll und beschützerhaft den gegenüber, die sie mag.

Eve lernte ich durch die Aufzeichnungen sehr gut kennen. Wusste ich am Anfang nicht so ganz, was ich von ihr halten soll … sie kam mir naiv und sprunghaft vor … nötigt sie mir im Laufe der Geschichte sehr viel Respekt ab.

»Die Vergangenheit verlierst die nie« so lautete einer von Evas Lieblingssätzen.
»Aber wenn du heute nicht lebst, dann wirst du auch die Zukunft verlieren.«

Marlenes Geheimnis ist ein Buch, das begeistert. Ein Buch das fesselt und betroffen macht; ein Buch das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Ein Buch, das mich dazu bringt, vielleicht doch im Familienkreis mal nachzufragen. Wie war das damals? Wie hast Du die Zeit erlebt. Und zwar nachzufragen, ehe es zu spät ist. Ehe aus dieser Generation keiner mehr eine Antwort geben kann.

Liebe Brigitte Riebe; ich danke Dir für dieses tolle Buch, welches mich gefesselt und mir unruhige Nächte bereitet hat. Ich habe die Geschichte geliebt und gehasst, ich habe mich begeistern lassen.

Für den wunderbaren, bewegten Roman vergebe ich 5 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 05.09.2017

Chill mal

Chill mal, Frau Freitag
0

Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin lautet der Untertitel des Buches, das Markus über Wochen hinweg gelesen hat.

Witzige Bücher mit Anekdoten aus dem Berufsleben gibt es inzwischen wie Sand ...

Aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin lautet der Untertitel des Buches, das Markus über Wochen hinweg gelesen hat.

Witzige Bücher mit Anekdoten aus dem Berufsleben gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Wer da in der ersten Liga mitspielen will, muss einen besonderen Beruf haben. Lehrer zum Beispiel. Wie „Frau Freitag“, das Pseudonym einer Lehrerin an einer Gesamtschule einer deutschen Großstadt.

Im ersten von mindestens 4 Bänden beschreibt diese Frau den Alltag an einer solchen Schule – in einem Problembezirk. Und so stellen sich ihre Schüler auch dar: Hoher Anteil an Kindern bzw. Jugendlichen mit Migrationshintergrund in erster, zweiter, dritter Generation, hoher Arbeitslosenanteil der Eltern (die dann auch teils gar kein Deutsch können), kaum Perspektive und immer wieder das unausweichlich scheinende Versagen. Nach über 300 Seiten ist das frustrierend zu lesen.

Ja, hier gibt es viele kleine, lustige Anekdoten. Frau Freitag nimmt Schüler, Eltern, aber auch und besonders Lehrer aufs Korn. Viel Gesellschaftskritik kommt vor, Kritik am Schulsystem und an – ich wiederhole mich – Schülern, Eltern und Lehrern.

Klar, es wird Wissen vermittelt, es werden die Hintergründe und Schicksale auf lustige Art und Weise vermittelt – aber reicht das um ein tolles Leseerlebnis zu sein? Anfangs schon. Auf den ersten vielleicht 150 Seiten kommt man gut durch das Buch, Schreibstil und Inhalt sprechen an. Es geht eine Runde durch das Schuljahr und leider wiederholt sich daher vieles im zweiten Teil – dem zweiten Halbjahr.

Ja, Frau Freitag liebt und hasst „ihre“ Schüler. Ja, die sind alles was Besonderes. Aber das traurige ist wohl: Kaum einer hat eine richtige Chance. Zu schlecht in der Schule, Noten knapp über Totalausfall, Anstand, Erziehung, Durchblick – Fehlanzeige. Kann man witzig finden, ist aber bitterer Ernst. Das eine oder andere mal bleibt einem bei genauerer Betrachtung das seltene Lachen im Halse stecken.

Besonders gestört hat mich der künstliche jugendliche Schreibstil. Vokabeln wie „Abó“, „Schüch“, „vallah“ und vieles weiteres, was wohl Schüler sagen. Nett zu haben, aber bei der 100. Wiederholung einfach nur noch nervig.

Für eine Empfehlung reicht es daher nicht. 3 von 5 Sternen sind vielleicht sogar noch ein mildes Urteil.

Die Folgebände zu lesen kommt für mich nicht infrage. Zu eintönig und vor allem frustrierend war der erste Band. Will man dieses „Leid“ sehen, das die Lehrer unseres Landes jeden Tag sehen? Einmal vielleicht, aber nicht öfter.

Veröffentlicht am 05.09.2017

Die Fliederinsel

Die Fliederinsel
1

Mit ihrem neuen, aktuellen Buch hat es die Autorin einmal mehr geschafft. Sie hat es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Sie hat es geschafft, dass ich das Buch liebe und – für die Stärke des Buches ...

Mit ihrem neuen, aktuellen Buch hat es die Autorin einmal mehr geschafft. Sie hat es geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Sie hat es geschafft, dass ich das Buch liebe und – für die Stärke des Buches – es relativ schnell ausgelesen hatte.

Mit Ruth und Jakob sowie Celia und Inger schafft Sylvia Lott Figuren, die authentisch und glaubhaft sind. Die menschlich und so lebensnah sind, dass man sich von ihnen gern mit in die Vergangenheit und die Gegenwart entführen lässt.

Sylvia Lott gelingt es, eine Geschichte zu weben, die alles miteinander verbindet. Eine großartige Liebesgeschichte mit tiefer Freundschaft, Verzweiflung und Hoffnung, Vertrauen und Verluste.

Sie lässt ihren Roman in der heutigen Zeit spielen, in der Celia ein Bild findet, mit Inger darüber spricht und damit tiefe Emotionen und lang verschwiegene Erinnerungen weckt. Erinnerungen an Ruth und Jakob, das jüdische Ehepaar, das vor der Nazi-Verfolgung nach Dänemark flüchtet, sich hier ein neues Leben aufbaut und dann doch alles wieder zurücklassen muss.

Wir erleben den Schrecken der Naziherrschaft, wir erleben die Vertreibung und die Angst; die Hoffnungslosigkeit und dann wieder den Glauben und die Hoffnung an das Gute; das alles wieder gut wird und man in Frieden leben kann.

Sylvia Lott verwebt viele historische Fakten, gerade was das Leben der Juden in Dänemark angeht, mit einer wunderbaren Geschichte und dabei gelingt ihr etwas meisterliches: ihr gelingt dies nämlich ohne den sprichwörtlichen „erhobenen Zeigefinger“. Sie schafft es, allein durch ihre Sprachgewaltigkeit und ihren Schreibstil, Betroffenheit zu wecken und den Leser mitfiebern zu lassen.

Ich mochte Ruth und Jakob – ich mochte wie Ruth ihren Liebsten lenkt und leitet und ich mochte seine Kraft, sie immer wieder aufzubauen. Beide haben sich verdient; beide gehörten bis zu einem gewissen Punkt zusammen. Ein Zitat gleich am Anfang des Buches, hat mir besonders gut gefallen:

»Eine gute Ehefrau hat natürlich das zu tun, was ihr Mann für richtig hält«, sagte sie.
»Aber eine kluge Ehefrau lässt sich etwas einfallen.«

Ich konnte die Verzweiflung von Ruth verstehen, als sie gezwungen war eine Entscheidung zu treffen und ich habe mich oft gefragt, wie ich mich entschieden hätte. Hätte ich die Kraft dazu gehabt?

Was mir ebenfalls richtig gut gefallen hat, was ich aber auch aus den anderen Büchern der Autorin bereits kannte waren die detailhaften Beschreibungen. Dadurch ist man mit der Autorin direkt in Gedanken an den Ort gereist und konnte sich alles sehr bildlich vorstellen. Die Orte, die Gebäude, die Fliederblüte … all das erwachte vor dem inneren Auge allein durch den Schreibstil der Autorin.

Für mich war das Buch wieder eine Leseempfehlung. Daher vergebe ich für dieses Buch 5 von 5 möglichen Sternen und sage Danke für die schönen Lesestunden.

Veröffentlicht am 20.08.2017

Sons of Anarchy

Sons of Anarchy (Comic zur TV-Serie)
0

Seit einer Weile sind wir Fans der Serie „Sons of Anarchy“. Und wie bei quasi allen populären Dingen aus den USA wird jede Möglichkeit des Merchandisings ausgenutzt um mit einer Marke Geld zu verdienen. ...

Seit einer Weile sind wir Fans der Serie „Sons of Anarchy“. Und wie bei quasi allen populären Dingen aus den USA wird jede Möglichkeit des Merchandisings ausgenutzt um mit einer Marke Geld zu verdienen. Neben Klamotten, DVDs, Soundtracks und so weiter, gibt es auch nicht selten passende Literatur. Das können Bücher sein, oder, wie in diesem Fall, Comics.

Achtung Spoiler!

Der Comic ist zweigeteilt. Im ersten Teil wird die Vergangenheit des erst in Staffel 6 auftauchenden Lee Toric näher beleuchtet. Ein Charakter, den ich noch nicht kannte. Warum hier vorgegriffen wird, ist nicht klar.

Denn Hinter Gittern beleuchtet den Zeitraum zwischen der 3. und 4. Staffel der Serie. Jax, Clay, Juice, Happy, Tig und Bobby sind im Knast gelandet, verurteilt zu 14 Monaten Haft. Doch auch im Staatsgefängnis von Stockton hängen ihnen ihre Machenschaften nach. Der Russe Putlova, der einen Waffendeal mit ihnen hatte und den sie mit 2 Mio. Dollar in Blüten bezahlen wollten, pocht auf sein Geld und versucht seiner Forderung drastisch Nachdruck zu verleihen – im und außerhalb des Gefängnisses.

Der Inhalt schließt an das Ende des 3. Staffelfinales an und schließt mit dem Beginn der 4. Staffel. Der Brückenschlag gibt einige Antworten auf Fragen, die die Serie nicht explizit beantwortet. Auch werden die Zustände sowohl im Knast, also auch für die restlichen Mitglieder „draußen“ und deren Familien gezeigt.

Die Machart der Zeichnungen ist bewusst düster gestaltet. Schwarz, sowie dunkle Braun- und Grautöne dominieren und geben dem Inhalt die nötige Wirkung. Unscharfe Zeichnungen werden durch fein gezeichnete Details von allen wichtigen Dingen getrennt. Die Charaktere sind deutlich als die solchen erkennbar.

Typisch für Comics sind die Dialoge eher spärlich gehalten, auch Seiten fast ohne „Sprache“ gibt es. Fehlende Soundeffekte werden zur „optischen“ Untermalung genutzt.

In Sachen Authentizität kann ich nur so viel sagen, dass ich in den meisten Szenen die Sprecher aus der Serie gehört habe. Satzbau und Wortwahl passten zu den Charakteren.

Mein abschließendes Fazit fällt gemischt aus. Auf der Haben-Seite passt der Comic gut in das Gesamtwerk „Sons of Anarchy“, ist authentisch und klärt einige in der Serie unbeantwortete Fragen. Aber für 12,99€ ist das ziemlich dürftig. Der Inhalt ist schnell erzählt und im Vergleich recht trivial.

Mich hat es nicht überzeugt und damit wird es wohl eher selten Comics auf meiner Leseliste geben. Die Bewertung fällt inklusive „Fan-Bonus“ mit 2,5 von 5 Sternen eher schwach aus.

Veröffentlicht am 27.07.2017

Tote Mädchen lügen nicht

Tote Mädchen lügen nicht
0

Das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“, oder im englischen Original „Thirteen reasons why“. war durch die Verfilmung für das Online Videoportal Netflix 2017 erst vor kurzem wieder in aller Munde. Doch es ...

Das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“, oder im englischen Original „Thirteen reasons why“. war durch die Verfilmung für das Online Videoportal Netflix 2017 erst vor kurzem wieder in aller Munde. Doch es ist inzwischen 10 Jahre her, als der US-amerikanische Autor Jay Asher dieses Werk veröffentlichte.

Alles fängt damit an, dass der jugendliche Clay Jensen ein an ihn adressiertes Paket erhält. Dessen Inhalt, 7 Musikkassetten, werden sein Leben für immer verändern. Als er die erste Kassette einlegt und auf Play drückt, hört er die Stimme von Hannah, dem Mädchen in das er heimlich verliebt war und die sich kurz zuvor mit Tabletten das Leben genommen hat.

Er erfährt, dass die 7 Kassetten den Menschen geschickt worden sind, die einen mehr oder minder großen Anteil an ihrem Selbstmord hatten – es sind die 13 Gründe, das „Warum“.

Nun stellt sich für ihn als erstes die Frage, was sein Anteil daran gewesen sein sollte, aber auch, wer die anderen sind und was sie getan haben. Der Kettenbrief mit den Kassetten erreicht ihn nicht als Ersten, doch wo er genau ins Spiel kam erfährt er nur, indem er sie alle der Reihe nach hört – eine lange Nacht steht im bevor.

Dieses Buch stellt ein beängstigend realistisches Szenario von durchschnittlichen Jugendlichen und ihren Problemen auf. Es zeigt die Kausalitätskette, wie sich eine Spirale aus Gerüchten, Lügen, und emotionalen Reaktionen auswirken können. Es erwachsen ernsthafte Konsequenzen für alle Beteiligten, sei es Mobbing, (teils sexuelle) Belästigungen und Gewalt.

Auf zwei Erzählebenen – zum einen dem Inhalt der Kassetten, zum anderen dem umher wandernden Clay – erschließt sich dem Leser der Weg eines Mädchens und deren Gründe für einen derart drastischen Schritt, dem selbstgewählten Freitod.

Sicher mag es Leser geben, die die „Gründe“ für teils nichtig halten und die Reaktion übertrieben. Doch seien wir mal ehrlich: Im Rückblick auf das Leben eines Jugendlichen sind die vielen Kleinigkeiten von enormer Bedeutung. Einen gewissen Ruf zu haben, kann schwerwiegende Folgen haben. Diese, jene oder gar keine Freunde zu haben, kann enormen Einfluss auf das Leben haben.

Es ist die Summe der vielen kleinen und großen Gründe, die Hannah diese Entscheidung hat treffen lassen. Auch werden die Anzeichen beleuchtet und die Möglichkeiten aufgezeigt, wie wer anders hätte handeln können und es so verhindern können.

Ich fand das Buch sehr gelungen. Dieses ernste Thema wurde bedacht, aber in letzter Konsequenz schonungslos dargestellt – die Probleme unserer Gesellschaft, die einen Menschen so weit treiben ohne den gehobenen Zeigefinger offenbart. Dieses Buch ist damit ein Tabubruch, was man in diversen Rezensionen dazu, aber auch zur Netflix Serie sehen kann. Es ist wichtig darüber zu reden, wichtig zu verstehen und daher auch wichtig, dieses Buch zu lesen.

Obwohl der Spannungsbogen einen mit einer starken Sogwirkung zum Weiterlesen trieb, der Verlauf dem eines klassischen Dramas folgt, die Hauptfiguren sehr plastisch wirken und man ihre Veränderung miterlebt – trotzdem fehlt irgendwie ein Quäntchen.

Daher bekommt dieses Werk von mir auch „nur“ 4,5 von 5 Sternen. Ich möchte trotzdem eine Leseempfehlung aussprechen – für Erwachsene und für Jugendliche mit hinreichender geistiger Reife. Fünfzehn oder Sechzehn sollten Leser dennoch sein – taucht man emotional ein ist es schwere Kost.

Daten: