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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2019

Ausgebüxte Füchse, verrückte (und sportliche Hühner) und ein A-Team mit Spezialauftrag: ein tierisches Abenteuer

Das Wilde Haus der Tiere – Baby-Alarm
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Hirsch Hannibal, Luchs Lino, Eule Elvira und Meerschweinchen Maffi sind das A-Team (Außen-Team). Sie leben in dem sogenannten Wilden Haus und haben einen Spezialauftrag: fünf Fuchsbabys müssen zurück zu ...

Hirsch Hannibal, Luchs Lino, Eule Elvira und Meerschweinchen Maffi sind das A-Team (Außen-Team). Sie leben in dem sogenannten Wilden Haus und haben einen Spezialauftrag: fünf Fuchsbabys müssen zurück zu ihrer Mama. Tja, doch leider ist diese verschwunden und dann gibt es da noch die Hühner-Gang, die selbst einem ausgewachsenem Hirsch das Fürchten beibringen, schließlich können sie Wing-Tschuhn (hihi).

Eine tierische Abenteuergeschichte für etwas fortgeschrittenere Leser, ich würde sagen bestens für die zweite und dritte Klasse. Die Geschichte hat alles, was eine gute Story ausmacht, Helden, Spannung, Witz und Frechlinge. Dazu wunder-wunderschöne Illus, die man am liebsten ausmalen möchte.
Nicht zu vergessen: bei Antolin ist das Buch auch gelistet.

Das Buch ist bereits der zweite Band in der Reihe und man muss zwar kein Vorwissen haben, versteht dann aber nicht richtig, was das Wilde Haus nun eigentlich genau ist. O.k., es gibt ein glänzendes Rohr, das dem A-Team sagt, welches Tier ihre Hilfe braucht, aber warum es auf einmal in Reimen spricht, das wird nicht weiter aufgeklärt. Das fand das Kind, das den Dingen immer auf den Grund gehen will, nicht so gut.
Ansonsten kam das Buch aber gut an, man sollte aber die Altersempfehlung bis neun Jahre beachten, ältere Kinder haben es ruckizucki ausgelesen.

Veröffentlicht am 19.10.2019

Wunderschön illustriert, die Geschichte hat unser Herz leider nicht berührt

Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough
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Das Buch ist optisch eines der Schönsten des Jahres. Großformatig, hochwertig und mit einem dermaßen hinreißenden Cover wollte ich es unbedingt haben.

Innendrin dann die Überraschung, dass der Inhalt ...

Das Buch ist optisch eines der Schönsten des Jahres. Großformatig, hochwertig und mit einem dermaßen hinreißenden Cover wollte ich es unbedingt haben.

Innendrin dann die Überraschung, dass der Inhalt nicht (nur) zauberhaft poetisch ist, sondern eben die Lebensgeschichte des Jacominus Gainsborough erzählt, zwar auch mit schönen, aber auch vielen schweren Momenten.
Dementsprechend sind auch die Bilder, Krieg und Tod machen nicht halt.

Ich habe keinen rechten Zugang zu dem Buch bekommen, normalerweise mag ich ernste und komplexe Bilderbücher, die sich auch an Erwachsene richten, hier bin ich von den Illustrationen durchgängig entzückt und angetan (es sind nicht alle niedlich, aber alle großartig), es hat etwas von einem anspruchsvollen Wimmelbuch.
Die Geschichte an sich, hm, es wird zu viel nur angedeutet und sie schafft es einfach nicht, mich zu packen. Ich habe sie nur aus der Distanz verfolgt.

Auch die Kindersicht fiel - obwohl ich meine Meinung nicht kommuniziert hatte - ähnlich aus.
Viel zu viele schwierige Namen, so dass man völlig den Überblick verlor, zu viele schwierige Worte und keine kindgerechte Handlung. Auch wenn die Autorin eingangs schreibt:
"Bist du klein, so werden dir einige Stellen vielleicht rätselhaft vorkommen. Keine Angst, Du kannst ein wenig nachdenken und vieles erraten."
Das stimmt natürlich, aber dazu müsste man erst einen Zugang zum Buch haben und das hat leider bei uns nicht geklappt.

Veröffentlicht am 18.10.2019

Therapiegruppe mutiert zu Hobbydetektiven

Einer flog über die Vogelsburg
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Die Vogelsburg im scheinbar gemütlichen Unterfranken beheimatet eine psychosomatische Klinik.
Dort wird Will Klien behandelt, er leidet unter einer schlimmen Form des Waschzwangs. Als allerdings sein Therapeut ...

Die Vogelsburg im scheinbar gemütlichen Unterfranken beheimatet eine psychosomatische Klinik.
Dort wird Will Klien behandelt, er leidet unter einer schlimmen Form des Waschzwangs. Als allerdings sein Therapeut ermordet wird, da beschließen Will und seine Therapiegruppe den Mörder zu finden.

Die originelle Handlung mit Hobby-Ermittlern fernab der üblichen Klischees hat mich vollständig überzeugt. Das Leid der Patienten wird thematisiert, aber nicht als Klamauk missbraucht, sondern einfühlsam dargestellt. Und trotzdem ist es ein sehr humorvoller, leichter und witziger Krimi, die Balance ist super gelungen.

Besonders gut hat mir neben der bunten und schrägen Truppe und der schönen Ortswahl Unterfranken gefallen, dass man so schön miträtseln konnte. Auch als Leser folgt man ständig neuen Theorien über die Täter (es gibt nämlich nicht nur den oben erwähnten Mord, nein, die Vogelsburg zieht Verbrecher wohl magisch an....).

Jedes Kapitel hat auch gleich zu Beginn ein Highlight, die Überschriften sind einfach der Knaller.
"Hinterher ist man gar nicht immer klüger. Manchmal ist man hinterher auch einfach ärmer oder überfressen oder betrunken oder schwanger!" ist einer meiner Lieblingsüberschriften.

Ich lehne ich jetzt mal weit aus dem Fenster, aber das ist der beste Frankenkrimi, den ich jemals gelesen habe. Absolute Leseempfehlung, auch für Nichtfranken!

Veröffentlicht am 17.10.2019

Wunderschönes Kinderbuch, allerliebst illustriert

Hetty Flattermaus fliegt hoch hinaus
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Hetty ist ein winziges Hummelfledermausmädchen, das es faustdick hinter den kleinen Fledermausohren hat.
Ihre Mutter ist eine echte Helicopter-Mama und möchte ihre kleine Tochter am liebsten unter ständiger ...

Hetty ist ein winziges Hummelfledermausmädchen, das es faustdick hinter den kleinen Fledermausohren hat.
Ihre Mutter ist eine echte Helicopter-Mama und möchte ihre kleine Tochter am liebsten unter ständiger Beobachtung haben. Als Mutter weiß man, wie schwierig hier die Balance sein kann - ich konnte mich gut in die Fledermausmama hineinfühlen, auch wenn sie den Fürsorgebogen doch ein klein wenig überspannt.
Klar, dass Hetty da erst recht auf Entdeckungsreise gehen will, mit Hilfe ihrer besten Freundin Fidelia klappt das recht gut. Und "draußen" wartet dann ein richtiges Abenteuer!


Uns hat das Buch richtig gut gefallen, Text und Illustration sind hier so dermaßen perfekt miteinander verbunden, wir sind aus den "Ooooooh, wie niedlich"s gar nicht mehr herausgekommen.
Sehr hochwertig gestaltet gibt es gibt doppelseitige, komplett durchillustrierte Seiten, generell viele großflächige Illus, einen wunderschönen Übersichtsplan, alles bunt und ganz, ganz viel Text, so dass ein richtig spannendes Abenteuer entstanden ist.

Besonders gut hat meiner Tochter die Umkehrung gefallen, Hetty ist schließlich nachtaktiv, klar, dass sie da nicht irgendwo übernachtet, sondern logischerweise übertagt.

Ein wunderschönes Buch zum Vorlesen und gemeinsamen Bilder betrachten und für etwas fortgeschrittenere Leser auch zum eigenständigen Schmöckern. Ende der zweiten Klasse würden wir hierfür aber schon empfehlen, weil es (zum Glück) schon relativ viel Text ist.

Ein Buch, das wir mit einem glücklichen "Hach" beendet haben. Wir freuen uns schon sehr auf ein Wiederlesen und Wiedersehen im zweiten Teil, der im Frühjahr 2020 erscheinen soll. Yiepieeeh!

Veröffentlicht am 17.10.2019

Ruhig und philosophisch

Der Verein der Linkshänder
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Ich hatte mir unter dem Buch etwas anderes vorgestellt, eine spannende Story mit den zwei berühmten Kommissaren Van Veeteren und Inspektor Barbarotti.

Tatsächlich ist es aber ein eher ruhiges Buch, das ...

Ich hatte mir unter dem Buch etwas anderes vorgestellt, eine spannende Story mit den zwei berühmten Kommissaren Van Veeteren und Inspektor Barbarotti.

Tatsächlich ist es aber ein eher ruhiges Buch, das trotz seiner 608 Seiten eher dahinplätschert und nicht gerade durch einen kaum auszuhaltenden Spannungsbogen überzeugt.
Eigentlich ein No-Go bei einem Krimi - hier hat mir das Buch aber trotzdem sehr gut gefallen. Interessanterweise steht auf dem Buch auch gar nicht Krimi, sondern lediglich Roman.

Van Veeteren wird 75 und sinniert über das Leben. Die Gespräche mit seiner Frau, die von Herzlichkeit, Dankbarkeit, Tiefgang und kleinen nett gemeinten Sticheleien geprägt sind, haben mit besonders gut gefallen.
Der Kriminalfall an sich ist zwar nicht uninteressant, durch den besonders zu Buchanfang aber ständig hin- und herspringenden Zeitwechsel fiel mir das Lesen da auch relativ schwer.

Insgesamt fand ich es aber gar nicht störend, sogar sehr angenehm, dass hier der Akzent mal etwas anders gelegt wurde, ein schönes Buch.