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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2019

Die Damen hinter dem Vorhang

Die Dame hinter dem Vorhang
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Ich mag die Bücher aus dem Wunderraum-Verlag sehr. Sie sind schon optisch immer so ansprechend und bislang hat mich auch der Inhalt immer begeistert.
Das Genre "historische Fiktion" gefällt mir persönlich ...

Ich mag die Bücher aus dem Wunderraum-Verlag sehr. Sie sind schon optisch immer so ansprechend und bislang hat mich auch der Inhalt immer begeistert.
Das Genre "historische Fiktion" gefällt mir persönlich sehr gut, hier wurde das Leben der Dichterin Edith Sitwell herangezogen und aus der Sicht der fiktiven Figur Jane - Ediths Vertraute und Bedienstete - geschildert.

Ungefähr das erste Drittel des Buches haben mich auch gefesselt, die tragische Kindheit und Jugend Ediths sowie das Leben zur damaligen Zeit - streng getrennt in das der Herrschaften und das der Bediensteten - wurden spannend und lebendig geschildert.
Als Edith dann aber ihr Elternhaus verlassen hat, begann sich die Handlung doch etwas zu ziehen, sie hat mich auch nicht mehr richtig berührt. Ab dann habe ich das Buch nur noch aus einer gewissen Distanz gelesen und - ich gestehe - mich zeitweise auch gelangweilt.

Der Schreibstil ist durchgängig sehr angenehm und unkompliziert zu lesen, das Buch hat es aber nicht geschafft, mich durchgängig zu begeistern.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2019

Mitmachbuch mit vielen Kritzelseiten

Leles Geheimclub, Band 1: Keine Kings im Hauptquartier
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Lele, Elif und Cleo sind beste Freundinnen und zusammen sind sie die Queens, eine Mädchenclique. Sie haben sogar ein Hauptquartier, total hübsch mit vielen Pflanzen und ganz gemütlich auf einem Dach verortet, ...

Lele, Elif und Cleo sind beste Freundinnen und zusammen sind sie die Queens, eine Mädchenclique. Sie haben sogar ein Hauptquartier, total hübsch mit vielen Pflanzen und ganz gemütlich auf einem Dach verortet, ganz geheim und nur über eine Strickleiter erreichbar (aber pssst!). Und nicht nur das: wenn es brenzlig wird, kommunizieren sie mit ihrer eigenen Geheimsprache. Die ist für Außenstehende völlig verwirrend, denn wer kann schon ahnen, dass „Gefahr“ mit „Wer hat Lust auf Käsekuchen“ übersetzt wird? Ja, das Leben könnte so schön und einfach sein, wenn da nicht…die schreckliche Jungs-Bande, Kings genannt, wäre. Argh!

Das Buch fällt schon optisch auf, es ist relativ großformatig und herrlich quitschebunt. Faultier und Lama dürfen natürlich im Jahr 2019 auch nicht fehlen, haben für die Geschichte aber keine Relevanz.

Im Inneren dann die Überraschung: das Buch ist sehr aufwändig gestaltet und es gibt jede Menge Mitmachseiten, die thematisch immer passen. Man kann dem schlafenden Lehrer eine Frisur nach Wahl verpassen, bei der Challenge um den Peinlichkeitspokal mitmachen und notieren, was man total peinlich findet, Emojis zeichnen und noch viel, viel mehr. Auch außerhalb der Mitmachseiten wird der Text von süßen und witzigen Zeichnungen begleitet, richtig, richtig schön.

Allerdings war die Aufforderung, in ein Buch zu malen und zu kritzeln für das Kind völlig abwegig, das möchte sie einfach nicht. Nachdem der Part doch auch relativ viel Raum einnimmt habe ich befürchtet, dass das Buch damit ein Fehlgriff ist, aber weit gefehlt. Sie hat auch die Aufgaben des Mitmachteils gerne gelesen und angesehen und damit war es diesbezüglich auch gut (ansonsten wäre das nachträgliche Lesen durch Eltern auch schwierig, da schon auch persönliche Dinge eingetragen werden können).

Die Handlung ist die typische Mädchen gegen Jungs Thematik, aber sehr originell umgesetzt und sie trifft auch die Lebenswirklichkeit der Zielgruppe.
Das Kind hat das Buch in einem Schwupps durchgelesen und wollte es gar nicht aus der Hand legen. Wir haben den ganzen Tag nichts von ihr gehört bis die magischen Worte „ausgelesen“ ertönten und ein strahlender „Fünf Punkte“ Nachsatz folgte. Empfohlen wird das Buch ab acht Jahre, das passt gut und auch Zehnjährige haben richtig Spaß damit.

Was mir auch noch gut gefallen hat: es gibt mal tatsächlich keinen
Zickenkrieg unter den Mädels, sie sind einfach dicke Freundinnen, auch sehr wohltuend.

Wir sind deshalb bestimmt auch im Frühling bei Band zwei dabei, wenn es heißt „Übernachtungsparty bei den Queens“.

Veröffentlicht am 01.12.2019

Gute Unterhaltung

Gar kein Plan ist auch eine Lösung
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Eigentlich bin ich aus dem Format „lustiger Frauenroman“ herausgewachsen, aber ach, immer so schwere Kost oder Mord und Totschlag nach einem langen Arbeitstag und hier so ein hübsches Cover, ich wurde ...

Eigentlich bin ich aus dem Format „lustiger Frauenroman“ herausgewachsen, aber ach, immer so schwere Kost oder Mord und Totschlag nach einem langen Arbeitstag und hier so ein hübsches Cover, ich wurde schwach. Und habe es gar nicht bereut! Und wie so oft, wenn ein Satz mit „eigentlich“ beginnt – ich bin überhaupt nicht herausgewachsen, solange es gut geschrieben ist.

Das ist es. Ein unterhaltsames Buch das sich richtig schön fluffig-locker-flockig weglesen lässt. Die Instagram und Influencer Szene bekommt genauso ihr Fett weg wie die „vernünftigen“ Thirtysomethings, die ihr Leben komplett durchgeplant haben. Verbunden mit jeder Menge Herzschmerz. Das alles wirklich witzig geschrieben, der Stil der Autorin hat mich sofort angesprochen.

Ich muss Euch mal ein paar Stellen zitieren, damit Ihr wisst, was ich meine.
„Diese ach so kultivierten Leute sind die Ersten, die an Fasching im Minion-Kostüm zu Helene Fischer auf dem Tisch tanzen“
„Das ist das Tolle an Unperfektheiten. Sie sind kleine Geschichtenerzähler“
„Das Zimmer wirkt plötzlich viel gemütlicher und weniger Harry-Potters-Schrank-unter-der-Treppe-mäßig.“

Ja, es ist alles sehr vorhersehbar, es sind vielleicht etwas zu viele Themen hineingepackt worden und gegen Ende hat das Buch auch ein paar Längen, aber es macht einfach Spaß zu lesen und bei dem Genre gehört Vorhersehbarkeit auch dazu, insofern will ich da auch kein Sternchen abziehen.

Fazit: „ Nicht jeder misst sein Leben in Herzen und Zahlen“ (Zitat aus dem Buch).
Nein – natürlich nicht, denn wirklich wichtig sind doch die Sternchen hier! Von mir volle Anzahl.

Veröffentlicht am 29.11.2019

Zeit des Lichts - verdient auch Rampenlicht

Die Zeit des Lichts
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Zuerst der Hinweis, dass es sich bei dem Roman um eine historische Fiktion, nicht um eine Biographie handelt. Im Nachwort der Autorin berichtet sie, dass es ein fiktives Werk ist, und obwohl sie die Fakten ...

Zuerst der Hinweis, dass es sich bei dem Roman um eine historische Fiktion, nicht um eine Biographie handelt. Im Nachwort der Autorin berichtet sie, dass es ein fiktives Werk ist, und obwohl sie die Fakten teilweise den diversen ausgezeichneten Biographien und historischen Texten entnommen hat, sind die Figuren Produkte ihrer Phantasie (aus dem Nachwort entnommen).
Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr, er ist klar, einfach und doch fesselnd und anschaulich. Gar nicht kalt, nüchtern oder distanziert.
Ich kannte vorher weder Lee Miller noch Man Ray, das Buch hat mich jetzt aber richtig neugierig gemacht, mich sowohl mit den Werken der Beiden als auch mit ihrem weiteren Leben zu beschäftigen. Der Roman beinhaltet im Wesentlichen nur den kurzen Abschnitt ihres Zusammenseins und gibt kleine Einblicke (aber wirklich nur kleine) in die Zeit Lees als Kriegsreporterin.
Die Künstlerszene im Paris der 30er Jahre wird detailliert beschrieben, das liest sich schon sehr abgefahren. Vorausgestellt wurde noch ein Prolog, in dem Lee im Jahr 1966 dann 59 Jahre alt ist und der macht bereits klar, dass ihr Leben nicht einfach verlaufen ist.
Eindrucksvoll fand ich aber auch die Beschreibung der Zeit, als Lee gerade aus den USA nach Frankreich kam und niemanden kannte, ihre Einsamkeit war zum Greifen nah. Dann folgt die Zeit als Assistentin Mans, bis die beiden dann eine Liebesbeziehung eingehen und die Zeit, in der sie zusammen waren.
Auch die Einblicke in die Fotokunst der damaligen Zeit waren richtig spannend, genauso wie in das schon damals schwierige Auskommen eines Künstlers, der im Wesentlichen nur mit einem Mäzen über die Runden kommen konnte und die noch viel schwierigeren Bedingungen für Frauen.

Mich hat der Roman fasziniert, das Format „historische Fiktion“ spricht mich viel mehr an als eine trockene Biographie, wobei diese als Ergänzung, einfach um noch mehr erfahren zu können, im Anschluss schon auch noch interessant wäre.

Fazit: wen man keinen Wert auf „korrekte“ und vollständige biographische Darstellung legt, sondern lebendige Einblicke in einen Lebensabschnitt des Künstlerpaares Miller-Man, dann kann ich dieses Buch unbedingt weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Schräger Humor + Freundschaft + Pony + Comic = Plötzlich Pony

Plötzlich Pony (Bd. 4)
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Endlich, endlich gibt es den heißersehnten nächsten (und leider schnief und sturzbachheul auch letzten) Band unserer heißgeliebten Plötzlich Pony-Reihe.

Wie man (und wahrscheinlich sogar Moppie (-; - ...

Endlich, endlich gibt es den heißersehnten nächsten (und leider schnief und sturzbachheul auch letzten) Band unserer heißgeliebten Plötzlich Pony-Reihe.

Wie man (und wahrscheinlich sogar Moppie (-; - das ist jetzt ein Insider-Gag für Reihenkenner, sorry…) unschwer erkennen kann, ist inzwischen die Weihnachtszeit angebrochen. Aber natürlich proben Penny, Pia und Moppie nicht friedlich für ein Krippenspiel oder den Weihnachtschor, nein, auch im Advent geschehen merkwürdige Dinge.
Dass sich Penny in ein Pony (oder Rentier???) verwandelt, das ist ja inzwischen schon fast nichts Besonderes mehr, aber nun werden sie auf Schritt und Tritt von einem Weihnachtsmann verfolgt. Sehr eigenartig, die Mädels befürchten Schlimmstes. Hat er Pennys Verwandlung mitbekommen?

Uns sind die Charaktere inzwischen sehr ans Herz gewachsen, die genialen Zeichnungen (mein Favorit ist Moppies Hirn und eine entzückende Mathegleichung) und die unterschiedlichen Schrifttypen machen die witzige, schräge, liebevolle, abgefahrene, spannende, turbulente, dicke-fette-Mädchen-Freundschaftsgeschichte zu einem echten Gesamtkunstwerk.

Man kann problemlos mit dem Weihnachtsband einsteigen, es könnte zwar sein, dass man ein paar Kicheranfälle weniger haben wird, weil man die Entwicklung der Personen aus den Vorgängerbänden nicht in Zusammenhang setzt, das schadet aber nicht, denn man kann problemlos folgen und es sind auf jeden Fall genug Lachflashs garantiert. Und falls (hä? falls????? Was schreibe ich da?) der Buchstil gefällt, dann unbedingt Band 1-3 noch lesen und dann nochmal Band 4.

Ich habe dem Kind noch drei Fragen zum Buch gestellt:
Warum magst du die Reihe so sehr?
„Weil ich eine Pferdefreundin bin und ich mag den Comicstil. Und etwas verrückt ist auch gut“
Auf der Rückseite steht „für Ponymädchen und besten Freundinnen“ – ist das wirklich ein reines Mädchenbuch?
„Eigentlich schon. Zumindest die Jungs in meiner Klasse mögen nur Fußballgeschichten oder gar nicht mehr lesen. Aber für Jungs, die Pferde mögen, ist es auch toll.“
Wen magst du am liebsten in der Reihe?
„Moppie. Sie ist so lustig und nett.“

Einen Fehler haben wir allerdings entdeckt: auf dem Cover sind im Titelrahmen drei Sterne hinein gezeichnet. Wieso das? Das Buch ist doch ein absolutes FÜNF STERNE BUCH! Jawohl!