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Veröffentlicht am 20.10.2024

Vielversprechender Auftakt einer neuen Krimiserie

Kein Land in Sicht
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Mit „Kein Land in Sicht“, dem ersten Kriminalroman von Christina Pertl, wird der Leser auf eine spannende Reise an Bord eines Kreuzfahrtschiff mitgenommen. Der Klappentext verspricht eine mysteriöse Geschichte: ...

Mit „Kein Land in Sicht“, dem ersten Kriminalroman von Christina Pertl, wird der Leser auf eine spannende Reise an Bord eines Kreuzfahrtschiff mitgenommen. Der Klappentext verspricht eine mysteriöse Geschichte: Eine Frau erwacht in ihrer Kabine ohne Erinnerungen an ihren Namen oder ihr Anwesenheit auf dem Schiff. Sie weiß nur eines: Etwas Schreckliches ist geschehen und sie selbst spielt eine zentrale Rolle.

Erzählt wird das Buch aus der Perspektive der Protagonistin, also der Frau ohne Erinnerungen. Ergänzend dazu gibt es eine zweite Erzählstimme, deren Identität erst im Laufe der Handlung aufgelöst wird. Dieser Wechsel und die unterschiedlichen Blickwinkel sorgen für Spannung und Dynamik. Kreuzfahrtschiffe als Handlungsorte für Verbrechen sind nichts Neues, in diesem Fall hat es mich aber sehr angesprochen. Denn die räumliche Begrenzung des Schiffs verstärkt die bedrückende Atmosphäre, die weit über die typischen „Passagier verschwindet von Bord“-Klischees hinausgeht.

Die Beklemmung beim Lesen wird auch durch das schwere Thema verursacht, denn Kinder als Opfer sind nicht leicht zu verdauen. Im Verlauf der Geschichte gibt es einige unvorhersehbare Wendungen und bis zum Ende hin empfand ich die Handlung als spannend.

Für ein Debütwerk bin ich positiv überrascht, denn der Krimi liest sich flüssig und mitreißend. Über kleinere Unstimmigkeiten bzw. unlogische Entscheidungen konnte ich hinwegsehen, dazu hatte mich das Verbrechen zu sehr in seinen Bann gezogen. Ich bin bereits neugierig, welche weiteren Fälle auf die Protagonistin zukommen werden und drücke die Daumen, dass Christina Pertl mit dem Buch den Grundstein für eine neue Krimi-Reihe mit Kriminalkommissarin Sarah Peters legen konnte.

Für Krimi-Liebhaber, die sich auf ein packendes Abenteuer auf hoher See einlassen möchten, ist dieser Roman definitiv eine Empfehlung wert.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Spannender und raffinierter Kriminalfall

Am Ende des Lichts
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„Am Ende des Lichts“ ist bereits der elfte Band der Jan-Tommen-Reihe von Alexander Hartung. Der Klappentext verspricht folgendes: Als Hauptkommissar Jan Tommen an einem Morgen zur Arbeit kommt, sind seine ...

„Am Ende des Lichts“ ist bereits der elfte Band der Jan-Tommen-Reihe von Alexander Hartung. Der Klappentext verspricht folgendes: Als Hauptkommissar Jan Tommen an einem Morgen zur Arbeit kommt, sind seine Kollegen am Computer und verfolgen ein Video, das im Internet kursiert. Darin ist ein gefesselter Mann zu sehen, der um sein Leben kämpft, während eine Stimme im Hintergrund den Tod von Paul Wank aus Berlin-Steglitz fordert. Sollte dieser nicht binnen 24 Stunden getötet werden, wird das Opfer einen tödlichen Stromschlag erhalten. Die Polizei kann Paul Wank schnell ausfindig machen, doch er kennt weder das Opfer noch kann er ein mögliches Motiv für die Morddrohung liefern. Trotz intensiver Bemühungen gelingt es dem Ermittlerteam nicht, den Entführten zu retten. Der Mann wird vor laufender Kamera ermordet. Kurz darauf kündigt der Entführer ein weiteres Video an …
Der Schreibstil des Autors ist mir bereits bekannt, ich schätze die flüssige und leicht zugängliche Erzählweise. Der Einstieg in diesen Thriller ist sofort packend, allerdings baut sich die Spannung im Verlauf der Geschichte nicht weiter auf. Trotzdem gab es keine Längen oder langatmigen Passagen, denn der Verlauf der Geschichte haben mich das Buch erwartungsvoll weiterlesen lassen. Besonders gelungen sind die wechselnden Perspektiven, die sowohl die Sicht der Ermittler als auch der Täter beleuchten und so die Dramatik verstärken.
Jan Tommen ist als sympathischer Ermittler überzeugend dargestellt, doch die anderen Figuren hätten etwas mehr Tiefe vertragen können. So wäre es hilfreich gewesen zu erfahren, wie sich die Freunde gefunden haben und warum es zwischen den unterschiedlichen Charakteren so gut harmoniert. Es könnte jedoch sein, dass sich diese Fragestellung in den vorangegangenen Bänden beantwortet wurde, sodass das Gesamtbild runder erscheint, wenn man die Vorgeschichte kennt.
Die Geschichte bietet viele unerwartete Wendungen, auch wenn das Ende ein wenig vorhersehbar war. Insgesamt habe ich das Buch gespannt bis zum Schluss gelesen. Es ist ein solider und fesselnder Kriminalfall, doch um ein wirklich atemberaubender Thriller zu sein, fehlte mir ein wenig mehr Atmosphäre und Intensität.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Kluftinger ermittelt und möchte in die Politik

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Bei "Lückenbüßer" handelt sich bereits um den 13. Band der erfolgreichen Krimireihe. Gleich vorweg: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich habe alle vorherigen Bände in der richtigen Reihenfolge gelesen ...

Bei "Lückenbüßer" handelt sich bereits um den 13. Band der erfolgreichen Krimireihe. Gleich vorweg: Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich habe alle vorherigen Bände in der richtigen Reihenfolge gelesen und war von Anfang an ein Fan. Allerdings muss ich gestehen, dass Kluftinger in den letzten Büchern stellenweise tölpelhaft und dümmlich wirkte. Statt witzig erschien mir sein Verhalten eher peinlich. Dennoch habe ich Lückenbüßer aus alter Verbundenheit und in der Hoffnung auf eine positive Entwicklung gelesen – und wurde nicht enttäuscht.

Als Interims-Polizeipräsident leitet Kluftinger seine erste Anti-Terrorübung in den Bergen, doch ein Polizist stirbt dabei. Hat Kluftinger bei den Planungen etwas übersehen? Gleichzeitig kandidiert er für den Gemeinderat, zunächst als Lückenfüller, doch als sein Erzfeind Langhammer antritt, wird er ehrgeizig. Bald zeigt sich, dass der Tod des Kollegen kein Unfall war, und Kluftinger muss herausfinden, warum dieser sterben musste. Und in Altusried geht der Wahlkampf in die Schlussphase und die Spannung steigt.

Im neuen Band steht nicht der Kriminalfall im Vordergrund, sondern vielmehr die Kombination aus der Polizeiarbeit, der anstehenden Gemeinderatswahl und die Einbindung aktueller Themen wie Rechtsextremismus, Querdenker und die Pandemie und deren Folgen. Insgesamt wirkt Kluftiger in diesem Band für mein Empfinden ernster und verantwortungsvoller, was mir gut gefallen hat.

Der Schreibstil der beiden Autoren ist wie gewohnt gelungen, doch die Spannung bleibt eher verhalten, da der Mord und die polizeiliche Aufklärung nicht im Vordergrund stehen. Ich habe das Buch zügig gelesen und am Ende zufrieden, sowie mit Kluftinger versöhnt, aus der Hand gelegt.

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Sehr unterhaltsam für Fans englischer Cosy Crime Reihen

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
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n Robert Thorogoods drittem Band „Mrs. Potts´ Mordclub und der tote Bürgermeister“ wird die Idylle des englischen Dorfes Marlow von einem mysteriösen Mord erschüttert. Bürgermeister Geoffrey Lushington ...

n Robert Thorogoods drittem Band „Mrs. Potts´ Mordclub und der tote Bürgermeister“ wird die Idylle des englischen Dorfes Marlow von einem mysteriösen Mord erschüttert. Bürgermeister Geoffrey Lushington bricht während einer Sitzung des Bauausschusses plötzlich tot zusammen, und schnell wird klar, dass seine Kaffeetasse mit dem tödlichen Gift Akonit versetzt war. Die Ermittlungen konzentrieren sich zunächst auf die Ratsmitglieder, doch wie sich schnell zeigt, ist der Fall komplexer als gedacht.

Susi, Judith und Becks dürfen mit Erlaubnis der Polizei auf ihre gewohnt unkonventionelle Art ermitteln. Die Dynamik zwischen den drei Freundinnen ist unterhaltsam, und trotz kleinerer Rückschläge führen sie ihre Nachforschungen mit Charme und Cleverness durch. Als Leser wird man immer wieder auf falsche Fährten geführt, was die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält.

Obwohl dies der dritte Band der Serie ist, gelang mir der Einstieg in die Geschichte problemlos, ohne die vorherigen Bände gelesen zu haben. Thorogood schafft es, auch Neueinsteiger gut abzuholen, ohne die Figurenentwicklung oder den Plot unnötig zu verkomplizieren. Dennoch werde ich die beiden vorherigen Bände nachholen, um die Freundinnen in ihrer Gesamtheit kennenzulernen.

Besonders gefallen haben mir die Beschreibungen der Schauplätze und die leicht skurrilen Charaktere, die diesen Roman in die Tradition des englischen Cozy Crime einordnen, jedoch auf einem etwas höherem Niveau. Der trockene englische Humor sorgt immer wieder für Schmunzler und lockert die ernste Thematik des Mordfalls angenehm auf.

Insgesamt ist „Mrs. Potts´ Mordclub und der tote Bürgermeister“ eine unterhaltsame Lektüre, die mich sowohl durch ihre liebenswerten Charaktere als auch den clever aufgebauten Kriminalfall überzeugt.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Sehr hörenswerter Roman zu einem wichtigen Thema

Leergut
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„Leergut“ ist der neue Roman von Jörg Maurer, vielen bekannt durch seine erfolgreichen Kommissar Jennerwein Krimis.
Daniel Koch ist sportlich, lebt allein und ist mit seinem Leben zufrieden, bis er feststellt, ...

„Leergut“ ist der neue Roman von Jörg Maurer, vielen bekannt durch seine erfolgreichen Kommissar Jennerwein Krimis.
Daniel Koch ist sportlich, lebt allein und ist mit seinem Leben zufrieden, bis er feststellt, dass er zunehmend vergesslich wird. Eines Tages kann er an der Ampel die Farben nicht mehr zuordnen. Die Neurologin Sarah Gossberg diagnostiziert Alzheimer im Frühstadium und rät ihm, ein Notizheft zu führen, um Geschichten aus seinem Alltag festzuhalten.
Während seine Krankheit schneller als erwartet voranschreitet, macht Koch durch das Vergessen neue, faszinierende Erfahrungen. Gossberg, die mit unkonventionellen Methoden forscht und Experimente mit Koch durchführt, begibt sich dabei selbst in riskante Situationen. Gleichzeitig findet die Straßenmusikerin Lore ein großes Geldbündel in ihrem Hut, was sie auf die Suche nach dessen Ursprung in ein aufregendes Abenteuer führt.
Das Buch behandelt das Thema Demenz in Romanform anhand der Figur Daniel Koch. Der Autor liest das Hörbuch selbst und es ist eine Freude ihm zuzuhören. Der Einstieg in die Geschichte ist gemächlich, wobei Daniel Koch ausführlich und sympathisch dargestellt wird. Auch die anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet und passen perfekt in ihre Rollen. Trotz der anfangs ruhigen Erzählweise hat mich die Geschichte schnell gepackt. Die fortschreitende Demenz wird so intensiv und nachvollziehbar beschrieben, dass die Gedächtnis-Aussetzer und der Verlauf mich tief berührten und nachdenklich machten.
Es handelt sich um einen Roman, und der Autor nutzt seine künstlerische Freiheit um die Geschichte unterhaltsam und in Teilen fiktiv zu gestalten. Für meinen Geschmack gab es etwas viel Drumherum, besonders die Handlungsstränge mit der Neurologin und der Straßenmusikerin nahmen viel Raum ein. Trotzdem hat mir das Hörbuch gut gefallen und mich zum Nachdenken gebracht. Die Krankheit Alzheimer ist Teil unserer Gesellschaft und kann jeden betreffen, sei es als Betroffener oder Angehöriger. Daher ist die Sensibilisierung für das Thema sehr wichtig. Jörg Maurer schafft es, ein ernstes Thema unterhaltsam darzustellen, weshalb ich das Buch gerne empfehle.

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