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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2025

Ein Berlin-Krimi mit echter Stadtnähe

Abseits Berlin
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Mit Abseits Berlin legt Torsten Siekierka den dritten Fall rund um Helene Eberle vor – und punktet mit einem glaubwürdigen Setting und einem Fall, der dichter an der Realität kaum sein könnte. Fußball, ...

Mit Abseits Berlin legt Torsten Siekierka den dritten Fall rund um Helene Eberle vor – und punktet mit einem glaubwürdigen Setting und einem Fall, der dichter an der Realität kaum sein könnte. Fußball, Gewalt, Loyalität und Korruption bilden die thematische Klammer – und das alles mitten im Berliner Alltag.


Die Struktur überzeugt: präzise Zeitangaben, wechselnde Perspektiven und ein hohes Erzähltempo machen das Buch dynamisch. Der Einstieg mit der Schiedsrichterperspektive ist originell und hebt sich vom Standardkrimi ab. Auch die Ermittlerin Helene Eberle wirkt angenehm ungeschönt: müde, zynisch, emotional zerrissen, aber kompetent.


Die Ultra-Fans bleiben klischeehaft und eindimensional – schade, denn das Thema hätte mehr Differenzierung verdient. Auch sprachlich ist der Ton nüchtern, was nicht stört, aber den Roman auf einem soliden Krimi-Niveau hält, ohne sich nach oben abzusetzen.


Insgesamt ist Abseits Berlin ein lesenswerter Hauptstadtkrimi.

Veröffentlicht am 18.10.2025

Tiefgang, Düsternis & Sogwirkung

Super Acht
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Ich bin mit klopfendem Herzen, Gänsehaut und einem Kloß im Hals durch dieses Buch gerauscht. Super Acht ist eine emotionale Reise in die dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche.

Christian Blake ist ...


Ich bin mit klopfendem Herzen, Gänsehaut und einem Kloß im Hals durch dieses Buch gerauscht. Super Acht ist eine emotionale Reise in die dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche.

Christian Blake ist kaputt, müde und eine ehrliche Haut. Seine Geschichte hat mich mitgenommen wie kaum ein anderer Krimi. Es gibt keine überdrehten Twists, keine Actionshow, nur eine bedrückende Realität, die einem langsam die Luft abschnürt.

Die Atmosphäre ist bedrückend intensiv. London wirkt nass, grau und bedrohlich und kein Platz wo man sein möchte. Die Sprache ist direkt und auch bildlich. Man spürt die Einsamkeit, die Verzweiflung, den Wahnsinn.

Und dann dieser Film. Ich habe mit Blake zusammen gezittert, gehofft, gekämpft. Und ja, manchmal wollte ich das Buch weglegen. Aber ich musst wissen, wie es weitergeht.

Für mich ein echtes Highlight, das ich sicher nicht vergessen werde. Wer psychologische Spannung sucht, wird hier fündig. Aber es brauch definitiv starke Nerven. Ich empfehle das Buch.

Veröffentlicht am 18.10.2025

Eine düstere Reise zwischen Hoffnung, Gewalt und Verzweiflung

Die Bürde der Zukunft
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„Die Bürde der Zukunft“ beginnt mit einer starken Grundidee und einer emotionalen Prämisse: Eine Schwester will ihre kranke Schwester retten – in einer Welt, die kaum noch Menschen übrig hat. Das sogenannte ...


„Die Bürde der Zukunft“ beginnt mit einer starken Grundidee und einer emotionalen Prämisse: Eine Schwester will ihre kranke Schwester retten – in einer Welt, die kaum noch Menschen übrig hat. Das sogenannte Tarkoff-Bakterium hat nahezu alle Erwachsenen ausgelöscht. Zurück bleiben Kinder und Jugendliche, die sich in einer kaputten, gefährlichen Welt behaupten müssen.

Im Zentrum steht Livia, die alles daransetzt, ihre jüngere Schwester Marie, die an der Seuche erkrankt ist, zu retten. Gemeinsam machen sich auf eine gefährliche Reise nach Irland auf – in der Hoffnung auf ein Heilmittel.

Die Erzählweise ist intensiv, die Stimmung durchgängig düster, die Welt bedrückend real. Doch der Einstieg ist sperrig: Zu viele Namen, zu viele Sprünge, zu wenig klare Orientierung. Erst nach und nach gewinnen die Charaktere an Profil, und die Handlung zieht an. Besonders überzeugend ist die Darstellung von Ohnmacht, Angst und innerem Konflikt – weniger gelungen wirken manche Dialoge und der lange Stillstand in der ersten Hälfte.

Fazit: Eine apokalyptische Erzählung, die viel will – und streckenweise auch viel erreicht. Wer über den zähen Einstieg hinwegkommt und mit ambivalenten Figuren umgehen kann, wird mit einer düsteren Vision einer postpandemischen Welt belohnt. 3,5 Sterne von mir

Veröffentlicht am 18.10.2025

Ein beeindruckend geschriebenes Werk mit tiefgründigen Charakteren

Roter Stern - Namenlos
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Der Roman beeindruckt nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern vor allem durch seine tiefgründigen und vielschichtigen Charaktere. Jeder Protagonist ist sorgfältig ausgearbeitet und wächst im ...

Der Roman beeindruckt nicht nur durch seine spannende Handlung, sondern vor allem durch seine tiefgründigen und vielschichtigen Charaktere. Jeder Protagonist ist sorgfältig ausgearbeitet und wächst im Verlauf der Geschichte. Parker schafft es, die inneren Konflikte und Entwicklungen der Figuren so lebendig darzustellen, dass man als Leser förmlich mit ihnen mitlebt und leidet.

Der Textstil ist klar, kraftvoll und gleichzeitig poetisch. Die Sprache fängt sowohl die düstere Atmosphäre der Welt als auch die emotionalen Höhen und Tiefen der Charaktere perfekt ein. Die Beschreibungen sind so bildhaft, dass man sich die Szenerien mühelos vorstellen kann. Die Handlung spielt in einer post-apokalyptischen Welt, und das Überleben in einer zerstörten Gesellschaft wird mit einer Intensität beschrieben, die mich nicht losgelassen hat. Ich fand das Buch ausdrucksstark und spannend.

Im Zentrum der Geschichte stehen Rey und Will, deren Schicksale durch den tragischen Tod von Reys Mutter untrennbar miteinander verbunden sind. Während Rey versucht, den Verlust ihrer Mutter zu verarbeiten, entwickelt sich zwischen ihr und Will eine starke Bindung, die von Vertrauen und gemeinsamen Überlebenskampf geprägt ist. Dies macht das Buch nicht nur zu einem Genuss für Liebhaber tiefgehender Geschichten, sondern auch für jene, die hochwertige Literatur schätzen. Ein echtes Highlight und macht Lust auf mehr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2025

Kindstod, Aberglaube und ein Dorf, das schweigt

Nachtschreck
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Nina zieht mit ihrer Familie in ein verschwiegenes Dorf – und gerät mitten in eine Geschichte, die älter ist als jede Erinnerung. Als ein Junge stirbt und niemand darüber sprechen will, beginnt sie zu ...


Nina zieht mit ihrer Familie in ein verschwiegenes Dorf – und gerät mitten in eine Geschichte, die älter ist als jede Erinnerung. Als ein Junge stirbt und niemand darüber sprechen will, beginnt sie zu recherchieren. Was sie aufdeckt, reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert – und scheint in ihre eigene Gegenwart hineinzuwirken. Plötzlich steht das Leben ihres Sohnes auf dem Spiel.

„Nachtschreck“ ist ein stimmungsvoller, unheimlicher Thriller, der von Dorfenge, Angst und kollektiver Schuld erzählt. Tanja Karmann gelingt es, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die sich langsam, aber unausweichlich verdichtet. Man bekommt das Gefühl, dass etwas mit der Realität selbst nicht mehr stimmt. Einige Wendungen waren vorhersehbar. Ein lesenswerter Roman.