Wenn Kunst Erinnerungen weckt
Letzter Akt„Letzter Akt“ erzählt von Dora, einer Schauspielerin Anfang vierzig, die nach Jahren beim Film wieder auf der Theaterbühne steht. Nach einer Premiere trifft sie den Maler Victor, der sie nicht kennt. Und ...
„Letzter Akt“ erzählt von Dora, einer Schauspielerin Anfang vierzig, die nach Jahren beim Film wieder auf der Theaterbühne steht. Nach einer Premiere trifft sie den Maler Victor, der sie nicht kennt. Und genau das ist für Dora irgendwie befreiend. Zwischen den beiden entsteht eine vorsichtige Nähe, die sich langsam aufbaut, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Als Dora Victor bittet, ein Porträt von ihr zu malen, wird aus dem Atelier ein Ort voller Spannung und Erinnerungen. Doras Jugend in Frankfurt taucht Stück für Stück auf und zeigt, wie sehr die Vergangenheit sie geprägt hat.
Andreas Schäfer schreibt sehr ruhig und dennoch eindringlich, man kann sich gut in Dora und Victor hineinversetzen. Besonders gelungen finde ich, wie Kunst und Leben hier miteinander verwoben werden- Das Porträt ist mehr als nur ein Bild, es spiegelt Gefühle und Erinnerungen. Die Geschichte ist nicht actiongeladen, aber gerade die leisen Momente machen sie intensiv und besonders. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, es lässt sich leicht lesen, gleichzeitig bleiben viele Szenen im Gedächtnis hängen.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Nachdenklichkeit über Doras Vergangenheit und darüber, wie Begegnungen und Kunst einen auf einmal treffen können. Ein Buch, das ruhig beginnt, aber immer stärker nachwirkt und einem noch lange im Kopf bleibt.