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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2026

Wenn Kunst Erinnerungen weckt

Letzter Akt
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„Letzter Akt“ erzählt von Dora, einer Schauspielerin Anfang vierzig, die nach Jahren beim Film wieder auf der Theaterbühne steht. Nach einer Premiere trifft sie den Maler Victor, der sie nicht kennt. Und ...

„Letzter Akt“ erzählt von Dora, einer Schauspielerin Anfang vierzig, die nach Jahren beim Film wieder auf der Theaterbühne steht. Nach einer Premiere trifft sie den Maler Victor, der sie nicht kennt. Und genau das ist für Dora irgendwie befreiend. Zwischen den beiden entsteht eine vorsichtige Nähe, die sich langsam aufbaut, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Als Dora Victor bittet, ein Porträt von ihr zu malen, wird aus dem Atelier ein Ort voller Spannung und Erinnerungen. Doras Jugend in Frankfurt taucht Stück für Stück auf und zeigt, wie sehr die Vergangenheit sie geprägt hat.
Andreas Schäfer schreibt sehr ruhig und dennoch eindringlich, man kann sich gut in Dora und Victor hineinversetzen. Besonders gelungen finde ich, wie Kunst und Leben hier miteinander verwoben werden- Das Porträt ist mehr als nur ein Bild, es spiegelt Gefühle und Erinnerungen. Die Geschichte ist nicht actiongeladen, aber gerade die leisen Momente machen sie intensiv und besonders. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, es lässt sich leicht lesen, gleichzeitig bleiben viele Szenen im Gedächtnis hängen.
Am Ende bleibt ein Gefühl von Nachdenklichkeit über Doras Vergangenheit und darüber, wie Begegnungen und Kunst einen auf einmal treffen können. Ein Buch, das ruhig beginnt, aber immer stärker nachwirkt und einem noch lange im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Zwischen Analyse und Abrechnung

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Das Buch ist kein Roman, sondern eine sehr persönliche, autobiografische Rückschau auf eine über vierzigjährige Ehe. Nach dem Tod ihres Mannes beginnt sie, das gemeinsame Haus auszuräumen und gleichzeitig ...

Das Buch ist kein Roman, sondern eine sehr persönliche, autobiografische Rückschau auf eine über vierzigjährige Ehe. Nach dem Tod ihres Mannes beginnt sie, das gemeinsame Haus auszuräumen und gleichzeitig ihre Erinnerungen zu sortieren. Dabei verbindet sie persönliche Erfahrungen mit soziologischen Gedanken über Liebe, Rollenbilder und Abhängigkeiten.
Gerade am Anfang fand ich diese Mischung noch interessant, weil viele kluge Beobachtungen darin stecken. Mit der Zeit wirkten die Gedankengänge auf mich jedoch zunehmend wiederholend und kreisend. Die namenlosen Figuren, ihr Mann bleibt „A“, schaffen Distanz, und oft hatte ich das Gefühl, eher einer Analyse als einer lebendigen Geschichte zu folgen.
Die Autorin schreibt ehrlich und schonungslos, was ich respektiere. Gleichzeitig blieb für mich die Frage, ob diese sehr private Auseinandersetzung wirklich in die Öffentlichkeit gehört, zumal ihr Mann nicht mehr Stellung nehmen kann. Emotional hat mich das Buch daher weniger berührt als erwartet.
Insgesamt ist es ein reflektiertes, anspruchsvolles Werk, das zum Nachdenken anregt, mich persönlich aber nicht überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein Traum von einem gerechten Zuhause

Das Haus in Charlottenburg
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Das Cover wirkt einladend und passt perfekt zu der jungen, energiegeladenen Hauptfigur. Die Handlung spielt im Berlin um 1890, einer Stadt voller Kontraste zwischen Armut und Prunk, in der Frauen nur wenige ...

Das Cover wirkt einladend und passt perfekt zu der jungen, energiegeladenen Hauptfigur. Die Handlung spielt im Berlin um 1890, einer Stadt voller Kontraste zwischen Armut und Prunk, in der Frauen nur wenige Freiheiten haben.
Elise ist jung, ehrgeizig, kreativ und entschlossen, sich ihren eigenen Weg zu bahnen, auch gegen Widerstände. Die Begegnung mit Johann verändert nicht nur ihre Sicht auf Berlin, sondern auch auf ihr eigenes Leben. Seine Vision von genossenschaftlichem Wohnungsbau inspiriert sie und gibt ihrem Leben einen größeren Sinn. Als Widerstände und Intrigen, allen voran durch die einflussreiche Baronin von Rienäcker, ihre Pläne gefährden, zeigt sich, wie viel Mut und Standhaftigkeit wirklich in Elise steckt.
Der Schreibstil ist bildhaft, atmosphärisch und zugleich angenehm zugänglich. Die Straßen Berlins, die engen Mietskasernen und das pulsierende Stadtleben werden so lebendig beschrieben, dass man sich mitten im Geschehen fühlt. Ich habe mit Elise gehofft, gezweifelt und gekämpft.
Dieser Roman verbindet emotionale Tiefe mit historischer Glaubwürdigkeit und zeigt eindrucksvoll, wie aus persönlichen Träumen gesellschaftliche Veränderung entstehen kann. Für mich eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein tierisches Abenteuer voller Humor und Herz

Helden der Weide - Haggelbärri Schlimm
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Die farbenfrohe Gestaltung des Covers weckt sofort Neugier und vermittelt einen ersten Eindruck von der fröhlichen Atmosphäre auf dem Rosmarinhof. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der eitle Schafsbock ...

Die farbenfrohe Gestaltung des Covers weckt sofort Neugier und vermittelt einen ersten Eindruck von der fröhlichen Atmosphäre auf dem Rosmarinhof. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der eitle Schafsbock Haggelbärri, dessen Ankunft jede Menge Aufregung verursacht. Er ist ein wahrer Star aus dem Showbiz, dessen außergewöhnliche Ansprüche für die anderen Tiere zunächst überraschend sind. Shaggy, Hermine und die übrigen Hofbewohner zeigen jedoch schnell, dass Zusammenhalt und Freundschaft alle Unterschiede überwinden können. Besonders amüsant sind die Szenen, in denen Haggelbärri durch seine Eitelkeit in kleine Missgeschicke gerät.
Die Illustrationen sind lebendig, bunt und detailreich und verleihen jeder Seite zusätzlich Schwung. Kurze Comicsequenzen lockern den Text auf und machen ihn besonders für junge Leserinnen und Leser zugänglich. Der Schreibstil ist leicht verständlich, die Kapitel übersichtlich gestaltet, sodass auch Leseanfänger problemlos folgen können. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, jede mit ihren Eigenheiten und charmanten Macken. So entsteht eine warme, humorvolle Atmosphäre, in der sich Kinder wie Erwachsene gleichermaßen wohlfühlen. Die Handlung verbindet Komik mit einer leisen Botschaft über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Ein rundum gelungenes Lesevergnügen, das Lust auf mehr tierische Abenteuer macht.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Frech, warmherzig und voller Einfallsreichtum

Rache ist süß - Eine bitterböse Überraschung
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Schon beim ersten Eindruck entfaltet das Buch einen besonderen Charme, der sich in der gesamten Gestaltung widerspiegelt. Das farbenfrohe Cover mit den ausdrucksstarken Figuren und der eigensinnigen Pflanze ...

Schon beim ersten Eindruck entfaltet das Buch einen besonderen Charme, der sich in der gesamten Gestaltung widerspiegelt. Das farbenfrohe Cover mit den ausdrucksstarken Figuren und der eigensinnigen Pflanze macht neugierig und passt stimmig zur Geschichte. Im Mittelpunkt steht Mathilda, die mit ihrer Familie nach Wülsten zieht und sich in einer Umgebung behaupten muss, in der Anpassung hoch geschätzt wird. Ihre Leidenschaft für Topfpflanzen sorgt für Irritationen, doch sie begegnet Spott mit Haltung. In Finn findet sie einen leisen, klugen Verbündeten, dessen Erfindungsgeist der Handlung eine besondere Dynamik verleiht. Gemeinsam geraten sie einem Geheimnis auf die Spur, das weit über einen einfachen Schulwettbewerb hinausgeht.
Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und entwickeln sich glaubwürdig weiter. Themen wie Ausgrenzung, Mut und Zusammenhalt werden kindgerecht vermittelt. Der Schreibstil ist lebendig, humorvoll und zugleich einfühlsam. Kleine Wortspiele und pointierte Dialoge sorgen für Leichtigkeit. Die Illustrationen von Vera Schmidt lockern den Text auf und unterstreichen die Stimmung der Szenen auf gelungene Weise.
Im Fazit überzeugt diese warmherzige Geschichte durch Witz, Herz und eine klare Botschaft. Ein Buch, das Mut macht, zu sich selbst zu stehen und Freundschaft als echte Stärke zu begreifen.

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