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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2021

Langatmig

Echo
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Was wie ein spannender Horrorthriller klingt entwickelt sich zur Tortur für den Leser. Die Idee in Echo klingt genial und man könnte sich durchaus vorstellen, dass ein großer Autor der Hororliteratur einen ...

Was wie ein spannender Horrorthriller klingt entwickelt sich zur Tortur für den Leser. Die Idee in Echo klingt genial und man könnte sich durchaus vorstellen, dass ein großer Autor der Hororliteratur einen fesselnden Bestseller schaffen könnte, der das Potential zu einem Klassiker des Genres hätte. Aber ... Thomas Olde Heuvelt schafft das nicht.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, schafft es aber auch nicht Spannung aufzubauen. Eher das Gegenteil trifft ein: Er nervt. Die Sprache ist anstrengend und die zahlreichen Anglizismen erweisen sich als sehr störend. Und da fält es wirklich schwer 700 Seiten durchzuhalten, zumal die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird. Die verschiedenen Sichtweisen aus denen erzählt wird könnten der Geschichte Tiefe verleihen, aber leider funktioniert das nicht. Zu viele Nebenhandlungen lenken von der eigentlichen Story ab und es dauert bis man sich ein Gesamtbild machen kann. Zu anstrengend um spannend zu sein.
Zu langatmig und spannungsarm wird dieser Roman erzählt, dass es schwer fällt, dies als Thriller zu bezeichnen. Die Horrorelemente, die durchaus vorhanden sind, verlieren durch den Schreibstil ihre Wirkung und das Ende kann ebensowenig überzeugen. 700 Seiten ... fast schon eine Qual sie durchzuahlten.

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Witzig, spannend, kreativ

Litersum
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Es scheint wohl ein sehr beliebtes Fantasy-Subgenre zu sein: Buchwelten. Man kennt sie von Michael Endes UNENDLICHER GSCHICHTE, aber es gibt noch einige mehr. Einige davon sind gelungen, andere nicht (aber ...

Es scheint wohl ein sehr beliebtes Fantasy-Subgenre zu sein: Buchwelten. Man kennt sie von Michael Endes UNENDLICHER GSCHICHTE, aber es gibt noch einige mehr. Einige davon sind gelungen, andere nicht (aber das liegt in der Natur der Sache und ist auch immer eine Frage des Geschmacks). Ich reise gerne in Buchwelten und die Welt, in die mich Lisa Rosenbecker hat mich von Beginn an fasziniert. Die Buchgestalten bleiben zwar farblos und ungreifbar, aber dadurch wird die eigene Fantasie angeregt. Allerdings sind sie nur Beiwerk und auch weniger interessant. Musenkuss entführt den Leser in eine Welt, in der Buchgestalten mit Menschen Kinder zeugen können, und Malou ist eines davon. Die Idee der Anti-Muse (und einiger anderer Gestalten) gefällt mir gut, ich finde die geschaffene Welt innovativ und gelungen und auch wenn man das Worldbuilding nicht als perfekt bezeichnen kann, scheint darin auch die Stärke zu liegen: Es ist noch viel Platz nach oben (und macht neugierig auf weitere Litersum-Bände).
Mir gefällt der Schreibstil von Lisa Rosenbecker: Locker, leicht und sehr humorvoll auf der zwischenmenschlichen Ebene. Die Beschreibungen sind nachvollziehbar und man bekommt fast den Eindruck direkt dabei zu sein (mehr Kino als Buch) sehr, leicht und flüssig zu lesen. Die Geschichte wird von Malou erzählt, so dass man das Gefühl hat, wirklich mittendrin und dabei zu sein.
Nebenbei gibt es eine unterhaltsame Liebesgeschichte, die nicht übertrieben wirkt und eher nebenbei geschieht. Die Krimihandlung ist von Anfang an spannend, die Auflösung ... interessant und unerwartet.
Es war ein großes Vergnügen dieses Buch zu lesen.
"Musenkuss" ist eine überarbeitete Neuausgabe des Titels Malou Diebin von Geschichten. Es ist ein abgeschlossener Roman, aber nicht der einzige aus dem Litersum. Und ich hoffe es werden noch mehr kommen, denn wie gesagt: Es ist noch viel Potential vorhanden, das genützt werden will und auch sollte.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Für Katzenfreunde

111 Dinge über Katzen, die man wissen muss
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111 Dinge über Katzen, die man wissen muss ist das neuste Werk aus der 111-Dinge-Reihe des Emons-Verlags. Drei Katzenbesitzer (ein Tierarzt, eine Journalistin und eine Katzenpsychologin) vermitteln (mehr ...

111 Dinge über Katzen, die man wissen muss ist das neuste Werk aus der 111-Dinge-Reihe des Emons-Verlags. Drei Katzenbesitzer (ein Tierarzt, eine Journalistin und eine Katzenpsychologin) vermitteln (mehr als) 111 Dinge, die man über Katzen wissen muss. Und das sind zum einen interessante Dinge, die man nicht unbedingt wissen muss (beispielsweise warum schwarze Katzen so unbeliebt sind oder dass es auch Katzenfutter mit Mäusen gibt), aber auch interessante Dinge über die sich ein Katzenbesitzer (oder Dosenöfffner) Gedanken machen muss (Tierarzt, allgemeine Kosten, Gefahren in der Wohnung und im Freiland). Kurz und leicht verständlich werden die Fakten präsentiert und wenn man genauer hinsieht sind es sogar mehr als 111 Dinge, denn die Bildseiten enthalten auch noch die ein oder andere kuriose Kenntnis (z. B. das Faultiere, die einzigen Säugetiere sind, die nicht furzen, eine Tatsache, die JEDER Katzenbesitzer wissen muss, aber immerhin aussagt was viele bereits wissen und riechen … Katzen furzen).
111 Dinge über Katzen … ist ein amüsantes Buch, aber kein Ratgeber, aber es zeigt dem Katzenliebhaber vielleicht Dinge, die er nicht kannte. Eine Ergänzung zu jedem Katzenbuch und nebenbei mit schönen Fotos ergänzt.

Veröffentlicht am 28.10.2021

Unterhaltsam und Informativ

Interview mit einem Tiger
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Interview mit einem Tiger ist mehr als nur ein Hörbuch, es sind tatsächlich Interviews, welche Andy Seeds mit verschiedenen Tieren geführt hat. Ich frage mich allerdings warum es sich dabei hauptsächlich ...

Interview mit einem Tiger ist mehr als nur ein Hörbuch, es sind tatsächlich Interviews, welche Andy Seeds mit verschiedenen Tieren geführt hat. Ich frage mich allerdings warum es sich dabei hauptsächlich um Raubtiere und Zahnarme handelt. Neben Tiger, Löwe und Wolf werden auch Riesengürteltier, Zweifingerfaultier (was für ein Witzbold) und Großer Ameisenbär befragt. Dabei erfährt der Zuhörer neben ziemlich dämlichen Sachen (z. B. wo Faultiere nicht wohnen und wie man an Honig oder Ameisen kommt … was für Tiere sinnvoll erscheint, für den Menschen nun ja… etwas anders ablaufen würde) auch interessante Dinge über die einzelnen Tiere und auch darüber was für ein schlechtes Wesen (ich würde nja gerne ein anderes Wort benutzen, aber das wäre etwas unpassend … wer weiß, wer das liest) der Mensch ist.
Kurzweilige und informative Unterhaltung mit den Stimmen von Britta Steffenhagen, Mark Waschke, Camill Jammal, Johann von Bülow, Michael Rotschopf, Lisa Hrdina, Eva Meckbach, Bettina Hoppe, Uve Teschner und Timo Weißschnur.

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Veröffentlicht am 23.10.2021

Schwer einzuordnen

Der Uhrmacher in der Filigree Street
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Der Uhrmacher in der Filigree Street ist ein schwer einzuordnender Roman. Thriller? Fantasy? Historisch? Irgendwie bietet Nathasa Pulley alles davon ohne sich festlegen zu wollen. Das macht vielleicht ...


Der Uhrmacher in der Filigree Street ist ein schwer einzuordnender Roman. Thriller? Fantasy? Historisch? Irgendwie bietet Nathasa Pulley alles davon ohne sich festlegen zu wollen. Das macht vielleicht auch den Reiz des Romans aus, der sich mehreren Genres zuordnet, aber keinem vollständig, so dass der Leser immer wieder Überraschungen erlebt. Natürlich kann man davon ausgehen, einen historischen Roman vor sich zu haben und der phantastische Teil ist oft so subtil, dass er sich perfekt in die Zeit einpasst. Niemand schleudert Feuerbälle und Drachen tauchen auch nicht auf, aber hier und da merkt man doch, dass es nicht ganz ohne Fantasy geht.
Die Hauptpersonen scheinen auf den ersten Blick nichts besonderes zu sein: Der farblose, langweilige Thaniel, die experimentierfreudige Studentin Grace und der einsame Mori, ein Japaner in einem fremden Land. Nach und nach erfährt der Leser mehr und mehr, nicht nur über die Charaktere, auch über die Zustände der damaligen Zeit (die Situation Japans, der Kampf um das Frauenwahlrecht, die Arbeit von Telegrafisten und Uhrmachern ...).
Vieles bleibt lange im Unklaren und oft kann der Leser nicht einmal erahnen wohin sich die Geschichte entwickeln wird. Obwohl die Spannung nicht auf der Strecke bleibt, gibt es auch ruhige Szenen, die aber mehr über die Charaktere offenbaren und hin und wieder auch für witzige Untertöne sorgen (mein Lieblingscharakter ist Katsuo, der Oktopus ... aber ich verrate nicht, wie er in die Geschichte einzuordnen ist).
Stellenweise wirkt der Roman trocken, aber das wirklich überraschende Ende entschädigt für jegliche Unzulänglichkeiten, die man bis dahin "erleiden musste".
Wer actionreiche Fantasy erwartet, wird mit diesem Buch wenig anfangen können. In gewisser Weise bleibt Der Uhrmacher in der Filligree Street nahe an der Realität, aber bietet dabei mehr als es epische Schlachten oder Magierduelle könnten. Subtil auf der einen Seite, spannend auf der anderen. Und nachdem man das Buch gelesen hat wünscht man sich sofort mehr.

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