Super Setting und Idee, will aber in etwas zu viele Richtungen gleichzeitig
Ein Mädchen namens Willow 1: Ein Mädchen namens WillowDas Setting hat mir wirklich gut gefallen, und der Anfang des Buches war richtig gut gemacht. Willow ist eine sehr liebenswerte Hauptfigur, und ihren Wald mit ihr gemeinsam kennenzulernen hat beim Lesen ...
Das Setting hat mir wirklich gut gefallen, und der Anfang des Buches war richtig gut gemacht. Willow ist eine sehr liebenswerte Hauptfigur, und ihren Wald mit ihr gemeinsam kennenzulernen hat beim Lesen auf jeden Fall Spaß gemacht. Außerdem hat man wirklich sehr gemerkt, wie glücklich das alles sie macht, was mich total gefreut hat.
Die Illustrationen haben mir auch gut gefallen, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass einige Perspektiven Ceccarelli eindeutig mehr lagen, da je nach Bild die gezeichneten Personen wirklich sehr unterschiedlich aussehen können, und einige Illustrationen sehr sanft und zart sind während andere wesentlich kräftiger wirken (mindestens ein paar Linien immer), die mir zum Buch leider nicht so ganz zu passen schienen, einfach weil die zarten Zeichnungen etwas sehr viel magischeres hatten. Trotzdem waren die Illustrationen aber nie unpassend und eine schöne Ergänzung zur Geschichte.
Die hat mir theoretisch auch gefallen, gerade wie gesagt der Anfang, verlief sich für mich dann aber etwas zu sehr in zu viele Richtungen, die aber auch oft zwischendurch vergessen wurden, und ich war alles in allem nicht ganz zufrieden mit dem Tempo, in dem das Buch geschrieben ist. An einigen Stellen ging es sehr langsam voran, an anderen dann ganz schnell, Personen tauchten auf und waren eine riesen Sache, und wurden dann ewig nicht oder sogar nie wieder erwähnt, Konflikte werden eingefühlt, um dann lange ignoriert oder ebenfalls vergessen zu werden, und Willow hat sehr lange Pläne, die sie dann plötzlich aus dem nichts beiseite schiebt, weil es doch nicht richtig wäre, obwohl sie da zuvor noch nie auch nur dran gedacht hat. Auch gibt es recht viele Momente, in denen (hauptsächlich) Willow Vorurteile oder sehr klare Vorstellungen hat, und dann wirkt es mit einem einfachen Hinweis oder so wie eine 180-Grad-Wende und plötzlich ist doch alles in Ordnung. Was nicht heißt, dass ich nicht mochte, dass sie sich weiterentwickelt hat, das war auf jeden Fall gut, aber das Buch schien mit den Entwicklungen nicht wirklich Zeit zu verschwenden, sondern sich lieber auf anderes zu konzentrieren. Was auch in Ordnung ist, vielleicht hätte sonst das andere gefehlt, aber eigentlich wäre in meinen Augen beides angebracht gewesen, und nur eins zu bekommen fühlte sich manchmal etwas unvollständig an. Genau dieses Gefühl der Unvollständigkeit hatte ich leider auch bei Willows Vater, der sehr spärlich erwähnt wird, und wenn, dann eigentlich immer nicht den besten Eindruck macht. Dabei hat er offensichtlich ein gutes Verhältnis zu Willow, oder soll eins haben, aber das wurde für mich einfach nicht so wirklich deutlich, da er Willow eigentlich nie zuhört und immer gerade anderes zu tun hat, was ich sehr schade fand.
Alles in allem war es trotzdem eine süße Geschichte, die Mädchen waren ziemlich in Ordnung und die Freundschaft, Magie und der Wald sehr schön dargestellt, an sehr vielen Stellen wirkte die Geschichte aber auf mich unvollständig oder als wäre sie zu schnell heruntergeschrieben worden, sodass trotz interessanter Idee die Umsetzung häufig eher etwas zu wünschen übrig ließ.