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Veröffentlicht am 03.02.2025

Ich bin leider etwas ratlos...

Shanghai Story
1

Zunächst einmal - die Ausgangssituation und der Klappentext des von einem wirklich wunderschön gestalteten Cover umhüllten Buches lesen sich viel versprechend. Rückwärts, beginnend mit dem Jahr 2040, wird ...

Zunächst einmal - die Ausgangssituation und der Klappentext des von einem wirklich wunderschön gestalteten Cover umhüllten Buches lesen sich viel versprechend. Rückwärts, beginnend mit dem Jahr 2040, wird in Schlaglichtern das Leben der Familie Yang geschildert - Vater Leo, Mutter Eko und die drei Töchter Yumi, Yoko und Kiko.
Der Stil ist wirklich sehr gut lesbar, bis auf ein paar kleine (übersetzungs-?)Fehler.
Die Kapitel sind jeweils spannend betitelt und unterschiedlich lang, von sehr kurzen bis langen Kapiteln ist alles dabei. Die Kapitel lesen sich wie in sich abgeschlossene Episoden und der angepriesene Kunstgriff des Rückwärtserzählens hat sich mir im Sinn nicht erschlossen. Es gibt keinen roten Faden oder besondere Ereignisse oder Nebenpersonen, die in der Zukunft und der Vergangenheit wichtig sind und die Episoden verbinden würden. Die Familie selbst bleibt mir beim Lesen emotional fern - die Töchter entwickeln sich alle in verschiedene und nicht gute Richtungen, die Eltern sind schwierig im Umgang miteinander, die ganze Familie kommuniziert viel zu wenig oder falsch - und ich spüre einfach keine Verbundenheit. Ein Strang war für mich emotional stark, aber nur einer, und die Hauptpersonen blieben mir so fern, dass ich sie weder mochte, noch nicht mochte, sie waren mir einfach egal und ich weiß, ich werde sie und die Geschichte leider schnell vergessen haben.
Leider keine klare Leseempfehlung - wenn auch die Sprache wirklich gut zu lesen ist und ich einige schöne Zitate gefunden habe, aber für eine sehr gute Bewertung war es mir leider zu wenig und ich habe einfach nicht hineingefunden und bleibe am Ende des Buches ratlos zurück.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Philosophische Reise auf der Suche nach dem Glück

Vom Leuchten der Sterne
0

Vom Leuchten der Sterne handelt von 4 jungen Menschen, die gerade ihr Abitur gemacht haben. Laura, Marie, Leon und Matthias. Sie sind verbunden durch Gefühle miteinander. Laura hat gerade einen Suizidversuch ...

Vom Leuchten der Sterne handelt von 4 jungen Menschen, die gerade ihr Abitur gemacht haben. Laura, Marie, Leon und Matthias. Sie sind verbunden durch Gefühle miteinander. Laura hat gerade einen Suizidversuch hinter sich. Marie ist Leons Freundin, Matthias ist seit Jahren in Laura verliebt. Nach Lauras Selbstmordversuch machen sie sich gemeinsam auf den Weg nach Norden zu den Nordlichtern - und sie nähern sich der Frage danach, was Glück ist.

Das Cover und Format des Buches mag ich auf jeden Fall sehr gerne und einige Ansätze haben mich auch durchaus nachdenklich gestimmt. Leider wirken auf mich die Figuren streckenweise nicht tief genug und ihre Handlungen und - manchmal etwas schwierig lesbaren Dialoge der jungen Erwachsenen wirken wenig glaubhaft und manchmal etwas langweilig, leider.
Der philosophische Ansatz hat bei mir nicht sooo gezündet und ich war am Ende nicht so berührt, wie es vermutlich die Absicht war.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Atemlose Lektüre - eindringliche Bilder

Wenn wir lächeln
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Die Freundschaft der beiden Mädchen Anto und Jara beginnt, als sie 13 Jahre alt sind. Sie besuchen verschiedene Realschulen in Düsseldorf. Jara spielt Fußball im Verein. Antos Vater ist gestorben, sie ...

Die Freundschaft der beiden Mädchen Anto und Jara beginnt, als sie 13 Jahre alt sind. Sie besuchen verschiedene Realschulen in Düsseldorf. Jara spielt Fußball im Verein. Antos Vater ist gestorben, sie lebt mit ihrer Mutter in einem großen Haus und ihre Familie scheint reich/wohlhabend zu sein, während Jaras Mutter kein Abitur hat, viel arbeitet und wenig Geld zur Verfügung steht. Diese Informationen werden nicht linear erzählt, der Leser wird im Gegenteil mit vielen Zeit- und Themensprüngen durch die Geschichte geleitet. 
Der Stil ist auf jeden Fall ungewöhnlich und hat mich sofort gepackt - ich habe das Buch in einem Tag ausgelesen. 
Jara und Anto sind Freundinnen, die sehr aufeinander fixiert sind. Zu Beginn sitzen sie mit Baseballschlägern an der Ruhr und Anto springt in den Fluss. Jara erinnert sich an ihre Freundschafts-Momente und ist unsicher, was sie tun soll. 
Die meiste Zeit ist es Anto, die auf mich als Leserin schwierig und als schlechter Umgang wahrgenommen wurde (immerhin bin ich Mutter von Teenagern, da liest man ungern von Alkoholexzessen, Ladendiebstahl und dem nächtlichen Laufen auf Bahngleisen oder dem Abhängen auf Spielplätzen mit Alkohol und Zigaretten...). 
Ab und an blitzen aber auch Dinge durch, die Jara in einem schlechten Licht dastehen lassen - bis zum leise erzählten, aber absolut schockierenden Punkt am Ende, der auch das Ende der Freundschaft der beiden Mädchen bedeuten wird. 
Mein Fazit: Ein faszinierendes Debut, ein besonderer Schreibstil und ein Buch, das mich wirklich mitgenommen hat....

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Heldinnenreise...

Die Heldin reist
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Die Heldin reist von Doris Dörrie ist ein sehr persönliches Buch und hat mich auf vielen Ebenen angesprochen. Wir lesen von 3 besonderen Orten und damit verbunden Menschen, die der Autorin wichtig sind: ...

Die Heldin reist von Doris Dörrie ist ein sehr persönliches Buch und hat mich auf vielen Ebenen angesprochen. Wir lesen von 3 besonderen Orten und damit verbunden Menschen, die der Autorin wichtig sind: San Francisco, Japan und Marrakesch. Die San Francisco Reise bildet eine Art Rahmen um die beiden anderen, wobei Japan der Schwerpunkt zukommt.
Mit Japan verbindet die Autorin sehr viel - und sie findet eine Freundin, deren (teils sehr traurige) Geschichte Teil des Buches ist. Marrakesch bereist sie mit einer deutschen Freundin.
Ich mochte den Stil des Buches sehr - teilweise augenzwinkernd, oft lebens-weise und auch nachdenklich, manche Stellen schockierend, andere lustig und skurril.
Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter - es ist sehr lesbar und vor allem persönlich und ich habe Dinge erfahren, die ich noch nicht wusste, über den Menschen Doris Dörrie.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Gut geschriebenes Sachbuch zu sehr wichtigem Thema

Digitale Diagnosen
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Digitale Diagnosen ist ein Sachbuch, das sich dem Thema annimmt, wie Selbstdiagnosen, gestützt durch die viele Möglichkeiten des Internet und der sozialen Medien Einfluss nehmen auf unser Leben - und welche ...

Digitale Diagnosen ist ein Sachbuch, das sich dem Thema annimmt, wie Selbstdiagnosen, gestützt durch die viele Möglichkeiten des Internet und der sozialen Medien Einfluss nehmen auf unser Leben - und welche Gefahren davon ausgehen, sich dem Hype um Health Care und Co. anzuschließen.
Ich habe in dem schmalen Band, der allerdings wirklich viel Inhalt hatte, sehr viel für mich und meine Kinder mitnehmen können.
Auch ich neig(t)e dazu, schnell mit Begriffen um mich zu schmeißen wie triggern, Trauma, toxisch, Depression und ja, auch Selfcare und Mental Health zähl(t)en zu meinem aktiven Wortschatz. Das werde ich nach der Lektüre jetzt auf jeden Fall ändern!
Der Ansatz, dass wir durch diese Selbstoptimierung ein verzerrtes Bild auf echte psychische Krankheiten bekommen, dass wir uns in den Mittelpunkt stellen und zu einem Menschen machen, der optimiert werden kann und muss, das ist wirklich spannend! Einer der ausgeführten Aspekte ist auch, dass man sich gut hinter vermeintlichen Diagnosen verstecken kann und damit nicht mehr die Verantwortung für das eigene Handeln tragen muss. Und - ebenso wichtig - besonders Frauen, seien sie jung/Teenager, frisch gebackene Mütter oder in der Phase des Alltags zwischen Job und Familie werden durch die vielen "Routines", die uns empfohlen werden, besonders stark unter Druck gesetzt. Auch die übliche Vorgehensweise, Männer, die einen Amoklauf oder eine Terrortat begangen haben, direkt mit einer psychischen Krankheit in Verbindung zu bringen, ist absolut fragwürdig - Radikalisierung ist doch das eigentliche Problem, nicht die psychische Krankheit, die vielleicht auch vorhanden ist.
Die Sprache ist klar, mich nervte allerdings das Gendern leider etwas und ich bin einfach kein Freund von Ausdrücken wie "weiblich gelesene Person", vor allem, wenn es nicht durchgehend, sondern nur ab und zu genutzt wird.
Abgesehen von den kleinen Abstrichen aber ein sehr gut lesbares Sachbuch, aus dem ich wirklich viel gezogen habe und das mich sehr interessiert hat!

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