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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2025

Urzeit, Wissenschaft und Abgründe

Extinction. Wenn das Böse erwacht
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Als langjährige Leserin von Douglas Preston, und jemand, der Relikt - Museum des Grauens bis heute für einen der stärksten wissenschaftlichen Thriller hält, bin ich mit hohen Erwartungen an Extinction ...

Als langjährige Leserin von Douglas Preston, und jemand, der Relikt - Museum des Grauens bis heute für einen der stärksten wissenschaftlichen Thriller hält, bin ich mit hohen Erwartungen an Extinction herangegangen. Und auch wenn das Buch nicht in allen Punkten an meine Favoriten heranreicht, hat es mich insgesamt überzeugt.

Das Setting erinnert zunächst stark an Jurassic Park: Ein exklusives Resort, in dem wiedererweckte Urzeittiere wie Wollhaarmammuts frei herumlaufen. Doch Preston wäre nicht Preston, wenn die Story sich darauf beschränken würde. Hinter der glänzenden Fassade von Erebus lauert ein viel düstereres Geheimnis, das spätestens nach dem grausamen Mord an einem Milliardärssohn und seiner Frau Fahrt aufnimmt.

Die Mischung aus Wissenschaft, Spannung und realitätsnahen Abgründen funktioniert wieder hervorragend. Auch wenn die Figuren – besonders Agentin Cash, für mich nicht an die Präsenz anderer Preston-Held*innen heranreichen, trägt der Plot das Buch zuverlässig. Ja, der Mittelteil hat Längen und man wartet lange auf die zentrale Enthüllung, aber sobald sie kommt, zieht die Geschichte kräftig an und liefert genau diese dichte, unheimliche Atmosphäre, die ich schon aus Relikt so liebe.

Das letzte Drittel ist intensiv, überraschend und wissenschaftlich faszinierend. Dazu ein starkes, stimmiges Ende und ein hochinteressantes Nachwort, das die Thematik noch einmal vertieft.

Fazit: Nicht mein liebstes Preston-Buch, aber ein spannender, intelligenter Thriller mit spürbarem Preston-Feeling. Wer Relikt mochte, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen, besonders im packenden Finale.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Spannung die nicht enttäuscht

Girls Night - Nur eine kennt die ganze Wahrheit
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Girls Night hat mich überraschend schnell in seinen Bann gezogen, so sehr, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe. Besonders gut gefallen hat mir der stetige Wechsel zwischen der ...

Girls Night hat mich überraschend schnell in seinen Bann gezogen, so sehr, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe. Besonders gut gefallen hat mir der stetige Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit im Jahr 1980. Durch diese Perspektivsprünge setzt sich das Gesamtbild Stück für Stück zusammen, sodass man als Leser immer tiefer in die Ereignisse hineinrutscht und der Spannungsbogen kontinuierlich anzieht.

Die Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren, Olivia, die mit der Schuld und den Gerüchten der Kleinstadt lebt, und Jenna, der Journalistin, die die Wahrheit für ihren Podcast ans Licht bringen will , entwickelt sich in einem gelungenen Tempo. Nichts wirkt überstürzt oder künstlich, und gerade das macht ihre Interaktionen glaubwürdig.

Auch das Setting passt hervorragend zum Genre: eine Kleinstadt voller Schweigen, Misstrauen und alter Wunden, ein tragischer Autounfall, bei dem vier Mädchen beteiligt waren , doch nur eine wurde gefunden, während die anderen drei spurlos verschwanden. Anfangs wirkt vieles undurchsichtig, doch je weiter man liest, desto mehr fügen sich die Puzzleteile logisch zusammen.

Selbst gegen Ende, wo viele Thriller oft an Kraft verlieren, hält Girls Night sein Niveau und bleibt spannend bis zur letzten Seite. Claire Douglas versteht es, falsche Fährten zu legen, eine beklemmende Atmosphäre zu erzeugen und gleichzeitig eine emotionale Tiefe einzubauen, die die Figuren nachvollziehbar macht.

Insgesamt ein sehr fesselnder Thriller mit guter Struktur, gelungenem Pacing und einer Story, die auch nach Abschluss noch nachhallt.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Arktische Beklemmung trifft wissenschaftliche Spannung

Eiskeim
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„Eiskeim - Die fremde Saat“ ist ein hervorragend gelungener Wissenschaftsthriller mit einer stimmigen Prise Science-Fiction. Die Biologin Nora Grimm entdeckt bei einer Eiskernbohrung auf einer Forschungsstation ...

„Eiskeim - Die fremde Saat“ ist ein hervorragend gelungener Wissenschaftsthriller mit einer stimmigen Prise Science-Fiction. Die Biologin Nora Grimm entdeckt bei einer Eiskernbohrung auf einer Forschungsstation in Grönland eine unerwartete Wärmequelle und eine mysteriöse Verunreinigung - ein Fund, der schnell größere Kreise zieht. Der in Ungnade gefallene Ex-Biologe Robert Greaves wird vom Militär entsandt, um die Sache zu untersuchen, begleitet von einer undurchsichtigen Frau, deren Ziele unklar bleiben.

Der Schauplatz Grönland ist ein echtes Highlight des Romans: Die arktische Kälte erzeugt eine konstant beklemmende Atmosphäre, die die wissenschaftlichen Aspekte und die aufkommende Bedrohung perfekt trägt. Als zwei Forschende plötzlich erkranken, verdichten sich die offenen Fragen: Welche Rolle spielen die Kristalle? Wie vertrauenswürdig ist Greaves Begleitung? Und handelt es sich bei den Funden um außerirdisches Leben oder eine unbekannte Technologie?

Der Roman verbindet wissenschaftliche Details, überzeugende Figuren und ein starkes Setting zu einer fesselnden, atmosphärischen Geschichte, die sich spannend und flüssig liest.

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