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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2026

Perfektes Geschenk

So jung brechen wir nicht mehr zusammen
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Mit „So jung brechen wir nicht mehr zusammen“ begegnet Kabarettistin Dagmar Schönleber dem Älterwerden mit einem schelmischen Augenzwinkern. In humorvollen Kurzgeschichten und mit lockeren Anekdoten berichtet ...

Mit „So jung brechen wir nicht mehr zusammen“ begegnet Kabarettistin Dagmar Schönleber dem Älterwerden mit einem schelmischen Augenzwinkern. In humorvollen Kurzgeschichten und mit lockeren Anekdoten berichtet sie von Begegnungen mit dem alltäglichen Wahnsinn in der zweiten Lebenshälfte.

Ich habe nicht das Buch gelesen, sondern das Hörbuch gehört, welches von der Autorin äußertet engagiert, aussagekräftig und ebenso lebendig eingesprochen wurde. Wenn für mich auch die Themen nicht sonderlich neu waren, so hat mich Dagmar Schönlebers flotte Art diese vorzutragen doch sehr gut unterhalten und mir den ein oder anderen herzhaften Schmunzler entlockt, denn in den Geschichten erkennt sich wirklich jede Frau früher oder später irgendwo wieder. Da ich in erster Linie unterwegs gehört habe und oft unterbrechen musste, haben mir die kurzen und auf den Punkt gebrachten Kapitel besonders gut gefallen.

Fazit: Auch wenn meiner Meinung nach nicht viel dabei war, was man nicht irgendwo schon irgendwann einmal gehört hat, so fand ich das Buch für zwischendurch doch sehr nett und unterhaltsam. Darüber hinaus kann ich es mir richtig gut als heiteres kleines Geschenk zum Geburtstag vorstellen!

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Spannung im Fachjargon

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
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Nachdem eine Gruppe Cyberterroristen nicht nur ihre Macht demonstriert, sondern auch die Kontrolle über das Galileo-Satelitensystem übernommen hat, erpressen sie nun die EU und drohen ihr mit weitreichenden ...

Nachdem eine Gruppe Cyberterroristen nicht nur ihre Macht demonstriert, sondern auch die Kontrolle über das Galileo-Satelitensystem übernommen hat, erpressen sie nun die EU und drohen ihr mit weitreichenden Folgen. Da sich diese nicht erpressen lässt, scheint es nur noch eine Chance zu geben, die Katastrophe abzuwenden: KI KIM. Mit seinem neuen Thriller „Code Null - Dieses Spiel kennt keine Regeln“ begibt sich Florian Schwiecker in die Welt der Künstlichen Intelligenz und Cyberkriminalität und startet eine neue Thriller-Reihe rund um die Hackerin Charlie und den, von ihr programmierten, KI-Prototyp KIM.

Aus dem Bereich der IT kommend, hat mich der Klappentext natürlich gleich neugierig gemacht, zumal das Thema ja nun nicht aktueller und brisanter sein könnte. Der Autor scheint viel Zeit mit Recherche verbracht zu haben, denn Hintergründe und Bedrohungen sind wirklich sehr realistisch - trotzdem aber immernoch für jeden verständlich - dargestellt, was das ganze Szenario um so beängstigender macht. Die Beschreibungen dahingehend sind allerdings teilweise recht ausführlich und zudem vollgepackt mit Fachjargon, was dem ein oder anderen vielleicht etwas zu viel und langatmig sein könnte. Ansonsten ist Florian Schwieckers Schreibstil sehr gut und flüssig lesbar, packend, durchweg spannend und die Zusammenhänge zugleich fesselnd, als auch eingängig beschrieben. Auch die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen und waren auf Anhieb sympathisch, wenngleich ich mir ein wenig mehr „Innenleben“ von ihnen gewünscht hätte., um sie für mich besser greifbar zu machen.

Fazit: Ich bin zufrieden - Das Buch ist spannend, wendungsreich und erschreckend zugleich. Der Reihen-Auftakt hat mir alles in allem sehr gut gefallen und definitiv ein reges „What-if“ Kopfkino angekurbelt - für Nicht-ITler könnte es jedoch unter Umständen etwas langatmig oder sogar anstrengend sein.

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Landes- und inseltypisch lecker

Griechische Inselküche
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„Griechische Inselküche“ von Carolina Doriti ist nicht mein erstes griechisches Kochbuch und vermutlich auch nicht mein letztes - Ich liebe Hellas und somit natürlich auch die großartige Küche dieses ...

„Griechische Inselküche“ von Carolina Doriti ist nicht mein erstes griechisches Kochbuch und vermutlich auch nicht mein letztes - Ich liebe Hellas und somit natürlich auch die großartige Küche dieses schönen Landes. Da es mir besonders die Inselwelt angetan hat, war dieses Buch also ein glatter Volltreffer für mich!

Die kulinarische Reise reicht von der Ägäis, über Kreta bis hin zu den Ionischen Inseln und ist gestalterisch richtig schön und stimmungsvoll aufgemacht. Natürlich sind es die Rezepte, die in einem Kochbuch im Vordergrund stehen und trotzdem isst das Auge hier beim lesen auch schon mit, macht Lust aufs Kochen und die Zutaten, schafft Inselstimmung, einfach rundum die richtige Atmosphäre und Vorfreude. Gut gefallen hat mir auch die ebenso logische, wie übersichtliche Unterteilung der Rezepte, dank der man sehr schnell Fündig wird. Hier hätte ich mir nur vielleicht immer erstmal ein Foto des Gerichts gewünscht. Ansonsten handelt es sich wirklich um eine schöne, vielfältige und vor allen Dingen authentische Auswahl an Meze, klassischen Gerichten und auch Nachspeisen. Da ich bereits etwas aus dem Buch zubereitet habe kann ich sagen, dass die Beschreibungen zu den Rezepten leicht nachvollziehbar und umsetzbar sind. Insgesamt sind die Gerichte bodenständig und durchweg alltagstauglich.

Fazit: Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen! Ein wirklich schönes, stimmungsvolles und inspirierendes Kochbuch an dem Freunde der griechischen Küche definitiv ihre Freude haben werden!

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Veröffentlicht am 03.06.2026

Von Farben, Facetten und Kraft des Lichts

The Artist
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Der gerade einmal zwanzigjährige, unerfahrene Journalist Joseph Adelaide kann sein Glück kaum fassen, als ihn die Einladung von Édouard Tartuffe erreicht. Tartuffe, große, gefeierte, jedoch ebenso exzentrische, ...

Der gerade einmal zwanzigjährige, unerfahrene Journalist Joseph Adelaide kann sein Glück kaum fassen, als ihn die Einladung von Édouard Tartuffe erreicht. Tartuffe, große, gefeierte, jedoch ebenso exzentrische, wie schwer zugängliche Künstler, der sich der Öffentlichkeit seit Jahren entzieht, will sich ausgerechnet von ihm interviewen lassen. Angekommen in der Provence, erwartet ihn dort nicht nur der Künstler, sondern auch dessen stille Nichte Ettie, die sich um seinen Haushalt kümmert. Während sich Joseph mehr und mehr zu ihr hingezogen fühlt, wird ihm schnell klar, dass Ettie ein großes Geheimnis in sich birgt.

„The Artist - Die Farben des Lichts“ ist Lucy Steeds Debütroman mit dem sie zweifelsohne einen ebenso leidenschaftlichen, wie berührenden und farbenfrohen Volltreffer gelandet hat. Ihr Schreibstil ist gleichermaßen poetisch, wie bildhaft, so dass sich die Geschichte mit allen Sinnen erleben lässt. Seien es beschriebene Landschaften, Personen, Gefühle, Lebensmittel, das Licht, einzelne Farben oder ganze Gemälde - man spürt, riecht, schmeckt und sieht sie!

Inhaltlich sind Sehnsucht, Leidenschaft und Wahrhaftigkeit ebenso große zentrale Themen, wie die künstlerische bzw. persönliche Selbstverwirklichung und Entwicklung. Das von der Autorin bediente Künstlerklischee hat mir dabei genauso gut gefallen, wie die miteinander verflochtenen historischen und fiktionalen Elemente. Lediglich das Ende war mir, für eine derlei fulminante und detailverliebte Geschichte, ein wenig zu abrupt. Dabei sind bei mir einige Fragen offen geblieben, die ich gern noch für mich geklärt gewusst hätte.

Fazit: The Artist ist ein gleichsam kraftvolles, wie berührendes von Licht und Schatten durchflutetes, Porträt einer starken jungen Frau. Und Künstlerin. Wenn auch durch den Prolog etwas vorhersehbar, so ist es dadurch nicht weniger fesselnd, sondern absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 29.05.2026

Wie das Leben so spielt

Pause
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Nachdem Hannas Leben so arg aus den Fugen geraten ist, dass plötzlich nichts mehr geht und sie sich schließlich im Krankenhaus wiederfindet, muss sie, mit ihren 36 Jahren, zurück ins Haus ihrer Eltern ...

Nachdem Hannas Leben so arg aus den Fugen geraten ist, dass plötzlich nichts mehr geht und sie sich schließlich im Krankenhaus wiederfindet, muss sie, mit ihren 36 Jahren, zurück ins Haus ihrer Eltern ziehen. Von Berlin nach Lüneburg und dann auch noch mitten hinein ins elterliche Familienleben - für Hanna nicht nur eine Niederlage, sondern der reinste Alptraum. Lena Kupke erzählt in ihrem Roman „Pause“ die Geschichte vom langen und schmerzhaften Weg der Selbstfindung. Sie erzählt von Familie, von Verlust, Liebe und der Verarbeitung von Schicksalsschlägen, sowie von Zusammenbruch und Neubeginn.

Vielleicht war ich im ersten Moment vom schonungslos offenen Schreibstil und der, teils überaus humorvollen, Ehrlichkeit der Autorin etwas „schockiert“. Allerdings habe ich diese dann auch ebenso schnell lieben gelernt. Rückblickend betrachtet würde ich sagen, macht genau diese das Buch nicht nur aus, sondern trägt auch dazu bei, dass die Passagen nicht langatmig erscheinen. Auch die Charaktere finde ich großartig gezeichnet und dargestellt. Manchmal vielleicht etwas „drüber“, doch genau deshalb fühlen sie sich auch so ECHT an.
Ja, im Buch werden allerhand Klischees bedient, allerdings möchte ich mich nicht davon freisprechen, dass ich diese, genauso wie Hannas gelegentlich doch recht „unpassenden“ Gedanken, nicht manchmal auch genau so in meinem Kopf habe. Auch kenne ich das Gefühl der Hauptprotagonistin nur allzu gut, wenn das Leben plötzlich über einem zusammenbricht, man Schicksalsschläge erleidet, ohne Plan dasteht, das Umfeld mit Schweigen reagiert und man als logische Konsequenz Panikattacken entwickelt. Sich nur noch nach einer PAUSE sehnt. Daher ist die Erzählung aus meiner Sicht absolut authentisch, nachvollziehbar und dabei auch noch herrlich ehrlich, teilweise „rotzig“ und ebenso mutig. Mich hat das Buch jedenfalls komplett abgeholt und auch sehr berührt.

Ich habe übrigens das Hörbuch gehört und war bei der Auswahl zunächst etwas skeptisch, da es sich um eine Autorenlesung handeln sollte. Völlig unbegründet, denn wie sich schnell herausstellte, lag ich mit meinen Befürchtungen völlig falsch! Ich glaube sogar, dass erst das gesprochene, eigene Wort von Lena Kupke der Geschichte so richtig Leben und Tiefgang eingehaucht hat. Durch ihren lebhaften, akzentuierten Vortrag hat sie nicht nur die jeweils vorherrschenden Stimmungen lebensecht transportiert, sondern auch die Einzigartigkeit der jeweiligen Charaktere. Insbesondere die Darstellung der Mutter - ich kenne diese Art von Menschen und konnte sie 1:1 wiedererkennen - ist grandios!

Fazit: Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht diesem Hörbuch zu lauschen! Es hat mich sowohl zum Lachen und Erröten, als auch zum Nachdenken und Weinen gebracht. Aufgrund eigener, ähnlicher Erfahrungen hat es mich darüber hinaus auch sehr berührt, ja, vielleicht sogar Trost und Hoffnung gespendet. Für mich auf jeden Fall ein nachhallendes Jahreshighlight, das ich wärmstens empfehlen kann!

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