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Veröffentlicht am 11.12.2018

Zerbricht das Team ganz?

Die Opfer, die man bringt (3 MP3-CDs)
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Das ehemalige Team ist zerschlagen. Zusammen kommt es durch Zufall wieder – aus einer Vergewaltigungsserie, die Vanja in Uppsala beenden möchte, wird mehr. Eines der Opfer stirbt und somit wird die Reichsmordkommission ...

Das ehemalige Team ist zerschlagen. Zusammen kommt es durch Zufall wieder – aus einer Vergewaltigungsserie, die Vanja in Uppsala beenden möchte, wird mehr. Eines der Opfer stirbt und somit wird die Reichsmordkommission hinzugezogen. Doch die Querelen untereinander machen es schwierig. Und das große Schweigen hilft auch nicht wirklich. Als sich herausstellt, dass sich zwei der Opfer offenbar kennen, geraten die Dinge langsam in Bewegung …

Um den Fall genießen zu können, muss man nicht zwingend die vorherigen Teile kennen, doch da sehr viel von Sebastian Bergmanns Weiterentwicklung abhängt und immer wieder Anspielungen auf die Vorgänger gemacht werden, ist es doch hilfreich, sie vorher gelesen oder gehört zu haben.

Dieser Band verläuft weitgehend relativ gemächlich. Nicht unspannend, aber einfach weniger nervenaufreibend, als man das so kennt. Hier ist eher subtil der Thrill vorhanden – vor allem für Frauen. Das Thema ist mehr als heikel und am Ende kommt ein „Doppelknall“, der dann doch mal ein Volltreffer in der Magengrube ist und mir die Kinnlade runtergehauen hat. Ob das reicht, um Leser zu begeistern, ist fraglich. Ich gebe zu, mir gefielen die vorherigen Bände doch einen Tacken besser, aber das Ende ist hier einfach krass und toppt die anderen. Eine schwierige Sache, hier zu werten!

Sebastian entwickelt sich noch immer weiter, aber es wird ihm mehr als schwer gemacht, weil alle um ihn herum abwinken und resigniert haben. So verfällt er bei Gelegenheit immer wieder in alte Muster – und bekommt dann einen Schock verpasst, der es in sich hat. Ich bin wirklich gespannt, ob im nächsten Band die Folgen davon zu spüren sind und der Schock quasi Früchte trägt. Auch wird es für meinen Geschmack langsam Zeit, dass eine bestimmte Figur auffliegt bzw. irgendwie ein Ende findet. Doch mehr dazu zu sagen, wäre ein fieser Spoiler.

Wie erwartet, endet dieser Teil mit einem bösen Cliffhanger. Seltsamer Weise nehme ich das dem Autorenduo nicht übel – obwohl ich das bei anderen immer ganz grässlich finde. Douglas Welbart begeistert mich auch diesmal wieder als Sprecher. Er verkörpert Bergmann einfach genial, auch wenn das Buch nicht in der Ich-Form geschrieben ist und auch nicht so erzählt wird.

Auch wenn ich nicht in Jubelgesänge ausbreche, vier Sterne ist mir dieses Hörbuch auf alle Fälle wert!

Veröffentlicht am 09.12.2018

Weihnachtsklassiker neu erzählt

Fröhliche Weihnachten
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Das Buch ist wunderschön aufgemacht, groß und recht stabil. Die Illustrationen sind sehr schön, kindgerecht, bunt (aber nicht knallig) und ansprechend. Sie erzählen die Geschichten schön in Bildern nach.

Leider ...

Das Buch ist wunderschön aufgemacht, groß und recht stabil. Die Illustrationen sind sehr schön, kindgerecht, bunt (aber nicht knallig) und ansprechend. Sie erzählen die Geschichten schön in Bildern nach.

Leider gibt es bei den Liedern immer nur eine Strophe und gar keine Noten. Das ist ein wenig unglücklich, denn im Allgemeinen haben die Lieder viele Strophen und ohne Melodie kann man sie nicht wirklich singen. Dann muss man online danach suchen und das gefällt mir persönlich beim Bücherlesen mit Kindern so überhaupt gar nicht.

Die Altersangabe auf der Produktseite empfiehlt das Buch für 6 – 8jährige Kinder. Das sehe ich ganz ähnlich. Zudem ist es ein Buch für Erstleser, da die meisten Texte nicht allzu lang sind. Mit einem Erwachsenen an der Seite klappt das prima, besonders im Wechsel (ein Stückchen das Kind lesen lassen, ein Stück vorlesen). Je nach Kind kann aber sicher auch schon die eine oder andere Geschichte ab vier oder fünf Jahren vorgelesen werden. Auf dem Buch selbst findet sich leider keine Altersempfehlung.

Insgesamt ist es ein Buch, das sehr liebevoll gestaltet wurde und schöne neu erzählte Geschichten versammelt, die jedes Jahr zu Weihnachten wieder Freude machen und die Vorweihnachtszeit bereichern.

Von mir bekommt „Fröhliche Weihnachten“ vier Sterne.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Tiefste Boshaftigkeit – nicht mein Fall

Scherbenseele
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Eine Reihe Selbstmorde unter Jugendlichen in Schweden erschüttert das Land. Die Selbstmörder hören Musik von „Hunger“ – jede Cassette (jawohl, Cassette) individuell angefertigt. Jens Hurtig kommt nur langsam ...

Eine Reihe Selbstmorde unter Jugendlichen in Schweden erschüttert das Land. Die Selbstmörder hören Musik von „Hunger“ – jede Cassette (jawohl, Cassette) individuell angefertigt. Jens Hurtig kommt nur langsam voran und entdeckt dabei Zusammenhänge, die selbst die höchsten Kreise erschüttern und betreffen.

Nordische Krimis und Thriller sind immer recht düster. Das weiß ich, damit kann ich – besonders in Form von Hörbüchern – auch gut umgehen. Da das Autorenduo so hoch gelobt wird, wollte ich mich selbst davon überzeugen, dass sie so gut sind, wie man ihnen nachsagt.

Thomas M. Meinhardt gibt alles, um das Hörbuch aufzuwerten. Dennoch bleibt alles sehr blass für mich. Ich kann mich für keine einzige Figur wirklich erwärmen. Selbst die, die ich ein wenig mag, sind über kurz oder lang einfach nur anstrengend und ziehen mich runter.

Die Wechsel sind sehr anstrengend. Kaum hat man sich an einen Erzählstrang gewöhnt, kommt da gut klar, wechselt die Person und gern noch dazu die Zeit. Ich mag kurze Kapitel an sich sehr gerne, hier aber funktionieren sie schlicht nicht. Die Zusammenhänge sind nicht klar, auch nicht am Ende des Buches. Zumindest ich sehe hier noch immer nicht wirklich durch. Was zusammenhängt, ist weniger relevant oder interessant. Die Gründe für das Geschehen sind abstrus für mich. Klar, Mord ist nicht logisch, Selbstmord auch nicht. Doch kann man in der Regel nachvollziehen, welche wirren Gedanken die Menschen zu ihren Taten bewegen. Hier kann ich gar nichts nachvollziehen. Leider!

Ganz besonders zwei Schlüsselszenen im Buch finde ich total unsinnig. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich nicht wirklich klar sagen, wie ich das meine. Wer das Buch schon gelesen hat, weiß es (ganz gleich, wie man zu dem Buch steht und wie man es findet, diese beiden Szenen stechen heraus). Ohne diese beiden Szenen bleibt aber auch nicht viel vom Buch übrig. Das ist schon echt seltsam.

Viel Gemeinheit, Bosheit, Brutalität steckt hier auch zwischen den Zeilen. Für mich ist das so nichts. Ich bin eher der Typ für halbwegs logische Thriller. Ich muss nachvollziehen könne, wer wann was warum macht. Das kann ich hier nicht. Gute Ansätze fallen immer wieder rasch in sich zusammen.

Es tut mir aufrichtig leid, aber mit ganz viel gutem Willen reicht das gerade mal für zwei Sterne.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Von Vorurteilen, Lügen und nötigen neuen Wegen

Die Ballade von Max und Amelie
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Narbe kennt nur das Leben auf der Müllhalde. Es ist hart, sehr hart – und sogar ihre eigene Familie kennt kein Erbarmen. Max kennt nur das Leben bei Herrchen, Frauchen und Lilly. Da geht es ihm gut und ...

Narbe kennt nur das Leben auf der Müllhalde. Es ist hart, sehr hart – und sogar ihre eigene Familie kennt kein Erbarmen. Max kennt nur das Leben bei Herrchen, Frauchen und Lilly. Da geht es ihm gut und nie geschieht etwas Schlimmes. Doch eines Tages landet Max unversehens auf dieser Müllhalde und Narbe rettet ihn vor einem brutalen Tod durch Mutwilligkeit böser Kinder. Von Max erfährt Narbe, dass es eine andere Art zu leben gibt. Er bittet sie, ihm dabei zu helfen, den Weg nach Hause zu finden. Für beide beginnt eine Reise, die voller neuer Eindrücke, gefährlicher Situationen und wertvoller Erkenntnisse ist …

David Safier hatte mich mit „Mieses Karma“ nicht wirklich erreichen oder gar überzeugen können. Der Humor ist mir da zu platt und vorhersehbar. Ganz anders nun „Die Ballade von Max und Amelie“. Die Dramatik ist sehr gut aufgebaut und nie zu plump oder billig, sondern sehr ergreifend und bewegend. Man blendet automatisch alles ringsum aus, versinkt komplett in das Buch und möchte so gerne für die beiden Hunde da sein, sie retten, beschützen, nach Hause holen. Trotz allem ist es ein leises Buch, das tief unter die Haut geht und da noch lange nachwirkt. Es regt zum Nachdenken an und hat die Kraft, den Leser zu verändern. Man sieht wieder den Wert von Dingen, die man für selbstverständlich erachtet hat. Und man erkennt, wie schnelllebig und kalt die Welt geworden ist.

Max lernt von Narbe, aber Narbe lernt auch von Max. So unterschiedlich sie sich sind, so viele Gemeinsamkeiten finden sich bei näherer Betrachtung doch auch. Die beiden treffen auf andere Tiere und auch dabei lernen sie – und ebenso der Leser! Die Sprache, die Safier hier den Tieren gibt, ist den Arten angepasst, wie ich sagen möchte. Klar, Tiere kommunizieren wohl nicht auf diese „menschliche“ Weise, aber mir gefällt die Geschichte und der Stil. Einzig, dass Narbe immer wieder in altes Verhalten zurückfällt, obwohl sie jedes Mal neu beteuert, dass sie nun endgültig gelernt hat, wird an einem gewissen Punkt dann doch ein wenig – nun ja – nervig. Veränderungen brauchen Zeit, das ist klar. Aber hier wird mir zu massiv darauf hingewiesen. Ich hatte es schon lange vorher verstanden.

Dennoch – das Buch ist durchgehend spannend und interessant. Es wird nie langweilig, Einbrüche in der Geschichte gab es für mich nicht. Dafür bekam ich einen echten Showdown plus Überraschung. Somit gefällt mir bei diesem Buch sogar das Ende ausgesprochen gut. Ja, dieser Safier ist toll und ganz anders als die bisherigen. So mag ich ihn. Fünf Sterne!

Veröffentlicht am 05.12.2018

Auch in Zeiten von Facebook, Instagram & Co total cool!

Echte Freunde
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Die bisherigen Bucket-Lists von Elise de Rijck finde ich alle super gelungen. Kein Wunder also, dass mich ihre neueste Idee geradezu umhaut – ein Freundebuch für Junggebliebene und alle mit Herz und Humor! ...

Die bisherigen Bucket-Lists von Elise de Rijck finde ich alle super gelungen. Kein Wunder also, dass mich ihre neueste Idee geradezu umhaut – ein Freundebuch für Junggebliebene und alle mit Herz und Humor! Wunderbar vorgezeichnet, gänzlich andere Fragen und Aufgaben, viel Raum für echt kreative Entfaltung – das bietet dieses Buch.

Ich habe sofort mit den Einträgen angefangen, habe festgestellt, dass man für manche Antworten ein wenig Zeit braucht und in Gedanken gleich eine Liste erstellt, wer ganz bald dieses Buch von mir bekommen soll. Zum Ausfüllen, aber möglicherweise eben auch ein eigenes als Geschenk! Ich bin sehr gespannt, wie lange die einzelnen Freunde brauchen, um sich einzutragen und das Buch zurückzugeben. War das früher schon gern mal zeitraubend, ist das im Erwachsenenalter oft eine noch schwierigere Aufgabe – aber lösbar!

Bei mir hat dieses Buch einen ganz speziellen Effekt: Ich merke, wie es mir immer wichtiger wird, Freundschaften wirklich zu pflegen und nicht einfach nur als gegeben hinzunehmen. Gesammelt im Buch zu sehen, wie die Freunde sind, wer Freunde sind und wie viele Freunde es sind, ist schon wirklich bewegend und beeindruckend.

So ist das Buch schon neu wunderbar, aber mit jedem neuen Eintrag verändert es sich zum eigenen, ganz individuellen Buch und wird damit zu einem unbezahlbaren Schatz. Standhaft weigere ich mich, bei Facebook, Instagram und sonstigen „Social Medias“ einzusteigen. Bei diesem Buch habe ich keine Sekunde überlegen müssen: Das ist genau meins! Ich liebe es und ich hoffe, meine Begeisterung ist ansteckend. Ganz klare fünf Sterne!