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Veröffentlicht am 06.04.2019

Die wirkliche Wirklichkeit

Durch deine Augen
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Peters Pflegebruder Simon wollte sich das Leben nehmen. Peter will Simon in das Programm im „Institut für neuropsychologische Bildgebung“ von Lisa bringen. Diese hat dort eine Methode gefunden, das Bewusstsein ...

Peters Pflegebruder Simon wollte sich das Leben nehmen. Peter will Simon in das Programm im „Institut für neuropsychologische Bildgebung“ von Lisa bringen. Diese hat dort eine Methode gefunden, das Bewusstsein der Menschen in einen Hologramm sichtbar zu machen. Doch auch Lisa zieht Nutzen aus dem Wiedersehen – denn sie war als Kind mit Simon und Peter befreundet. Schon dort hatten sie den Grundstein zu Lisas jetzigem Beruf gelegt, auch wenn Lisa sich an die ersten sieben Jahre ihres Lebens durch ein traumatisches Ereignis nicht mehr erinnern kann. Nach und nach graben sie Erinnerungen aus, die so vieles erklären, das bisher unerklärlich war.

Das Buch hat mich auf einer Ebene berührt, die ich nicht rational erklären kann. Die Scans sind reine Fiktion, funktionieren in der Geschichte aber perfekt. Sie lösen nicht nur schöne Reaktionen aus, ganz im Gegenteil. Das, was sie sehen lassen, geht ganz tief und gäbe es solche Maschinen tatsächlich, wäre es für viele Opfer – gleich welcher Untaten – ein Segen, nicht nur darüber zu sprechen, sondern andere sehen und sogar spüren zu lassen, was mit ihnen geschah. Peter Hoeg hat so viele Themen angeschnitten, sie so gekonnt in dieser Geschichte eingewebt, dass ich völlig überwältigt bin. Ein paar autobiografische Details sind ebenfalls eingewebt, sodass die Fiktion fast schon wahr erscheint. Auffallend ist auch, dass er selbst (Peter) eine der Hauptfiguren ist. Seine Mutter (Frau Hoeg) wird benannt und taucht auch auf. Von seiner Exfrau spricht er immer nur als „die Mutter meiner Kinder“. Einen Namen bekommt sie nicht.

Hoegs Sprache ist so poetisch, dass sie oft zum krassen Widerspruch zum Erzählten steht, und doch passt sie perfekt. Die Geschichte entwickelt einen gigantischen Sog. Ich schwankte zwischen Faszination und Unglaube, zwischen unbedingt mehr erfahren wollen und dringend eine Pause einlegen müssen, zwischen lachen und weinen. Die Lebensgeschichten der Probanden des Programms erzählen fast durchweg von schwersten Missbrauchserfahrungen – hauptsächlich in der Kindheit. Teils erinnern sich die Probanden „verschlüsselt“ und die Scans helfen, diese Codes zu knacken. Das geht an die Nieren, aber es ist auch schön, die Erleichterung zu erleben und den Wunsch von Peter und Lisa, wirklich helfen zu können.

Auf eine gewisse Weise hat das, was Hoeg seine drei Hauptfiguren erinnern lässt, etwas in mir berührt und mich mein eigenes Selbst aus der Kindheit „wieder treffen lassen“. Seine Kindheits-Figuren kämpfen mit der Anerkennung durch Erwachsene. Sie wissen, dass Erwachsene Kinder nicht für voll nehmen, und machen das Beste aus ihrer Situation. Das ist bewegend und faszinierend für mich. Die Erlebnisse in der Kindheit und dann im Programm zeigen, wie fern man sich trotz aller Nähe doch sein kann und leider oft ist – sie zeigen ganz oft Einsamkeit. In all ihren Formen.

Die Erinnerungen von Peter und Lisa an die Zeit im Kindergarten, in der sie einen Weg fanden, in die Träume anderer zu gelangen, sind phantastisch, fast schon esoterisch. Quasi der erste Schritt zu Lisas jetzigem Beruf und Wirken. Und dennoch ist es so in sich stimmig, dass es mir den Atem raubt. Besonders erstaunlich ist das, weil „solche Bücher“ eigentlich gar nicht in mein Leseschema passen und mir arg widerstreben. Dennoch – dieses Buch ist so völlig anders, so wunderbar gemacht, mit all seinen Traurigkeiten, auch brutalen Szenen, phantastischen Momenten, surrealen Passagen, esoterischen Einschüben, dass ich absolut begeistert bin.

Das Ende kam dann – aufs ganze Buch gesehen – etwas plötzlich. Ich muss aber dazusagen, dass ich mit den Enden von Büchern sehr oft ein kleines bis mittleres Problem habe. Deshalb stört es mich insgesamt nicht so sehr. Da ich so fasziniert bin, wäre ein mir genehmes Ende wohl auch sehr schwer zu machen gewesen. Von mir aus hätte es noch lange weitergehen können und dürfen!

Frank Stieren liest es absolut perfekt ein. Er schafft es, den Hörer vergessen zu lassen, dass er nicht Peter Hoeg ist. Auch seine Art, seine Stimmfarbe zu ändern, wenn er andere Personen sprechen lässt, ist sehr angenehm. Bei vielen Sprechern wirkt das (besonders wenn Männer Frauen sprechen) oft sehr künstlich. Frank Stieren hüllt den Hörer mit seiner Stimme und der Geschichte komplett ein. Mir gefällt das ausgesprochen gut.

Eine absolut außergewöhnliche Geschichte, die gerade durch die immer wieder eingestreuten „Ärgerlichkeiten“ perfekt wird. Mich hat sie fasziniert und bereichert. Ich gebe die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 05.04.2019

Wie der Rauch die Luft bereinigt

Das kleine Buch: Räuchern mit Kräutern und Harzen
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Hier wird ausführlich und informativ über Bräuche in Österreich rund um das Räuchern berichtet. Damit ist nicht das Räuchern von Lebensmitteln gemeint, sondern eine Art der traditionellen Aromatherapie. ...

Hier wird ausführlich und informativ über Bräuche in Österreich rund um das Räuchern berichtet. Damit ist nicht das Räuchern von Lebensmitteln gemeint, sondern eine Art der traditionellen Aromatherapie. Dazu gehört schon das Sammeln und Trocknen der Kräuter, die Verwendung dieser und auch alles über Harze und Hölzer. Wir kennen die Raunächte oder Rauhnächte – diese entsprechen im Grunde den Rauchnächten.

So erfährt man auf unterhaltsame Weise viel über die Wirkung der einzelnen Kräuter, Harze und Hölzer, wann und wo man sie am besten sammelt, wie man räuchert und wie es zu den Traditionen kam. Das Büchlein ist durchgehend schön bebildert, was die Informationen optisch stark unterstützt. Der Schwerpunkt liegt auf der Geschichte, der Theorie, den Traditionen. Der Teil zu den Kräutern ist etwas kleiner.

Im Großen und Ganzen bietet das Büchlein wie alle „Das kleine Buch“-Titel einen guten Überblick über das Räuchern, doch konnte es mich nicht so begeistern, wie viele seiner „Kollegen“. Die praktische Umsetzung dürfte sich auch schwer gestalten. Zwar lebe ich auf dem Land, aber ich merke deutlich den Unterschied zwischen Deutschland und Österreich.

Als Vorabinformation für Österreich-Urlauber, die in den Rauchnächten in unserem Nachbarland sind oder an anderen Räucherritualen teilnehmen, finde ich das Büchlein sehr empfehlenswert. Insgesamt gebe ich deshalb vier Sterne.

Veröffentlicht am 27.03.2019

Ist das wirklich das Finale?

Ich bin die Rache
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Nachdem der Serienmörder Francis Ackerman jr. seinem Bruder Marcus Williams schon mehrfach bei der Aufklärung übelster Verbrechen geholfen hat, ist er selbst von der Shepherd-Organisation akzeptiert und ...

Nachdem der Serienmörder Francis Ackerman jr. seinem Bruder Marcus Williams schon mehrfach bei der Aufklärung übelster Verbrechen geholfen hat, ist er selbst von der Shepherd-Organisation akzeptiert und ein wichtiger Teil der Ermittlerteams geworden. Als die Agentin Maggie, Marcus‘ große Liebe, durch „The Taker“ entführt wird, ist für ihn klar, dass er „seine kleine Schwester“ finden wird. Gemeinsam mit Marcus beginnt er eine Art Krieg, denn die Spur führt zu einem Indianerreservat in New Mexico und ist überaus blutig …

Dieses Buch gilt als Finale der Shepherd-Reihe. Gleich vorweg – mir kommt das Ende recht offen vor. Ohne extremen Cliff-Hanger, aber doch dergestalt, dass es interessant und spannend weitergehen kann. Wir werden sehen, was wird!

Von Anfang bis kurz vor Ende wird hier mit Vollgas gefightet und mit Tricks und „Special Effects“ nur so um sich geworfen. Auf allen Seiten stehen regelrechte Superhelden, schurkige und gute. Mir hat das sogar gefallen, aber so wirklich ernst nehmen kann ich das alles jetzt nicht. Die Bände zuvor haben in ihrer Qualität meiner Meinung nach immer mal geschwankt, aber dieser ist für mich der unterhaltsamste, zugleich aber auch der unrealistischste. Alle Charaktere (auf beiden Seiten) haben Fähigkeiten entwickelt, die geradezu überirdisch sind. Besonders Francis wird zu einer Mischung aus Rambo und McGyver, ein Ein-Mann-A-Team, fast schon einem X-Man.

Das hat mich grandios unterhalten, dennoch glaube ich, dass genau das die meisten Fans der Serie doch stark schockieren wird. Das Ende wird dann ruhiger und wir erleben einen Ackerman, der wieder mehr er selbst ist, aber dennoch mit ein paar Überraschungen aufwarten kann.

Sowohl Ackerman als auch Marcus haben sich weiterentwickelt. Vielleicht auch ein bisschen zu sehr. Irgendwie ist übergangslos Ackerman weicher und menschlicher geworden, wogegen Marcus sich einige Härten von seinem Bruder abgeguckt hat und nun kaum wiederzuerkennen ist. Kurz mal zieht er die Bremse bei Francis, aber dann legt er selbst ordentlich los. Das ist ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, finde ich. Aber: Unterhaltsam ist das!

Diesmal sind die beiden allein unterwegs, ohne das Team im Rücken. Sozusagen privat und deshalb auch nicht so ganz im Rahmen der Legalität. Zu Francis passt das ja, aber bei Marcus musste ich mich da erst dran gewöhnen. Auch dass Maggie sich gelinde gesagt sehr dumm in diese Lage gebracht hat, stört ein bisschen. Das passt so gar nicht zu den sonstigen Büchern dieser Serie von Cross und auch nicht zur Figur.

Es gibt immer mal wieder Stellen, die mich laut auflachen ließen. Das mag ich sehr, ist aber nicht jedermanns Sache bei einem Thriller. Zugleich hat Cross hier aber auch Themen aufgegriffen bzw. angeschnitten, die brisant und gar nicht lustig sind. Hier muss der Leser dann aber selbst weiterdenken. Wirklich sozialkritisch ist das (Hör-)Buch hier nicht, es geht nicht wirklich in die Tiefe.

Ich habe noch nie ein Buch gelesen oder gehört, das von Anfang bis (kurz vor) Ende dermaßen viel Gas gibt. Hier ist wirklich kaum Zeit zum Aufatmen – ein Kampf jagt den nächsten und eine Spannungsspitze die nächste. Zwar wird das mit der Zeit relativ vorhersehbar, dennoch finde ich es gelungen, was sich Cross hier immer wieder hat einfallen lassen. Es gibt die eine oder andere interessante Wendung, die, man glaubt es kaum, noch mehr Schwung in das Geschehen bringt.

Entsprechend ist der Stil – ein bisschen reißerisch, ein bisschen brutal, ein bisschen schwarzhumorig und sehr spannend. Die Mischung ist einzigartig und hat mir sehr gefallen. Ob ich das aber öfter brauche, weiß ich nicht!

Dem Hörbuch verleiht Thomas Balou Martin auf wunderbare Weise seine Stimme. Herrlich, wie er die „Schurken“ mit kratzig-rauer Stimme spricht und die Frauen meist doch mit einer etwas fisteligen, höheren, fast schon heißeren Stimme. Ganz große Kunst!

Insgesamt kann ich das alles nicht wirklich als vollwertigen Thriller sehen, aber genossen habe ich es dennoch. So gebe ich die vollen fünf Sterne, auch wenn das die Fans des Genres sicher nicht ganz unterschreiben werden. Es ist ein (Hör-)Buch, fast wie ein Chuck-Norris-Film. Muss man mögen, aber wenn man’s mag, ist man eben begeistert.

  • Einzelne Kategorien
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  • Spannung
Veröffentlicht am 26.03.2019

Auf leisen Pfoten schleichen sich die Katzen auch in die Herzen und Leben „großer Personen“!

Legendäre Katzen und ihre Menschen
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Geben wir es doch zu – wir Katzenmenschen sind unseren Fellnasen komplett untertan. Meist denkt man ja, das geht niemand anderem genauso, doch dann begegnet einem dieses Buch. Die Entdeckung, dass nicht ...

Geben wir es doch zu – wir Katzenmenschen sind unseren Fellnasen komplett untertan. Meist denkt man ja, das geht niemand anderem genauso, doch dann begegnet einem dieses Buch. Die Entdeckung, dass nicht nur Otto Normalverbraucher, sondern auch große Persönlichkeiten der Weltgeschichte für Katzen sehr viel mehr zu tun bereit waren, als ihnen ein weiches, warmes Plätzchen, Futter und Auslauf zu bieten, geschweige denn von Pflege und Liebe, ist doch sehr beruhigend. Gegen den einen oder anderen Herren der Runde wirken wir doch alle recht blass! Und ja, Herren – im Buch sind tatsächlich nur fünf Frauen (gegenüber 25 Herren) vertreten. Und dabei werden doch wir Frauen immer als so katzenverrückt dargestellt!

Sehr informativ, aber auch unterhaltsam, erfährt man hier viel über die Menschen der Katzen. Ja, es geht nicht rein um die Katzen selbst, sondern das Werk, das Leben, das Besondere der Menschen. Somit hat man hier insgesamt 30 kleine Minibiografien vorliegen, die sich interessant lesen und noch dazu die wichtigsten Informationen zu diesen Personen liefern. Zu allen Personen gibt es mindestens ein Foto oder Bild – fast immer mit Katze. Bei Truman Capote findet sich beispielsweise sehr passend noch zusätzlich ein Foto von Audrey Hepburn mit Kater „Kater“ aus der Verfilmung seines Werkes „Frühstück bei Tiffany“. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und obwohl ich durch mein Hobby (ich sammle Katzenbücher aller Genre) einiges davon schon wusste, finde ich es sehr angenehm, dieses Wissen in einem Buch zusammengefasst in meiner „Katzenbibliothek“ stehen zu haben.

Zum „Trost“ für alle Untertanen der Katzen wird hier ganz klar, dass unsere Lieblingstiere nicht immer sanft und lieb, sondern sehr häufig wahre Diktatoren sind – und nicht nur bei uns, sondern auch bei berühmten Persönlichkeiten ihren Willen durchsetzen.

Doch auch für Nicht-Katzenpersonal sind die Geschichten um diese Persönlichkeiten interessant zu lesen. Die Kapitel sind nie zu lang, die Informationen vielschichtig und die Prise Katzeninfo nicht zu stark bemessen. Ein tolles Buch, schön aufgemacht, mit Lesebändchen und passender Aufmachung. Ganz klar: Fünf Sterne!

Veröffentlicht am 25.03.2019

Wahnsinn, Brutalität, Verstrickungen und Macht

Der Insasse
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Tills Sohn Max ist verschwunden. Nach einem Jahr wird die Suche nach ihm abgebrochen. Der – mutmaßliche – Täter sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt sich aus. Für zwei grausame Morde ...

Tills Sohn Max ist verschwunden. Nach einem Jahr wird die Suche nach ihm abgebrochen. Der – mutmaßliche – Täter sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt sich aus. Für zwei grausame Morde an Kindern wurde er verurteilt und alles deutet darauf hin, dass er auch Max getötet hat. Till kann nicht aufgeben – und kommt auf eine grandiose und gleichzeitig dumme Idee: Er lässt sich ebenfalls einweisen, um das Tagebuch von Tramnitz zu finden und so zu erfahren, wo er Max bzw. dessen sterbliche Überreste findet.

Der Anfang ist richtig toll. So mag ich Thriller. Doch dann wird es schnell recht brutal und damit sogar abstrus und teils absurd. Die Idee, als Insasse der Psychiatrie dem verurteilten Mörder Guido Tramnitz zu entlocken, was mit Max geschehen ist, finde ich ja schon gut. Doch dass die Identität, die Max‘ Vater zur Deckung seiner Absichten annimmt, nicht ganz problemlos ist, ist fast schon lächerlich. Auch geht man ja davon aus, dass jemand sich sehr genau über die Person informiert, deren Identität man annimmt. Till weiß zunächst rein gar nichts, erst im Hochsicherheitstrakt kommt er nach und nach dahinter – und das hübsch verbunden mit Gewalt und Risiko. Oder ist es doch ganz anders?

Fitzek hat es in diesem Buch wirklich mit den ekligen, brutalen, überblutigen Szenen übertrieben. Noch dazu sind diese dermaßen detailliert beschrieben, dass dem normalen Leser/Hörer bis zum Erbrechen übel wird. Muss das echt sein? Seine vielen Tricks, den Leser quasi schwindelig zu reden, klappen super. Man hat das Gefühl, sich immer schneller um sich selbst zu drehen. Krass, heftig und erschreckend!

Stück für Stück gerät Till alias Patrick tiefer in einen wahren Alptraum. Der Leser/Hörer wird in die Rolle des hilflosen Zuschauers gedrückt und fragt sich irgendwann, wie schlimm es noch kommen soll. Ja, das ist Thrill, aber schön ist dennoch anders. Ich empfinde das als zu heftig, zu übertrieben und einfach „drüber“. Dennoch bleibt einem nichts anderes übrig, als Fitzek für seine Einfälle zu bewundern. Kaum glaubt man, die Sache durchschaut zu haben, erkennt man, wie man sich geirrt hat.

Das Buch steckt voller böser Wendungen. Ob diese unerwartet sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Wendung zum Ende hin ist definitiv heftig. Aber stimmig zum Rest des Buches. Atemberaubend, beängstigend und schrecklich zugleich. Hier weiß man nicht, wie man bewerten soll. Klar, das Buch steckt voller Hochspannung, aber eben auch voller Perversitäten. Die muss man verkraften können. Mir ist das zu extrem – als hätte der Autor tatsächlich Spaß an solchen Dingen. Eigentlich würde ich deshalb drei Sterne geben, doch die Auflösung ist wirklich genial und kein bisschen vorhersehbar. So klettert meine Wertung trotz einiger echt unglaubwürdiger „Zufälle“ doch noch auf vier Sterne hoch.