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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2018

Alle sieben Jahre

5 Tage im Sommer
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Emily ist nur kurz einkaufen, doch Will und die Kinder warten umsonst auf ihre Rückkehr. Zunächst scheint die Polizei Will nicht ernst zu nehmen, doch dann nimmt FBI-Agent Geary sich des Falles an. Er ...

Emily ist nur kurz einkaufen, doch Will und die Kinder warten umsonst auf ihre Rückkehr. Zunächst scheint die Polizei Will nicht ernst zu nehmen, doch dann nimmt FBI-Agent Geary sich des Falles an. Er hat herausgefunden, dass diese Tat in ein Schema passt. Wenn das stimmt, wird in fünf Tagen eins der Kinder von Will und Emily entführt werden …

Kate Pepper hat mich mit „Nur 15 Sekunden“ total gefesselt und beeindruckt. Deshalb habe ich „5 Tage im Sommer“ hören wollen. Allerdings – ich bin total enttäuscht! Es ist, als hätte dieses Buch eine völlig andere Person geschrieben. Die Tatsache, dass dieses Hörbuch von Johannes Steck gesprochen wurde, ändert dies leider nicht. Er macht einen echt guten Job.

Mir fehlt irgendwie der rote Faden. Das (Hör-)Buch erscheint mir sehr wirr und ich habe das Gefühl, als hätte Kate Pepper sich selbst einfach treiben lassen und hätte vor dem Schreiben kein Konzept, keinen Plan vom Buch gehabt.

Die Vorzeige- und Durchschnittsfamilie ist so angelegt, dass man sich sehr gut in sie hineinversetzen und sich mit ihr identifizieren kann. Sie führen ein Leben, das angenehm und doch unauffällig ist. Umso härter dann der Schock, als alles anders wird. Die weiteren Figuren bleiben fast alle ein wenig farblos. So bleibt die Gruppe der möglichen Verdächtigen hübsch groß. Um die Spannung aufleben zu lassen, streut Kate Pepper immer mal wieder kleine Ereignisse ein, die besonders Frauen an die Nieren gehen dürften. Das wirkt, nutzt sich aber auch schnell ab und vor allem kann es die „Durststrecken“ zwischendurch einfach nicht ausgleichen.

Zudem gibt es einige Unstimmigkeiten oder auch unglaubwürdige Zufälle, die mir die Freude am (Hör-)Buch nehmen. Dass nach so vielen Jahren erst gewisse Dinge auffallen, erscheint mir nicht logisch. Auch handeln ein paar Personen dermaßen dumm, dass ich fast abgebrochen hätte. Die Auflösung hat mir dann leider auch weder gefallen noch Sinn für mich gemacht.

Ich bin komplett erstaunt, wie unterschiedlich diese beiden Hörbücher sind. Das habe ich so noch nie zuvor erlebt, dass mich ein Autor vom einen Ende der Skala bis zum anderen schwanken lässt. Deshalb fällt es mir umso schwerer, tatsächlich nur zwei Sterne zu geben.

Veröffentlicht am 24.02.2018

Vor der Praxis steht die Theorie

Meine gesunde Küche
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Die Rezepte sind gut beschrieben (sowohl im Allgemeinen als auch für die Zubereitung) und die Zutatenlisten sind übersichtlich zu lesen. Doch gibt es auch Zutaten, die man nicht unbedingt zu Hause hat ...

Die Rezepte sind gut beschrieben (sowohl im Allgemeinen als auch für die Zubereitung) und die Zutatenlisten sind übersichtlich zu lesen. Doch gibt es auch Zutaten, die man nicht unbedingt zu Hause hat und nicht in jedem Supermarkt bekommt. Heumilch ist in Deutschland nicht so leicht aufzutreiben. Dennoch sind die Rezepte sehr interessant und viele davon reizen zum Nachkochen. Wie gesund die Speisen im Vergleich zu herkömmlichen Rezepten sind, kann ich schlecht beurteilen. Doch ich empfinde die meisten Rezepte als ausgewogen und mit hochwertigen Zutaten zubereitet, können sie gar nicht anders, als gesund zu sein. Der Preis pro Gericht ist hier etwas höher als üblich, was eben an den Bio-Produkten und den hochwertigen Zutaten liegt. Damit kann ich leben!

Das Buch ist so aufgebaut, dass man mehr als 70 Seiten zunächst mal mit Theorie und Sachinformation konfrontiert wird. Danach kommen dann die eigentlichen Rezepte. Für viele davon benötigt man eine der drei „Fünf-Elemente-Suppen“ der Autorin, deren Rezept(e) natürlich auch im Buch zu finden ist/sind. Leider gibt es keine Rezepte für die Würzmischungen (nur eine Beschreibung, was verwendet wird, jedoch keine genauen Mengen). „Gemüse zum Einstreuen“ mache ich schon länger selbst, allerdings in einer etwas anderen Zusammensetzung, wie im Buch.

Etwas unpraktisch ist die Bindung. Das Kochbuch bleibt nicht offen liegen, sondern klappt immer wieder zu. Sprich: man muss etwas Schweres drauflegen, um die Rezepte nachzuarbeiten. Das ist etwas unerfreulich.

Auch die Unterteilung in die einzelnen Kapitel erscheint mir ein bisschen ungünstig. Sowohl vorne im Buch als auch hinten (Rezepteregister ist nicht alphabetisch sortiert) sucht man sich etwas schwindelig. Für alle Nicht-Österreicher fehlt auch ein Wörterbüchlein für die österreichischen Ausdrücke.

Abzüglich meiner Kritikpunkte bleiben 3,5 Sterne, die ich auf vier aufrunde.

Veröffentlicht am 23.02.2018

Für mich eher eine Broschüre

Balkonernte (Mein Garten)
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Das Buch ist in die Bereiche Gestaltung, Praxis und Porträts aufgeteilt. Hier gibt es dann jeweils die Unterteilungen „alles im Überblick“, „alles Wissenswerte“ und „alle Extras“. Man erhält über alles ...

Das Buch ist in die Bereiche Gestaltung, Praxis und Porträts aufgeteilt. Hier gibt es dann jeweils die Unterteilungen „alles im Überblick“, „alles Wissenswerte“ und „alle Extras“. Man erhält über alles grundlegende Informationen. Es ist klar, dass bei gerade mal 80 Seiten weiterführende Literatur unabdingbar ist. Doch für einen ersten Überblick ist dieses Buch recht ansprechend. Die Pflanzenporträts gefallen mir recht gut. Kurz und knapp, aber informativ, bringen sie schnell Information, ob die jeweilige Pflanze für einen selbst geeignet ist. Doch insgesamt ist dieses Buch schon für jene nichts, die bereits ein klein wenig „Vorwissen“ mitbringen.

Obwohl ich mein Smartphone liebe, nutze ich die KOSMOS PLUS-App nicht. Diese liefert weitere Informationen in Form von Filmen, Fotos und Tipps. Mir erschließt sich der Sinn nicht ganz: Entweder lese ich im Buch oder ich surfe im Netz. Die Kombination ist nicht so meins.

Insgesamt bin ich erstaunt – so kenne ich Kosmos eigentlich gar nicht. Das Buch ist eher eine ausführlichere Broschüre. Die Idee eines Minigartens ist super, doch fehlt sehr viel Information. Allein mit diesem Buch kommt man nicht wirklich weit. Sowohl Beilage als auch Adressen-Liste im Buch machen für mich den Eindruck, als sei dies ein Werbebüchlein. Schade! Deshalb auch nur drei Sterne.

Veröffentlicht am 22.02.2018

Wenn Religion und Glaube aus dem Ruder läuft

Fanatisch
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Nara ist, wie fünf andere Mädchen, spurlos verschwunden. Nach sechs Tagen kehren alle sechs Mädchen wieder nach Hause zurück: stumm, in einheitlicher Kleidung, mit einer versorgten Wunde an der Hand. Sechs ...

Nara ist, wie fünf andere Mädchen, spurlos verschwunden. Nach sechs Tagen kehren alle sechs Mädchen wieder nach Hause zurück: stumm, in einheitlicher Kleidung, mit einer versorgten Wunde an der Hand. Sechs Tage soll sie schweigen, sonst stirbt ihr Bruder. Nara kämpft gegen Ängste, gegen den Druck der Eltern und Polizei und gegen die Zeit – denn sie findet heraus, dass das Verbrechen noch nicht zu Ende ist und sie hat eine große Rolle in diesem kranken Plan …

Mit „Blind Walk“ hatte mich die Autorin Patricia Schröder schon gewonnen. Der Stil ist frisch, intensiv, ehrlich und dennoch mit Gefühl. Nicht die große Romantik ist hier mit Gefühl gemeint, sondern eben das, was ihre Charaktere und der Leser empfinden. Das kommt auch bei „Fanatisch“ extrem gut rüber.

Das Thema ist aktuell, aber dennoch kommt die Autorin ohne den erhobenen Zeigefinger aus. Sie bleibt sachlich in Bezug auf Flüchtlinge und Religion und lässt den Leser sein Urteil selbst bilden. Was falsch und schlecht ist, weiß jeder selbst, das muss man nicht noch in Großbuchstaben vorgehalten bekommen. Gerechtigkeitsempfinden aus eigenem Herzen heraus ist wichtig, nicht „erlerntes“.

Die Figuren sind sehr authentisch. Hier gibt es ganz normale Teenager, keine Superhelden, keine extrem prolligen Charaktere – einfach Teenager. Mit all ihren Sorgen und Nöten, mit völlig normalen Teenager- und Pubertätsproblemen. Und es gibt eine Bedrohung, die gar nicht so weit weg ist, wie man das gerne hätte. Doch der Leser muss mit Nara durch die komplette Geschichte, um die Lösung zu erfahren. Hier ist keine eigentliche Wendung eingebaut, sondern ein kleiner Trick, der mit super gut gefällt. Die Story kommt ganz ohne Nebenstränge aus, was meinem Geschmack sehr entgegen kommt. Ein paar Kapitel sind zwar eingestreut, die von einer anderen Position als der von Nara (vom Täter und einem weiteren Opfer) ausgehen, aber sie sind im Prinzip keine Nebenstränge. Den Großteil erzählt Nara und nimmt den Leser damit tief ins Geschehen mit hinein.

Der Spannungsbogen ist extrem gut gelungen. Er zieht sich straff, aber nicht zu straff, quer durchs ganze Buch. Man bleibt gern dran, man liest es flott weg, aber man kann auch ab und an etwas durchatmen. Nicht vergessen sollte man, dass dies ein Jugendbuch ist. Dass in diesem Genre gewisse Elemente fehlen, ist also nicht verwunderlich (und mir gerade sehr recht). Dennoch ist die Story lebendig und realitätsnah. Fast alle Charaktere hatte ich geradezu bildlich vor Augen. Sympathie und Antipathie kommt sehr einfach auf. Patricia Schröder ließ mich die Figuren fast spielerisch genau so sehen, wie sie das wollte. Das nenne ich gelungen!

Ich hatte mit „Fanatisch“ eine tolle Lesezeit. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch an Schulen Lesestoff wird, um mit den Kids das Thema religiöser Fanatismus zu behandeln. Von mir bekommt es auf alle Fälle die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 18.02.2018

Wie Diana ihre Jugend als Wonder Woman verbrachte …

Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen
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Diana will das Rennen unbedingt gewinnen. Als Amazonen-Teenager ist sie nicht so ganz einfach für sich selbst und ihre Familie und als sie am Horizont dann ein untergehendes Schiff erblickt, ändert sie ...

Diana will das Rennen unbedingt gewinnen. Als Amazonen-Teenager ist sie nicht so ganz einfach für sich selbst und ihre Familie und als sie am Horizont dann ein untergehendes Schiff erblickt, ändert sie ihr Ziel sofort. Das klingt schon mal super nett – doch rettet Diana damit ausgerechnet die Kriegsbringerin Alia, die der Welt den Untergang bringen soll. Das muss Diana nun verhindern und so folgt sie Alia ins heutige New York, um die Welt zu retten und Alia zu helfen, eine Quelle in Griechenland zu erreichen …

Göttergeschichten und Superheldengeschichten sind irgendwie immer in. Percy Jackson hat mich auch auf Anhieb abgeholt. Doch leider werde ich mit Wonder Woman nicht wirklich warm. Vielleicht liegt es aber auch an Leigh Bardugo. Ein wenig tu ich mich mit ihrem Stil einfach schwer. Manchmal ist es mir einfach zu ausführlich, wie sie schreibt und gerade für Jugendbücher finde ich das schwierig. In „Das Lied der Krähen“ findet die Story komplett in einer Fantasy-Welt statt. Das ist wohl eine echte Stärke der Autorin. Die Ereignisse im realen, jetzigen New York fand ich nicht so gelungen erzählt, wie ich mir das hätte vorstellen können (eben wie bei Percy Jackson Büchern). Möglicherweise ist es besonders schwierig, dieses Buch zu beurteilen, wenn man schon andere „Götter-in-unserer-Welt“-Bücher gelesen hat (auch wenn Wonder Woman in New York keine Göttin, sondern eine Superheldin ist).

Die menschlichen Figuren kommen mir reichlich „überflüssig“ vor. Jedenfalls haben sie in meinen Augen nicht wirklich mit dem Vorankommen der Geschichte zu tun. Sie sind, so leid es mir tut, für mich nur „Füllmaterial“. Das finde ich extrem schade! Auch gibt es insgesamt eine mir viel zu große Menge an Figuren und damit Namen, die – gerade zu Beginn – das Eintauchen ins Buch erschweren. Die meisten Figuren bleiben auch sehr blass, andere arg stereotyp und klischeehaft. Des Weiteren kam mir die Liebesgeschichte etwas unpassend und unwichtig vor. Insgesamt also einiges, das die Geschichte quasi aufgebläht und die 440 Seiten füllt.

Es werden – von anderen AutorInnen – noch weitere Superhelden-Jugendzeit-Bücher folgen. „Wonder Woman“ ist der Auftakt einer Reihe des Projektes der DC Icons Superhelden. Es ist schwer zu sagen, ob ich sie lesen werde. Einerseits stammen sie dann aus anderen Federn, andererseits hat mir dieser erste Band so gar keine Lust auf mehr gemacht. Bis August 2018 habe ich ja noch genug Zeit, mir das zu überlegen. Dann nämlich folgt „Batman Nightwalker“ von Marie Lu. Bis dahin von mir aber enttäuschte 3 Sterne für „Wonder Woman“.