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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2017

Bilder im Kopf

Langenscheidt Grammatik Englisch Bild für Bild - Die visuelle Grammatik für den leichten Einstieg
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Sprachen sind nicht immer leicht zu lernen. Vor allem die Grammatik ist immer ein echtes Problem. Leider ist sie auch staubtrocken! Vor sehr vielen Jahren hatte ich eine ganz besondere Englisch-Lehrerin, ...

Sprachen sind nicht immer leicht zu lernen. Vor allem die Grammatik ist immer ein echtes Problem. Leider ist sie auch staubtrocken! Vor sehr vielen Jahren hatte ich eine ganz besondere Englisch-Lehrerin, die wohl allen ihren Schülern im Gedächtnis bleiben wird. Sie hat auf ihre Art dafür gesorgt, dass wir Schüler „Bilder im Kopf“ hatten und unbemerkt hat uns diese Frau damit die Grammatik so intensiv gelehrt, dass sie regelrecht in Fleisch und Blut überging. Ganz ähnlich ist dieses Buch. Es ist nicht so laut und auffällig, wie meine damalige Lehrerin, aber es arbeitet ebenfalls mit Bildern. Alle Texte sind so kurz und knapp, wie nur möglich. Dazu gibt es dann erklärende Grafiken, Fotos und Skizzen. Je häufiger man mit dem Buch arbeitet, desto intuitiver geht man damit um und desto intensiver setzen sich die Bilder fest. Bei „Abruf“ der Grammatikregeln tauchen dann die Bilder im Kopf auf und die entsprechenden Regeln sind kinderleicht da. Das macht Spaß, denn Erfolg ist immer toll.

Mir gefällt die Idee und mir gefällt das Buch. Und mir gefällt der Gedanke, dass sich meine damalige Englischlehrerin ganz sicher ein Loch in den Bauch freuen würde, dass endlich jemand ihre Idee so gut umgesetzt hat. Deshalb gibt es von mir auch die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Und er hat Recht!

Fuck you, Brain!
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Man kommt irgendwie nicht an Harald Glööckler vorbei. Und genau das hat er ja auch erreichen wollen. Ja, er ist ein Paradiesvogel, ein Kunstobjekt, ein wenig verrückt, aber in genau dieser Kombination ...

Man kommt irgendwie nicht an Harald Glööckler vorbei. Und genau das hat er ja auch erreichen wollen. Ja, er ist ein Paradiesvogel, ein Kunstobjekt, ein wenig verrückt, aber in genau dieser Kombination auch einfach faszinierend und so drüber, dass er schon wieder unfassbar sympathisch ist. Und genau so ist sein Buch!

Ich persönlich fand den „echten“ Glööckler, also vor all den – in meinen Augen fürchterlichen – Operationen ja sehr viel schöner und faszinierender, aber er hat eben für sich entschieden, dass hier und da und dort mit dem Skalpell nachgeholfen werden soll. Nach der Lektüre dieses Buches versteht man das sogar etwas besser und vor allem ist es konsequent. Er lebt tatsächlich, was er da schreibt. Nicht alles mag und kann für jeden Leser zutreffen, doch der Grundgedanke gefällt mir und ist auch gar nicht so verkehrt. Vor allem stelle ich beim Lesen erstaunt fest, wie sich tatsächlich „traditionelle Blockaden“ und tief verwurzelte Vorurteile immer mehr verabschieden.

Auch ist die Aufteilung sehr gelungen. Glööckler erzählt aus seinem Leben und von seinen Einstellungen und anschließend gibt es immer „Außergewööhnliche Sentenzen“ als Zusammenfassung. Zudem gibt es immer eine ganze Seite mit einer Art Motivations-Zitat Glööcklers. In den Fotos, Bildern und Grafiken kann ich regelrecht versinken, auch wenn längst nicht alle meinem eigenen Geschmack entsprechen. Dennoch haben sie eine erstaunliche Wirkung!

Wie man seine Ziele konsequent anstrebt, verfolgt und erreicht, ohne ein Egomane zu sein, aber dennoch erfolgreich; wie man auch aus Rückschlägen und Tiefschlägen etwas Positives herausholt; wie man die richtige Perspektive bekommt – für alles hat Glööckler erstaunlich simple Methoden, die auch noch funktionieren!

Ja, Glööckler hat hier ein tolles Motivationsbuch geschaffen, das ich so nicht erwartet hätte. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich meine Zweifel beiseite geschoben habe und es geradezu verschlungen habe. Auch wenn sich manche Punkte wiederholen (das gehört zur Motivation mit dazu), es ist an keiner Stelle langweilig. Ich habe mehr Motivation, aber auch Bestätigung, aus diesem Buch gezogen, als ich je geglaubt hätte. Dafür meinen Respekt und die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 12.12.2017

Die ersten 50 Seiten waren super witzig …

Grillwetter
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Die lückenlose Produktion der Thüringer Rostbratwurst ist in Gefahr: Krautwurst droht die Insolvenz, wenn er nicht an seinen bayerischen Konkurrenten verschachert und sein Schlachter Menschner steht im ...

Die lückenlose Produktion der Thüringer Rostbratwurst ist in Gefahr: Krautwurst droht die Insolvenz, wenn er nicht an seinen bayerischen Konkurrenten verschachert und sein Schlachter Menschner steht im Verdacht, den Insolvenzverwalter erschlagen zu haben. Anwalt Fickel versucht sein Bestes, um beruflich und privat zu glänzen, doch die geballte Kraft der Fleischverarbeitung steht gegen ihn …

Okay, man mag sagen, würde ich die Vorgänger kennen, würde ich das anders sehen. Aber irgendwie glaube ich nicht daran. Anwalt Fickel ist so ein Oberschussel, naiv bis zum Anschlag, dass das nur ein Drittel des Buches lustig ist. Da frag ich mich allen Ernstes, wie das über mehrere Bücher eine bleibende, wirkende Komik haben kann. Fickel stolpert von einem Elend ins andere, lässt sich manipulieren und ausnutzen. Seine „Fernbeziehung“ läuft auch irgendwie seltsam (70 Kilometer sind nur am WE zu überbrücken? Im Ernst jetzt? Und man braucht dazu drei geschlagene Stunden?). Die Angebetete wird immer wieder vertröstet, da die Ereignisse sich immer wieder überschlagen und immer wieder wartet die Gute, die in meinen Augen doch recht unterkühlt ist. Welche Frau setzt sich da nicht ins Auto oder meinetwegen den Zug, um zum Liebsten zu fahren? Überhaupt – mir sind die Figuren allesamt zu skurril. Da ist so gar nichts Normales im Buch und die Spannung ist nicht hoch genug, um mich durch die 348 Seiten zu bringen, ohne dass ich immer wieder längere Pausen machen muss.

Zwischendurch war mir ob der Vorstellung, was da gerade passiert sein sollte, auch wirklich übel. Das war nicht mehr lustig und auch nicht komisch, das war eklig. Die Spannung ist deshalb aber leider auch nicht gestiegen.

Der Sprachstil erinnert mich irgendwie an das „Königlich Bayerische Amtsgericht“. Aber auf die negative Art und Weise. Mir ist hier zu viel „von oben herab“, denn der arme Fickel wird vom „allmächtigen Erzähler“ doch arg niedergemacht. Gut, er ist, wie gesagt, arg einfältig, dennoch … es ist alles etwas zu arg und zu drüber. Die insgesamt sage und schreibe 70 Fußnoten finden meinen Gefallen leider auch nicht.

Ab der Mitte zieht es sich. Gegen Ende dann ein paar heftige Wendungen in einer Art Showdown, die aber leider nicht mehr herausreißen konnten, was schon nach unten gezogen hat. Im Gegenteil – die waren dann so extrem übertrieben, dass sich mir die Zehennägel aufgerollt haben. Eine Form von Happy End serviert uns Hans-Henner Hess dann auch noch, das für mich dem Klamauk dann die Krone aufsetzt.

Satirisch kann ganz amüsant sein, hier aber ist die Dosis dermaßen hoch, dass nur ganz schwarze Seelen bis zum Ende lachen können. Meins ist das nicht. Die ersten 50 Seiten waren super witzig, aber das hat sich im Eiltempo totgelaufen. Wie gesagt, es tut mir leid – aber für mich war das Lesen keine Freude und so bleiben nur magere zwei Sterne übrig.

Veröffentlicht am 11.12.2017

Eine wahre Schnaps-Idee!

Drei Freunde, ein Taxi, kein Plan ...
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DUMONT hat hier einen Reiseführer der ganz besonderen Art vorgelegt. Kein Buch, wie sonst üblich, mit Hotel- und Gaststättentipps, Ausflugszielen und Reiserouten, sondern ein Buch über den irrsten und ...

DUMONT hat hier einen Reiseführer der ganz besonderen Art vorgelegt. Kein Buch, wie sonst üblich, mit Hotel- und Gaststättentipps, Ausflugszielen und Reiserouten, sondern ein Buch über den irrsten und doch genialsten Trip der Welt!

Nur Engländer können auf so eine Idee kommen! Paul Archer fährt stark angetrunken mit dem Taxi von einer Party zu seiner Studentenbude. Da die Fahrt irgendwie extrem lange dauert, machen sich Pauls Gedanken selbständig und die Idee nimmt erste Formen an: Die Kombination aus einem „einmal-um-die-Welt-Flugticket“, wie Pauls Kumpel Leigh es nennt, bei dem man „gerade mal an 6 Orten zwischenlandet“ und der längsten Taxifahrt der Welt wäre doch ein toller Guiness-Rekord.

Dieser erste Grundgedanke nimmt mehr und mehr Form an und am Ende sind Paul, Leigh und Johno tatsächlich mit dem Taxi unterwegs auf Weltreise. Dass die drei keine gemütliche Kaffeefahrt von Stadt zu Stadt und von Land zu Land machen, muss man sicher kaum erwähnen. Ihnen passieren die erstaunlichsten Dinge, sie bestehen unglaubliche Abenteuer und trotzen Wind, Wetter und Gefahr.

So ist das Buch von Anfang bis Ende spannend, unterhaltsam, urkomisch und immer wieder auch dramatisch. Man macht alle möglichen Gefühlsregungen durch und kann nicht fassen, was alles möglich ist. So irre es oft ist, die drei bestehen darauf, es sei die reine Wahrheit. Gut, kann man glauben oder nicht – aber wer nicht nur einmal im Guiness-Buch-der-Rekorde mit seiner Reise landet, darf auch ein wenig flunkern und die Wahrheit ausschmücken. Der wahre Kern ist auf alle Fälle vorhanden, daran zweifle ich nicht.

Wer großartige Beschreibungen der einzelnen Reiseziele erwartet, liegt hier falsch. Dieses Buch ist kein Reiseführer im herkömmlichen Sinne. Die drei Jungs haben ein Abenteuer auf die Beine gestellt, das es so bisher noch nicht gab. Darum geht es. Klar, dazu gehören viele Orte, die so oder so eine Reise wert sind. Doch dieses Buch möchte diese Orte nicht „bewerben“, sondern den Mut, eine „verrückte“ Reise zu realisieren, hervorheben. Es steht ja jedem frei, sich die entsprechenden Reiseführer zusätzlich zu besorgen.

Erzählt werden die Episoden abwechselnd von Paul und Johno. Was der eine nicht sagen kann oder möchte, spricht der andere aus und sie „verraten“ sich gegenseitig hin und wieder. Ein freundschaftliches Foppen, das gut passt und mir gefallen hat. Doch Achtung – man muss jung sein oder jung geblieben sein, um die eine oder andere Eskapade der Drei verstehen zu können. Wer sich nicht mehr an seine eigene wilde Zeit erinnern kann oder mag, wird vermutlich wenig Freude an diesem Buch haben. Auch sollte man den Jungs verzeihen, dass sie anfangs etwas über Gebühr dem Alkohol zusprechen. Mich haben die Jungs jedenfalls mit auf eine Reise genommen, die mich ein klein wenig neidisch gemacht hat.

Ein Buch, das sich leicht lesen lässt und mich oft zum Lachen gebracht hat. Dafür gebe ich fünf Sterne!

Veröffentlicht am 11.12.2017

Eines der schönsten deutschen Gebiete: der Schwarzwald

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Schwarzwald
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Wer die eigene Heimat besser kennenlernen möchte, kommt am Schwarzwald nicht vorbei. Ich weiß noch sehr genau, wie ich als kleines Kind die Bollenhüte bewundert und bestaunt habe! Trachten sind nicht so ...

Wer die eigene Heimat besser kennenlernen möchte, kommt am Schwarzwald nicht vorbei. Ich weiß noch sehr genau, wie ich als kleines Kind die Bollenhüte bewundert und bestaunt habe! Trachten sind nicht so ganz mein Ding, aber das liegt ganz sicher auch daran, dass hier in meiner Gegend keine Trachten getragen werden. Im Schwarzwald freue ich mich aber immer riesig über Trachtenträger/innen und die gute alte Schwarzwalduhr! Traditionen sind eben auch dann faszinierend, wenn man sie selbst nicht hat, sondern nur bei anderen sehen und erleben kann.

Doch dieser Reiseführer von Dumont bietet so viel mehr! Alle Gegenden des Schwarzwaldes sind in einzelne Kapitel unterteilt, die wiederum dann alle Städte und Dörfer auflisten, die man besuchen sollte, um den Schwarzwald wirklich kennenzulernen. Klar, alle wird man kaum schaffen, aber die eine oder andere Stadt hätte man vielleicht gar nicht so auf dem Plan.

An alle Interessengebiete ist gedacht. Schon beim Durchblättern wird man neugierig und „wandert“ von Ort zu Ort und wieder retour. So ist dieser Reiseführer auch dann ein Erlebnis, wenn man daheim auf der Couch nur mal so darin liest. Der Wunsch, den Schwarzwald zu bereisen, entsteht dann ganz von selbst. Wer beim Lesen nicht auf den Geschmack kommt, der ist spätestens bei den vielen, wunderschönen und einladenden Bildern verloren!

Zum Zurechtfinden vor Ort bietet der Reiseführer zudem eine große herausnehmbare Karte sowie viele kleine Karten im Buch (Citypläne und Tourenkarten/Detailpläne). Das Buch ist handlich und trotz der fast 300 Seiten nicht zu schwer, um es auf der Schwarzwaldtour in der Tasche zu haben. Hier bekommt man umfassendes Wissen super interessant gebündelt. Von mir: fünf Sterne!