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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.10.2024

Bollenhut und Kuckucksuhr? Der Schwarzwald kann auch kulinarisch!

Schwarzwald. Meine kulinarische Heimat
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Dieses Buch ist eine informative, spannende und hochinteressante Liebeserklärung an den Schwarzwald. Ganz am Rande bietet es auch ein paar Rezepte und die gefallen mir richtig gut! Das Kartoffelbrot hat ...

Dieses Buch ist eine informative, spannende und hochinteressante Liebeserklärung an den Schwarzwald. Ganz am Rande bietet es auch ein paar Rezepte und die gefallen mir richtig gut! Das Kartoffelbrot hat es mir enorm angetan. Es ist mit viel Zeit verbunden, aber der Aufwand lohnt sich mal richtig!

Hannes Finkbeiner erzählt vom Leben im Schwarzwald, aber eigentlich auch vom Leben überall. Es geht um die Natur, um Lebensmittel und um Heimat. Ganz gleich, wovon er erzählt, man spürt sofort seine Leidenschaft, die er in alles steckt, das er tut. Es geht um Mensch und Tier, Bier, Brot, Vesper, Schlachtfeste, Fisch, Wild, typische Gerichte, Wein, Obstbrände, Honig und natürlich auch die Schwarzwälder Kirschtorte, die hier zur Kitschtorte wird. Immer finden sich bei den Texten auch Adressen, an die man sich wenden kann, wo man einkehren oder einkaufen kann.

Unzählige wunderschöne Fotos runden das Buch gekonnt ab. Wer noch nicht vom Text vom Schwarzwald überzeugt worden ist, den überzeugen diese Bilder. Auch als Nicht-Schwarzwälder, oder aber auch gerade als solcher, kann man Finkbeiners Heimatliebe verstehen. Und plant direkt im Anschluss der Lektüre eine Reise, um den einen oder anderen Ort, das eine oder andere Restaurant vom Buch zu erleben. Gefällt mir gut, aber der Rezepte-Teil ist mir zu klein ausgefallen. Daher vier Sterne.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Wahlkampf mal anders

Lückenbüßer (Ein Kluftinger-Krimi 13)
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Kluftinger leitet als Interims-Polizeipräsident seine erste Anti-Terror-Übung in den Bergen. Alles läuft schief und ein Polizist stirbt. Ein ganz schlechter Zeitpunkt, denn der Kommissar kandidiert für ...

Kluftinger leitet als Interims-Polizeipräsident seine erste Anti-Terror-Übung in den Bergen. Alles läuft schief und ein Polizist stirbt. Ein ganz schlechter Zeitpunkt, denn der Kommissar kandidiert für den Gemeinderat. Er will unbedingt gegen Langhammer gewinnen. Also muss er herausfinden, was hinter allem steckt, denn der Kollege war Bodyguard eines bekannten Ex-Politikers.

Ach ja, der Klufti halt! Lässt die Arbeit gern von anderen erledigen, möchte aber dafür glänzen. Da hat sich auch diesmal nichts geändert. Auch der Ausflug in die Politik ändert daran nichts. Wie immer gibt es jede Menge urkomischer Szenen und Stellen. So wirklich Krimi ist das diesmal aber nur nebenbei. Hier muss man schlicht seine Ansprüche anders stellen, nämlich in Richtung Wortwitz, Ironie und ein bisschen Sarkasmus. Ganz genau hingesehen findet man dennoch eine gute Portion Sozialkritik und gute Beobachtungsgabe der Autoren, die so manche Eigenart unserer Zeitgenossen und aktuelle Themen aufs Korn nehmen. Und das natürlich in gewohnter Kluftinger-Manier, mit Flüchen und Sprüchen, mit Klischees und auch Vorurteilen. Irgendwie realer, als alle anderen Krimis, oder?

Die Story mäandert quer durchs Leben, spielt an unterschiedlichen Szenen und kommt am Ende doch tatsächlich sinnvoll und stimmig zusammen. Auch wenn dies wenig Krimi und viel Unterhaltung ist, stelle ich fest, dass ich Spaß dabei hatte und zufrieden mit dem Ergebnis bin. Gut, Richy hätte ich doch gern ab und an einen leichten Schlag auf den Hinterkopf gegeben, denn der tapst in noch mehr Fettnäpfchen, als Klufti selbst, und weiß einfach nie, wann er still sein muss. Aber alle Figuren sind gelungen und ergeben zusammen ein lebensnahes Bild und prächtige Unterhaltung. Und mir scheint, bei Klufti fallen so langsam die Groschen und er merkt, was wichtig ist.

Das Hörbuch macht mir bei Klufti, wie ich inzwischen gemerkt habe, immer viel mehr Spaß, als das gedruckte Buch. Die Autoren, unterstützt durch Martin Umbach, haben es richtig klasse eingelesen. Keine schwergewichtige, hochgeistige Lektüre, aber ein herrlicher Zeitvertreib. Und das kann ja auch wertvoll sein. Ich gebe vier Sterne!

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Die Geschichte einer Obsession

Mein Mann
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Sie liebt ihren Mann und tut alles, damit er nie aufhört, sie zu lieben. Sie hat ein Haus, zwei wunderbare Kinder, einen Job als Lehrerin, sie ist noch dazu gefragte Übersetzerin. Und sie hat die eine ...

Sie liebt ihren Mann und tut alles, damit er nie aufhört, sie zu lieben. Sie hat ein Haus, zwei wunderbare Kinder, einen Job als Lehrerin, sie ist noch dazu gefragte Übersetzerin. Und sie hat die eine oder andere Macke mehr, als andere. Ihre Liebe treibt seltsame Blüten. So seltsam, dass ihre Obsession sie blind für die Wahrheit macht.

Man kann kaum beschreiben, was Maud Ventura hier gelungen ist. Der Begriff Obsession ist viel zu schwach, um annähernd auszudrücken, um was es geht. Die Ideen, die die namenlose Ich-Erzählerin entwickelt, muten teilweise fast schon genial an, zeigen aber schnell die wahre Dramatik. Sie nennt bei ihrer Erzählung ihren Mann niemals beim Namen. Er bleibt immer schlicht ihr Mann.

Sympathisch kann man sie nicht finden, nur über ihre Gedanke und, erschreckender Weise, auch ihre Taten staunen. Man fürchtet sich vor dem, was sie sich noch einfallen lassen könnte. Kaum kann man die geniale Wendung am Ende moralisch verwerflich finden, so schockierend beobachtet man ihre Offenbarung. Ja, tatsächlich, was sie erzählt schlägt alles dagewesene. Daher muss man aufpassen, was man bewertet, das Buch oder das Verhalten der Protagonistin. Ersteres ist in meinen Augen gerade deshalb so gelungen, weil man es nicht fassen, nicht glauben, nicht ertragen kann. Letztere fällt eindeutig durch. Und dies, obwohl sie tatsächlich für alles, das sie tut, eine fast schon erschreckend logische Erklärung hat. Es ist unmöglich, Mitleid für sie zu empfinden und das löst bei mir sehr starke Emotionen aus, denn das kenne ich von mir so gar nicht. Einige Stellen sind schon fast witzig, komisch, humorvoll. Ich möchte nicht spoilern, aber es ist schon wirklich bemerkenswert, wie diese Frau mit ihren Ängsten, Moral und Recht umgeht und zweierlei Maß anwendet.

Hätte ich das Buch gern nicht gelesen? Nachträglich betrachtet tatsächlich, ja! Dann wäre ich nicht so verstört. Aber gleichzeitig hätte ich dann eben dieses unvorhersehbare Erlebnis verpasst. Auf alle Fälle bin ich froh, dass die Protagonistin nicht in meiner Nachbarschaft lebt. Insgesamt echt erschreckend gut, aber fünf Sterne mag ich dennoch nicht geben. Bleiben vier, eine Warnung vor psychischen Abgründen und trotzdem eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Diese Mäuse muss man einfach lieben!

Das Mäusehaus - Häkeln mit Sam & Julia
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Ich kannte Sam und Julia vor diesem Buch nicht, aber mich sprachen die beiden Mäuschen sofort an. Und sie machten direkt Lust, eine kleine Mäuseschar mitsamt Ausstattung zu häkeln.

Durch das Kapitel mit ...

Ich kannte Sam und Julia vor diesem Buch nicht, aber mich sprachen die beiden Mäuschen sofort an. Und sie machten direkt Lust, eine kleine Mäuseschar mitsamt Ausstattung zu häkeln.

Durch das Kapitel mit den Grundmaschen hat man gleich noch einen kleinen Häkelkurs. Ich bin der Überzeugung, dass man damit tatsächlich das Häkeln lernen kann. Sehr schön finde ich, dass man hier Anleitungen für Sam und Julia in Mäusehaus- und Kuscheltiergröße bekommt. Die Anleitungen für Ballon, Schaukel und die anderen Teile sind für die kleinen Mäuse ideal. Doch zusätzlich finden sich noch weitere Werkstücke, wie Mäuseaufnäher, Wandbild, Schlüsselanhänger, Lesezeichen, Jonglierbälle, Mäusegirlande, Mäusekorb und Mäusekissen. Hier finden sich also wirklich tolle Ideen und Anleitungen dazu, die nicht nur Kinderherzen höher schlagen lassen.

Alles ist ausführlich und gut verständlich erklärt und beschrieben. Dazu gibt es aussagekräftige Fotos, nicht nur von den Häkelstücken, auch von der Mäusewelt von Sam und Julia. Da kann man sich direkt verlieben und Fan werden! Die meisten Stücke sind recht gut nachmachbar, auch für Anfänger. Die größte Herausforderung ist in meinen Augen, dass einige Ideen aus vielen Einzelteilen bestehen, die entsprechend viel Geduld und Näh- bzw. Bastelarbeit erfordern. Und unbedingt darauf einstellen, dass ganz oft die Bitte kommen wird, für andere auch ein Mäusepärchen plus Zubehör zu häkeln!

Mir gefällt das Buch super gut. Ich kann es reinen Herzens empfehlen und gebe daher fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Ein Kabarettist am Herd

Buchingers Kochbuch
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Kannte ich Michi Buchinger vor diesem Kochbuch? Nein! Ich bin kein Typ für Youtube-Videos, Blogs oder Instagram. Ich folge nichts und niemandem, aber ich stolpere dennoch immer wieder über Bücher dieser ...

Kannte ich Michi Buchinger vor diesem Kochbuch? Nein! Ich bin kein Typ für Youtube-Videos, Blogs oder Instagram. Ich folge nichts und niemandem, aber ich stolpere dennoch immer wieder über Bücher dieser sogenannten Influencer. Das eine oder andere ist dabei flüssiger als flüssig, nämlich überflüssig, aber dann gibt es doch immer wieder solche Perlen wie dieses! Endlich jemand, der so tickt wie ich, obwohl er vom Alter her mein Sohn sein könnte, der auf Fotos zu Rezepten besteht oder sich sonst weigert, die Rezepte auszuprobieren. Endlich jemand, der dem Frühstückskochwahnsinn wie ich aus dem Weg geht! Endlich jemand, der bodenständig kochen will, nicht zu viel Aufwand betreibt und chichi-Zutaten meidet, den Einkauf nicht romantisiert, Stress und Kochgeruch nicht wegredet. Yeah! Danke! Das mit dem Reinlegen überlege ich mir noch mal!

Die Kapitel sind eindeutig benannt mit COMFORT FOOD KOCHEN MIT CHIPS; MICHI EXPRESS / SCHNELLE KÜCHE; FITNESS; ENTERTAINING; SIEHT SCHEISSE AUS, SCHMECKT ABER GUT; SÜSSES. Die Kapitel starten immer mit einer Liste der Rezepte, die folgen werden, und einem humorigen Text. Angehängt sind dann noch das Rezeptregister, die Danksagung und das Team. Passt für mich! Super easy ist der klassische Chipstoast, aber Leute, das Ding schmeckt wirklich geil! Die Rezepte steigern sich aber im Grad der Raffinesse und des Aufwands. Wirklich schwierig werden sie jedoch zum Glück nicht. Die eine oder andere Zutat hat man vielleicht doch nicht zu Hause, aber ganz so schwierig, wie der Autor das einräumt, sind Flohsamenschalen dann doch nicht aufzutreiben. Vor dem Start gibt es einen kleinen Text mit mehr oder weniger großer Prise Humor, dann kommen die Zutatenliste und im Anschluss die Zubereitungsschritte. Letztere sind in Wir-Form gehalten, was irgendwie lustig wirkt.

Insgesamt macht es Spaß, mit Michael Buchinger zu kochen, auch wenn da schon einige Rezepte auftauchen, die weniger nach meinem Geschmack geraten sind. Ist ja aber immer so. Neu erfunden hat Buchinger das Kochen nicht, aber er macht Kochanfängern und Seltenkochern Mut, mehr als Spaghetti mit Pesto zu kochen. Drum ja auch die Aussage, wenn er kochen kann, kannst Du das auch. Das macht die Rezepte keinesfalls kleiner! Man muss nicht Lafer-Style kochen, Buchinger-Style ist viel alltagstauglicher! Auch die kleinen Anekdötchen zwischendrin machen Laune. Und besonders erfreulich ist natürlich, dass Michi Buchinger ebenso wie ich hasst, wenn ein Rezept ohne Foto ist. Also hat er zu allen Rezepten auch Fotos eingefügt und allein das ist schon ein dickes Lob wert. Womit wir ja auch wieder beim Anfang wären. Und gleichzeitig am Ende. Ein Kreis! Höchstpunktzahl!

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