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Veröffentlicht am 03.12.2024

Glückseligkeit auf der Kaffeetafel!

Für mein süßes Ich
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Die Autorin ist umwerfend sympathisch. Unschwer lässt sich aus den persönlichen Zeilen im Vorwort und zwischendurch erkennen, dass sie sich lange Zeit über ihre Figur hat definieren lassen und sich davon ...

Die Autorin ist umwerfend sympathisch. Unschwer lässt sich aus den persönlichen Zeilen im Vorwort und zwischendurch erkennen, dass sie sich lange Zeit über ihre Figur hat definieren lassen und sich davon erst lösen musste, um glücklich zu sein. Kein Wunder also, dass bewusst auf Nährwertangaben verzichtet wurde. Wer Diät halten muss, wird von süßen Dingen sowieso Abstand halten oder spezielle Diätbücher dazu kaufen und nutzen.

Die Rezepte sind vielfältig, abwechslungsreich und absolut verführerisch! Man erkennt unschwer den internationalen Einfluss, der nicht zuletzt daher kommt, dass Alessandra Uriselli aus Kalabrien stammt, in Südtirol lebt und ihr Mann aus Albanien kommt. Daher findet man eine ganze Reihe neuer Rezepte und kaum etwas, was man schon kennt. Das mag ich sehr! Die benötigten Zutaten sind weitgehend unspektakulär und, bis auf ganz wenige Ausnahmen, eigentlich immer vorrätig, aber auf alle Fälle leicht zu bekommen. Einzig Pistazienmehl und Pistazienpaste könnten etwas problematisch werden. Die Arbeitsschritte sind kurz, aber sehr gut verständlich beschrieben. Besonders lobenswert sind die Fotos, die es zu jedem Rezept gibt, was mir sehr wichtig ist.

Für die deutsche Korrektheit fehlen leider Angaben, wie beispielsweise über die Art der Kondensmilch (gezuckert oder nicht?) oder den Fettgehalt vom Quark. Auch sind die Mengen teils unglücklich. Beim Quark-Zitronen-Gugelhupf beispielsweise benötigt man 300 Gramm Quark. Da in Deutschland die Packungen 250 bzw. 500g beinhalten, ist das nicht optimal. Die Gebäcke werden vielleicht nicht bei jedem so hübsch, wie im Buch, aber der Geschmack ist umwerfend. Es wird mit Butter, aber doch hauptsächlich mit Sonnenblumenöl gebacken. Auch wird bei einem Rezept Milchpulver eingesetzt. Letzteres mag ich leider so gar nicht. Hier muss man dann mutig austauschen.

Empfehlen würde ich dieses wunderschöne Buch eher geübteren Backfans, die sich zu helfen wissen, wenn nötig. Für Anfänger dürften die Angaben vielleicht, wie erwähnt, zu ungenau sein und das Ersetzen von der einen oder anderen Zutat etwas schwierig. Trotzdem liebe ich die Rezepte, finde die Autorin mega sympathisch und genieße die Backergebnisse immer wieder. Meine vier Sterne gebe ich diesem hochwertigen und liebevoll gestalteten Buch mit sehr persönlichen Rezepten und Geschichten von Herzen gern.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Gelungene, aber gekürzte Lesung

Ein Weihnachtslied in Prosa
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Ebenezer Scrooges Kompagnon ist gestorben, wodurch er jetzt alleiniger Geschäftsinhaber ist. Doch selbst das entringt ihm keinerlei Gefühl. Im Gegenteil, er scheint dadurch noch geiziger geworden zu sein, ...

Ebenezer Scrooges Kompagnon ist gestorben, wodurch er jetzt alleiniger Geschäftsinhaber ist. Doch selbst das entringt ihm keinerlei Gefühl. Im Gegenteil, er scheint dadurch noch geiziger geworden zu sein, finanziell und gefühlsmäßig. Auch seinem Angestellten Bob Cratchit gegenüber ist er missgelaunt. Nur widerwillig lässt er ihn an Weihnachten früher nach Hause gehen. In der Nacht kommt der in Ketten gelegte Geist von Marley zu Scrooge und kündigt ihm den Besuch von drei Geistern an.

Wer diese Geschichte kennt, liebt sie sowieso. Wer sie zum ersten Mal genießen kann, wird einen ganz besonderen Zauber spüren und jede Weihnacht an sie denken, sie hören, lesen oder sehen wollen. Sie ist modern und zeitlos, so alt sie auch ist.

Die drei Geister zeigen Scrooge Bilder, die ihn teils erfreuen, teils ergreifen, teils schockieren und somit wird sein steinernes Herz etwas aufgeweicht. Für den Hörer sind diese Geschichten in den Bildern, die die Geister zeigen, unschwer zu interpretieren und zu verstehen. Man erkennt auch eigene Schwächen und Fehler und Tiny Tim ist wohl eindeutig die Figur, die man am meisten liebt. Die Wirkung der Geister ist ganz besonders und das Ende der Geschichte bringt Hoffnung in jedes Herz. Um es mit Tiny Tims Worten zu sagen: Gott segne jeden von uns.

Bernd Mannhardt liest die Geschichte wunderbar ein. Leider spricht er Scrooge und Tiny Tim nicht richtig aus. Das stört mich wirklich enorm. Zudem ist die Kürzung besonders gegen Ende sehr zu erkennen. Daher auch der eine Stern Abzug. Vielleicht kann man hier ja nachbessern. Ansonsten bin ich aber von seiner Stimme verzaubert. Sie passt perfekt zur Geschichte. Dickes Lob und vier glänzende, leuchtende Sterne.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Wunderbarer Weihnachts-Krimi-Comic

Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten
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Die Krimis der Queen of Crime als Comic oder Graphic Novel herauszubringen, ist eine gute und clevere Idee. So können die Fans der Autorin ihre Bücher noch einmal im Kurzstil lesen und Lesemuffel können ...

Die Krimis der Queen of Crime als Comic oder Graphic Novel herauszubringen, ist eine gute und clevere Idee. So können die Fans der Autorin ihre Bücher noch einmal im Kurzstil lesen und Lesemuffel können diese tollen Romane kennenlernen.

Die Personen sind stimmig gezeichnet. Besonders Poirot selbst ist unverkennbar. Callixte hat sehr viel Humor in die Bilder gesteckt. Die kleinen Details verraten sie und besonders die übertriebenen Mimiken, wenn sich eine der Figuren aus welchem Grund auch immer, berechtigt oder nicht, über etwas aufregt oder ärgert, sorgen für Schmunzler beim Leser. Herrlich! Auch die Gefühle des Butlers Tressilian kann man den Zeichnungen bestens entnehmen, wie auch den flapsigen Charakter von Hornby, dem Diener.

Der Schauplatz ist ein weitläufiges Herrenhaus. Das betagte Familienoberhaupt, das nicht besonders sympathisch war, wird getötet aufgefunden. Der Kreis der möglichen Täter ist begrenzt. Der Polizeichef Colonel Johnson, der im Buch namenlos bleibt, hat ein gebrochenes Bein und kann daher nicht zu den Lees. Inspektor Sugden, Johnsons bester Mitarbeiter, will den Fall übernehmen, doch Poirot, der gerade bei Johnson zu Besuch ist, bietet seine Hilfe an. In bekannter Manier befragt er alle Anwesenden und zieht am Ende Schlüsse, auf die sonst keiner gekommen wäre. So löst er auch diesen Fall und beweist sein Können, an das kein anderer reicht.

Natürlich ist die Story insgesamt stark gekürzt, aber man kann dem Sinn und der Christie-Methode sehr gut folgen. Beim Betrachten der Zeichnungen und lesen der Sprechblasen wird man, wie bei Christies Büchern, geschickt auf die eine oder andere falsche Spur gelockt. Der Humor, gern in Ironie gepackt, würzt sie noch obendrein. Ich finde diese Adaption außerordentlich gelungen. Fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

Für Anfänger ein echter Schatz an Wissen

Geheimes Häkelwissen
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Dieses Buch ist ein kleiner Schatz für Häkelfans. Selbst erfahrene und geübte Häkelfreunde finden hier noch den einen oder anderen neuen Tipp und Trick und können damit auch schnell und einfach vergessenes ...

Dieses Buch ist ein kleiner Schatz für Häkelfans. Selbst erfahrene und geübte Häkelfreunde finden hier noch den einen oder anderen neuen Tipp und Trick und können damit auch schnell und einfach vergessenes Wissen wieder auffrischen. Ideal ist das Buch also für alle, die eine längere Häkelpause eingelegt hatten und bei ein paar Dingen jetzt unsicher sich. Doch besonders Häkelanfänger finden hier eine tolle Zusammenstellung, um schnell schöne Ergebnisse zu erzielen und Probleme, die beim Häkeln entstehen können, auszumerzen. Fotos und Illustrationen verdeutlichen die schriftlichen Erklärungen sehr gut. So kann man sich damit bestens selbst das Häkeln beibringen. Das Sonderkapitel zu Amigurumis gefällt mir besonders gut. Dieses Buch griffbereit im Regal stehen zu haben, ist kein Fehler! Auch eignet es sich toll als Geschenk. Schön gemacht. Von mir vier Sterne, da Klappentext und Titel implizieren, dass selbst Profis viel Neues lernen können. Das empfinde ich eher als nicht gegeben. Für Newbies ist es aber ein fünf-Sterne-Buch!

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Veröffentlicht am 21.11.2024

Nicht königlich

Der König
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Carl und Roy Opgard sind nicht zimperlich, um an ihre Ziele zu kommen. Sie wollen aus dem gemeinsamen Hotel ein Wellnesshotel machen und einen Freizeitpark mit der größten Achterbahn aus Holz errichten. ...

Carl und Roy Opgard sind nicht zimperlich, um an ihre Ziele zu kommen. Sie wollen aus dem gemeinsamen Hotel ein Wellnesshotel machen und einen Freizeitpark mit der größten Achterbahn aus Holz errichten. Doch dann soll ein Tunnel gebaut werden. Der würde die Touristenströme von dem kleinen Ort wegführen. Carl und Roy haben alle Hände voll zu tun, ihre Pläne mit ganz besonderer Überzeugungskraft durchzusetzen. Dabei erkennen beide, dass es noch ein paar offene Rechungen gibt. Auch untereinander.

Die beiden Hauptfiguren sind alles andere als nette Zeitgenossen. Manchmal sympathisiert man als Leser ja dennoch mit einem Bösewicht. Hier kann ich zwar eine gewisse Spur Verständnis für Roy aufbringen, aber Carl mag ich überhaupt nicht. Sogar bei Roy muss ich mich zwingen, nicht irgendwann das Buch in die Ecke zu pfeffern, weil es echt mal irgendwann reicht. Manche Dinge nutzen sich einfach ab. So auch hier.

Eine Leiche nach der anderen wird entsorgt und unsere beiden Negativhelden ziehen immer wieder den Kopf aus der Schlinge. Für mich ist das ein bisschen arg Slapstick. Vor allem, weil es auch zeitlich immer ein wenig hin und her geht. Ich habe den Eindruck, Nesbö zieht hier sämtliche Klischee-Schubladen auf und macht sich ein bisschen lustig über das Genre. Insgesamt ist die Story zwar ewig lang, aber überraschend seicht.

Erstaunlicher Weise findet sich hier eine Menge Wortwitz und schwarzer Humor. Das kenne ich von den skandinavischen Autoren so nicht und ist mir auch bei Nesbö bisher nicht begegnet. Doch so gern ich das mag, reißt es hier das Ruder nicht mehr herum. Selbst Sascha Rotermund rettet da nichts. Ich werde auch mit diesem Buch kein Fan des Autors. Drei Sterne, mehr ist nicht drin.

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