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Veröffentlicht am 22.09.2024

Was geschah wirklich?

Stalker – Er will dein Leben.
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Endlich steht Eric Sander vor dem Durchbruch als Schauspieler! Die Rolle im TATORT hat ihm viele Türen geöffnet und ihn einem breiten Publikum bekannt gemacht. Auch auf allen Social Media Kanälen wächst ...

Endlich steht Eric Sander vor dem Durchbruch als Schauspieler! Die Rolle im TATORT hat ihm viele Türen geöffnet und ihn einem breiten Publikum bekannt gemacht. Auch auf allen Social Media Kanälen wächst das Interesse an ihm. Doch dann kippt es und jemand versucht, sein Leben so zu übernehmen, wie er seine Profile übernimmt. Das Ganze gipfelt darin, dass dieser Unbekannte Eric dazu zwingen will, einen Mord zu gestehen, wenn er seine Liebsten retten will. Eric muss herausfinden, was vor vielen Jahren geschah, denn an seine Kindheit und frühe Jugend kann er sich seit einem fürchterlichen Ereignis nicht mehr erinnern.

Die Story ist nicht schlecht, aber es kippt an einem gewissen Punkt für meinen Geschmack ins Absurde. Bis dahin bauen die Ereignisse aber sehr gekonnt aufeinander auf und führen Eric in seine eigene Vergangenheit, die er so wenig kennt, wie der Leser oder Hörer. Das macht es sozusagen doppelt spannend. Einige Aktionen und Reaktionen von Erik finde ich jedoch etwas fragwürdig und sinnbefreit. Die Zusammenhänge werden nach und nach klar, ein paar Stellen sind etwas ungehobelt und ungeschliffen, wodurch sie sehr konstruiert wirken.

Ich hadere auch mit dem Titel und Begriff Stalker etwas. Die Story dreht sich eigentlich gar nicht um dieses Thema und Erics Gegner sehe ich auch nicht als Stalker an. Doch das sind Haarspaltereien und nicht der Grund, warum ich nicht so sehr begeistert bin. Meine Kritik betrifft die meiner Meinung nach zu krassen Wendungen in zu hoher Anzahl. Das zieht die Story dann für meinen Geschmack ins Absurde, Lächerliche, Unrealistische. Die ausgelegten falschen Spuren sind für mich mit einem leichten Hauch von Billig gewürzt. Das ist schade und hat dieser Autor doch gar nicht nötig. Der Anfang war richtig klasse, doch dann hat er sich irgendwie vergaloppiert. Schon allein, dass außer der Figur des Erics alle anderen wie Statisten wirken und damit farblos bleiben, schmälert bei mir den Genuss. Insgesamt war das eine außergewöhnliche Geschichte, die viel besser erzählt hätte werden können, auch wenn Sascha Rotermund wie immer einen großartigen Job beim Lesen gemacht hat. Bleiben drei Sterne.

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Ein Insel-Abenteuer der besonderen Art

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Grace ist pensionierte Mathelehrerin und alleinstehend. So rational sie sonst ist, macht sie sich auf nach Ibiza, als sie unerwartet ein heruntergekommenes Häuschen auf der Insel erbt. Alles ist so unberechenbar, ...

Grace ist pensionierte Mathelehrerin und alleinstehend. So rational sie sonst ist, macht sie sich auf nach Ibiza, als sie unerwartet ein heruntergekommenes Häuschen auf der Insel erbt. Alles ist so unberechenbar, so unlogisch, dass sie die sich ihr stellenden Rätsel unbedingt lösen möchte. Warum hat Christina ihr das Haus vererbt und nicht ihrer Tochter Lieke? Nach so vielen Jahren, die sie gar keinen Kontakt mehr hatten? Was hat Alberto mit all dem zu tun, was geschehen ist und geschieht? Bei ihren Nachforschungen stellt Grace fest, wie allgegenwärtig ihre eigene Vergangenheit ist.

Matt Haig schreibt Bücher, die wortwörtlich anders sind. Und ich liebe dieses Anderssein. Auch bei diesem Buch muss man loslassen, sich auf die Geschichte einlassen, nicht gegen die Geschehnisse ankämpfen, die Logik ausschalten. Dann eröffnet sich einem eine wunderschöne, wunderbare Reise, die Realität und Mystik miteinander verwebt und zeigt, dass auch in den dunkelsten Zeiten das Leben einfach wunderbar ist. Wie Grace muss man alles, was man über das Leben und die Realität zu wissen glaubt, neu überdenken. Und das geht nur, wenn man loslässt und sich in die Story fallen lässt.

Grace ist eine so zauberhafte Figur, die man einfach gernhaben muss. Je mehr man über sie erfährt, desto mehr schließt man sie in sein Herz und wünscht ihr, dass sie einfach nur zulässt, glücklich zu sein. Die besondere Chance, die sich ihr bietet, wird man kaum selbst je erleben, doch ist es sehr schön, davon zu träumen. Gleichzeitig ist es auch ergreifend, wie wund ihre Seele ist und wie sehr sie sich selbst bestraft. Für andere, auch im Grunde Fremde, gibt sie alles, kämpft sie und ist sie stark. Sie versucht sogar, eine ganze Insel zu retten. Nur für sich selbst schafft sie das nicht. Die Rettung der ganzen Insel, die mystischen, fast schon magischen Geschehnisse, die kleinen wunderbaren Dinge, die großen unglaublichen Dinge, all das ergibt zusammen ein Buch, das den Leser bereichern kann. Er muss es nur zulassen! Wer komplett in der Realität gefangen ist, wird keine Freude an diesem Buch haben. Wer aber an Dinge glauben möchte, die zwar unrealistisch, dafür aber wunderbar sind, wer La Presencia gerne mal begegnen möchte, der wird das Buch wie ich endlos lieben. Von mir fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 22.09.2024

Men’s Tears

Du kennst sie
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Sophie Braam ist Barkeeperin und erlebt dabei Dinge, die sie innerlich immer mehr brodeln lassen. Eines Tages bedient sich Mark Dixon ungefragt an ihrem besten Rotwein. Und nicht nur daran. Am Ende findet ...

Sophie Braam ist Barkeeperin und erlebt dabei Dinge, die sie innerlich immer mehr brodeln lassen. Eines Tages bedient sich Mark Dixon ungefragt an ihrem besten Rotwein. Und nicht nur daran. Am Ende findet man seine Leiche in einem Müllcontainer. Nora Martin ist Polizistin und kämpft gegen Vorurteile und Rassismus. Ausgerechnet sie wird auf den Fall angesetzt. Zwei besondere Frauen umkreisen sich, finden Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Doch es sterben noch mehr Männer!

Die ersten Seiten haben mich absolut in ihren Bann gezogen und mich auf diverse Arten köstlich unterhalten, auch auf morbide Weise. So unfassbar es scheint, so irrwitzig es ist, aber Sophie hatte schnell eine Menge Sympathiepunkte gesammelt. Ihre Darstellung der Männer und wie sie die Frauen sehen, ist vielleicht ein wenig überspannt, aber auch enorm treffend. Doch dann glitt die Story leider schlagartig etwas in eine Schiene, die mir weniger gefiel. Machte die Sache mit Mark noch Punkte und ergab einen, wenn auch schrägen, Sinn, so waren Sophies Gründe bald nur noch banal und nicht mehr logisch, schon gar nicht, um auf ihrer Seite zu sein. Gleichzeitig entwickelte sich Nora nicht so, wie ich es gehofft hatte. So hatte ich etwa in der Mitte des Buches einen echten Lesehänger. Über die eine oder andere Szene musste ich auch lachen, obwohl das höchstwahrscheinlich nicht von der Autorin beabsichtigt war.

Die Figuren sind definitiv außergewöhnlich. Es lässt sich ganz schwer sagen, ob das in diesem Fall gut oder schlecht ist. Die Sprachmelodie ist auffallend, besonders, oft sehr philosophisch, doch in so geballter Form und rund um Mord und Gewalt sehr gewöhnungsbedürftig. Einige Sätze sind überragend. Dumm nur, dass sie dann gleich mehrfach recycelt werden. Das macht sie dann wieder völlig kaputt. Es ist schwer, meine Kritik so zu verfassen, dass ich nicht spoilere. Mich stört an Sophies Verhalten, dass es nicht erkennbar ist, wann sie von der Angst, erwischt zu werden, zu dem Punkt kommt, unbedingt erwischt werden zu wollen. Bei Nora bin ich mir nicht wirklich klar geworden, ob oder wie sehr sie Dan liebt, oder ob es eher eine Zwecklösung ist, nicht allein sein zu müssen. Murph dagegen mochte ich sehr, auch wenn Nora ihn in ein Licht rückt, das nicht sehr vorteilhaft ist. Der Ansatz mit den Frauen ging leider irgendwann unter. Diese Geister hätten mehr Stimme bekommen sollen, das hätte das Buch gerettet.

Möglich, dass ich etwas nicht verstanden habe, aber ich staune nach wie vor, wohin die Story abgedriftet ist. Der Plot fing wirklich super vielversprechend an. Es war abzusehen, dass Sophie in keine Norm passt und morden wird, doch wie weit das dann geht, wer zu ihren Opfern wird, welche Motivation sie hat, was sie tut und nicht tut, das passt für mich nicht zum Anfang und macht aus dem Plot eine Story, die mir nicht gefallen hat. Es bleiben leider nur zwei Sterne.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

So vielfältig kann die Orange sein

Orangen - Deutscher Kochbuchpreis 2024 Silber
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Mir gefallen Koch- und Backbücher sehr, besonders, wenn sie Themen behandeln. Hier sind es die Orangen und ich staune, dass ich diese Frucht so lange so unterschätzt habe! Allerdings geht das wohl vielen ...

Mir gefallen Koch- und Backbücher sehr, besonders, wenn sie Themen behandeln. Hier sind es die Orangen und ich staune, dass ich diese Frucht so lange so unterschätzt habe! Allerdings geht das wohl vielen so, denn ich kenne kein anderes Kochbuch, das die Orange in den Mittelpunkt der Rezepte stellt.

Da passt die Geschichte von Jamie Schler, wie dieses Kochbuch entstanden ist, herrlich hinein und erklärt vieles. Man freut sich automatisch auf das Abenteuer, die Orange nicht nur als Obst für den Direktverzehr, sondern auch in Küche und Backstube einzusetzen. Interessant ist schon gleich mal die kleine Orangen-Sorten-Kunde. Ganz ehrlich, ich habe einfach nur Orangen gekauft und nie wirklich auf die Sorte geachtet. Das wird nun anders laufen!

Die Rezepte sind dann unterteilt in die Kapitel Saucen, Dressings, Dips und Relishes; Suppen, Salate, Vorspeisen und Beilagen; Hauptgerichte; süße und herzhafte Brote; Kekse und Leckereien; Kuchen; Desserts. Am Anfang steht immer eine Liste mit den Rezepten, die im jeweiligen Kapitel zu finden sind. Die Rezepte haben natürlich einen Namen. Darunter finden sich ein paar Zeilen Info zum Gericht. Anschließend teilt sich die Seite auf in eine Spalte mit Zutatenliste und Platz für die Zubereitungsschritte. Hin und wieder sind letztere etwas ausführlicher erklärt oder einfach mehr zu tun, sodass eine weitere Seite dafür nötig ist. Die Erklärungen sind immer gut verständlich und nachvollziehbar. Aber bitte den Rat der Autorin beachten: Immer erst genau das Rezept durchlesen und die Zutaten vorbereiten, dann klappt es super!

Die Zutaten sind in meinen Augen nicht ausgefallen. Man bekommt alles im gut sortierten Lebensmittelgeschäft recht problemlos. Die Rezepte sind für 4-6 Personen ausgelegt und im Schwierigkeitsgrad zumeist im alltagstauglichen Bereich. Ein paar aufwendigere Rezepte finden sich zusätzlich, die man sich ja für besondere Tage und liebe Gäste reservieren kann.

Nicht zu jedem Rezept findet sich ein Foto. Hier bin ich in der Regel äußerst empfindlich, da ich solche Rezepte in der Tat absolut ignoriere. Da Jamie Schler weitgehend nur bei Dressings, Dips und ähnlichen Rezepten keine Bilder eingefügt hat, bin ich nicht ganz so streng. Dennoch wäre es schön gewesen, hätte sie eine Seite mit nummerierten Schälchen mit diesen Speisen eingefügt.

Nicht alle Rezepte treffen meinen Geschmack, doch das erwarte ich auch von keinem Koch- oder Backbuch. Ich lasse mich gerne inspirieren und erweitere noch lieber mein Wissen. Die Rezepte sind bunt, vielfältig und quer durch die internationale Küche. Das imponiert mir, das spricht mich an, das gefällt mir. Süß finde ich, dass die Fotos dem Trend folgen, altes Geschirr und alte Küchenutensilien zu verwenden. Das symbolisiert perfekt die Tradition und Bedeutung, die Orangen für Jamie haben. Insgesamt bekommt man mit diesem Buch einen völlig neuen Blick auf die Orangen und das gefällt mir ausgesprochen gut. Fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Jung, bunt, lecker!

Die coolsten Backrezepte für Teens
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Ob für Teens oder Backanfänger, für alle ist hier etwas zu finden, das nachzubacken lohnt und im Schwierigkeitsgrad nicht ganz so hochgestellt ist. Dennoch überzeugen Optik und Geschmack! Wunderbar gemacht ...

Ob für Teens oder Backanfänger, für alle ist hier etwas zu finden, das nachzubacken lohnt und im Schwierigkeitsgrad nicht ganz so hochgestellt ist. Dennoch überzeugen Optik und Geschmack! Wunderbar gemacht finde ich schon gleich zu Anfang das Back-Know-How für Einsteiger, das interessant zu lesen und super informativ ist. Auch alte Hasen können da noch etwas für sich mitnehmen.

Die Rezepte sind übersichtlich und gut verständlich geschrieben und aufgebaut. Die Menge, die Zubereitungszeit, die Backzeit und die Kalorien pro Stück, darunter die Zutatenliste und am Ende die Zubereitungsschritte sind neben einem aussagekräftigen Foto und der Bezeichnung zu finden. Ohne den Buchtitel kommt man beim Inhalt nicht unbedingt darauf, dass das Buch sich direkt an Teens richtet.

Die Rezepte bieten eine große Auswahl, schon allein von den Teigen her. Vom Rührteig über Quark-Öl-Teig, an Hefeteig vorbei bis zu Biskuit ist alles dabei und auch Rezepte für Fertigteige aus dem Kühlregal finden sich. Süßes und Deftiges gibt es, um wirklich alle Geschmäcker abzudecken und auch als Mitnahmeessen für Schule oder Feiern zu passen.

Für mich ist dies ein fröhliches Backbuch, das zeigt, dass Backen Spaß und Freude bereitet, aber nicht zwingend kompliziert sein muss. Es ist auch recht dünn, sodass es die Zielgruppe nicht gleich erschlägt und ihr die Gelegenheit bietet, Interesse an weiteren Büchern mit Rezepten zu wecken. Idee und Umsetzung sind super, zumal für absolut jedes Rezept auch ein Foto geliefert wird, was mir persönlich enorm wichtig ist. Kann man prima verschenken, aber auch selbst behalten! Fünf Sterne!

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