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Veröffentlicht am 19.06.2020

Zum Träumen schön

Wo die Sterne tanzen
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Inhalt:

Nele steht gerade an einem Scheidepunkt in ihrer Zukunft, da muss sie zurück in ihre Vergangenheit. Ihre Oma Lotte ist gestorben und sie muss gemeinsam mit ihrer Mutter das Deichschlösschen auf ...

Inhalt:

Nele steht gerade an einem Scheidepunkt in ihrer Zukunft, da muss sie zurück in ihre Vergangenheit. Ihre Oma Lotte ist gestorben und sie muss gemeinsam mit ihrer Mutter das Deichschlösschen auf Juist ausräumen. Dort hat sie viele schöne Sommer verbracht und ihre erste große Liebe kennengelernt: Henry.

Doch eine schicksalhafte Nachricht hat alles verändert und Nele blieben nur die Erinnerungen an diesen ersten schönen Kuss, die durch eine erneute Begegnung mit Henry auf Juist wieder lebendig werden. Schnell wird Nele klar: Erst wenn sie mit der Vergangenheit Frieden geschlossen hat, ist sie bereit für die Zukunft.

Meine Meinung:

Im Prolog befinden wir uns mit Nele im Jahr 1991 und erleben, wie sie Henry auf Juist kennenlernt. Sie verbringt dort Zeit bei ihrer Oma, während der Junge dort wohnt. Schnell ist klar, dass für diese beiden eine besondere Freundschaft beginnt. Irgendwie hatte ich einfach beim Lesen das Gefühl, als wäre dieser Moment magisch, als wäre es Schicksal, dass sich die Kinder treffen und anfreunden. Katharina Herzog hat bei dieser ersten Begegnung so eine besondere Atmosphäre geschaffen, dass ich gar nicht anders konnte, als mit den beiden mitzufiebern.

Fortan begleitet man Nele durch die Jahre. Man erlebt ihren ersten Kuss mit Henry und wie aus Freundschaft mehr wird. Ich hatte direkt Schmetterlinge im Bauch, als ich das las. Hach, die erste große Liebe ist einfach etwas Besonderes. Umso trauriger war ich, als es ein ganz doofes Missverständnis gab. Ich hätte am liebsten geschrien, so nah waren mir die beiden Protagonisten schon. Die Autorin hat es geschafft, dass ich von Anfang an eine enge Beziehung zu Nele aufgebaut und mir für sie nur das Beste gewünscht habe.

Sehr schön fand ich dabei auch die Botschaft, die man aus dem Buch herauslesen kann: Greif nach den Sternen und kämpfe für Deine Träume. Nele dient dem Leser dabei als Vorbild, denn sie möchte von klein auf Musicaltänzerin werden und tut alles dafür, damit dieser Traum Wirklichkeit wird. Und schließlich schafft sie es: Sie steht als Hauptrolle auf der Bühne. Trotzdem musste sie dafür Opfer bringen und als Leserin fragte ich mich unwillkürlich, was ich bereit wäre, für meinen Traum alles aufzugeben und ob ich so stark wäre wie Nele. Denn es gehört wirklich viel Mut dazu, so einen Beruf zu wählen und sie hat es auch wirklich nicht leicht damit. Doch Nele ist eine dieser Protagonistinnen, die ich wirklich bewundere. Sie ist stark und unabhängig und geht ihren Weg. Mir persönlich gefiel es dabei besonders gut, dass Nele auch Mutter ist und damit nicht nur für sich selbst kämpfen muss, sondern auch überlegen, was das Beste für ihre Tochter ist. Als Mutter denkt man noch einmal ganz anders und ich konnte mich wirklich gut in sie hineinfühlen.

Als Leser kann man auch gut beobachten, wie sie sich entwickelt, da man sie über Jahre in der Geschichte begleiten darf, was mir richtig gut gefiel. Auch die Begegnungen, die sie dabei hat prägen sie und so lernt man viele Nebencharaktere kennen, wie z.B. Emily, die Nachbarin von Oma Lotte, die eine Tanzschule betreibt oder Jens, der später ihr bester Freund wird. Auch er kämpft für seinen Traum, lieber in einem Blumenladen zu arbeiten, statt die Metzgerei der Eltern zu übernehmen. Dieses Buch ist wirklich voller Träume und voller Figuren, die ganz unterschiedlich damit umgehen.

Und dann ist da noch die Liebesgeschichte, die immer präsent ist, aber doch nicht zu viel Raum einnimmt, denn eigentlich ist sich die Protagonistin ja über ihre Gefühle gar nicht wirklich bewusst und erkennt erst spät, wem ihr Herz wirklich gehört. Doch genau das fand ich toll, denn als Leser weiß man natürlich längst, was sie noch nicht wahrhaben will und fiebert deshalb ganz schön mit den beiden mit. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, Nele auf ihrem Weg zu begleiten.

Fazit:

Katharina Herzog hat es geschafft, mich mit ihrem Buch „Wo die Sterne tanzen“ zum Träumen zu bringen. Nele wuchs mir sofort ans Herz und ich habe mit ihr mitgefiebert, gelitten und gefühlt und sie auf ihrem Weg begleitet. Gemeinsam mit ihr habe ich nach den Sternen gegriffen und für meine Träume gekämpft. Ein wirklich schönes Buch, das mein Herz erwärmt hat.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 29.05.2020

Ein wertvoller Beitrag

Um 180 Grad
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Inhalt:

Lennard wird dabei erwischt, wie er die Wände eines Altenheimes mit Graffiti besprüht. Um die Geldstrafe abzuarbeiten schicken ihn seine Eltern ausgerechnet in dieses Heim, um dort den alten Bewohnern ...

Inhalt:

Lennard wird dabei erwischt, wie er die Wände eines Altenheimes mit Graffiti besprüht. Um die Geldstrafe abzuarbeiten schicken ihn seine Eltern ausgerechnet in dieses Heim, um dort den alten Bewohnern vorzulesen.

Darauf hat der Jugendliche natürlich überhaupt keine Lust. Trotzdem geht er jeden Dienstag zu Frau Silberstein und liest ihr aus „Tschick“ vor.

Was wie eine lästige Pflicht beginnt, wird für Lennard zu einer Freude, als er im Altenheim der hübschen Lea begegnet. Er wünscht sich nichts mehr, als sie näher kennenzulernen.

Doch dann erfährt er, dass Frau Silberstein als Jüdin in Ausschwitz war und dort die Hölle erlebt hat. Immer häufiger erzählt sie ihm von ihren Erlebnissen und Lennard wird klar, dass die Besuche bei der alten Damen längst schon mehr sind, als nur eine Strafe … .



Meine Meinung:

Im Prolog ist man als Leser live dabei, als Lennard mit seinen Freunden die Graffiti an die Hauswand des Altenheimes, genannt Bunker, sprüht. Schnell wurde mir klar, dass der Junge einfach das macht, worauf er gerade Lust hat, ohne sich groß über die Konsequenzen Gedanken zu machen. Da ist es nur natürlich, dass er auch von der Strafe seiner Eltern nicht gerade begeistert ist. Noch dazu, wo seine beiden Freunde viel glimpflicher davon kommen. Ich finde der Autorin Julia C. Werner ist es sehr gut gelungen, die Gefühle und Gedanken eines männlichen Jugendlichen darzustellen. Anders als in vielen Jugendbüchern ist Lennard nicht der Held, der sich freiwillig um die alten Menschen kümmert. Ich fand das sehr authentisch, denn welcher junge Mann hätte schon Lust im Altenheim Vorlesepate zu sein?

Trotzdem begleitet man den Jugendlichen gerne, weil man wissen möchte, was er erlebt und wie er mit den Besuchen bei Frau Silberstein umgeht. Anfangs hat Lennard sichtlich Probleme. Er weiß nicht, wie er mit den Frauen umgehen soll und die Zustände im Altenheim und die Patienten selbst schockieren ihn. Man spürt als Leser förmlich die Berührungsängste, die er zu Beginn hat und obwohl ich längst schon nicht mehr in seinem Alter bin, konnte ich mich trotzdem in ihn hineinfühlen, so gut transportiert die Autorin die Gefühle ihrer Protagonisten an die Leser.

Natürlich habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass Frau Silberstein von ihren Erfahrungen aus dem KZ berichten würde. Doch lange Zeit gibt sie nur immer kleine Hinweise, erzählt aber nie Genaueres. Vorerst liegt das Augenmerk auf den Begegnungen von Lennard und Lea. Denn wie es im Leben von Jugendlichen eben so ist, spielt das andere Geschlecht eine wichtige Rolle. Man verliebt sich zum ersten Mal und hofft, dass diese Liebe erwidert wird. Trotzdem ist die Geschichte nie langweilig, denn je öfter Lennard zu Frau Silberstein geht, desto mehr verändern ihn diese Besuche. Er fängt an, sich für die alten Menschen zu öffnen, ihnen zuzuhören und merkt, wie wichtig deren Geschichten sind. Es ist nämlich etwas ganz anderes, ob man von den Gräueltaten in einem Buch liest oder sie von einem Menschen hört, der sie wirklich erleiden musste. Mich hat mehrmals beim Lesen eine Gänsehaut überkommen. Es ist für mich nie leicht, solche Szenen zu lesen, weil es für mich immer unvorstellbar sein wird, wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können, aber eine Botschaft kommt in diesem Buch ganz klar heraus: Es ist wichtig, sich zu erinnern, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Und ja, das ist es wirklich. Deswegen sind genau solche Bücher in meinen Augen sehr wichtig. Julia C. Werner hat diesen schweren Stoff für Jugendliche zugänglich bemacht ohne sie zu schonen oder zu beschützen. Sie möchte ihnen die Augen öffnen. Trotzdem geht sie sehr behutsam mit diesem Thema um. Ich finde, sie hat genau den richtigen Ton für ein Jugendbuch getroffen.

Auch das Ende hat mich sehr berührt und bewegt. Man kann deutlich herauslesen, wie sehr die Besuche Lennard verändert haben und das zum Positiven. Allerdings sind es nur kleine Veränderungen und sie passieren so schleichend, dass wohl nicht mal er selbst es anfangs merkt. Vielleicht ist es gerade deswegen so authentisch, weil Julia C. Werner es nicht mit der Entwicklung ihrer Protagonisten übertreibt. Mich hat sie jedenfalls mit ihren Charakteren und ihrer Botschaft vollkommen überzeugt.

Fazit:

Julia C. Werner hat mit ihrem Buch „Um 180 Grad“ einen sehr wertvollen Beitrag geleistet. Sie setzt ein schwieriges Thema so um, dass es für Jugendliche zugänglich wird und sie sich in den Protagonisten hineinversetzen können. Dabei kommt die Botschaft ganz klar heraus: Gemeinsam müssen wir gegen das Vergessen kämpfen, damit so etwas Schreckliches nicht noch einmal passiert. Ein Buch, das auf jeden Fall als Lektüre in den Unterricht und in die Hand jedes Jugendlichen gehört.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 29.05.2020

Das Buch ist wie Urlaub in der Toskana

Die geheimnisvollen Gärten der Toskana
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Inhalt:

Von ihrem Freund betrogen, verliert Jessy auch noch ihren Job in einem Blumenladen. Ein Neuanfang ist jetzt genau das Richtige. Da kommt die Jobanzeige in der Toskana zur richtigen Zeit. Zwei ...

Inhalt:

Von ihrem Freund betrogen, verliert Jessy auch noch ihren Job in einem Blumenladen. Ein Neuanfang ist jetzt genau das Richtige. Da kommt die Jobanzeige in der Toskana zur richtigen Zeit. Zwei Monate Gartenarbeit in der Sonne Italiens klingt wie ein Traum für sie.

Kurzentschlossen packt sie ihre Koffer und steht kurz darauf vor der Villa von Gregorio Russo. Der ist anfangs alles andere als begeistert, hat er doch mit einem männlichen Helfer gerechnet. Doch langsam gräbt sich Jessy nicht nur durch den Garten, sondern auch in sein Herz… .

Meine Meinung:

Von Anja Saskia Beyer habe ich schon einige Bücher gelesen und war jedes Mal wieder begeistert, deswegen musste ich natürlich auch zu ihrem neuesten Werk greifen.

Gleich zu Beginn erlebt man Jessy, wie sie vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens steht. Sie scheint alles verloren zu haben: ihren Freund, ihren Job und ihr Vater hat sich auch noch von ihrer Mutter getrennt. Die junge Frau fühlt sich verloren und weiß nicht so recht, wohin mit sich selbst. Das Einzige, das sie gerade noch ein bisschen hält ist die enge Beziehung zu ihrer Mutter.

Da flattert ihr das Jobangebot ins Haus und sie beschließt spontan für zwei Monate in die Toskana zu fahren, um dort zu arbeiten. Ich habe das wirklich bewundert, weil es spontan und mutig ist. Etwas, das ich noch nie war. Umso mehr freute ich mich, dass ich gemeinsam mit Jessy dieses Wagnis eingehen konnte. Das verlieh dem Buch auch irgendwo eine gewisse Leichtigkeit, die perfekt zu einem Sommerroman passt.

Doch besonders angetan hat es mir die Landschaft. Anja Saskia Beyer beschreibt die Toskana mit all ihren Gärten und Pflanzen mit so viel Liebe und so detailreich, dass ich mich direkt verliebt habe. Mein Handy lag ständig griffbereit neben mir und ich habe sofort die Orte und Gärten gegoogelt und mir angesehen. Was hätte ich darum gegeben, tatsächlich auf den Spuren von Jessy und Gregorio zu wandeln, den Duft der Zitronen einzuatmen, den Wein und die anderen Köstlichkeiten zu schmecken und mir die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Dieses Buch ist wirklich wie Urlaub im Kopf. Ich konnte beim Lesen die Seele baumeln lassen und mich entspannt zurücklehnen. Sehr schön fand ich, wie immer, dass es am Ende auch Rezepte zum Nachkochen und –backen gibt, um das Urlaubsfeeling noch etwas zu erhöhen.

Die Geschichte an sich hat mir aber auch richtig gut gefallen. Jessy und Gregorio sind so ein schönes Paar und ich freute mich so, als ich las, wie die Protagonistin sich in der Toskana und in Gregorios Gegenwart immer mehr zuhause gefühlt hat. In den Gärten von Italien fand sie nicht nur ihre Leidenschaft für die Natur, die Pflanzen und Tiere, sondern entdeckte dadurch immer mehr, wer sie wirklich ist. Erst als sie sich selber gefunden hat, konnte sie sich auch wieder auf eine Beziehung einlassen, was ich sehr passend fand.

Das Familiengeheimnis spielt sich eher im Hintergrund ab, war für mich aber nochmal eine schöne Ergänzung zur Liebesgeschichte. In diesem Buch liegt das Hauptaugenmerk ganz klar auf den Gefühlen, aber auch auf dem Thema „Umweltschutz“ und „Natur erhalten“. Diese Botschaft ist gerade so aktuell wie schon lange nicht mehr und ich finde es auch sehr wichtig, dass man mehr auf die Natur achten sollte. Toll, dass Anja Saskia Beyer sich dieses Thema für ihr Buch ausgesucht hat.

Das Ende passt natürlich wieder perfekt zur Geschichte und macht dieses Buch noch einmal zu einem schönen Sommerroman, den man beim Lesen einfach nur genießen kann.

Fazit:

Anja Saskia Beyer hat es auch mit diesem Buch wieder geschafft, mich zu begeistert. Ich bekam ein schönes Stück Urlaub für den Kopf, konnte die Seele baumeln lassen und mich beim Lesen so richtig entspannen. Ein traumhaftes Setting, eine wichtige Botschaft und liebevolle Charaktere machen die Geschichte so besonders. Vielen Dank für diesen Lesegenuss.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 29.05.2020

Ein wirklich schönes Buch

Heidesommerträume
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Inhalt:

Carolin ist Bestsellerautorin von Liebesromanen, doch ihr neuestes Projekt bereitet ihr wirklich Probleme. Das merkt sogar ihre Lektorin, aber die Schriftstellerin weiß trotzdem nicht, was sie ...

Inhalt:

Carolin ist Bestsellerautorin von Liebesromanen, doch ihr neuestes Projekt bereitet ihr wirklich Probleme. Das merkt sogar ihre Lektorin, aber die Schriftstellerin weiß trotzdem nicht, was sie verändern könnte. Da hilft nur eines: Ein Tapetenwechsel.

Zum Glück führt ihre Schwester Lola ein Hotel in der Lüneburger Heide. Dorthin möchte sie sich zum Schreiben und zum Kraft tanken zurückziehen. Doch kaum dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse und Lola packt kurzerhand die Koffer und verschwindet spurlos.

Zurück bleiben eine überraschte Carolin, ein überforderter Ehemann und ein Hotel voller Gäste inklusive Hoteltester. Die Autorin muss erst einmal ihr Manuskript hinten anstellen, denn jetzt ist ihre Hilfe erforderlich. Zum Glück bekommt sie unerwartet Unterstützung. Doch bald schon muss Carolin erkennen, dass auch ihr Leben gehörig auf den Kopf gestellt wurde und danach nichts mehr so ist, wie vorher … .

Meine Meinung:

Silvia Konnerth ist aus meinem Bücherregal inzwischen nicht mehr wegzudenken und spätestens nach ihrem letzten Heideroman hat sie mich für diese Lokation total begeistert, deswegen musste ich natürlich auch ihr neuestes Buch sofort lesen.

Zu Beginn lernt man Carolin kennen. Sie hat gerade ihr Manuskript an ihre Lektorin geschickt, die nur mäßig begeistert ist. Doch die Schriftstellerin hat keine Ahnung, was sie an der Geschichte ändern könnte und scheint geradezu auf eine Schreibblockade zuzusteuern. Überhaupt scheint ihr ganzes Leben seit dem Moment aus der Bahn geraten zu sein, als ihr Freund Lars per Post-it mit ihr Schluss gemacht hat. Zum Glück steht ihr ihre beste Freundin Moni zur Seite. Die Friseurin ist wirklich der Kracher, im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie wirkt auf den ersten Blick laut und dominant, fast schon etwas aufdringlich, denn sie sagt allen, ohne groß darüber nachzudenken, ihre ehrliche, ungeschönte Meinung. Doch genau das fand ich an ihr so toll. Manchmal brauchen introvertierte Leute, wie Carolin (oder ich) eben einfach Leute, die einen aus dem Schneckenhaus rausholen, denn die Autorin verbringt wirklich sehr viel Zeit in ihrer Wohnung und kommt kaum noch raus oder unter Menschen.

Auch zu ihrer Schwester Lola hat sie inzwischen nur noch sporadisch Kontakt. Dabei haben die beiden wirklich eine bewegende Familiengeschichte. Je mehr ich darüber las, desto mehr erwärmte sie mein Herz. Da hat Lola schon sehr früh sehr viel Verantwortung übernommen und ich hatte wirklich größten Respekt vor ihr. Da bekommt man manchmal das Gefühl, als hätte Carolin es einfach gehabt, weil ihr so viel abgenommen wurde, aber wenn man genau hinschaut, dann erkennt man, dass auch sie sehr gelitten und ihre Narben davongetragen hat. Bei einem Zusammentreffen mit Lars merkt man dann auch noch, dass sie die Trennung immer noch nicht verwunden hat und gerade irgendwie gar keine Ahnung zu haben scheint, wie es weitergehen soll.

Als sie sich schließlich auf den Weg in die Heide machte, freute ich mich schon richtig darauf. Silvia Konnerth hat mir nämlich die Liebe zu diesem Ort schon in ihrem letzten Buch nähergebracht. Das ist einfach ein wirklich schönes Setting und ich konnte mir das Hotel darin richtig gut vorstellen. Doch die Autorin hat es zusätzlich mit ganz viel liebevollen Details gefüllt. Ich bekam richtig Lust, selbst im Wintergarten zu lesen oder mir die Ferkel im Stall anzusehen. Ich liebe die Beschreibungen von Silvia Konnerth einfach. Man kann sich alles genau vorstellen und tatsächlich bekommt man Lust, selbst einmal einen Urlaub in der Heide zu verbringen.

Bevor es jedoch um die ganz großen Gefühle zwischen Mann und Frau geht, stehen erst einmal ganz andere Emotionen im Vordergrund: Lola ist mit ihrer Arbeit total überfordert, Carolin steckt in einer Sackgasse, Paul (Lolas Mann) fühlt sich ausgrenzt und Moni verzweifelt an der Erziehung ihrer Teenagertochter. Daran merkt man, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat und kein Leben wirklich perfekt ist. Jeder kämpft mit den eigenen Problemen und niemand ist allein. Das finde ich tatsächlich eine sehr schöne Botschaft, weil man oftmals dazu neigt, alles schwarz zu sehen und denkt, nur man selber hätte es schwer. Dabei ist es so wichtig, sich nicht in seinem Loch zu verlieren, sondern selbst die Initiative zu ergreifen und etwas zu verändern und genau das macht auch Carolin, wenn sie auch etwas unfreiwillig in eine neue Situation geworfen wird. Wie Moni so schön gesagt hat, manchmal hilft es, den Blickwinkel zu verändern. Das mag ich so an den Büchern von Silvia Konnerth, dass sie ihren Geschichten trotz Leichtigkeit auch ein wenig Ernst verleiht und tiefgreifende Botschaften vermittelt, die man zwischen den Zeilen herauslesen kann.

Was ihr jedoch auch noch gut gelingt sind die Nebencharaktere, die menschlichen und die tierischen, denn inzwischen scheint es eine Spezialität von ihr zu sein, den Protagonisten einen tierischen Begleiter an die Seite zu stellen. Dieses Mal ist es ein sehr ungewöhnliches Kaninchen namens Hanibal. Aber auch die Gäste im Hotel sind wirklich einzigartig. Ich fand es so schön, die kleine Gruppe zu begleiten und die Personen näher kennenzulernen. Das ist wirklich eine Truppe, die ich mir auch für ein solches Abenteuer gewünscht hätte.

Und dann die Liebesgeschichte, die natürlich nicht fehlen durfte. Die gefiel mir auch richtig gut, weil sie sich zwar von Anfang an abzeichnet, aber doch auch ein wenig ungewöhnlich ist, was vielleicht ein bisschen am männlichen Protagonisten liegt, der für so manche Überraschung sorgt. Ich habe wirklich mit den beiden mitgefiebert, sie sind so ein schönes Paar, stehen sich aber oftmals selbst im Weg, aber das macht es dafür umso spannender, oder nicht?

Fazit:

Mit „Heidesommerküsse“ hat Silvia Konnerth mir wieder einige sehr schöne Lesestunden beschert, auch, wenn das Buch viel zu schnell zu Ende war. Ihre Geschichten sind einfach immer so herrlich kurzweilig und das obwohl sie immer auch tiefgründige Botschaften enthalten, die man zwischen den Zeilen herauslesen kann. Dabei ist es eine Spezialität von ihr nicht nur ihren Protagonisten Leben einzuhauchen, sondern auch Nebencharaktere zu entwerfen, die ungewöhnlich, einzigartig und absolut liebenswert sind und zwar menschliche und tierische. Man fiebert so mit den Figuren mit, dass man alles um sich herum vergisst und tief in die Lüneburger Heide eintaucht. Silvia Konnerths Bücher sind einfach immer wieder Urlaub für Geist und Seele für mich.

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Veröffentlicht am 22.05.2020

Mitreißende Familiengeschichte

Die verlorene Frau
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Inhalt:

Als Rebeccas Vater aus dem Krieg in der Normandie zurückkommt, ist er nicht mehr der Selbe. Immer wieder wird er gegenüber seiner Frau gewalttätig und macht den beiden das Leben damit zur Hölle. ...

Inhalt:

Als Rebeccas Vater aus dem Krieg in der Normandie zurückkommt, ist er nicht mehr der Selbe. Immer wieder wird er gegenüber seiner Frau gewalttätig und macht den beiden das Leben damit zur Hölle. Eines Abends eskaliert die Situation und wenig später sind Rebeccas Eltern tot und lassen ihre 13jährige Tochter allein.

Jahre später verschwindet eine junge Mutter gemeinsam mit ihrem kranken Baby aus dem Krankenhaus. Die Zeit drängt, deshalb setzt ihre Schwester Iris alles daran, sie zu finden und hofft dabei auf die Hilfe ihrer Mutter Rebecca. Doch nur, wenn es dieser gelingt, über die schrecklichste Nacht in ihrem Leben zu sprechen, werden sie das Baby retten können … .

Meine Meinung:

Schon das erste Buch von Emily Gunnis hat mich wahnsinnig mitgerissen, deswegen musste ich natürlich auch ihr neuestes Werk lesen.

Das Buch beginnt im Jahr 1960 und man erlebt mit, wie die 13jährige Rebecca nach dieser schrecklichen Nacht von einem Polizisten verhört wird. Doch auch in diesem Prolog erfährt man nicht wirklich mehr, als aus dem Klappentext. Trotzdem wird man als Leser richtig neugierig auf die Ereignisse gemacht.

Fortan wechselt man zwischen den Zeiten und Protagonisten. Man liest sich durch das Leben von Rebecca, ihrem Exmann und Iris. Dabei erfährt man von den verworrenen Familienverhältnissen und wie jeder der Figuren sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Ich fand es sehr spannend zu erfahren, wie die einzelnen Personen so leben und versuchen mit den Ereignissen aus der Vergangenheit umzugehen. Auch die Suche nach Jessy bescherte mir wirklich Gänsehaut. Es war für mich schrecklich zu lesen, dass das Baby dringend Medikamente benötigt, die Mutter das aber nicht erkennen kann, weil sie an einer Wochenbettdepression leidet. Sehr einfühlsam schildert Emily Gunnis, die Gefühle einer jungen Mutter, die leider nicht das Glück der Geburt empfinden kann. Da ich selber Mutter bin, ging mir das wirklich unter die Haut und ich hoffte wirklich von Herzen, dass es für die junge Frau und ihr Baby ein Happy End geben würde.

Und obwohl ich die Suche nach Jessy sehr spannend fand, las ich die Kapitel, die in der Vergangenheit gespielt haben, doch noch eine Spur lieber. Ich wollte einfach wissen, was damals passiert war, was zum Tod von Rebeccas Eltern geführt hat. Sehr schön fand ich dabei, dass wir auch die Sicht von Rebeccas Mutter Harriet zu lesen bekamen. Sie leidet wirklich sehr unter ihrem Ehemann, der aufgrund seiner Kriegsneurose unberechenbar ist. Trotz allem gelingt es der Autorin, auch für ihn Verständnis aufzubringen. Sie schildert die Erlebnisse so, dass man wirklich auch Mitgefühl für ihn hat, weil er so viele schreckliche Dinge im Krieg erlebt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Geschehnisse nicht spurlos an einem vorübergehen. Es gefiel mir wirklich sehr gut, wie Emily Gunnis ihre Charaktere lebendig werden ließ, wie sie ihnen Tiefe verleiht und den Leser dazu bringt, über sie nachzudenken. Das sind definitiv Figuren, mit denen man mitfiebert, die man gerne begleitet und von denen man sich nur schwer lösen kann.

Je tiefer ich in die Geschichte eintauchte und mich von den Charakteren gefangen nehmen ließ, desto mehr rissen mich die Ereignisse mit. Einige Wendungen habe ich früher durchschaut, andere überhaupt nicht. So blieb das Buch wirklich von Anfang bis Ende spannend. Einige Schicksale haben mich sogar so tief berührt, dass ich ein paar Tränen vergossen habe. Ich liebe es, wenn mich Geschichten und Figuren so tief berühren.

Dabei spielt es sicher auch eine Rolle, dass Emily Gunnis so viele ernste Themen in ihre Geschichte eingeflochten hat. Wir beschäftigen uns in diesem Buch mit Wochenbettdepressionen, Kriegsneurose, häuslicher Gewalt, Vergewaltigung, psychischen Krankheiten, dass Paare keine Kinder kriegen können und vieles mehr. Trotz allem wirkt es nicht überfrachtet, da diese Themen so geschickt in die Story eingebunden wurden.

Am Ende laufen dann alle Fäden zusammen und für mich passte es perfekt zur Geschichte. Ich kann das Buch zufrieden zuschlagen und trotzdem hat es noch ein wenig in mir nachgehallt.

Fazit:

Mit „Die verlorene Frau“ hat Emily Gunnis mir erneut bewiesen, dass sie mitreißende Geschichten schreiben kann. Ihre Charaktere haben so viel Tiefe und sind so lebendig, dass man sie gerne begleitet und mit ihnen mitfiebert. Doch nicht nur die Figuren haben mich gefangen genommen, sondern auch die Geschichte selbst. Die Autorin hat einige ernste Themen in ihre Geschichte eingeflochten und mich mit den Ereignissen richtig mitgerissen. Ich habe so mitgefühlt, dass ich sogar einige Tränen vergossen habe, weil mich die Schicksale so berührt haben. Einfach großartig!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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