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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Alles, was das vorweihnachtliche Herz begehrt

The Holiday Brothers
1

Mit ‚THE HOLiDAY BROTHERS‘ bringt Devney Perry einen echten Leckerbissen für die Vorweihnachtszeit auf den Markt.

Ein Buch, unterteilt in 3 Geschichten, wobei jede von einem der begehrtesten Junggesellen ...

Mit ‚THE HOLiDAY BROTHERS‘ bringt Devney Perry einen echten Leckerbissen für die Vorweihnachtszeit auf den Markt.

Ein Buch, unterteilt in 3 Geschichten, wobei jede von einem der begehrtesten Junggesellen erzählt. Da diese drei coolen Jungs auch noch Brüder sind, ist eine gewisse Vernetzung der Geschichten gesichert.

Dennoch geht es in jedem Teil primär nur um einen dieser Brüder und seine jeweilige Flamme. Diese beiden erzählen dann kapitelweise aus ihrer jeweiligen Sicht, was das Lesen sehr abwechslungsreich und spannend , aber auch berührend macht.

Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig, den Charakteren der jeweils erzählenden Protagonisten detailreich und hervorragend angepasst, auch wenn manches recht vorhersehbar ist.

Im ersten, sehr romantischen Teil mit großer Weihnachtsattitüde erzählen der alleinerziehende Vater Maddox und das von ihm engagierte Kindermädchen Nathalie über die Entstehung ihrer Liebe.
Teil zwei beschäftigt sich mit Heath und Stella, die sich nach langer Zeit jobbedingt wieder begegnen, was wie eine Fügung erscheint.
Die ersten beiden Teile haben wohlige Aufbruchsstimmung und einen herzerwärmenden Grundtenor.
Der dritte, meiner Meinung nach auch nachdenklichsteTeil vermittelt trotz der Liebe von Tobias und Eva und deren Schwangerschaft viel Abschiedsgefühl.

Bei mir hat dieses Buch die Vorfreude auf Weihnachten definitiv schon geweckt, obwohl alle drei Geschichten vermutlich auch ohne weihnachtliches Flair sehr gut funktionieren würden. Doch um die Herbstzeit macht es eben viel mehr Spaß, sich gemütlich einzukuscheln und seinen Emotionen bei solchen Geschichten Spielraum zu geben. Außerdem hätte das Buch dann auch kein so niedliches Cover!

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.09.2025

Weniger ist meist mehr

Mister O'Lui und das schönste Geschenk der Welt
0

Im Bilderbuch ‚Mr O‘Loui und das schönste Geschenk der Welt‘ möchte der niedliche Biberbär Mr O’Loui seinen Freunden, dem Streifenschwein, der Giraffe und dem Löwen eine Freude machen. Es soll etwas ganz ...

Im Bilderbuch ‚Mr O‘Loui und das schönste Geschenk der Welt‘ möchte der niedliche Biberbär Mr O’Loui seinen Freunden, dem Streifenschwein, der Giraffe und dem Löwen eine Freude machen. Es soll etwas ganz besonderes sein, das schönste Geschenk der Welt eben.

Doch was ist das eigentlich? Das werden die großen und kleinen Leser im Verlauf der Geschichte sicher erkennen.

Das Bilderbuch für die Kleinsten ab etwa zwei Jahren, in altersgemäßer Haptik und Größe und die gekonnt reduzierten, in wenigen warmen Farben gehaltenen, sehr liebevollen Illustrationen lenken nicht vom Inhalt ab, sondern ermöglichen ein ‚Runterkommen’ in gemütlicher Lesezeit mit ungeteilter Aufmerksamkeit für die liebenswerten Charaktere, allen voran Mr O‘Loui.

Die klare und einfache Aufteilung auf Doppelseiten und die Auflösung des gesuchten Wortes jeweils nach dem Umblättern unterstützen dies und motivieren kleine Kinder zusätzlich.

In altersgerechter, kindgemäßer Sprache formuliert, und mit Reimen, die der Zielgruppe viel Freude bereiten, wird durch das geforderte eigenständige Einsetzen von einzelnen Reimwörtern zusätzlich zum Mitdenken über Sprache angeregt.

Insgesamt ein sprachlich sehr gelungenes, optisch wundervolles und inhaltlich äußerst emphatisches Bilderbuch ohne Reizüberflutung. Es bringt den Lesenden, Ratenden, mit Sprache spielenden oder nur Hörenden den Wert des Schenkens sowie die Bedeutung wahrer Freundschaft ohne belehrenden Zeigefinger auf wundervolle Weise näher, ganz nach dem Motto: Weniger ist oft mehr!

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  • Thema
Veröffentlicht am 24.07.2025

Montalbanos Ende

Riccardino
2

In ,Riccardino‘ von Andrea Camilleri reißt ein früher Anruf Commissario Montalbano aus dem Schlaf, doch er reagiert nicht, da er den Anrufer, einen gewissen Riccardino, nicht kennt.

Allerdings bekommt ...

In ,Riccardino‘ von Andrea Camilleri reißt ein früher Anruf Commissario Montalbano aus dem Schlaf, doch er reagiert nicht, da er den Anrufer, einen gewissen Riccardino, nicht kennt.

Allerdings bekommt er es am nächsten Tag mit genau diesem Mann zu tun, allerdings als Leiche.

So nimmt Montalbanos bekanntermaßen letzter Fall Fahrt auf und die Handlung, ihre Schauplätze und der perfekt gewählte Sprecher dieses Hörbuchs versetzen den Lesenden rasch mitten ins Geschehen nach Sizilien.

Der interessante Umgang des Commissarios mit seinen Vorgesetzten und anderen unliebsamen Personen wie dem Bischof oder der Wahrsagerin sorgen für Abwechslung, gelegentlich aber auch für Verwirrung und die Geschichte wirkt mitunter unberechenbar und fahrig.
Dies wird zusätzlich bedingt durch den eigentlich gelungenen Schachzug des Autors, selbst auch mit Montalbano, dem Kommissar zu kommunizieren, der aber extrem stark ausgereizt wird und somit zusätzlich von Hauptstrang der Handlung ablenkt.

Dadurch erhält der Lesende eher das Gefühl eines lustlosen Autors, der das Ende der erfolgreichen Krimireihe um den gealterten Commissarios sehnlichst herbeisehnt.

Schade, denn das hat Montalbano nach etlichen gut und spektakulär gelösten Fällen nicht verdient.

Allerdings helfen die angenehme Stimme, die tolle Sprache und der unterhaltsame Vortrag des Sprechers sowie viel italienisches Flair über Schwächen dieses letzten Falls und dessen abruptes Ende hinweg.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Sprecher
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 14.07.2025

Schmunzel-Krimi mit Fernwehattitüde

Inspector Pescadores und der Tote im Pool
3

Daniel Verano bringt uns mit ,Inspector Pescadores und der Tote im Pool‘ nach Gran Canaria und dort treffen wir seine netten Protagonisten, allen voran Ex-Kriminal-Hauptkommissar Markus Fischer, Lottogewinner ...

Daniel Verano bringt uns mit ,Inspector Pescadores und der Tote im Pool‘ nach Gran Canaria und dort treffen wir seine netten Protagonisten, allen voran Ex-Kriminal-Hauptkommissar Markus Fischer, Lottogewinner und Auswanderer und seine Freunde Petra, Marianne…. , alles deutsche Auswanderer und Charaktere, wie die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Der Autor führt seine Personen mit sehr viel Herz, Hirn und Humor ein.
Der deutsche Ex-Kommissar kommt nicht dazu, sich wie geplant zur Ruhe zu setzen: der Mordfall, ein vorverurteilter Sohn der Anlagenbesitzerin, viele Verdachtsmomente, viele Besserwisser und auch Mitwisser???

Dazu gibt es einen Hauch von Musik und Spannung, aber auch eine gehörige Portion Humor und dazu eine Prise Urlaubsfeeling vor der wunderschönen Kulisse Gran Canarias.
Obwohl am Ende doch einige Fragen offen bleiben, gelingt es dem Autor mit einem gefühlten Lächeln auf den Lippen und einem gefühlt zwinkernden Auge sehr, sehr gut, den Lesenden ebenso ein Lächeln ins Gedicht zu zaubern und Urlaubsstimmung zu verbreiten. Unterstützt von Rezepten im Buch, die für hervorragenden Geschmack sorgen!

Man darf keinen extrem gerissenen Kriminalfall erwarten, aber einen humorvollen, teils schrägen und auch witzigen Sommer-Wohlfühlkrimi für entspannte, spannende aber auch verträumte
Lesestunden. Der flüssige Schreibstil verführt stetig zum Weiterschmöketn.

Aber Achtung: Jede Menge Lokalkolorit sorgt bei Liebhabern der Insel für das Aufkommen und stetige Zunehmen von Fernweh!
Für mich ein gelungener Auftakt für die Gran-Canaria-Reihe.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Isolierter Ehrgeiz inmitten eines schlechten Sozialgefüges

Emotional Female
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Yumiko Kadota, Autorin und Protagonistin des Buches ‚ Emotional Female’ gleicht sicher dem Traum vieler asiatischer Eltern:
Ein ehrgeiziges Vorzeigekind, ausgestattet mit hoher Intelligenz und enormer ...

Yumiko Kadota, Autorin und Protagonistin des Buches ‚ Emotional Female’ gleicht sicher dem Traum vieler asiatischer Eltern:
Ein ehrgeiziges Vorzeigekind, ausgestattet mit hoher Intelligenz und enormer Anpassungsfähigkeit klettert die schulische und studentische Karriereleiter mühelos empor und verwirklicht sich ihren beruflichen Traum. Sie schildert viele Stationen des Lernens und Weiterkommens, jedoch erlebt sie scheinbar wenig von dem, was eine gute, erfahrungsreiche Kindheit und Jugend ausmacht. Doch dies schien ihr ja auch nicht bewusst zu sein. Sie führt ein schnörkelloses Leben, das sie ebenso schnörkellos und sachlich, wie eine Außenstehende, erzählt.

Dann gerät sie in ihrem Traumberuf als Ärztin trotz all ihrer Bemühungen um Akzeptanz rasch in einen Strudel aus Missachtung, Provokation etc. inmitten eines von Männern dominierten, sexistischen und ausbeuterischen medizinischen Umfeldes ihrer Klinik. Dies führt bald zum völligen Zusammenbruch, sie erleidet einen Burn Out.
All dies schildert sie sachlich, dabei wird das Gesundheitssystem schonungslos durchleuchtet und es tun sich Missstände auf, die den Leser hoffen lassen, dort weder als Arbeitender noch als Patient Zeit verbringen zu müssen.
Diese realistische Darstellung liest sich gut und beeindruckend und Yumiko Dakota ist eine gewissenhafte Ärztin, wie man sie sich nur wünschen kann.
Doch bleibt mir das ganze Buch zu sehr an der Oberfläche.
Wie kann es sein, dass eine intelligente, junge Frau, die als Ärztin sicher auch Grundlagen der Psychologie vermittelt bekam, die eigenen Symptome so lange nicht wahrhaben will, so blind ins eigene Verderben rennt und kaum Zeit für Reflexion aufbringen mag?
Wie kann es sein, dass sie so mit sich alleine ist? Mir fehlenden dieser Klinik zum Beispiel erfahrene, gestandene Frauen oder auch Männer mit Weitsicht und Herz. Wo bleiben helfende Institutionen und vor allem: Was ist mit einem privaten, sozialen Umfeld, mit Familie und Freunden? Gab es da keine lauten Skeptiker?
Das auffangende Netz fehlte und ein Yoga-Retreat als Ersatz dafür? Na ja, meiner Meinung nach kaum zielführend.
Durch all diese fehlenden Korrektiva bleibt die Autorin natürlich immer nur mit sich selbst: Zu sachlich bis zum ‚geht nicht mehr‘.
Mir fehlte die Auseinandersetzung, die mögliche Fürsorge, die Emotion, von der der Titel ja viel verspricht.
Dies soll die berührende Geschichte und das Leid der Autorin nicht schmälern , doch bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass sie sich für die Zukunft mehr auf positive Ausstrahlung von Menschen als auf Stieglbräugasse und Anerkennung konzentriert und den Wert wahrer Freundschaft noch erfahren lernt.

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