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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2026

Eigenwillig und sehr lesenswert

Der Über-Dandy
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Der Über-Dandy ist ein Roman, der sich angenehm vom Gewohnten abhebt. Sebastian Brück verbindet Biografie, literarisches Spiel, Popkultur und eine fast schwebende, leicht exzentrische Erzählweise zu einem ...

Der Über-Dandy ist ein Roman, der sich angenehm vom Gewohnten abhebt. Sebastian Brück verbindet Biografie, literarisches Spiel, Popkultur und eine fast schwebende, leicht exzentrische Erzählweise zu einem Text, der vor allem durch seinen Ton und seine Idee überzeugt. Besonders gefallen hat mir, wie kenntnisreich und gleichzeitig leichtfüßig der Roman mit Inszenierung, Erinnerung und künstlerischer Selbststilisierung umgeht. Das wirkt nie beliebig, sondern sehr bewusst komponiert und sprachlich auffallend souverän.

Gerade die Atmosphäre und die vielen klugen Anspielungen machen den Reiz des Buches aus. Man merkt auf fast jeder Seite, dass hier mit großer Lust an Sprache und Literatur erzählt wird. Nicht jede Passage hat für mich die gleiche Kraft, und an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr erzählerischen Zug gewünscht. Trotzdem überwiegt klar der positive Eindruck, weil der Roman so eigen, stilvoll und gedanklich anregend ist. Für mich ist Der Über-Dandy ein besonderes, intelligentes und sehr lesenswertes Buch, das sich gerade durch seinen Mut zum Eigenen von vielen anderen Romanen absetzt.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Leise Wucht

The Artist
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Schon das Cover von The Artist hat mich sofort angesprochen. Es wirkt ruhig, stilvoll und ein wenig geheimnisvoll – genau passend zu einem Roman, der nicht über große Effekte, sondern über Atmosphäre, ...

Schon das Cover von The Artist hat mich sofort angesprochen. Es wirkt ruhig, stilvoll und ein wenig geheimnisvoll – genau passend zu einem Roman, der nicht über große Effekte, sondern über Atmosphäre, Zwischentöne und innere Spannungen funktioniert. Auch die Gestaltung passt sehr gut zum Inhalt, weil sie schon optisch andeutet, dass hier Kunst, Wahrnehmung und feine emotionale Verschiebungen eine wichtige Rolle spielen.
Inhaltlich erzählt Lucy Steeds keine laute Geschichte, sondern eine, die sich langsam entfaltet und gerade dadurch so fesselnd ist. Im Mittelpunkt stehen ein junger Mann, der mit großen Erwartungen in die Welt der Kunst blickt, und die Menschen, denen er begegnet. Mehr muss man über den Inhalt eigentlich gar nicht wissen, denn gerade dieses vorsichtige Entdecken macht einen großen Teil des Reizes aus. Besonders gelungen fand ich, wie die Autorin Themen wie Kunst, Macht, Abhängigkeit, Sehnsucht und Selbstbestimmung miteinander verbindet, ohne dass es je konstruiert wirkt.
Der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Er ist bildhaft und fein, aber nie überladen. Viele Szenen leben von Blicken, Stimmungen und kleinen Verschiebungen, sodass man beim Lesen das Gefühl hat, ganz nah an den Figuren zu sein. Genau das macht das Buch für mich so besonders: Es ist literarisch, aber nicht kühl, sondern sehr sinnlich und menschlich.
Auch die Figuren haben mich überzeugt. Sie wirken nicht glatt oder schematisch, sondern vielschichtig und glaubwürdig. Vor allem die Dynamik zwischen ihnen ist stark gezeichnet, weil vieles unausgesprochen bleibt und gerade dadurch intensiv wirkt.
Für mich ist The Artist ein Roman für Leser*innen, die leise, kluge und atmosphärisch dichte Bücher mögen. Wer eine schnelle, spannungsgeladene Handlung sucht, wird hier vielleicht etwas anderes bekommen als erwartet – wer sich aber gern auf Sprache, Figuren und feine Spannungen einlässt, wird mit einem besonderen Leseerlebnis belohnt. Mein Fazit: ein eindringlicher, eleganter und sehr stimmiger Roman, der noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Eleganter Nervenkitzel

Allmen und die verschwundene María
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Allmen und die verschwundene Maria hat mir richtig gut gefallen, weil der Roman genau das vereint, was die Reihe für mich so besonders macht: Stil, Witz und Spannung. Diesmal bekommt der Fall durch die ...

Allmen und die verschwundene Maria hat mir richtig gut gefallen, weil der Roman genau das vereint, was die Reihe für mich so besonders macht: Stil, Witz und Spannung. Diesmal bekommt der Fall durch die Entführung von María Moreno sofort eine viel persönlichere Dringlichkeit, und dass ausgerechnet das wertvolle Dahlienbild als Lösegeldforderung im Raum steht, gibt der Geschichte von Anfang an einen schönen, raffinierten Zug. Gerade dieses Zusammenspiel aus Kunst, Erpressung und Zeitdruck funktioniert für mich ausgezeichnet.
Besonders mochte ich, wie souverän Suter Allmen auch hier wieder zeichnet: kultiviert, leicht eitel, manchmal herrlich distanziert, aber nie ohne Charme. Dazu kommt Carlos, der der Geschichte Wärme und Tempo gibt, sodass das Zusammenspiel der beiden wieder großen Spaß macht. Der Fall ist spannend, ohne laut zu werden, und lebt nicht von billigen Überraschungen, sondern von Atmosphäre, Dialogen und dieser feinen Ironie, die Suter so gut beherrscht. Für mich ist das ein sehr stimmiger Allmen-Band: elegant, unterhaltsam und mit genau der richtigen Mischung aus Leichtigkeit und Nervenkitzel.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Stilvoll, charmant und herrlich unterhaltsam

Allmen und die Erotik
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Mit „Allmen und die Erotik“ beweist Martin Suter einmal mehr, wie stilvoll, klug und unterhaltsam die Allmen-Reihe ist. Der Roman verbindet feinen Humor, elegante Sprache und einen charmanten Hauptcharakter ...

Mit „Allmen und die Erotik“ beweist Martin Suter einmal mehr, wie stilvoll, klug und unterhaltsam die Allmen-Reihe ist. Der Roman verbindet feinen Humor, elegante Sprache und einen charmanten Hauptcharakter zu einem Lesevergnügen, das von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Raffinesse, Leichtigkeit und Spannung. Allmen ist einfach eine großartige Figur, die man immer wieder gern begleitet. Für mich ein rundum gelungener Roman und verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannender Psychothriller mit beklemmender Atmosphäre

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
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Die Psychopathin ist ein Thriller, der nicht auf ständige Schockmomente setzt, sondern vor allem durch eine zunehmend bedrohliche und beklemmende Stimmung überzeugt. Schon der Einstieg sorgt dafür, dass ...

Die Psychopathin ist ein Thriller, der nicht auf ständige Schockmomente setzt, sondern vor allem durch eine zunehmend bedrohliche und beklemmende Stimmung überzeugt. Schon der Einstieg sorgt dafür, dass man direkt mitten im Geschehen ist und unbedingt herausfinden möchte, was hinter den seltsamen Vorfällen steckt.
Im Mittelpunkt steht Karolin Bogner, die eigentlich kurz vor einem wichtigen beruflichen Schritt steht. Doch ihr Leben gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht. Rätselhafte Ereignisse, familiäre Belastungen und bedrohliche Zeichen lassen sie zunehmend an ihrem Umfeld zweifeln. Gerade dieses Gefühl, niemandem mehr wirklich trauen zu können, zieht sich spürbar durch die gesamte Geschichte.
Besonders gut gefallen haben mir der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel, die dafür sorgen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Handlung entwickelt schnell einen starken Sog, weil sich die Spannung nach und nach steigert und die Unsicherheit immer größer wird. Viele Situationen wirken auf den ersten Blick vielleicht harmlos, bekommen aber mit der Zeit eine immer bedrückendere Wirkung.
Auch die Hauptfigur wurde so dargestellt, dass ihre Angst, ihre Überforderung und ihre inneren Zweifel gut nachvollziehbar waren. Dadurch entstand beim Lesen eine intensive Nähe zur Geschichte. Gleichzeitig bleibt vieles lange undurchsichtig, sodass man immer wieder überlegt, wer die Wahrheit sagt, wer etwas verheimlicht und was tatsächlich hinter allem steckt.
Besonders spannend fand ich, dass sich die Verdachtsmomente immer wieder verschieben. Dadurch bleibt die Geschichte bis zum Schluss interessant und unvorhersehbar. Die Auflösung konnte mich überraschen und hat dem Thriller noch einmal zusätzliche Wirkung verliehen.
Nicht ganz perfekt war für mich, dass ich mir an einigen Stellen noch etwas mehr Tiefe bei einzelnen Entwicklungen gewünscht hätte. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten und mit seiner düsteren Stimmung und psychologischen Spannung absolut gepackt.
Fazit:
Ein spannender, atmosphärisch dichter Psychothriller, der mit viel Misstrauen, unterschwelliger Angst und einer konstanten Bedrohung überzeugt. Sehr lesenswert.

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