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Veröffentlicht am 07.06.2024

Unterhaltsame Familiengeschichte

Das Haus Kölln. Glänzende Zeiten
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Charlotte Kölln verlor sehr früh ihren Mann. Sein Hemdsärmel war in die Antriebswelle geraten und er verstarb. Wie sollte es weitergehen, denn ein beantragter Kredit war noch nicht bewilligt und ihr Sohn ...

Charlotte Kölln verlor sehr früh ihren Mann. Sein Hemdsärmel war in die Antriebswelle geraten und er verstarb. Wie sollte es weitergehen, denn ein beantragter Kredit war noch nicht bewilligt und ihr Sohn Peter studierte noch in Pinneberg. Als Frau war es Charlotte offiziell verboten die Firma zu leiten oder einen Kredit zu beantragen, doch sie ließ sich dadurch nicht unterkriegen. Als ihr ältester Sohn Peter die Arbeiterin Bertha heiraten will, ist sie nicht begeistert, doch Peter ließ sich davon nicht abbringen und so treffen zwei starke Frauen aufeinander und müssen sich arrangieren.

Der Einstieg in die Geschichte der Familie Kölln ist mir sehr leicht gefallen. Der erste Band dieser Saga umfasst die Zeit von 1886 bis 1898. Ich habe die Mitglieder der Familie gern begleitet. Die Autorin hat mutige Frauen erschaffen wie Marie Kölln, Bertha Kölln sowie Luisa Knauer, die dem Patriarchat trotzten und ihren eigenen Weg gingen. Dank des angenehmen Schreibstils ließ sich das Buch flüssig lesen, so dass die Seiten nur dahin flogen und ich angenehme Lesestunden verbracht habe. Sehr gespannt bin ich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Spannung bis zum Schluss

Krähentage
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Bei der Polizei hat man eine neue Einheit gegründet, es ist die Gruppe 4, eine Sondereinheit für komplexe Straftaten. Polizeioberkommissar Jakob Krogh und seine neue Kollegin Mila Weiss haben die Leitung ...

Bei der Polizei hat man eine neue Einheit gegründet, es ist die Gruppe 4, eine Sondereinheit für komplexe Straftaten. Polizeioberkommissar Jakob Krogh und seine neue Kollegin Mila Weiss haben die Leitung dieser Gruppe übernommen. Gleich am ersten Tag werden sie damit konfrontiert, dass ein Mann herumlief, der bereits drei Frauen überfallen und verletzt hatte. Am Rande dieser Ermittlungen stoßen sie auf die Leiche einer toten Frau, die nachweislich nach ihrem Tod noch lebend gesehen wurde. Wie kann dieses möglich sein? Einige Zeit später wird ein toter Student gefunden, der nach seinem Tod noch eine Vorlesung besucht hat. In beiden Fällen tauchen an den Tatorten ausgehungerten Krähen auf. Die Gruppe steht unter einem großen Erfolgsdruck, denn lange gibt es keine Spur, der sie folgen können bis ein Wettlauf gegen die Zeit eintritt.

Benjamin Cors hat bisher nur Krimis geschrieben und betritt mit diesem Buch das Thriller-Genre. Er hat es geschafft einen spannenden Thriller zu schreiben, der mich von Beginn an gefesselt hat, obwohl der Täter dem Lesenden bekannt ist. Einmal mit dem Buch begonnen, möchte man nicht mehr aufhören mit lesen. Mit einem packenden Schreibstil und einer geschickt aufgebauten Geschichte konnte mich der Autor von der ersten Seite in seinen Bann ziehen. Die Personen sind wunderbar gezeichnet, so dass man sie sich gut vorstellen konnte. Mit seinen bildhaften Beschreibungen versteht es Benjamin Cors eine besondere Atmosphäre zu zeichnen. Die Spannung blieb auf hohem Niveau und nahm am Schluss noch an Tempo zu.

Wer Thriller liebt, die von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln wissen, wollte dieses Buch lesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen Thriller.

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Veröffentlicht am 29.05.2024

Vielschichtiger Roman

Keine Reue
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Barbara, die linke Anwältin und der Journalist Gernot Maienfeld, waren zu Beginn Sympathisanten der RAF gewesen und wechselten dann zu den Unterstützern über. Ein Leben in Wohlstand war ihnen früher gegen ...

Barbara, die linke Anwältin und der Journalist Gernot Maienfeld, waren zu Beginn Sympathisanten der RAF gewesen und wechselten dann zu den Unterstützern über. Ein Leben in Wohlstand war ihnen früher gegen den Strich gegangen, inzwischen hatte Barbara von ihren Eltern geerbt und sie konnten sich eine schöne Altbauwohnung im Stuttgart leisten. Sie hatten sich an Luxus gewöhnt und wollten ihn nicht wieder aufgeben. Als sie einige fällige Raten nicht begleichen konnten und die Zwangsversteigerung ins Gespräch kam, baten sie ihre erwachsenen Kinder Ben, Luise und Leon um Unterstützung, doch die lehnen ab, da das Verhältnis zu ihren Eltern nie gut war. So aktivieren sie alte Kontakte aus ihrer Vergangenheit. Ihr Sohn Ben hat andere Sorgen. Bei einer Messerstecherei geht er dazwischen und wird selbst verletzt. Ben kann sich nicht an den Tathergang erinnern. Es ist ihm schon öfter passiert, dass er Gedächtnislücken hat. Da vermutet wird, dass ein Clanmitglied die Tat begangen hat, schwebt er als einziger Zeuge in Gefahr.

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Er spielt einmal in den späten 1980er Jahren und im Jahr 2019. Zusätzlich werden die Kapitel aus der Sicht von Ben, Barbara, der Kommissarin Charlie sowie Gernots verschwundenen Bruder Lukas Isensee erzählt. Durch die wechselnden Perspektiven und die Vielschichtigkeit der Handlungen muss man sehr konzentriert lesen. Trotzdem bin ich wieder von dem Schreibstil begeistert. Gleichzeitig habe ich mehr über die RAF erfahren und bin überrascht wie weit die Vergangenheit noch in die Gegenwart nachwirkt. Geschickt hat es die Autorin wieder geschafft, alle Fäden zu verknüpfen, so dass für mich keine Fragen offen blieben.

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Veröffentlicht am 23.05.2024

Dem Geheimnis auf der Spur

Die Blumentöchter (Die Blumentöchter 1)
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Rose feiert gemeinsam mit ihrer Familie ihren 85. Geburtstag, zum ersten Mal ohne ihren Mann Albert. Sie liebt ihre Gärtnerei Blooming Hall und ihre fünf Kinder haben alle Namen von Blumen erhalten. Rose ...

Rose feiert gemeinsam mit ihrer Familie ihren 85. Geburtstag, zum ersten Mal ohne ihren Mann Albert. Sie liebt ihre Gärtnerei Blooming Hall und ihre fünf Kinder haben alle Namen von Blumen erhalten. Rose hat es in ihrer Kindheit und Jugend nicht leicht gehabt. Sie musste gegen Widerstände ankämpfen. Doch ein Geheimnis belastet sie. Wird sie es ihren Kindern mitteilen? Eine ihrer Enkelinnen ist Dalia, die in Cornwall aufgewachsen ist und ihre Großeltern ersetzten ihr Mutter und Vater, da ihre Mutter bei der Geburt verstorben war und ihren mexikanischen Vater hat sie nie kennengelernt. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Großmutter Rose kommen die Familienangehörigen in der Gärtnerei zusammen und machen in den Unterlagen eine überraschende Entdeckung. Sie finden einen Brief ihres vermeintlich unbekannten Vaters Ricardo. Dieser Brief ändert für Dalia alles. Sie entschließt sich nach Mexiko zu reisen, um ihren Vater zu suchen, denn sie will wissen, wo ihre Wurzeln liegen. Wird Dalia ihren Vater finden?

Das Cover ist wunderschön gestaltet und passt in die Sommerzeit sowie zur Handlung.
Ich liebe Bücher in denen ich einem Familiengeheimnis auf die Spur komme. Da Rose und Albert fünf Kinder hatten, ist der Stammbaum zu Anfang sehr hilfreich, um die Kinder und Enkelkinder richtig einordnen zu können. Von der Geschichte war ich sehr angetan, schon die ersten Seiten haben mich gefesselt. Sie ist gut recherchiert und erstklassig geschrieben. Hauptsächlich findet die Handlung in der Gegenwart statt, aber es gibt einige Perspektivwechsel, die in der Vergangenheit spielen. Der Schreibstil der Autorin gibt mir das Gefühl dabei zu sein, denn die Protagonisten sind detailliert skizziert, so dass sie entsprechend lebensnah wirken. Das mexikanische Flair zieht sich durch die Geschichte. Ich habe einiges über die Kunst, Kultur und die Maya-Stätten erfahren. Das Buch ist in sich abgeschlossen, macht aber Lust auf die weiteren Bände dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 19.05.2024

Die Anfänge der Semperoper

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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Die Kunst stand in Dresden an erster Stelle und man feiert die Eröffnung des königlichen Hoftheaters. Die Spielmanns waren eine Musikerfamilie, jedes der vier Kinder musizierte oder sang. Die Mutter Amalie ...

Die Kunst stand in Dresden an erster Stelle und man feiert die Eröffnung des königlichen Hoftheaters. Die Spielmanns waren eine Musikerfamilie, jedes der vier Kinder musizierte oder sang. Die Mutter Amalie hatte ihr Talent an alle Kinder vererbt und auch der Vater hatte sich als Violinist in Dresden einen Namen gemacht. Ihre älteste Tochter Elise spielt Violine und brennt für die Musik, doch für Frauen war eine musikalische Ausbildung nicht vorgesehen und da ihre Hochzeit in einigen Monaten bevor stand, wäre es mit der Musik vorbei. Für Elise ist das Opernhaus ein verzauberter Ort, hier werden den Besuchern schöne Träume verkauft, doch hinter den Kulissen haben die Menschen mit ihren Problemen zu kämpfen.

Der Roman führt uns nach Dresden in das Jahr 1841. Hauptaugenmerk wird in diesem Buch auf Elise und ihre Familie gelegt. Im Klappentext wird noch die Primaballerina, die Requisiteurin und die Kostümschneiderin erwähnt, die aber in diesem Band nur eine Nebenrolle übernehmen. Mir war im Vorfeld nicht bewusst, dass es sich hier um den ersten Teil einer Reihe handelt. Der Schreibstil von Anne Stern ist sehr flüssig. Durch ihre bildhafte Sprache kann man sich alles sehr gut vorstellen. Durch Andeutungen auf politische Ereignisse wird einen die damalige Zeit näher gebracht.

Für mich zog sich die erste Hälfte des Buches, so dass ich versucht war, Seiten zu überspringen und es plätscherte alles so dahin. Die Geschichte fand ich interessant, mir fehlt aber die Lebendigkeit und das Tempo in der Erzählung, die ich von Anne Stern gewohnt war. Mich konnte der historische Roman nicht ganz überzeugen.

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