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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2024

Der erste Fall vom Ostsee-Mordclub

Heiner ist tot
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Die drei Freundinnen Elsbeth, Karin und Ursel leben gemeinsam in einer Jugendstilvilla am Schönberger Strand. Bei einem Strandspaziergang entdeckt Karin im Strandkorb 396 den ermordeten Postboten Heiner. ...

Die drei Freundinnen Elsbeth, Karin und Ursel leben gemeinsam in einer Jugendstilvilla am Schönberger Strand. Bei einem Strandspaziergang entdeckt Karin im Strandkorb 396 den ermordeten Postboten Heiner. Der Tote bringt die tägliche Routine aus dem Gleichgewicht. Die Rentnerinnen fühlen sich verpflichtet nach dem Täter ihres Postboten zu suchen und auch durch ihre sonntäglichen Tatort-Sendungen sind sie für die Ermittlungen prädestiniert. Alle drei haben unterschiedliche Stärken, kennen die Bewohner im Ort und so bringen sie nach und nach überraschendes ans Licht.

Jette Jakobi ist ein Pseudonym für Andrea Russo und ihre Tochter Christin-Marie Below. Mit ihrem ersten Band um den Ostsee-Mordclub haben die Autorinnen Charaktere geschaffen, die mir schnell ans Herz gewachsen sind. Die drei Damen sind wunderbar beschrieben, so dass ich sie direkt vor Augen habe. Der Erzählstil hat mir sehr gefallen, er ist locker und leicht, so dass auch nicht Krimibegeisterte das Trio lieben werden. Viele Passagen entlockten mir ein Schmunzeln. Obwohl ich bis zum Schluss die Zusammenhänge nicht erkennen konnte, hätte ich mir mehr Spannung gewünscht. Trotzdem hat mir der Ausflug an die Ostsee gefallen und mir amüsante Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 17.04.2024

Eine Frau geht ihren Weg

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum
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Im Jahr 1920 begleite ich Magda Fuchs von Hildesheim nach Berlin. Sie war mit dem Staatsanwalt Bertram verheiratet. Nach einem Schicksalsschlag will sie in Berlin einen Neuanfang wagen und hat sich dort ...

Im Jahr 1920 begleite ich Magda Fuchs von Hildesheim nach Berlin. Sie war mit dem Staatsanwalt Bertram verheiratet. Nach einem Schicksalsschlag will sie in Berlin einen Neuanfang wagen und hat sich dort als Polizeiärztin beworben. Eine Unterkunft findet sie in der Pension von Agnes Fahrland. Da die Wohnung zu groß war, vermietet die Pensionswirtin einzelne Zimmer an alleinstehende Damen. In der Pension und bei ihrer Arbeit lernt Magda Fuchs unterschiedliche Frauen kennen, die auf den ersten Blick bei ihrem Auftreten unnahbar wirken, da sie sich in einer Welt behaupten müssen, in der Männer das Sagen haben. Magda Fuchs war es am Anfang nicht bewusst, dass sie es bei ihrer Tätigkeit mit schweren Verbrechen zu tun haben wird. Als Polizeiärztin versucht sie denen zu helfen, die überwiegend Männern schutzlos ausgeliefert sind und hat es mit Schicksalen zu tun, die man nicht so schnell vergisst.
Von dem Autorenduo habe ich bereits die Reihe um „Die Ärztin“ gelesen und war begeistert. Auch hier ist spürbar, dass die Autoren die medizinischen sowie die gesellschaftlichen Probleme der damaligen Zeit, gerade im Hinblick auf die Frauen, den Leserinnen näher bringen. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Schreibstil ist flüssig und entwickelt sich schnell zum Pageturner. Das Buch umfasst die Jahre 1920 – 1922, in denen wir Magda Fuchs begleiten. Als Leserin kann man schnell mit der Ärztin Magda warm werden, da sie eine sympathische Ausstrahlung hat.
Das Autorenduo brilliert mit viel Atmosphäre. Die historische Kulisse von Berlin wird sehr anschaulich und authentisch beschrieben. Unterstrichen wird dieses noch durch die eingestreuten Wörter und Sätze im Berliner Dialekt. Durch die bildhaften Beschreibungen sah ich nicht nur die großen Villen und mondänen Lokalitäten, sondern auch die Armenviertel mit ihren dunklen Hinterhöfen. Zur besseren Orientierung ist im Buch noch ein Stadtplan von 1921 abgebildet.
Die Handlung hat mich von Beginn an gefesselt.

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Veröffentlicht am 17.04.2024

Das Leben geht weiter, egal was geschieht

Das Glück an Regentagen
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Mae lebte in Alexandria Bay, einem kleinen Ort am St.-Lorenz-Strom. Sie verlor sehr früh ihre Eltern Virginia und Chase. Ihre weitere Kindheit und Jugend verbrachte sie bei den Großeltern Lilly und George. ...

Mae lebte in Alexandria Bay, einem kleinen Ort am St.-Lorenz-Strom. Sie verlor sehr früh ihre Eltern Virginia und Chase. Ihre weitere Kindheit und Jugend verbrachte sie bei den Großeltern Lilly und George. Ihr bester Freund Gabe stand ihr immer zur Seite, doch im Laufe der Zeit wurde er ihre erste große Liebe. Plötzlich verschwand Gabe ohne Begründung von einem auf den anderen Tag. Mae hielt nichts mehr in Alexandria Bay und so zog es sie in die Stadt, um dort zu studieren.
Sie lernte Peter kennen, der die Firma WindSpan Turbinen gründete. Das Hochzeitskleid war schon ausgesucht, als Peter plötzlich verschwand und nur einen kurzen Abschiedsbrief hinterließ. Als die Polizei vor ihrer Tür stand, erfuhr Mae, dass Peter sie belogen und die Anleger um ihr Geld betrogen hat. Um sich von diesem Schock zu erholen, fährt sie nach Alexandria Bay. Doch ihre Großeltern hatten sich verändert.

Marissa Stapley lässt die sehr emotionale Geschichte von unterschiedlichen Protagonisten erzählen, so dass man sich in die verschiedenen Charaktere gut hineinversetzen kann. Man erfährt einiges über tragische Verwicklungen und kleine Geheimnisse innerhalb der Familie, die lange im Dunkeln geblieben sind. Trotz der Wahrheiten, die das Licht erblicken, geht das Leben weiter.
Der Schreibstil ist flüssig, aber trotzdem muss man konzentriert lesen, um den wechselnden Perspektiven zu folgen.
Das Cover und der Titel sind sehr ansprechend. Ungewöhnlich, aber auch schön, finde ich die Kapitelüberschriften zum Thema: „Was man bei Regen tun kann“. Daher ist das Buch eine schöne Lektüre an Regentagen.

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Veröffentlicht am 17.04.2024

Wer trägt die Schuld

Die Eishexe (Ein Falck-Hedström-Krimi 10)
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Die Schriftstellerin Erica Falck arbeitet an einem neuen Roman. Sie befasst sich mit dem alten Fall der kleinen Stella Strand, die 1985 entführt und anschließend von den dreizehnjährigen Mädchen Helen ...

Die Schriftstellerin Erica Falck arbeitet an einem neuen Roman. Sie befasst sich mit dem alten Fall der kleinen Stella Strand, die 1985 entführt und anschließend von den dreizehnjährigen Mädchen Helen Persson und Marie Wall, getötet wurde. Die beiden haben nach ihrem Geständnis ihre Aussage zurückgenommen und ihre Unschuld beteuert. Doch ihnen wurde nicht geglaubt. Helen und Marie wurden damals vor Gericht verurteilt, mussten wegen ihres Alters aber nicht ins Gefängnis. Helen Persson blieb im Ort und lebt dort sehr zurückgezogen mit ihrem Mann James und dem Sohn Sam. Nun 30 Jahre später kehrt Marie Wall als gefeierter Hollywoodstar nach Fjällbacka zurück, um dort einen Film über Ingrid Bergmann zu drehen. Die Gerüchteküche flammt wieder auf, doch dann verschwindet wieder ein kleines Mädchen. Nea, deren Eltern das Haus der Familie Strand gekauft haben.

„Eishexe“ ist der 10. Band, der sich im Küstenort Fjällbacka abspielt. Kommissar Patrik Hedström ermittelt im Fall der kleinen Nea, während Erica Falck Informationen zum Tod der kleinen Stella sammelt. Gibt es eine Parallele zwischen heute und damals? Es scheint als hängen beide Fälle zusammen, so dass dieser Kriminalroman auch auf verschiedenen Zeitebenen spielt. Viele verschiedene Handlungsstränge sorgen zu Beginn etwas für Verwirrungen, doch wer die Bücher der Autorin kennt, weiß, dass am Ende alle Fäden geschickt zusammengeführt werden. Außerdem hat die Autorin wieder einen aktuellen politischen Strang mit in die Geschichte eingebaut, der sich dieses Mal um die Situation von Flüchtlingen dreht. Es geht aber auch um Schuld und die Frage, ob ein bestimmtes Schicksal vorbestimmt ist. Die Beschreibungen der einzelnen Szenen sind sehr genau und bildhaft, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Neben der Krimihandlung kommt auch das Privatleben von Erica und Patrik nicht zu kurz.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Ein Norweger bei Europol

Kreuzschnitt
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Schon die ersten Seiten dieses Buches haben mich magisch angezogen. Im Prolog werden eine Frau und ihre Tochter durch einen bewusst herbeigeführten Autounfall getötet. Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, ...

Schon die ersten Seiten dieses Buches haben mich magisch angezogen. Im Prolog werden eine Frau und ihre Tochter durch einen bewusst herbeigeführten Autounfall getötet. Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass es die Familie von dem Osloer Kommissar Bogart Bull getroffen hat.

Nach diesem Schicksalsschlag findet Bogart Bull nur schwer in den Alltag zurück und fühlt sich auf dem Kommissariat aufs Abstellgleis geschoben. Durch die offenen Grenzen in der EU benötigt die nationale Kripo Unterstützung durch Vertreter der Polizeibehörden im Heimatland des Mordopfers vor Ort. Die Kripochefin Eva Heiberg bietet Bogart Bull diesen Job bei Europol an. Sein erster Fall führt ihn nach Südfrankreich. Der norwegische Unternehmer Axel Krogh wurde dort in seiner Villa ermordet und geschändet. Obwohl jede Menge wertvolle Kunst in dem Haus vorhanden war, verschwindet nur ein kleines Ölgemälde, welches einen Dämon zeigt. Es stellt sich heraus, dass es von Edvard Munch gemalt wurde. Gemeinsam mit Kommissar Moulin beginnt Bogart Bell mit den Ermittlungen, die auch in die Vergangenheit führen.

Dies ist der Debütroman von Oistein Borge und gleichzeitig der Beginn einer neuen skandinavischen Krimi-Reihe. Der klare schnörkellose Schreibstil konnte mich überzeugen. Der Krimi umfasst zwei Handlungsstränge. Der eine spielt in der Gegenwart und der andere erzählt die Geschichte des Gemäldes von Edvard Munch in der Vergangenheit. Durch wechselnde Perspektiven wird Spannung aufgebaut, so dass man unbedingt weiterlesen möchte. Das französisch norwegische Ermittlerduo wirkt auf mich sehr sympathisch, sie arbeiten als Team gut zusammen und auch die nordische Kühle sowie die französische Lebensart sind sehr gut herausgearbeitet worden.

Gefallen hat mir, dass es unerwartete Wendungen gab und die Auflösung mich überrascht hat, denn solche Krimis liebe ich. Auf die Fortsetzung bin ich gespannt.

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