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Veröffentlicht am 05.02.2022

Ruhiger Krimi

Fuchskind
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Nach „Kaninchenherz“ ist dieses der zweite Band um Gesine Cordes, die ihren Job als Polizistin an den Nagel gehängt hat und nun als Friedhofsgärtnerin arbeitet.

An einem nebligen kalten Herbstmorgen will ...

Nach „Kaninchenherz“ ist dieses der zweite Band um Gesine Cordes, die ihren Job als Polizistin an den Nagel gehängt hat und nun als Friedhofsgärtnerin arbeitet.

An einem nebligen kalten Herbstmorgen will Gesine ihrer Arbeit auf dem Friedhof nachgehen und hört das leise Schreien eines Säuglings. Versteckt unter Büschen findet sie ein Baby in einer Kinderschale. Es beginnt sich zu verkrampfen und läuft violett an. Hat das Kind an giftigen Blättern gesaugt? Schnell springt sie in ihr Fahrzeug und fährt in rasendem Tempo ins Krankenhaus.

Als sie auf das Ergebnis der Untersuchung des Kindes wartet, kommt Marina Olbert von der Mordkommission und bittet Gesine um eine Zeugenaussage. Doch es geht nicht um das Findelkind, sondern an der Bushaltestelle vor dem Friedhof ist die Leiche einer Frau gefunden worden. Ist sie die Mutter von dem Baby und hängen diese beiden Fälle zusammen? Gesine Cordes und Marina Olbert beginnen an unterschiedlichen Fadenenden um diese Fälle aufzuklären.

Obwohl ich den ersten Band nicht kenne, fiel es mir leicht in die Geschichte hinein zu finden. Im Laufe der Handlung gibt es immer wieder Verweise auf das erste Buch, so dass es vielleicht doch ratsam wäre, dieses vorher zu lesen.
Die Protagonistin Gesine Cordes hat einen tragischen Lebenslauf, denn vor mehr als 10 Jahren verlor sie ihren kleinen Sohn. Sie gab ihren Job bei der Polizei auf und trennte sich von ihrem Mann Klaus, der in diesem Band eine geheimnisvolle Rolle spielt.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig. Durch die bildhafte Sprache kann man sich den Arbeitsplatz von Gesine sehr gut vorstellen. Interessant fand ich auch die kurzen Angaben über giftige Pflanzen aus Gesines Notizbuch.
Es handelt sich hier mehr um einen ruhigen Krimi, der ohne Blutvergießen auskommt, mit interessanten Charakteren und trotzdem spannend ist.

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Veröffentlicht am 04.02.2022

Venedig im Winter

Venezianische Schatten (Ein Luca-Brassoni-Krimi 3)
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Venedig im Winter und kaum Touristen – eine sehr ungewöhnliche Szenerie. Commissario Luca Brassoni und seine Freundin, die Gerichtsmedizinerin Carla Sorrenti machen einen Spaziergang und finden auf der ...

Venedig im Winter und kaum Touristen – eine sehr ungewöhnliche Szenerie. Commissario Luca Brassoni und seine Freundin, die Gerichtsmedizinerin Carla Sorrenti machen einen Spaziergang und finden auf der Kirchentreppe eine junge Frau, die einen verwahrlosten und verwirrten Eindruck macht. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass sie unter einer schweren Amnesie leidet. Luca Brassoni ist sich sicher, dass hinter der Geschichte mehr steckt. Möglicherweise ist sie irgendwo gefangen gehalten worden. In Venedig gab es in letzter Zeit einige Vermisstenfälle. Alle Opfer sind jung, hübsch und blond. Der Commissario vermutet, dass alle Opfer eines Serienentführers oder –mörders sind. Mit Beharrlichkeit beginnen Commissario Brassoni, der auch mit privaten Problemen zu kämpfen hat und sein Team zu ermitteln und stoßen auf alte Fälle, die bereits zu den Akten gelegt wurden.

Dies ist der dritte Fall um Commissario Luca Brassoni von Daniela Gesing. Sie hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen. Die Autorin verwendet gängige italienische Redewendungen, die für mich verständlich waren. Die guten Beschreibungen der Handlungsorte mit den vielen Sehenswürdigkeiten, ermöglichen den Leser sich in die Lagunenstadt versetzt zu fühlen. Sie sind gut abgestimmt und wirken nicht aufdringlich, aber mehr sollte es auch nicht sein.

Interessant fand ich mehrere Perspektivwechsel, die aus Opfer- bzw. Tätersicht geschildert wurden. Negativ aufgefallen sind mir einige inhaltliche Wiederholungen, deren Sinn ich nicht nachvollziehen konnte. Die Spannung hätte sich noch etwas steigern können, da für mich schon sehr früh der Täter erkennbar war. Die kleinen Ablenkungsmanöver fand ich sehr offensichtlich und erzielten nicht den gewünschten Effekt mich von meinem Täter abzubringen. Ich fand, dass dieses der schwächste Band der Reihe ist.

Mein Fazit: Ein angenehm zu lesender Krimi mit wenig Spannung.

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Veröffentlicht am 01.02.2022

Unterhaltsame Lesestunden

Die Dorfschullehrerin
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Wir schreiben das Jahr 1961. Im Zonenrandgebiet herrscht Lehrkräftemangel und die wenigsten Stellen konnten längerfristig besetzt werden. Hier im ländlichen Hessen tritt die junge Helene eine neue Stelle ...

Wir schreiben das Jahr 1961. Im Zonenrandgebiet herrscht Lehrkräftemangel und die wenigsten Stellen konnten längerfristig besetzt werden. Hier im ländlichen Hessen tritt die junge Helene eine neue Stelle als Lehrerin an. Erst wird sie sehr skeptisch von den Dorfbewohner und dem Kollegium auf genommen. Nur langsam wird sie mit ihrem neuen Erziehungsstil akzeptiert. In der Hebamme Isabella und dem Landarzt Tobias findet sie schnell zwei Vertraute. Helene stammt aus Berlin, doch was hat sie veranlasst hier nahe der Grenze eine Stelle anzunehmen?

Schon nach wenigen Seiten hat mich der Roman von Eva Völler gefangengenommen, am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch gelesen. Alle Protagonisten wirken lebendig und vertraut, einige sind mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen. Durch die eingeschobenen Sätze im Rhöner Platt wirkte vieles sehr authentisch. Das Buch hat mir unterhaltsame Lesestunden bereitet und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 01.02.2022

Weitere Ermittlungen durch die Queen

Die unhöfliche Tote
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Bei einer Ausstellung entdeckt die Queen ein kleines Bild der HMS Britannia. Dieses Gemälde war ihr lieb und teuer, obwohl es nicht besonders wertvoll war, wollte die Queen es wieder zurück bekommen. Sie ...

Bei einer Ausstellung entdeckt die Queen ein kleines Bild der HMS Britannia. Dieses Gemälde war ihr lieb und teuer, obwohl es nicht besonders wertvoll war, wollte die Queen es wieder zurück bekommen. Sie beauftragt ihre stellvertretende Privatsekretärin Rozie herauszufinden wie das Bild in die Ausstellung kam. Darüber hinaus wird die Leiche der Haushälterin beim Pool gefunden. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch die Queen sieht dieses anders. Doch was geschah wirklich?

Die Geschichte wird mal aus Sicht von der Queen dargestellt, so dass man ihre Gedankengänge nachvollziehen kann, dann werden die Ermittlungen aus Sicht von Rozie erzählt. Man bekommt Einblicke ins Königshaus, die wunderbar unterhaltsam sind, egal ob sie den Tatsachen entsprechen oder nicht. Jedenfalls hat man den Eindruck, dass es sich genauso abspielen könnte. Der typische englische Humor blitzt immer wieder durch.

Dieses gekürzte Hörbuch wird von Sandra Voss vorgetragen. Ihre Betonungen sind sehr passend und variieren nach den unterschiedlichen Personen, so dass ich ihr gern zu gehört habe.

Obwohl es sich um einen leichten Krimi handelt, hat mich das Hörbuch wunderbar unterhalten.

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Veröffentlicht am 01.02.2022

Familiengeschichte

Die langen Tage von Castellamare
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Das Buch ist eine Familiengeschichte, die sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckt und das Leben der Familie Esposito auf einer kleinen italienischen Insel erzählt.

Amedeo Esposito ist ein Findelkind ...

Das Buch ist eine Familiengeschichte, die sich über ein ganzes Jahrhundert erstreckt und das Leben der Familie Esposito auf einer kleinen italienischen Insel erzählt.

Amedeo Esposito ist ein Findelkind und wächst in einem Waisenhaus in Florenz auf. Ihm wird die Möglichkeit geboten eine Ausbildung zum Arzt zu machen. Seine Bewerbungen laufen ins Leere, bis er das Angebot erhält, auf der kleinen Insel Castellamare zu praktizieren. Er fühlt sich dort sofort heimisch und kann sich seiner anderen Leidenschaft, dem Sammeln von Geschichten, widmen. Dann geschieht etwas Außergewöhnliches. Zwei Frauen liegen in den Wehen, Pina, die Frau des Arztes Amedeo und die Contessa Carmela. Der Arzt steckt in der Zwickmühle als er zu Carmela gerufen wird, da der Geburtsvorgang stockt. Für seine Frau ruft er die alte, fast blinde Hebamme und hofft früh genug zurück zu sein. Nach der schwierigen Geburt der Contessa beschuldigt diese ihn, der Vater des Neugeborenen zu sein. Diese Nachricht wird sich wie ein Lauffeuer auf der Insel verbreiten. Als der Arzt nach Hause zurück kommt, hat seine Frau Pina auch einen Jungen entbunden. Auf Anweisung des Conte darf Amedeo nicht mehr als Arzt praktizieren. Da er die Insel nicht verlassen will, renoviert er eine kleine Bar, das Haus am Rande der Nacht.

Die Autorin hat es geschafft, mich durch ihre wunderbare Erzählkunst eintauchen zu lassen in die Familiengeschichte der Espositos und das Leben auf einer kleinen Insel. Hautnah erlebt man Tratsch und Klatsch, Freundschaften, Fehden und Kriege. Aber auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Die handelnden Personen sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen gelitten und mich für sie gefreut. Fast habe ich mich wie ein Familienmitglied gefühlt. Fasziniert hat mich auch die Entwicklung in dieser Zeit auf der abgelegenen Insel, die sich langsam dem Tourismus öffnete und durch politische sowie wirtschaftliche Weltereignissen sehr authentisch wirkte.
Ich konnte mit dem Buch wunderbare Lesestunden verbringen.

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