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Veröffentlicht am 15.05.2020

Sommer an der Riviera

Riviera - Der Traum vom Meer
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Das Buch beginnt im Jahr 1922. Hier lernen wir die achtjährige Salome aus Frankfurt kennen. Ihre Mutter verstarb bei ihrer Geburt und so wird sie von der exzentrischen Großmutter Tilda aufgezogen, während ...

Das Buch beginnt im Jahr 1922. Hier lernen wir die achtjährige Salome aus Frankfurt kennen. Ihre Mutter verstarb bei ihrer Geburt und so wird sie von der exzentrischen Großmutter Tilda aufgezogen, während sich ihr Vater um sein Reisebureau kümmert. Als Paola zur Untermiete bei ihnen einzieht, erfährt Salome zum ersten Mal vom Meer, ein Gewässer ohne Anfang und ohne Ende. Ihr Traum das Meer zu sehen, wird wahr als ihr Vater Arthur Pauschalreisen an die italienische Riviera anbieten will. In San Remo arbeitet er zusammen mit dem Hotelier Renzo Barbera. Dessen Tochter Ornella und Salome schließen Freundschaft miteinander. Das Einvernehmen zwischen den beiden Mädchen wird auf eine harte Probe gestellt, als Felix, der Sohn eines französischen Unternehmers, in ihr Leben tritt. Auch die politische Lage lässt dunkle Wolken am Himmel aufziehen.

Dieser historische Roman spielt in der Zeit von 1922 – 1936. So dass man Salome und Ornella in ihrer Entwicklung von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter begleiten kann. Es sind nicht immer nur schöne Zeiten, sondern die politische Lage ändert sich und der Faschismus breitet sich aus. Dieses wurde gekonnt mit der Geschichte verwoben.

Julia Kröhn hat einen angenehmen Schreibstil, so dass man dem Geschehen gut folgen konnte. Die Handlungsorte waren alle so beschrieben, dass beim Lesen vor dem inneren Auge ein Bild entstand. Die Figuren des Romans, egal ob Haupt- oder Nebenfiguren, waren alle sehr anschaulich beschrieben, so dass man auch hier für jede Person gleich ein passendes Bild vor Augen hatte. Ich muss aber gestehen, dass ich mit den Hauptpersonen nicht warm geworden bin. Sie wirkten auf mich sehr kühl und distanziert. Einige Handlungen konnte ich auch schwer nachvollziehen.

Die Handlung spielt überwiegend an der Riviera, wechselt dann im letzten Abschnitt nach Deutschland. Die bedrohlichen Veränderungen rütteln Salome auf, so dass die Neugier auf die Fortsetzung geweckt wird.

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Veröffentlicht am 11.05.2020

Ein Stück deutsch-deutsche Geschichte

Margos Töchter
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Dieses Buch ist die Fortsetzung des Romans „Ab heute heiße ich Margo“. Während im ersten Band Margo Seliger und Helene Pinkus die Hauptprotagonisten waren, übernehmen in der Fortsetzung die Töchter Leonore ...

Dieses Buch ist die Fortsetzung des Romans „Ab heute heiße ich Margo“. Während im ersten Band Margo Seliger und Helene Pinkus die Hauptprotagonisten waren, übernehmen in der Fortsetzung die Töchter Leonore Seliger und Clara Pinkus diesen Part.

Leonore Seliger wächst in den 60er Jahren in Norddeutschland auf. Sie ist rebellisch und hat sich zu einer Außenseiterin entwickelt. Trost bereiten ihr die Briefe, die sie an eine Brieffreundin in der DDR schreibt. Die beiden Mädchen hatten sich in einem Jugendcamp in der DDR kennengelernt.
Clara Pinkus ist eine aufrechte Genossin. Sie hat vom Ministerium für Staatssicherheit einen besonderen Auftrag erhalten und soll in den Westen gehen. Doch dann ist Clara schwanger und muss eine Entscheidung fällen.

Auch wer den ersten Band nicht gelesen hat, kann ohne Probleme die Fortsetzung lesen. Durch den flüssigen sowie bildhaften Erzählstil taucht der Leser in die Geschichte ein und beobachtet Jana, die Lücken in ihrer Familiengeschichte schließen möchte. Obwohl ich vom ersten Band begeistert war, konnte ich in der Fortsetzung nicht immer einen Zugang zu den Töchtern finden, die ich fast farblos empfand. Cora Stephan erzählt die Handlung auf unterschiedlichen Ebenen, so dass wir Leonora und Clara von den 60er bis in die 90er Jahre begleiten können. Hier hat die Autorin geschickt historische Hintergründe wie RAF-Terror, Studentenrevolten, Anti-Atomkraftdemos, Treuhand und Bespitzelungen durch die DDR mit einfließen lassen. Dieses Zeitgeschehen fand ich fast interessanter als die Familiengeschichte. Ein Buch, das man nicht einfach so nebenbei lesen kann.

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Veröffentlicht am 26.04.2020

Eine nostalgische Sommerreise nach Sylt

Die Strandvilla
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Sina Beerwald entführt die Leser zu einer nostalgischen Sommerreise nach Sylt ins Jahr 1913. Moiken lebt mit ihrer Tochter Emma und ihrem Mann Peter, der als Steuermann arbeitet, in Keitum. Als Peter von ...

Sina Beerwald entführt die Leser zu einer nostalgischen Sommerreise nach Sylt ins Jahr 1913. Moiken lebt mit ihrer Tochter Emma und ihrem Mann Peter, der als Steuermann arbeitet, in Keitum. Als Peter von einer Schiffsreise nicht mehr zurückgekehrt und das Geld immer knapper wird, will die Schwiegermutter auch noch das kleine Haus, in dem Moiken mit ihrer Tochter wohnt, verkaufen. Der Hotelier Theodor Lengenfeldt ist an dem Häuschen interessiert, gleichzeitig ist er von Moiken sehr angetan. Als in seinem Hotel der Strandvilla kurzfristig eine Konditorin gesucht wird, bietet er ihr die Stelle an. So zieht Moiken vom ruhigen Keitum in das aufstrebende Seebad Westerland. Hier trifft sie auch ihre Jugendliebe den Fotografen Boy und träumt von einem Café am Meer. Wie wird sich das Leben von Moiken entwickeln?

Die Autorin Sina Beerwald hat einen wunderbaren Schreibstil, so dass ich schnell in die Geschichte hineingezogen wurde und durch den bildhaften Schreibstil fühlte ich mich versetzt nach Sylt kurz vor dem Großen Krieg. Geschickt hat die Autorin fiktive und reale Elemente mit der Geschichte verwoben. Die Lektüre ist interessant aufgebaut, so dass auf den über 450 Seiten keine Langweile aufkommt und man überrascht am Ende ankommt und mit vielen unbeantworteten Fragen zurückbleibt, so dass man ungeduldig auf die Fortsetzung wartet. Abgerundet wird die Geschichte noch durch das Nachwort, in dem man mehr über historische Elemente und reale Personen erfährt.

Der erste Band ist ein gelungener Einstieg und ich bin gespannt auf die weiteren Geschehnisse rund um Moiken.

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Faszinierende Zeitreise

Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung
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Nach dem mich bereits die ersten beiden Bände um die Familie Thalheim begeistert haben, musste ich unbedingt den dritten Band lesen. Er umfasst die Jahre 1958 bis 1963. Während in den Vorgängerbänden die ...

Nach dem mich bereits die ersten beiden Bände um die Familie Thalheim begeistert haben, musste ich unbedingt den dritten Band lesen. Er umfasst die Jahre 1958 bis 1963. Während in den Vorgängerbänden die Schwestern Rike und Silvie eine tragende Rolle spielten, nimmt in diesem Band die jüngste Thalheim Tochter Florentine diesen Platz ein.

Florentine ist ein rebellischer Geist. Sie widersetzt sich dem Wunsch ihres Vaters im Modekaufhaus Thalheim zu arbeiten. Immer haben für sie Farben und Papier eine wichtige Rolle gespielt. Durch Beharrlichkeit gelingt es ihr einen Studienplatz an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin zu bekommen. Sie fühlt sich wohl bei ihrem Studium, bis sich Diskrepanzen zwischen ihrem Lehrer Rufus Lindberg und ihr einstellen. Wird Florentine ihren Weg finden?

Der fesselnde Schreibstil von Brigitte Riebe hat mich auch in diesem Band wieder von Anfang an gefangen genommen. Sie schafft es die jüngere deutsche Geschichte fesselnd und mitreißend zu erzählen. Geschickt hat die Autorin das Leben der Familie Thalheim mit den historischen Ereignissen in Berlin verwoben. Sie hat Erinnerungen an die Spannungen zwischen Ost und West sowie den Mauerbau wieder aufleben lassen. Aber auch der damalige Zeitgeist war beim Lesen spürbar. Historische und fiktive Personen spielen perfekt zusammen und bereichern das Geschehen ungemein. Eine chronologische Zeittafel von 1958 – 1963 am Ende rundet die Geschichte perfekt ab.

Auch der dritte Band dieser Reihe um die Familie Thalheim hat mir wieder sehr gutgefallen. Es war wieder ein wunderbarer Lesegenuss.

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Veröffentlicht am 02.04.2020

Die Suche nach den Wurzeln

Belmonte
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Überrascht durch den plötzlich Tod ihrer Großmutter Franca, erbt Simona deren Elternhaus in Belmonte. Obwohl sie überwiegend bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, hat sie von der Existenz dieses Hofes ...

Überrascht durch den plötzlich Tod ihrer Großmutter Franca, erbt Simona deren Elternhaus in Belmonte. Obwohl sie überwiegend bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, hat sie von der Existenz dieses Hofes bisher nichts gewusst. Da Simona gerade ihren Job als Landschaftsgärtnerin verloren hat, steht sie an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie macht sich gemeinsam mit der Asche ihrer Großmutter auf den Weg in das kleine Dorf. Hier trifft sie nicht nur auf eine italienische Großfamilie, die sie herzlich Willkommen heißt, sondern findet auch eine Kassette, die ihre Großmutter Franca mit ihrer Lebensbeichte besprochen hat. In unregelmäßigen Abständen findet Simona weitere Kassetten in ihrem Briefkasten. Doch wer steckt sie hinein? Simona, die von ihrer Mutter nie darüber informiert wurde, wer ihr Vater ist und ihre eigenen Wurzeln kennenlernen möchte, erfährt durch die Aufzeichnungen von Franca vieles über den italienischen Zweig ihrer Familie.

Die Geschichte teilt sich in zwei Erzählstränge auf. In der Gegenwart erleben wir Simona, die auf der Suche nach ihren Wurzeln ist. Die Vergangenheit wird aus Sicht von Franca und ihrer Mutter Teresa erzählt. Beginnend mit dem Jahr 1944, in dem Teresa gemeinsam mit ihrer Freundin heimlich die Partisanen mit Nahrungsmitteln versorgt. Der Wechsel zwischen Gegenwarts- und Vergangenheitsstrang machen die Geschichte sehr abwechslungsreich. Nach und nach kommen wohlgehütete Geheimnisse an Licht. Durch den bildhaften Schreibstil kann man sich die Personen und Orte wunderbar vorstellen. Aber auch das italienische Lebensgefühl ist vortrefflich gezeichnet. Eine atmosphärisch dichte Familiengeschichte, die die Stimmung in Deutschland und Italien gut beschreibt und herrliche Lesestunden bereitet.

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