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Veröffentlicht am 30.10.2024

Wieder ein rundum gelungener Thriller

Der Nachtschattenmann: Thriller
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Clementine Hohenstein vermisst seit sechs Wochen ihre Tochter Marie. Dann wird die Leiche einer jungen Frau vor der Tanzschule gefunden. Ihre Körperhaltung erinnert an eine Tanzpose und in der Hand hält ...

Clementine Hohenstein vermisst seit sechs Wochen ihre Tochter Marie. Dann wird die Leiche einer jungen Frau vor der Tanzschule gefunden. Ihre Körperhaltung erinnert an eine Tanzpose und in der Hand hält sie einen viel zu kleinen Ballettschuh. Die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz stellt Hämatome an den Füßen fest, die darauf hindeuten, dass sie über einen längeren Zeitraum zu kleine Schuhe getragen hat. Auch das Gesicht wurde operativ verändert, so dass die eigene Mutter sie nicht wiedererkennt. Als eine weitere junge Frau verschwindet, wird Julia und Florian klar, dass sie es mit einem Serientäter zu tun haben.

Auch mit ihrem neuen Band um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und dem Hauptkommissar Florian Kessler konnte mich Catherine Shepherd wieder begeistern. Es gibt falsche Fährten und Überraschungen, die meine Neugier immer mehr anstachelten, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Protagonisten sind gut dargestellt und glaubhaft beschrieben. Gekonnt hat die Autorin in dem Thriller unterschiedliche Perspektivwechsel eingebaut, so dass man den Ermittlungsteam, den Opfern und dem Täter folgen kann. Dieses sorgt für zusätzliche Spannung. Bis zum Schluss habe ich mit gefiebert. Wer bereits schon einen Thriller von Catherine Shepherd gelesen hat, weiß dass die Lösung des Falles oft überraschend ist.
Mich hat dieser rundum gelungene Thriller wieder gepackt und sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Hamburger Verschwörung

Alstergrab
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Der 19jährige Finn Tiberius hatte in Glasgow einen Preis für seine Forschungsergebnisse gewonnen. Deshalb erhielt er auch eine Einladung zu einem in Hamburg stattfindenden Zukunftskongress für technologische ...

Der 19jährige Finn Tiberius hatte in Glasgow einen Preis für seine Forschungsergebnisse gewonnen. Deshalb erhielt er auch eine Einladung zu einem in Hamburg stattfindenden Zukunftskongress für technologische und wissenschaftliche Innovationen. Man erwartete neue Ansätze, die Energie- und Klimaprobleme lösen sowie medizinische Fortschritte bringen können. Finn und die meisten Wissenschaftler verhielten sich sehr zurückhaltend mit dem Austausch von Forschungsergebnissen. Aufgrund seiner wegweisenden Entdeckungen wurde Finn entführt. LKA-Profiler Heiner Zillinski und der Privatermittler Dr. Elias Hopp sowie seine Kollegin Janne Bakken beginnen mit den Ermittlungen und stoßen auf eine Verschwörung, die bereits Wissenschaftler im Umfeld des Zukunftskongresses entführt, gefoltert und getötet hat.

In seinem neuen Roman führt Leo Hansen die Leserschaft in die Welt der Wissenschaft, wo eine Gruppe, die sich für die Elite hält, meint, mit ihrem Reichtum alles regeln zu können. Mit seinen packenden Schreibstil hat der Autor wieder schnell Spannung aufgebaut. Die kurzen Kapitel lassen einen guten Lesefluss zu und geben noch zusätzlich Spannung. Da es für mich bereits der zweite Band dieser Reihe war, hatte ich dieses Mal bei den handelnden Personen einen besseren Überblick, so dass ich mich auf die Geschichte konzentrieren konnte. Der Krimihandlung ist nicht nur spannend, sondern regt auch zum Nachdenken an, gleichzeitig finde ich die Denkanstöße auch erschreckend.

Dem Autor ist es wieder gelungen, mir eine fesselnde Lesezeit zu bescheren.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Spannender Fünfzigerjahre Krimi

Frisch ermittelt: Der Fall Hartnagel
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Der neue Band von - Frisch ermittelt – führt uns wieder nach Leer in das Jahr 1958. In dem Garten der Evenburg finden Kinder den Arzt Dr. Hartnagel tot auf. Es sieht aus, als sei der Leiter des Kindererholungsheimes ...

Der neue Band von - Frisch ermittelt – führt uns wieder nach Leer in das Jahr 1958. In dem Garten der Evenburg finden Kinder den Arzt Dr. Hartnagel tot auf. Es sieht aus, als sei der Leiter des Kindererholungsheimes an einer Zyankali-Vergiftung gestorben. Da es keine Abwehrspuren gibt, deutet alles auf Selbstmord hin. Obwohl kein Abschiedsbrief auffindbar ist, gibt sich die Polizei mit Suizid zufrieden und will den Fall zu den Akten legen. Die Heißmangel-Betreiberin Martha Frisch sieht das etwas anders. Mit Unterstützung von ihrem neuen Untermieter Karl, der als Volontär bei der Ostfriesischen Rundschau arbeitet und ihrer Enkelin Annemieke stellt Martha Frisch eigene Nachforschungen an. Schnell wird klar, dass Dr. Hartnagel nicht der Ehrenmann war, den er allen vorspielte. Doch dann gibt es einen weiteren Todesfall.

Die Autorinnen Franke & Kuhnert haben wieder einen wunderbaren Fünfzigerjahre Krimi geschrieben, der die damalige Zeit lebendig werden lässt. Die Atmosphäre wird durch sprachliche Gepflogenheiten sehr passend geschildert, so dass ich mich in die Zeit versetzt fühlte. Der bekannte flüssige Schreibstil der Autorinnen hat dafür gesorgt, dass die Seiten nur so dahin flogen. Dank der kurzen Kapitel mit ständig wechselnden Perspektiven lässt sich die Geschichte flott lesen. Es werden aber auch ernste Themen wie NS-Euthanasie, Homosexualität und Verschickungskinder angeschnitten. Durch die Ermittlungen gestaltet sich der Fall sehr abwechslungsreich und bleibt bis zum Schluss spannend wie die Vorgängerbände und nicht vorhersehbar.

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Der Weg in die Freiheit

Als wir nach den Sternen griffen
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Der Alleinerziehende Tobias Seibold lebte mit seiner kleinen Tochter Jasmin in Halle. Seit dem seine Frau Doreen nach einem internationalen Schwimmwettkampf nicht mehr in die DDR zurückgekehrt war, stand ...

Der Alleinerziehende Tobias Seibold lebte mit seiner kleinen Tochter Jasmin in Halle. Seit dem seine Frau Doreen nach einem internationalen Schwimmwettkampf nicht mehr in die DDR zurückgekehrt war, stand Tobias im Fokus der Stasi. Er durfte seinen Job als Fotograf bei einer Zeitung nicht mehr ausüben, sondern war gezwungen, am Fließband zu arbeiten. Was ihn noch hoch hielt war seine Tochter Jasmin. Durch das Westfernsehen hatte Tobias mitbekommen, dass im Sommer 1989 die ersten DDR-Bürger in die deutsche Botschaft in Prag flüchteten. So machte er sich auch gemeinsam mit seiner Tochter auf den Weg. Er hoffte auf einen Neuanfang. Sollte etwas schiefgehen, gefährdete er nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben seiner Tochter. In der Botschaft wurde Tobias von den Flüchtlingen zum Sprachrohr gewählt. Die Botschaftsmitarbeiterin Judith kümmert sich sehr um die Flüchtlinge und fühlt sich zu Tobias hingezogen. Als Tobias die Botschaft verlassen muss, um sich um seine kranke Mutter zu kümmern, entführt seine Ex-Frau die Tochter Jasmin.

Wir sind gekommen, um Ihnen zu sagen…Wer kennt nicht diesen berühmten Satz von Außenminister Hans Dieter Genscher, der Gänsehautfeeling verströmt. In diesem Buch schildert die Autorin in einem sehr flüssigen Erzählstil wie es in der Prager Botschaft im Sommer 1989 zugegangen ist. Wie sich die Zahl der Flüchtlinge ständig erhöht hat, wie die Menschen über den Zaun gestiegen sind, um in die Botschaft zu gelangen, der für sie der Weg in die Freiheit bedeutete. Das Essen wurde knapp und auch gab es nur eine geringe Anzahl an Schlafplätzen. Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Tobias und Judith erzählt, so dass man sich gut in die Situation hineinversetzen kann. Die eingebundene Liebesgeschichte zwischen den beiden ist nachvollziehbar und keinesfalls kitschig. Ich habe den Ausflug in die Prager Botschaft genossen und fand es spannend näheres über die Zeit zu erfahren.

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Veröffentlicht am 04.10.2024

Der Weg in die Freiheit

Im Takt der Freiheit
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Wir begeben uns zurück nach Berlin in die Kaiserzeit von 1888. Die junge Felicitas träumt davon aus der starren Vornehmheit einer Tochter aus gutem Hause auszubrechen. Sie wünscht sich eigenes Geld, über ...

Wir begeben uns zurück nach Berlin in die Kaiserzeit von 1888. Die junge Felicitas träumt davon aus der starren Vornehmheit einer Tochter aus gutem Hause auszubrechen. Sie wünscht sich eigenes Geld, über das sie frei verfügen kann und sehnt sich nach einem selbstbestimmten Leben. Ihr Vater, ein Eisenbahn-Magnat von unermesslichem Reichtum, plant einen Ball, damit Felicitas sich nach einem passenden Heiratskandidaten umschauen kann. Um einen Großauftrag zu bekommen, hat ihr Vater Felicitas bereits einen Grafen versprochen. Überraschend trifft Felicitas auf den jungen Studenten Lorenz, der ihr heimlich das Radfahren beibringt und ihr unbeschwerte Momente bereitet. Diese ungewohnte Freiheit will sie nicht aufgeben und beginnt zu rebellieren.

Hanna Caspian habe ich durch die Gut Greifenau Reihe kennen und lieben gelernt. Der Autorin ist es auch in diesem Roman gelungen mit ihrem wundervollen Schreibstil und ihrer guten Darstellung der Personen sowie deren Lebensumstände mich zu begeistern. Dank der bildhaften Beschreibungen kann man sich die Schauplätze vorstellen und ich hatte das Gefühl als stille Beobachterin Felicitas hautnah zu erleben. Sehr gekonnt hat die Autorin historische Ereignisse mit in das Geschehen einfließen lassen, so dass dieses Buch nicht nur gute Unterhaltung bietet, sondern auch Wissen vermittelt. Nach und nach versinkt man in die Geschichte, leidet mit, ist gefesselt vom Geschehen, entwickelt Verständnis für manche Handlungen und ist wütend auf einige Protagonisten. Die handelnden Personen, auch die Nebenfiguren, waren sehr vielschichtig gezeichnet und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Obwohl mir die unterschiedlichen Charaktere keine Probleme gemacht haben, ist für manchen das Personenregister am Anfang hilfreich. Mir hat es viel Freude bereitet Felicitas auf ihrem Weg zu begleiten.

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