Krimi mit Polittheater
Das Fräulein muss sterbenWilly Brandt fährt nach dem Misstrauensvotum das beste Ergebnis ein. Grund für die Journalistin Nelie Hendriks in ihrer Penthouse Wohnung eine Party zu geben, um den überraschenden Erfolg zu feiern. Zu ...
Willy Brandt fährt nach dem Misstrauensvotum das beste Ergebnis ein. Grund für die Journalistin Nelie Hendriks in ihrer Penthouse Wohnung eine Party zu geben, um den überraschenden Erfolg zu feiern. Zu den Gästen zählen lockere Damen, Spione, Diplomaten, Journalisten und Politiker. Als Nelie von der Terrasse in die Tiefe stürzt, stellt sich für die Kommissarin Clara Frings die Frage, war es ein Unfall, Selbstmord oder Mord? Clara Frings beginnt zu ermitteln und wird von ihrer Freundin Elfi, eine Journalistin, unterstützt.
Mir gefällt der Schreibstil der Autorinnen und die Lesbarkeit des Buches gewinnt zusätzlich durch die kurzen Kapitel. Der Handlungsverlauf umfasst die Zeit von April 1972 bis Oktober 1974 und wird chronologisch dargeboten. Das Buch beweist, dass die Autorinnen sehr gekonnt historische Ereignisse in ihrem Kriminalroman mit einfließen lassen, so dass vergangene Zeiten in Erinnerung zurückgebracht oder Jüngeren der damalige Zeitgeist näher gebracht werden kann. Es herrschte eine Aufbruchsstimmung, die Studenten gingen auf die Straße, nach den RAF-Mitgliedern wurde gefahndet, die Frauen versuchten sich zu emanzipieren und protestierten gegen den Abtreibungsparagrafen. Für diesen Kriminalroman sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und etwas Interesse an Politik haben. Zur Unterstützung gibt es am Ende des Buches noch eine Chronik der politischen Ereignisse. Ein atmosphärisches Lesevergnügen, das die Lesenden in die Ära der 1970er Jahre zurückversetzt.