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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2024

Krimi mit Polittheater

Das Fräulein muss sterben
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Willy Brandt fährt nach dem Misstrauensvotum das beste Ergebnis ein. Grund für die Journalistin Nelie Hendriks in ihrer Penthouse Wohnung eine Party zu geben, um den überraschenden Erfolg zu feiern. Zu ...

Willy Brandt fährt nach dem Misstrauensvotum das beste Ergebnis ein. Grund für die Journalistin Nelie Hendriks in ihrer Penthouse Wohnung eine Party zu geben, um den überraschenden Erfolg zu feiern. Zu den Gästen zählen lockere Damen, Spione, Diplomaten, Journalisten und Politiker. Als Nelie von der Terrasse in die Tiefe stürzt, stellt sich für die Kommissarin Clara Frings die Frage, war es ein Unfall, Selbstmord oder Mord? Clara Frings beginnt zu ermitteln und wird von ihrer Freundin Elfi, eine Journalistin, unterstützt.

Mir gefällt der Schreibstil der Autorinnen und die Lesbarkeit des Buches gewinnt zusätzlich durch die kurzen Kapitel. Der Handlungsverlauf umfasst die Zeit von April 1972 bis Oktober 1974 und wird chronologisch dargeboten. Das Buch beweist, dass die Autorinnen sehr gekonnt historische Ereignisse in ihrem Kriminalroman mit einfließen lassen, so dass vergangene Zeiten in Erinnerung zurückgebracht oder Jüngeren der damalige Zeitgeist näher gebracht werden kann. Es herrschte eine Aufbruchsstimmung, die Studenten gingen auf die Straße, nach den RAF-Mitgliedern wurde gefahndet, die Frauen versuchten sich zu emanzipieren und protestierten gegen den Abtreibungsparagrafen. Für diesen Kriminalroman sollte man sich ein wenig Zeit nehmen und etwas Interesse an Politik haben. Zur Unterstützung gibt es am Ende des Buches noch eine Chronik der politischen Ereignisse. Ein atmosphärisches Lesevergnügen, das die Lesenden in die Ära der 1970er Jahre zurückversetzt.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Auf den Spuren einer Juweliersfamilie

Cartier. Der Traum von Diamanten
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Die Geschichte beginnt im Jahr 1910. Jeanne ist Näherin und wohnt im verrufenen Montmartre von Paris. Nach einer geplatzten Verlobung mit einem Adligen versucht sie sich über Wasser zu halten. Ihre Freundin ...

Die Geschichte beginnt im Jahr 1910. Jeanne ist Näherin und wohnt im verrufenen Montmartre von Paris. Nach einer geplatzten Verlobung mit einem Adligen versucht sie sich über Wasser zu halten. Ihre Freundin Coco Chanel hilft ihr mit Näharbeiten. Bei einem Besuch im Maxim’s trifft sie den Juwelier Louis Cartier, der gemeinsam mit seinen Brüdern neben Paris auch noch Geschäfte in London und New York unterhält. Louis erkennt das Talent von Jeanne und stellt sie als Designerin ein und verliebt sich in sie. Doch die Familie ist nicht begeistert von dieser Beziehung. Wird ihre Liebe bestehen bleiben können und welche Auswirkungen wird der aufziehende Krieg haben?

Die Autorin Sophie Villard hat das Lebensgefühl jener Jahre sehr gut eingefangen. Sie schildert sehr lebendig bekannte Namen von Unternehmen, die neben Cartier in der Rue de la Paix ihren Sitz hatten. Neben Persönlichkeiten werden auch Ereignisse der damaligen Zeit mit der Geschichte verwoben. Die Handlung bleibt nicht nur in Paris, sondern wir besuchen auch die Geschäfte von Cartier in London und New York, die von den Brüdern Jacques und Pierre geführt werden. Durch die wechselnden Erzählperspektiven hat man das Gefühl ganz dicht an den Charakteren zu sein. Gleichzeitig wird durch den stetigen Wechsel auch Spannung aufgebaut. Da mir bisher wenig über die Juweliersfamilie Cartier bekannt war, fand ich es ungemein reizvoll mehr über sie zu erfahren.

Das Buch hat mir wunderbare Lesestunden bereitet und nun bin ich auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Neubeginn

Föhrer Winter
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Julia wollte nach dem Tod ihres Mannes Barne einen neuen Anfang machen und zieht gemeinsam mit ihrem Sohn Liam nach Föhr, in die Heimat von Barne. Ihr Mann hatte nicht gewusst, dass sie schwanger war und ...

Julia wollte nach dem Tod ihres Mannes Barne einen neuen Anfang machen und zieht gemeinsam mit ihrem Sohn Liam nach Föhr, in die Heimat von Barne. Ihr Mann hatte nicht gewusst, dass sie schwanger war und nun bringt Julia ein halbes Jahr nach seinem Tod die Tochter Bentje zur Welt. Ihr Schwager Krischan kümmert sich liebevoll um die kleine Familie. Als sich Krischan und Julia ineinander verlieben, sind seine Eltern entsetzt und brechen den Kontakt ab. Gibt es eine Versöhnung an Weihnachten?

Bisher kannte ich diese Reihe von Hanna Paulsen noch nicht und obwohl dieses der letzte Band ist, hatte ich keine Probleme beim Einstieg in die Geschichte. Der Schreibstil ist leicht und locker, so dass die Seiten nur so dahin fliegen. Da ich Föhr kenne, hatte ich durch die Beschreibungen das Gefühl durch die Gassen zu schlendern und konnte das Meer riechen. Sehr spannend fand ich einige Bräuche von der Insel, die mir bisher unbekannt waren. Die meisten Charaktere sind wunderbar gezeichnet, so dass man sie schnell ins Herz schließt. Die Liebesgeschichte um Julia und Krischan ist angenehm erzählt, ohne einen großen Raum einzunehmen. Schnell wird die Neugier geweckt, da man wissen will wie sich die Geschichte entwickelt. Unterschiedliche Emotionen sind spürbar und die Handlung ist nachvollziehbar.

Dieses Buch hat mir tolle Lesestunden bereitet und passt hervorragend in die Adventszeit.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Winterzauber

Friesenmeermagie
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Aus einer Laune heraus wollen Malin und Franzi etwas Verrücktes anstellen. Als sie am Bahnhof vorbeikommen, erregt ein Schild vom Fundbüro ihre Aufmerksamkeit. Es findet gerade eine Auktion statt, wo Fundstücke ...

Aus einer Laune heraus wollen Malin und Franzi etwas Verrücktes anstellen. Als sie am Bahnhof vorbeikommen, erregt ein Schild vom Fundbüro ihre Aufmerksamkeit. Es findet gerade eine Auktion statt, wo Fundstücke der Bahn versteigert werden. Franzi erwirbt eine Angelausrüstung für ihren Vater und Malin hat sich einen kleinen roten Lackkoffer ausgesucht. Als sie ihn öffnet, findet sie darin den Brief einer älteren Dame und einen Schlüssel. In dem Brief steht, dass ihre Tochter ihre kleine Friesenkate an eine Hotelkette verkaufen will, um sie abzureißen. Der Finder soll das Haus bis Weihnachten vor dem Abriss bewahren. Malin nimmt sich dieser berührenden Geschichte an. Sie will die Eigentümerin finden. Ein Foto führt sie nach St. Peter-Ording, denn ein Absender war nicht aufgeführt. Malin ahnt nicht, dass diese Suche ihr Leben verändern wird.

Tanja Janz hat mit ihrem neuen vorweihnachtlichen Roman eine wunderbare Wohlfühlgeschichte geschrieben, die einen wie eine warme Decke umhüllt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, so dass die Seiten nur so dahin fliegen. Durch die Beschreibungen hat man das Gefühl sich in St. Peter-Ording zu befinden, schlendert durch die Gassen, riecht das Meer und spürt den Wind durch das Haar wehen und bekommt Lust auf einen Strandspaziergang am Meer. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben, so dass man sie direkt vor Augen hat. Das Buch ist eine angenehme Lektüre, zwar mit wenig Tiefgang, bietet aber dem Leser die Möglichkeit für kurze Zeit dem Alltag zu entfliehen.

Ein leichtes vorweihnachtliches Buch mit viel Winterzauber und am Ende findet man zur Abrundung noch einige Rezepte.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Ein weiteres Familiengeheimnis

Die Wildblütentochter (Die Blumentöchter 2)
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Im ersten Band der Blumentöchter-Reihe bin ich mit Dalia nach Mexiko gereist. Im zweiten Roman treffe ich auf ihre Cousine Soley. Sie hat als Sängerin großen Erfolg und verdient schon seit Jahren genügend ...

Im ersten Band der Blumentöchter-Reihe bin ich mit Dalia nach Mexiko gereist. Im zweiten Roman treffe ich auf ihre Cousine Soley. Sie hat als Sängerin großen Erfolg und verdient schon seit Jahren genügend Geld, eigentlich müsste sie glücklich sein, doch ihr Freund Greg betrügt sie mit einer jüngeren Frau. Nach ihrem letzten Konzert reist sie zu ihrer Familie in die Gärtnerei Blooming Hall, hier kann sie sich erholen. Bei Aufräumarbeit nach dem Tod ihrer Großmutter Rose wird ein Ölgemälde gefunden auf dem anscheinend Soley in einem altmodischen Kleid zu sehen ist. Es stellt sich heraus, dass das Bild in den vierziger Jahren gemalt wurde. War es ein Bild aus Island, der Heimat ihres Vaters? Da ihr Vater bisher nichts über seine Heimat erzählt hat, beschließt Soley nach Island zu fahren, um den Spuren des Bildes zu folgen.

Das Cover ist wunderschön gestaltet und passt hervorragend zum ersten Band der Blumentöchter. Ich liebe Bücher, in denen ich einem Familiengeheimnis auf die Spur komme. Da Rose und Albert fünf Kinder hatten, ist der Stammbaum zu Anfang sehr hilfreich, um die Kinder und Enkelkinder richtig einordnen zu können. Von der Geschichte war ich sehr angetan, schon die ersten Seiten haben mich gefesselt. Sie ist gut recherchiert und erstklassig geschrieben. Hauptsächlich findet die Handlung in der Gegenwart statt, aber es gibt einige Perspektivwechsel, die in der Vergangenheit spielen. Der Schreibstil der Autorin gibt mir das Gefühl dabei zu sein, denn die Protagonisten sind detailliert skizziert, so dass sie entsprechend lebensnah wirken. Viel Wissenswertes konnte ich über Island erfahren und hatte eine Art Reiseführer in der Hand. Das Buch ist in sich abgeschlossen, macht aber Lust auf die weiteren Bände dieser Reihe.

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