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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2024

Einprägsame Sprache

Reichlich spät
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Klappentext:

„Freitag, der 29. Juli in Dublin.
Das Wetter ist wie vorhergesagt, die Stadt vor Cathals Bürofenster liegt in gleißendem Sonnenschein. Nach einem scheinbar ereignislosen Tag mit Budgetlisten ...

Klappentext:

„Freitag, der 29. Juli in Dublin.
Das Wetter ist wie vorhergesagt, die Stadt vor Cathals Bürofenster liegt in gleißendem Sonnenschein. Nach einem scheinbar ereignislosen Tag mit Budgetlisten und Bürokaffee nimmt Cathal den Bus nach Hause. Die Landschaft zieht an ihm vorüber, die waldigen Hügel, auf denen er noch nie gewesen ist, und er denkt an Sabine. Die ein bisschen schielt und die gut kochen kann, die auch im Winter barfuß am Strand spazieren geht, die die Hügel besteigt. Die zu viel Geld ausgibt und zu viel Raum einnimmt und zumindest über die Hälfte von allem bestimmen will. Die Frau, mit der er hätte sein Leben verbringen können, wäre er ein anderer Mann gewesen.“





Fazit:

Behutsame, einprägsame und gezielte Konkretisierung eines Themas, das schockiert. Die Thematik Misogynie steht hier im Vordergrund und wird auf nur 48 Seiten klar und deutlich zur Diskussion gestellt.
 Die Sprache ist wie gewohnt sehr präzise, wuchtig und bildhaft, der Inhalt auf das wichtigste reduziert. Dabei wird dennoch auf nichts verzichtet - es ist und bleibt unmissverständlich was die Autorin damit bewirken möchte. Starke Message zwischen den Zeilen! Zumal vieles nur angedeutet und gar nicht ausgesprochen wird. 
So wird dem Leser die Möglichkeit geboten, sich ein eigenes Bild zu machen und sich intensiver mit dem Inhalt zu beschäftigen. Ein Büchlein das mehrmals gelesen werden sollte!

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Veröffentlicht am 17.03.2024

Zum Teil etwas unlogisch aber trotzdem spannend


Behalte das für dich!
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Klappentext:

„Das verschlafene Örtchen Camera Cove könnte kaum idyllischer sein – wäre da nicht der Serienmörder, der letzten Sommer vier Menschen ermordete und dann spurlos verschwand. Wie jeder andere ...

Klappentext:

„Das verschlafene Örtchen Camera Cove könnte kaum idyllischer sein – wäre da nicht der Serienmörder, der letzten Sommer vier Menschen ermordete und dann spurlos verschwand. Wie jeder andere versucht auch Mac das Geschehene zu überwinden. Einfacher gesagt als getan, denn Connor, Macs bester Freund, war das letzte Opfer und nur langsam beginnt Mac zu akzeptieren, dass er womöglich niemals Antworten bekommen wird. Doch dann findet er eine Notiz von Connor aus der Nacht, in der er starb. Wusste Connor, wer der Mörder war? Hätte Mac den Mord verhindern können? Für den 18-jährigen ist diese Notiz Grund genug, um sich auf die Suche zu begeben. Er wird den Mörder finden – und niemand wird ihn aufhalten.“





Fazit:

Mac - ein ganz normaler Teenie, dessen Leben auf einmal vollkommen aus den Fugen gerät als er DIE Notiz findet. Seine Suche nach dem Täter beginnt zunächst relativ langsam und unaufgeregt. In dem verschlafenen Örtchen ist nicht viel los, deshalb sorgt seine Aktion für viel Unruhe. Die bedrohliche Atmosphäre kam sehr gut zur Geltung. Auch mochte ich seine persönliche Entwicklung; von schüchtern, unscheinbar und gutgläubig zu fordernd, mutig und zielstrebig.

Tatsächlich ist mir "Silent Radio“ positiver im Gedächtnis geblieben. In diesem Buch fand ich einige Stellen zu konstruiert und das Ende kam einfach viel zu schnell. Plötzlich wurde aus dem ahnungslosen Möchtegern-Ermittler ein richtiger Detective. Das und die Entscheidung der Polizei fand ich dann doch etwas weit hergeholt. Der Ausgang der Geschichte konnte mich trotzdem überraschen. Die Wendung sah ich nicht kommen.

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Veröffentlicht am 15.03.2024

Nicht das Richtige für mich



Wie Inseln im Licht
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Klappentext:

„Als ihre kleine Schwester verschwindet, ist Zoey selbst noch ein Kind. Jetzt, zwanzig Jahre später, sind ihre Erinnerungen daran bruchstückhaft und widersprüchlich. Warum wurde nie nach ...

Klappentext:

„Als ihre kleine Schwester verschwindet, ist Zoey selbst noch ein Kind. Jetzt, zwanzig Jahre später, sind ihre Erinnerungen daran bruchstückhaft und widersprüchlich. Warum wurde nie nach der Schwester gesucht? Nach dem Tod der Mutter reist Zoey an die französische Atlantikküste, wo sie zu dritt gelebt haben, bevor diese eine Nacht alles veränderte. Zoey ahnt: Sie muss ihre Erinnerungen neu sortieren, die wie Inseln im Licht aus dem Meer ragen und die tief unter der Oberfläche miteinander verbunden sind.“





Fazit:

Obwohl in diesem Buch eine stetige Traurigkeit und Bedrücktheit herrscht, konnte mich das Buch emotional leider nicht berühren. Zoeys Perspektive fand ich fast durchgehend anstrengend. Ich konnte weder etwas mit ihr noch mit ihrem Handeln anfangen. Viele Passagen wirkten sehr hinterfragend, nachdenklich und überlegend. Ich hätte mir, schon allein wegen der Schwere der Thematik, ein wenig mehr Simplizität gewünscht. 



Das Rätsel rund um Odas Verschwinden wird erst auf den letzten Seiten gelöst bzw. offenbart. Einerseits mochte ich das Hinhalten, andererseits passiert meiner Meinung bis dahin halt schon recht wenig.

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Veröffentlicht am 14.03.2024

Eine tödliche Wanderung

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Klappentext:

„Jeden Sommer fahren die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Melina in den Norden Schwedens, um beim Wandern in der wilden Natur den Stockholmer Alltag zu vergessen. ...

Klappentext:

„Jeden Sommer fahren die Anwältin Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Melina in den Norden Schwedens, um beim Wandern in der wilden Natur den Stockholmer Alltag zu vergessen. Doch dieses Jahr hat sich Melinas neuer Freund, Jakob, der Gruppe angeschlossen. Er schlägt vor, von der ursprünglichen Route abzuweichen und stattdessen in den wilden, einsamen Nationalpark Sarek zu wandern. Schon bald wird klar, dass die Tour alles andere wird als ein gemütlicher Ausflug unter Freunden. Jakob stiftet die Gruppe zu immer weiteren, gefährlicheren Herausforderungen an. Auch die Dynamik zwischen ihnen ändert sich – lang unterdrückte Vorwürfe und Geheimnisse kommen ans Licht, die Nerven liegen blank. Bald geht es nur noch um eines: Wer wird nach Hause zurückkehren?


"


Fazit:

Ich liebe skandinavische Thriller und auch Ulf Kvensler kann was den einnehmenden Schreibstil, die bildhaften Beschreibungen und die Skizzierung der Charaktere angeht, mit den ganz Großen mithalten. Ich bekam während des Lesens selbst Lust auf eine Wanderung, entschloss mich im weiteren Verlauf aber schnell dagegen.

Die Chemie stimmte bei den Beteiligten nicht wirklich überein, die Konstellation hatte es von vornherein in sich. Ich persönlich entwickelte also schnell Sympathiepunkte für die ein oder andere Person. Die Dynamik wechselte, die Spannung stieg und die eisige, gefährliche Situation spitzte sich immer weiter zu. Die zwei Pärchen waren nicht nur den Kräften der Natur ausgeliefert, sondern auch den schnell wechselnden Stimmungsschwankungen der anderen.
Zum Ende hin nahm die Geschichte eine coole Wendung mit der ich nicht gerechnet hatte, doch der Ausgang lässt mich nicht allzu glücklich zurück. Das offene Ende erschließt sich mir nicht ganz, ich hätte mir lieber einen klaren Cut gewünscht.

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Veröffentlicht am 14.03.2024

Wenn Fassaden täuschen

Die Influencerin
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Klappentext:

„Am Höhepunkt ihrer Online-Karriere verliert die Lifestyle-Influencerin Sarah Rode alles, wofür sie jahrelang gearbeitet hat. Die Online-Welt gibt ihr die Schuld am Tod einer Followerin. ...



Klappentext:

„Am Höhepunkt ihrer Online-Karriere verliert die Lifestyle-Influencerin Sarah Rode alles, wofür sie jahrelang gearbeitet hat. Die Online-Welt gibt ihr die Schuld am Tod einer Followerin. Nach einer Flutwelle aus Hass löscht Sarah all ihre Social-Media-Apps und verkriecht sich in ihrem Haus. Doch der Hass sickert bald über die Grenzen der Online Communities hinaus bis über ihre Türschwelle. Sie fühlt sich bedroht und verfolgt. Dann erscheint ein neuer Instagram-Account in Sarahs Namen. Wer steckt hinter dem Fake-Account? Wie kann es sein, dass der Betreiber ihre persönlichen Geheimnisse zu kennen scheint? In einem atemlosen Rausch kommt Sarah der erschütternden Wahrheit Schritt für Schritt näher …"





Fazit:

„Es gab kaum einen Aspekt meines Lebens, der nicht öffentlich war. Kaum einen Moment, der nicht von anderen kommentiert, bewertet oder gespeichert werden konnte. Von Menschen, die ich persönlich nicht kannte, die mir aber doch so nah waren, dass ich alles mit ihnen geteilt hatte. Freude. Ängste. Sorgen. Sehnsüchte.“



Influencer sind heutzutage in aller Munde. Social Media Stars haben tausende, manchmal sogar Millionen von Followern und können mit einem einzigen Post die Aufmerksamkeit einer großen Zielgruppe auf sich ziehen. Klingt zunächst einmal verlockend. Doch Sarah lernt innerhalb kürzester Zeit die andere Seite der Medaille kennen. Nachdem sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, muss sie die fiesesten Hasskommentare über sich ergehen lassen und gerät zudem in die Fängen eines Wahnsinnigen. Die Bösartigkeiten steigern sich, die Drohungen werden immer perfider und Sarah immer isolierter.



In diesem Thriller schätzte ich die durchdachte Herangehensweise sowie die Strukturierung. Die Autorin hat geschickt einigen Elementen eine zeitgemäße Note und gewisse Raffinesse verliehen. Der Showdown ist packend, viele kleine Details verschleiern die Wahrheit und man traut dem Umfeld genauso wenig wie Sarah.

Es ist ein Buch, das nicht nur gut unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Gerade in der heutigen Zeit.

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