Atmosphärisch, düster und vielversprechend
Rückkehr der Engel (Extended Version)„Rückkehr der Engel“ lebt von seiner Atmosphäre und einem starken Worldbuilding. Besonders das zerstörte Venedig als Schauplatz hat mich begeistert. Die Stadt wirkt fast wie eine eigene Figur: geheimnisvoll, ...
„Rückkehr der Engel“ lebt von seiner Atmosphäre und einem starken Worldbuilding. Besonders das zerstörte Venedig als Schauplatz hat mich begeistert. Die Stadt wirkt fast wie eine eigene Figur: geheimnisvoll, bröckelnd und bedrückend schön. Dieses Setting trägt die Geschichte und macht sie besonders.
Mit der Protagonistin Moon hatte ich es zunächst schwer. Sie ist misstrauisch, pragmatisch und sehr auf das Überleben fokussiert, wirkte auf mich aber lange Zeit emotional unnahbar. Erst im letzten Drittel konnte ich sie besser greifen. Die Nebenfiguren haben mir dagegen deutlich besser gefallen. Cassiel bleibt ambivalent und spannend, während Lucifer für mich zu den interessantesten Charakteren gehört.
Die Liebesgeschichte konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Obwohl Nähe aufgebaut wird, fehlte mir die emotionale Tiefe, vieles wirkte zu schnell und funktional.
Dafür steigert sich die Handlung im Verlauf spürbar. Nach einem eher ruhigen Beginn nimmt die Spannung in der zweiten Hälfte deutlich zu, und die Wendungen im letzten Drittel haben mich mitgerissen. Auch das Worldbuilding rund um die Engel empfand ich als gelungen. Die Legenden und Machtstrukturen wurden gut dosiert eingebaut und haben die Geschichte bereichert.
Insgesamt ist es ein atmosphärisch dichter Auftakt, der Lust auf die Fortsetzung macht, auch wenn nicht alles für mich emotional funktioniert hat.