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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2020

Dort, wo die Zeit entsteht – Roman einer Selbstfindung

Dort, wo die Zeit entsteht
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Die junge Ärztin Katharina braucht etwas Abstand zu ihrer Arbeit im Krankenhaus. Diesen will sie in der einsam gelegenen Berghütte der Familie finden und bricht nach Weihnachten dorthin auf. Es dauert ...

Die junge Ärztin Katharina braucht etwas Abstand zu ihrer Arbeit im Krankenhaus. Diesen will sie in der einsam gelegenen Berghütte der Familie finden und bricht nach Weihnachten dorthin auf. Es dauert in der Einsamkeit der Berge, bis Traum und Wirklichkeit sich in der seltsamen Zeit der Rauhnächte ineinander übergehen.

Diesen Roman umgibt etwas Mystisches, genau wie die sogenannten Rauhnächte. Katharina lernt, Zeit für sich zu haben und wie sie besser mit Konflikten umgehen kann. Die magische Welt der Berge und eine alte Bäuerin helfen ihr dabei.

Ich fand die Geschichte etwas schwer zu lesen. Es war anstrengend, sich auf die Ereignisse mit und um Katharina einzulassen. Leider ist mir auch keine emotionale Bindung zu ihr gelungen. An einigen Stellen zog sich die Geschichte auch etwas in die Länge. „Richtige“ Spannung gibt es in der Geschichte nicht. Als Leser muss man sich auf die mystischen Rauhnächte einlassen, um zumindest zu versuchen, zwischen Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden.

Das Buch trägt zu Recht den Untertitel „Roman einer Selbstfindung“. Katharina findet sich selbst, und dies wird sicher auch dem einen oder anderen Leser gelingen. Der Leser folgt der Protagonistin auf ihrem ganz eigenen Weg. „Dort, wo die Zeit entsteht – Roman einer Selbstfindung“ ist ein gutes, ruhiges Buch, welches so manchen Leser wieder „erden“ kann.

Ich danke Thomas Wolff von Kösel-Verlag | Diederichs für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 29.11.2020

Das Buch der Spiegel

Das Buch der Spiegel
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Literaturagent Peter Katz erhält den Anfang eines Manuskripts von Richard Flynn. Im Mittelpunkt steht der Mordfall an Professor Joseph Wieder, der vor 25 Jahren geschah und nie aufgeklärt wurde. Katz ist ...

Literaturagent Peter Katz erhält den Anfang eines Manuskripts von Richard Flynn. Im Mittelpunkt steht der Mordfall an Professor Joseph Wieder, der vor 25 Jahren geschah und nie aufgeklärt wurde. Katz ist so sehr von der Geschichte fasziniert, dass er wissen möchte, wie sie weitergeht. Doch Flynn ist zwischenzeitlich verstorben. Katz macht sich auf die Suche nach dem restlichen Manuskript.

Das Buch ist in drei Teile untergliedert. Neben Peter Katz wird die Geschichte noch durch zwei weitere Charaktere und deren Perspektive fortgesetzt. Alle Figuren sind interessant und gut ausgearbeitet. Die Spannung bleibt über das gesamte Buch auf einem guten Level.

Der Kriminalroman zeigt sehr gut auf, wie unterschiedlich die Sicht auf Geschehnisse sein kann. Oft sind es die eigenen Gedanken, die einer anderen Person ein Verhalten unterstellen, welches diese wahrscheinlich nicht hat. So ergeben sich im Laufe des Buches mehrere mögliche Tatgeschehen und Täter. Jede dieser Varianten scheint möglich.

Geschickt schafft es der Autor, bis zum Schluss Wendungen zu bieten, die überraschen. Es ist ein interessanter Roman, den ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 29.11.2020

Nadjas Katze – Ein Berndorf-Roman

Nadjas Katze
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Nadja findet in einem Antiquariat ein Heftchen mit einer Erzählung über das Kriegsende 1945. Die Geschichte spielt in einem deutschen Dorf kurz vor dem Einmarsch der US-Army. Ein kleines Detail lässt Nadja ...

Nadja findet in einem Antiquariat ein Heftchen mit einer Erzählung über das Kriegsende 1945. Die Geschichte spielt in einem deutschen Dorf kurz vor dem Einmarsch der US-Army. Ein kleines Detail lässt Nadja stutzen. In der Geschichte wird eine Stoffkatze beschrieben, die genau so aussieht wie jene, welche Nadja als einzige Erinnerung an ihre leibliche Mutter hat. Nadja beginnt mit Nachforschungen und mit Hilfe des ehemaligen Kriminalkommissars Hans Berndorf findet sie Hinweise darauf, dass nicht nur die Stoffkatze, sondern Personen und Geschehnisse auch in der realen Welt existierten.

Ein spannender Krimi führt Nadja, Berndorf und den Leser zurück in eine dunkle Zeit. Nach und nach kommt etwas Licht in dieses Dunkle. Auch nach 70 Jahren sind noch nicht alle Erinnerungen erloschen. Einige Bewohner des Dorfes erinnern sich oder können Anhaltspunkte liefern. Das Berndorf als Kind in diesem Ort lebte, ist dabei sehr hilfreich.

Autor Ulrich Ritzel beschreibt Personen, Gegenstände und Umgebungen so, dass der Leser sie sich bildlich gut vorstellen kann. Eine stets vorhandene, latente Spannung sorgt für ein Kribbeln im Bauch. Wendungen sind geschickt eingebaut.

Mit „Nadjas Katze“ begeht der Leser eine Art „Krimi-Zeitreise“ ohne aktuelles Verbrechen. Es ist eher so etwas wie ein Nervenkrimi. Das „Krimi-Gefühl“ entsteht eher dadurch, dass Vergangenheit und Gegenwart Stück für Stück eine interessante Geschichte enthüllen. Es gibt zwar kein Mordfall, den es zu lösen gilt, aber die zwischenmenschlichen Beziehungen sind genauso spannend.

Der Roman ist Teil einer Reihe um Hans Berndorf. Die Geschichte selbst ist abgeschlossen und ohne Vorkenntnisse zu lesen.

Veröffentlicht am 29.11.2020

Florence

Florence
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Florence möchte 1926 nach Hollywood, um dort Drehbuchautorin zu werden. Ihre Freundin Ethel hingegen reist Mann und Tochter hinterher nach Nevada, denn vielleicht ist ihre Ehe doch noch zu retten. 1952 ...

Florence möchte 1926 nach Hollywood, um dort Drehbuchautorin zu werden. Ihre Freundin Ethel hingegen reist Mann und Tochter hinterher nach Nevada, denn vielleicht ist ihre Ehe doch noch zu retten. 1952 stirbt die berühmte Drehbuchautorin Florence Daniels. Schauspielerin Louise Wilde wird ihre Erbin, obwohl beide Frauen sich kaum kannten. Louise findet alte Fotos von ihrer Mutter Ethel. Wie gut kannten sich Florence und Ethel wirklich?

In diesem Roman wechseln sich verschiedene Erzähl-/Sichtweisen ab. Da ist zum einen der Road-Trip von Florence und Ethel 1926 und die Reise von Louise 1952. Beide Erzählstränge haben Rückblicke, so lernt der Leser alle Frauen gut kennen. Eingestreut in diese Geschichten bekommt der Leser Auszüge aus einem nicht veröffentlichten Drehbuch von Florence zu lesen. Dessen Inhalte erinnern stark an den Road-Trip der Freundinnen.

Leider haben mich die Figuren emotional nicht erreicht. Aufgrund der unterschiedlichen Arten, in denen die einzelnen Kapitel und Stränge unterteilt sind, bin ich öfter durcheinander gekommen. Dadurch musste ich viele Passagen noch einmal lesen, was den Lesespaß trübte.

„Florence“ zeichnet ein gutes Bild der damaligen Zeiten. Sowohl die zwanziger, als auch die fünfziger Jahre mit all den gesellschaftlichen Gegebenheiten sind gut dargestellt. Die vorhandenen dramatischen Punkte sind gut recherchiert und dargestellt. Dieser Roman eignet sich für entspannte Lesestunden.

Veröffentlicht am 15.11.2020

Mehr als die Erinnerung

Mehr als die Erinnerung
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Friederike von Aalen lebt 1920 auf Gut Mohlenberg. Dieses ist eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen. Einer der Patienten ist Bernhard, Friederikes Ehemann. Er erlitt im Krieg eine Hirnverletzung. ...

Friederike von Aalen lebt 1920 auf Gut Mohlenberg. Dieses ist eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen. Einer der Patienten ist Bernhard, Friederikes Ehemann. Er erlitt im Krieg eine Hirnverletzung. Eines Tages geschehen kurz hintereinander zwei Morde. Sofort geraten die Bewohner des Gutes unter Verdacht. Friederike kann dies nicht glauben und stellt eigene Nachforschungen an.

„Mehr als die Erinnerung“ ist ein faszinierender Roman mit einer deutlichen Botschaft. Gefühlvoll nimmt die Autorin den Leser mit in die Vergangenheit und in das Denken der Menschen in dieser Zeit. Die gut ausgearbeiteten Figuren erreichen den Leser emotional. Schicht für Schicht fördert die Nachforschung von Friederike eine grausige Wahrheit ans Licht.

Gleichzeitig spürt der Leser die tiefe Liebe zwischen Friederike und ihrem Ehemann Bernhard. Die Charaktere entwickeln sich weiter, und der Leser erhält interessante Einblicke in die Vergangenheit. Der Roman liest sich flüssig, die Spannung hält den Leser am Buch.

„Mehr als die Erinnerung“ ist der erste Teil einer Reihe. Der Auftakt ist gut gelungen, ich freue mich auf die Fortsetzung.