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Veröffentlicht am 10.03.2019

Bangkok Rhapsody

Bangkok Rhapsody
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Der ehemalige FBI-Agent William LaRouche soll sich in Bangkok auf die Suche nach Larry Mazzini machen. Dieser ist ein Folter-Experte und Massenmörder, dem es immer wieder gelingt, seiner Verhaftung zu ...

Der ehemalige FBI-Agent William LaRouche soll sich in Bangkok auf die Suche nach Larry Mazzini machen. Dieser ist ein Folter-Experte und Massenmörder, dem es immer wieder gelingt, seiner Verhaftung zu entgehen. Durch sein Wissen weckt er bei mächtigen Personen das Interesse und findet immer wieder Unterstützer.

Dieser Roman ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Rhapsody, denn viele Nebenstränge vervollständigen die Handlung. Jeder Strang wird gebraucht, um eine spannende Geschichte zu ergeben.

Autor Thomas Einsingbach hat einen Thriller geschaffen, der dem Leser kein brutales Kopfkino mit Abscheu und Gänsehaut bietet. Der Roman beginnt ruhig, und eine angenehme Erzählweise wird bis zum Schluss beibehalten. Zu Anfang hat man das Gefühl, einen Roman und keinen Thriller in Händen zu halten.

Die Wendung kommt nach und nach „durch die Hintertür“. Es entsteht eine immer stärker werdende subtile Spannung, und den Leser erfasst eine innere Unruhe. Die Morde sind zwar kalt und brutal ausgeführt, aber der Autor überlässt es der Fantasie des Lesers, was dieser mit den kurzen Beschreibungen daraus macht.

Ein großer Teil der Handlung befasst sich mit William LaRouches Vergangenheit und wie er in der Gegenwart versucht, damit klar zu kommen. Nach und nach erfährt der Leser viel über ihn und sein Leben. Auch die anderen Charaktere sind gut beschrieben und ausgearbeitet. Das Buch liest sich gut und schnell. Es eignet sich für Thriller-Fans, die den Nervenkitzel ohne literweise Blutvergießen bevorzugen.

„Bangkok Rhapsody“ ist der Auftakt einer Reihe um William LaRouche.

Ich danke der mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 03.02.2019

„Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ / „Einladung zum Klassentreffen“

»Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten« und »Einladung zum Klassentreffen«
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Das Lesen eines Theaterstücks unterscheidet sich von dem eines Romans. Wer dieses Buch von Martin Schörle liest, sollte sich dessen bewusst sein. Es ist ein anderes, interessantes Leseerlebnis.

Bei „Nichtalltägliches ...

Das Lesen eines Theaterstücks unterscheidet sich von dem eines Romans. Wer dieses Buch von Martin Schörle liest, sollte sich dessen bewusst sein. Es ist ein anderes, interessantes Leseerlebnis.

Bei „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ handelt es sich um Einblicke in die Gedanken des Beamten Hans Fredenbek. In seinem Monolog wird dem Leser schnell klar, welcher Typus Beamter dieser Mann ist. Wer selbst im öffentlichen Dienst tätig ist oder war, der wird auch den einen oder anderen Kollegen – oder sogar sich selbst – in mancher Schilderung wiedererkennen.

Nach 20 Jahren erhält Marina einen Anruf von Carsten, eine „Einladung zum Klassentreffen“. Sie waren während ihrer Schulzeit ein Paar, und im Laufe ihres Telefonats vermischen sich Erinnerungen und Gegenwart zu einem interessanten Gespräch.

Es sind zwei unterschiedliche Stücke, die Martin Schörle in diesem Buch präsentiert. Während Beamter Fredenbek auf der Bühne erzählt und mit dem Publikum agiert, betrachtet dieses das Telefonat zwischen Marina und Carsten wieder aus der Beobachterperspektive. Der Autor schafft es bei beiden Stücken, den Leser mitzunehmen, und es entsteht an manchen Stellen das Gefühl, selbst mitten im Publikum zu sitzen.

Klare Anweisungen in Klammern für die Akteure sorgen dafür, dass der Leser direkt weiß, welches Gesicht die Figur macht oder in welcher Stimmung diese gerade ist. Alles ist genau vorgegeben, so dass für jeden Leser ein ähnliches, wenn nicht gar gleiches Leseerlebnis entsteht. Für mich war das Lesen dieser Theaterstücke eine neue Lese-Erfahrung, denn es unterscheidet sich deutlich von einem Roman oder einem Sachbuch.

Mit seinen gerade einmal 119 Seiten ist das Buch schnell gelesen. Allerdings wäre ein erneutes Lesen ratsam, denn oft gibt es kleine Feinheiten oder Nebensächlichkeiten zu erkennen, die beim ersten Lesen nicht richtig wahrgenommen wurden. Das Lesen hat mir viel Spaß gemacht, und ich kann dieses Buch weiterempfehlen. Insbesondere, wenn man als Leser einmal neue Wege gehen möchte.

Ich danke Martin Schörle für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars. Das Buch ist direkt beim Autor, sowie auf den bekannten Plattformen zu beziehen.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Die vergessene Freundin

Die vergessene Freundin
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1924 kommt Tonja in die Schulklasse der elfjährigen Elly. Sie freunden sich an, obwohl sie verschiedene Charaktere haben und aus unterschiedlichen Milieus stammen. Ellys Vater gehört das Odeon, ein prachtvolles ...

1924 kommt Tonja in die Schulklasse der elfjährigen Elly. Sie freunden sich an, obwohl sie verschiedene Charaktere haben und aus unterschiedlichen Milieus stammen. Ellys Vater gehört das Odeon, ein prachtvolles Lichtspielhaus in der Stadt. Die beiden Mädchen werden unzertrennlich, doch die Liebe zu einem Mann wird ihre Freundschaft verändern. Ein Schicksalsschlag wird zur Feuerprobe. Im Jahr 2013 möchte Ellys Nichte eine Festschrift zum 90. Jubiläum des Odeons herausbringen. Elly hat die damaligen Geschehnisse über Jahrzehnte verdrängt und ist nicht gerade von dem Plan begeistert, denn jetzt muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen.

Mit viel Gefühl schildert Rebecca Martin die Geschehnisse aus Ellys Vergangenheit. Bereits im Prolog wird dem Leser klar, dass die Freundschaft zwischen ihr und Tonja beendet ist. Was genau geschehen ist, kommt aber erst nach und nach aus Ellys Erinnerungen ans Licht.

Beginnend mit einer besonderen Freundschaft bis hin zu den ersten Konflikten erhält der Leser einen Einblick in das Leben der Mädchen und der damaligen Gesellschaft sowie dem Zeitgeschehen. Während Elly in der gehobenen Gesellschaft ohne große Sorgen leben kann, befindet sich Tonja in eher prekären Verhältnissen mit einer kranken Mutter.

Die Autorin findet die richtigen Worte, um dem Leser die Hauptcharaktere ans Herz zu legen. Auch die Ereignisse im Jahr 2013, dem Jahr, in dem die Festschrift erscheinen soll, erhalten genug Raum. Auch die Charaktere dieser Zeit sind gut ausgearbeitet und entwickeln sich weiter.

Bei einem guten Schreibstil fliegen die Seiten fast nur so dahin, wobei es auch einige Stellen gibt, die sich etwas in die Länge ziehen. Doch diese sind selten, und der Leser ist wieder schnell in der Geschichte drin.

„Die vergessene Freundin“ ist ein schöner Roman um eine Freundschaft, die in schwierigen Zeiten zu bestehen versucht. Ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Diana-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Der Postillon +++ NEWSTICKER +++

Der Postillon
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Der Postillon ist eine satirische Tageszeitung und das bereits seit über 160 Jahren. Seine Newstickermeldungen sind teilweise sehr anspruchsvolle Wortspiele. Mit wenigen Worten einen Leser zum Lachen zu ...

Der Postillon ist eine satirische Tageszeitung und das bereits seit über 160 Jahren. Seine Newstickermeldungen sind teilweise sehr anspruchsvolle Wortspiele. Mit wenigen Worten einen Leser zum Lachen zu bringen ist eine Kunst. In diesem Büchlein ist jede Seite mit einer kleinen Menge an Wortspielereien gefüllt. Manches erschließt sich dem Leser nicht auf den ersten Blick, und er muss die Newsticker-Meldung mehrfach lesen, um sie zu verstehen. Oft reicht dazu schon eine andere Betonung der Wörter, und der Satz hat eine neue Bedeutung.

Die grafische Gestaltung ist sehr gelungen. Keine Doppelseite sieht aus wie die andere. Dabei sind die Gegenstände überschaulich: ein alter Tisch mit einer Kamera, Schreibmaschine, Presseausweis und was sonst noch ein Reporter braucht. Ein Notizblock findet sich ebenfalls immer wieder, und man muss das Buch auch mal drehen, um zu lesen, was dort geschrieben steht.

Durch die Tickermeldungen kann man das Buch in vielen kleinen Etappen lesen und die einzelnen Meldungen auf sich wirken lassen. Ein Kleinod in Sachen Humor wartet auf seine Fans und die, die es noch werden. Denn das Büchlein eignet sich wunderbar als Geschenk für einen humorvollen Menschen, der ansonsten vielleicht nicht zu den klassischen Lesern von Büchern gehört. Mir hat dieses Buch sehr viel Spaß bereitet.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens
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Martin macht als Kind eine besondere Bekanntschaft. Es ist der Tod, der mit ihm am Sterbebett seiner Großmutter steht. Er kann den Tod sehen und mit ihm sprechen. Der Tod ist darüber sehr erfreut und glaubt ...

Martin macht als Kind eine besondere Bekanntschaft. Es ist der Tod, der mit ihm am Sterbebett seiner Großmutter steht. Er kann den Tod sehen und mit ihm sprechen. Der Tod ist darüber sehr erfreut und glaubt daran, dass er und Martin Freunde sein können. Diese Freundschaft wird Martins Leben ziemlich durcheinander bringen.

Autor Sebastian Niedlich hat mit Martin und dem Tod zwei interessante Figuren geschaffen, die dem Leser an vielen Stellen Raum für eigene Gedanken lassen. Auch ihre besondere Beziehung zueinander bietet viel Platz dazu.

Die Geschichte wird von Martin direkt erzählt. Es beginnt mit der Begegnung in seiner Kindheit und wird erst an dem Tag enden, an dem auch Martin sterben wird. Dies wird bereits im Prolog deutlich. Martins Leben geht seinen Gang, auch wenn einige Verrücktheiten ihm das Leben schwer machen oder einfach nur nervig sind. Seine Gespräche mit dem Tod sind oft welche, die man unter Umständen selbst mal mit dem Tod führen möchte. Zum Schmunzeln ist auch die kleine Macke des Todes, immer und überall „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ zu pfeifen.

Ein guter Schreibstil und viele witzige Unterhaltungen bringen Würze in das Geschehen. Das Buch hat jedoch seine Längen, und außer zu den beiden Hauptfiguren konnte ich keine weiteren Beziehungen aufbauen. Hätte dies funktioniert, könnte das Gelesene durchaus emotionaler ankommen.

Der Roman ist gut gelungen und eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Wer sich mit einer schönen Geschichte, die auch etwas zum Nachdenken anregt, unterhalten möchte, für den ist dieses Buch geeignet.