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Veröffentlicht am 11.11.2016

Die Betrogene

Die Betrogene
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Die Polizistin Kate Linville ist eine kontaktscheue, einsame Frau. Einzig zu ihrem Vater hält sie Kontakt. Als dieser eines Tages grausam ermordet wird, beginnt sie, ihre eigenen Nachforschungen anzustellen. ...

Die Polizistin Kate Linville ist eine kontaktscheue, einsame Frau. Einzig zu ihrem Vater hält sie Kontakt. Als dieser eines Tages grausam ermordet wird, beginnt sie, ihre eigenen Nachforschungen anzustellen. Der für den Fall zuständige Chief Inspector Caleb Hale ist in ihren Augen nicht geeignet, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Caleb ist seit einigen Tagen trockener Alkoholiker, und das ist keine gute Voraussetzung, um sich vollkommen auf den Fall zu konzentrieren.

Bald schon gibt es eine Spur: Denis Shove, ein bekannter Krimineller, gerät in den Fokus der Ermittlungen. Shove ist auf der Flucht und sucht nach einem Versteck. Währenddessen plant der kurz vor einen Burn-Out stehende Drehbuchautor Jonas Crane eine Auszeit. Gemeinsam mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn fährt er zu einer abgeschiedenen Farm. Ohne Handy-Empfang, Telefon, Fernsehen, Radio, usw. scheint es genau der Ort zu sein, an dem Crane abschalten kann.

Charlotte Link verflechtet die Geschichte um Kate und Familie Crane zu einem spannenden Kriminalroman. Kate muss langsam erkennen, dass ihr Vater nicht der vollkommene, fehlerlose Mann war, wie sie immer glaubte. Neil Courtney sieht in der Familie Crane eine lukrative Einnahmequelle. Seine Freundin Terry ist die leibliche Mutter von Sammy Crane. Neil ist ein Mensch, der leicht reizbar ist und auch öfter mal zuschlägt. Er hat seine Ansichten und setzt diese auch mit Gewalt durch. Für ihn zählt nur er selbst.

Als Courtney von den Urlaubsplänen auf der Farm erfährt, tauchen er und Terry überraschend dort auf. Sie sorgen dafür, dass die Cranes ihre Zeit auf der Farm so schnell nicht mehr vergessen werden. Schon bald geht es um Leben und Tod. Packend schildert die Autorin die Ereignisse auf der Farm. Lange bleibt offen, was der Mord an Kates Vater mit dem Familienurlaub der Cranes verbindet.

Ein spannender Roman mit vielen Facetten. Zwischenmenschliche Beziehungen spielen eine große Rolle. Verzweiflung, Angst, Sorgen – alles ist förmlich greifbar. Charlotte Link lässt den Leser an all den Ereignissen intensiv teilhaben. Hier gibt es eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.11.2016

Der Wald wirft schwarze Schatten

Der Wald wirft schwarze Schatten
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Evelyn hat sei über dreißig Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn. Doch sie muss ihn dringend sprechen und ihm etwas anvertrauen, bevor sie stirbt. Sie lädt ihn daher zu ihrem 85. Geburtstag ein und ...

Evelyn hat sei über dreißig Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn. Doch sie muss ihn dringend sprechen und ihm etwas anvertrauen, bevor sie stirbt. Sie lädt ihn daher zu ihrem 85. Geburtstag ein und hofft, dass er kommen wird.

Wilhlem ahnt, dass eine Rückkehr aus den USA alte Wunden aufreißen wird. Trotzdem macht er sich auf den Weg zu seiner Mutter. Die Vergangenheit muss endlich überwunden werden.

Der Schauspieler Robert erhält von einer seltsamen alten Dame eine Einladung zu deren Geburtstag, sowie eine rätselhafte Karte mit einem Schlüssel. Gemeinsam mit seinem Sohn Lukas wagt er das Abenteuer Schatzsuche.

Jeder der drei Erwachsenen hat sein eigenes schweres Schicksal, welches ihn belastet. Evelyn verliert sich in ihrer Vergangenheit und fragt sich immer wieder, ob sie denn eine gute Mutter war oder nicht. Aber bestimmt war sie das, oder? Wilhelm führt ein unstetes Leben in den USA. Nur nicht zu lange an einem Ort bleiben, immer weiterziehen. Doch vor seinen Erinnerungen kann er nicht davonlaufen. Sie quälen ihn jeden Tag mehr.

Robert ist als Kind adoptiert worden. Alleine irrte er im Wald, so dass man davon ausging, er sei von Zigeunern ausgesetzt worden. Die Beziehung zu Lukas Mutter Anna steht auf dem Spiel. Das aktuelle Theaterstück fordert alles von ihm und raubt all seine Kräfte. Trotzdem macht er sich mit Lukas auf die Suche nach dem Schatz.

An der kindlichen Welt von Lukas lässt die Autorin den Leser teilhaben. Die Kapitel, welche aus seiner Sicht erzählt werden, zeigen gut, wie Kinder die Welt der Erwachsenen und deren Verhalten wahrnehmen und hinterfragen.

Die spannende Frage nach dem Geschehen und wie alles miteinander verknüpft ist, bleibt in der gesamten Geschichte erhalten. Mit jedem Kapitel wechselt die Sichtweise zwischen den drei Erwachsenen und Lukas. Langsam nähert man sich der Lösung. Wie wurde Evelyn zu der Frau, die sie am Ende ihres Lebens ist? Wie weit ging ihr Einfluss in der Erziehung von Wilhelm? Wie passen Robert und Lukas in diese Geschichte? Viele Fragen kommen während des Lesens auf. Eine Antwort ist dort zu finden, wo der Wald schwarze Schatten wirft.

Die Geschichte nimmt den Leser mit zu einer einsamen Hütte im dunklen Wald. Ein lesenswertes Buch, leicht zu lesen und ohne verwirrende Handlungsstränge.

Veröffentlicht am 11.11.2016

Achtung SPOILER - Zoo City

Zoo City
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Johannisburg in der Gegenwart – und doch ist vieles anders. Straftäter sind an einem Tier zu erkennen, welches sie ständig bei sich führen müssen. Eine Art innere Verbindung lässt eine größere Entfernung ...

Johannisburg in der Gegenwart – und doch ist vieles anders. Straftäter sind an einem Tier zu erkennen, welches sie ständig bei sich führen müssen. Eine Art innere Verbindung lässt eine größere Entfernung zwischen Mensch und Tier nicht zu. Diese Menschen werden „Getierte“ genannt.

Nach dem Tod ihres Bruders wird Zinzi December zu einer solchen „Getierten“. Ein Faultier und die magische Fähigkeit, verlorene Dinge wiederzufinden, gehören nun zu ihrem Alltag. Zinzi hat bei ihrem Dealer Schulden, die sie bei ihm abarbeiten muss. Da erhält Zinzi den Auftrag das Pop-Sternchen Songweza zu finden. Sehr lukrativ, und daher nimmt sie den Auftrag an. Wie gefährlich sich die Suche entwickelt, kann Zinzi noch nicht ahnen.

Zoo City hat gute Ansätze. Die Idee, Verbrecher zu kennzeichnen, in dem ein Tier sie zukünftig begleitet, ist nicht schlecht. Doch warum erhält ein Getierter ein Faultier, einen Hund, eine Ratte, einen Schmetterling, einen Vogel oder was auch immer? Soll das Tier auf irgendeine Charaktereigenschaft hinweisen? Hierauf bekommt der Leser keine Antwort.

Von der im Klappentext beschriebenen „Wahrheit über die Getierten“ gibt es keine Spur. Die Protagonisten leben am Rande der Gesellschaft, und daher spielt die Geschichte größtenteils im entsprechenden Milieu ab. Wie die Menschen dort leben müssen, ist gut beschrieben und kann auch als Gesellschaftskritik verstanden werden. Die Autorin setzt dabei auf den Konflikt zwischen Getierten und Un-Getierten.

Empfehlen kann ich das Buch leider nicht.

Aufgrund der gut umgesetzten Gesellschaftskritik gibt es einen Bonuspunkt.

Veröffentlicht am 11.11.2016

Empfehlenswert

Adnan für Anfänger
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Der Schauspieler Adnan Maral erzählt Geschichten aus seinem Leben und lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben. Das Gerüst der Geschichte bildet ein Wartezimmer bei einem Arzt. Während er dort sitzt ...

Der Schauspieler Adnan Maral erzählt Geschichten aus seinem Leben und lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben. Das Gerüst der Geschichte bildet ein Wartezimmer bei einem Arzt. Während er dort sitzt und sich mit der Sprechstundenhilfe und anderen Patienten unterhält, beginnt eine „Zeitreise“ zu seinen Eltern, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, seiner Frau und seinen Kindern sowie vielen anderen Menschen, denen er begegnet ist.

Es geht um Menschen und ihre Vorurteile anderen gegenüber sowie den Umgang miteinander. Kann man überhaupt von „typisch Deutsch“ oder „typisch Türkisch“ reden? Seit der Serie „Türkisch für Anfänger“ ist Adnan Maral einem breiten Publikum bekannt. Er hat bei vielen anderen Produktionen mitgespielt und musste dabei oft Klischees umsetzen. Mit Humor zeigt er dem Leser, dass es immer um den Menschen geht und es egal sein sollte, welchen Pass er hat oder woher er kommt.

Ein Buch, welches mehr ist als eine Geschichte aus dem Leben eines erfolgreichen Schauspielers. Es bringt den Leser nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum Nachdenken über sich selbst. Wie man sich wohl selbst in der ein oder anderen Situation verhalten hätte? Diese Frage kann nur jeder alleine für sich beantworten.

Veröffentlicht am 11.11.2016

Einfach gut

Mein Mann, der Rentner
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Wie verändert sich das Leben, wenn der Ehemann nach seinem langen Arbeitsleben in Rente geht? Rosa Schmidt kann es nicht fassen, als ihr ihr Ehemann mitteilt, dass er ab dem nächsten Monat im Ruhestand ...

Wie verändert sich das Leben, wenn der Ehemann nach seinem langen Arbeitsleben in Rente geht? Rosa Schmidt kann es nicht fassen, als ihr ihr Ehemann mitteilt, dass er ab dem nächsten Monat im Ruhestand ist. Sie befürchtet das Schlimmste.

Nicht ganz zu Unrecht, denn Günther und auch sie müssen erst einmal lernen, mit diesem neuen Lebensabschnitt umzugehen. Seit Jahren hat auch Rosa eine eingespielte Alltagsroutine. Diese wird durch den dauernd anwesenden Günther gründlich durcheinander gewirbelt.

Aber auch für Günther ist es nicht einfach. Hobbys hatte er durch seine Arbeit nie gehabt. Was also nun mit all der freien Zeit anfangen? Höchste Zeit, dass er sich eines zulegt. Rosa arbeitet fleißig daran.

In ihrem Tagebuch schildert Rosa all ihr Leid, welches der Ruhestand ihres Mannes mit sich bringt. Er geht ihr auf die Nerven und kostet auch selbige. Monat für Monat schreibt Rosa und erzählt von den Ereignissen. Sie und ihr Mann müssen sich nach 35 Ehejahren erst wieder neu kennenlernen.

Ein erfrischend herzliches Buch, humorvoll erzählt Rosa ihre Geschichte. Vielleicht erkennt der ein oder andere Rentner sich in Günther und die ein oder andere Ehefrau in Rosa wieder? Rosa und Günther sind ein wunderbares Paar. Da Rosa Schmidt nicht wirklich Rosa Schmidt heißt, könnte es durchaus möglich sein, dass Rosa und Günther die eigenen Nachbarn sind – aber wer weiß das schon?

Das Buch eignet sich auch prima zum Verschenken an zukünftige oder frisch gebackene Rentnerehefrauen, Freundinnen, usw. Spaß ist garantiert.