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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2025

Amüsant, spannend und manchmal tragisch - ein Highlight

Die Gesellschaft zur Erhaltung der Kaijū-Monster
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Eigentlich hatte sich Jamie Gray viel von dem Mitarbeitergespräch erhofft, doch am Ende ist er arbeitslos und kann, mitten in der Corona-Zeit, seinen Lebensunterhalt nur noch als Essenslieferant sicher ...

Eigentlich hatte sich Jamie Gray viel von dem Mitarbeitergespräch erhofft, doch am Ende ist er arbeitslos und kann, mitten in der Corona-Zeit, seinen Lebensunterhalt nur noch als Essenslieferant sicher stellen. Glück im Unglück, dabei trifft er einen alten Bekannten, der ihm einen gut bezahlten Job anbietet. Allerdings verrät er nicht, um was genau es geht, nur, dass sein Arbeitgeber, die GEK, eine Tierrechtsorganisation für große Tiere ist. Wie groß diese Tiere tatsächlich sind, und wo diese sich befinden, erfährt Jamie also erst, als er vor Ort ist.

Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten, selten habe ich mich beim Lesen so amüsiert, allerdings hat die Geschichte auch sehr spannende, tragische und traurige Momente, eine perfekte Mischung also. Dazu punktet John Scalzi, von dem ich unbedingt noch mehr lesen möchte, mit viel Fantasie. Alleine die Tiere, auf die Jamie hier trifft, sind sehr fantasievoll, aber auch sehr durchdacht gestaltet. Gut gefallen haben mir auch die verschiedenen Charaktere, auch die nicht so guten. Viele von ihnen sind aber mit einem sehr gesunden Galgenhumor gesegnet, was in der Situation, in der sie stecken, recht schlau ist, und zu meinem Amüsement beigetragen hat. Außerdem ist nicht nur Jamie ein Nerd, so dass es manche passende Anspielung gibt.

Die Geschichte spielt zudem in einer besonderen, schwer zugänglichen Umwelt, die ebenfalls sehr fantasievoll und durchdacht gestaltet ist. Scalzi bietet hier einiges an Hintergrund, so dass alles lebendig und glaubhaft wirkt.

Da der Autor Jamie selbst in Ich-Form erzählen lässt, hat man als Leser:in die Möglichkeit, mit diesem alles zu erkunden und zu entdecken, und ist schnell mittendrin, die bildhafte Erzählweise wirft sofort das Kopfkino an.

Der Roman hat mich sehr gut unterhalten, er ist humorvoll, spannend, aber auch tragisch und traurig, punktet mit einer gut durchdachten Welt und interessanten Charakteren, und hat mir große Lust auf weitere Romane des Autors gemacht.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Ein Buch voller Küsse

Queere Küsse Gegen Rechts
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Passend zum Pride Month ist diese Anthologie erschienen, ein Buch voller Küsse, das sich nicht nur auf die Seite der Liebe in jeder ihrer Formen stellen möchte, sondern auch gegen Faschismus, Populismus ...

Passend zum Pride Month ist diese Anthologie erschienen, ein Buch voller Küsse, das sich nicht nur auf die Seite der Liebe in jeder ihrer Formen stellen möchte, sondern auch gegen Faschismus, Populismus und Hetze. Ein wunderbares Statement.

So vielfältig wie Liebe sein kann, sind auch die Küsse, die man hier finden kann. 111 Autor:innen haben Kussszenen beigesteuert, manche davon bereits veröffentlicht, manche noch unveröffentlicht. Die Küsse stehen alle für sich, doch hin und wieder hatte ich auch Lust, das Werk dahinter zu lesen.

Anthologien sollte man genießen, die einzelnen Bestandteile kann man gut einteilen, und sie, wie leckere Bonbons oder Pralinen genießen, jeden Tag ein, zwei oder ein paar davon. Gerade diese Anthologie eignet sich dafür besonders gut, es kann aber auch sein, dass man von den Küssen gar nicht genug bekommen kann.

Auch, aber nicht nur, wegen der Message dahinter, möchte ich diese Anthologie uneingeschränkt empfehlen. Was könnte man dagegen haben, dass Menschen sich lieben, dass Menschen sich küssen, dass Menschen zusammensein wollen. Und wer liest nicht gerne auch einmal solche Szenen. Und mit dem wunderschönen und sehr passenden Cover hat man auch direkt ein Schmuckstück im Regal.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Es wird immer spannender

Royal Institute of Magic, Band 3 - Der Angriff der Dunkelelfen
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Immer öfter machen Wesen aus den verborgenen Königreichen die sichtbaren Königreiche unsicher und kündigen dabei an, dass in einer bestimmten Anzahl Tagen etwas geschehen wird. Was das genau sein soll, ...

Immer öfter machen Wesen aus den verborgenen Königreichen die sichtbaren Königreiche unsicher und kündigen dabei an, dass in einer bestimmten Anzahl Tagen etwas geschehen wird. Was das genau sein soll, verraten sie nicht, doch im Institut ist man sicher, dass am Ende das Countdowns ein Angriff der Dunkelelfen erfolgen wird. Nun ist es umso dringender, dass Ben und seine Freunde den nächsten Rüstungsteil Queen Elizabeths und seine:n Hüter:in schnell finden.

Der dritte Teil der Reihe ist in meinen Augen der bisher spannendste. Es passiert sehr viel, Ben und Charlie wechseln auf eine andere Schule, neue Personen kommen ins Spiel, Ben muss einiges unter einen Hut bekommen und gleichzeitig weiterhin seine Ausbildung im Blick haben. Zudem wird die Gefahr durch die Dunkelelfen immer konkreter, und keiner weiß, wem man wirklich vertrauen kann. Außerdem erfährt man wieder ein bisschen mehr über das Institut und die verborgenen Königreiche und ihre Wesen.

Victor Kloss‘ hat eine gut ausgearbeitete Welt entworfen, die er mit jedem Band erweitert. Auch die Charaktere entwickeln sich, vor allem die Protagonist:innen, sie werden älter, lernen dazu, auch aus Fehlern, und entdecken zusammen mit den Leser:innen nach und nach mehr von dieser Welt. Ich bin immer wieder traurig, dass dieser begabte Autor schon so jung verstorben ist, umso schöner, dass diese Reihe zu seinem Vermächtnis gehört.

Band 3 der Reihe ist für mich der bisher beste, vor allem, weil er von vorne bis hinten sehr spannend ist, und man mehr und mehr Entwicklung erkennen kann. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bände der Reihe, die man unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen sollte, und die mir auch als Erwachsener gut gefällt.

Veröffentlicht am 17.06.2025

Spannender zweiter Band

Royal Institute of Magic, Band 2 - Auf den Spuren des Schattensuchers
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Ben und Charlie sind nun Lehrlinge am Royal Institute of Magic, und das bedeutet viel Arbeit. Sie müssen lernen, Ställe ausmisten, sich für die erste Prüfung vorbereiten, und außerdem sind sie noch auf ...

Ben und Charlie sind nun Lehrlinge am Royal Institute of Magic, und das bedeutet viel Arbeit. Sie müssen lernen, Ställe ausmisten, sich für die erste Prüfung vorbereiten, und außerdem sind sie noch auf der Suche nach Bens Eltern.

Auch der zweite Roman der Reihe beginnt mit einem Rückblick, dieses Mal ins Jahr 1603, Queen Elizabeth, die Gründerin des Instituts, ist verstorben, und ihr Nachfolger nicht sehr geeignet dem Institut vorzustehen, so dass dessen Direktoren Elizabeths Rüstung vor unbefugtem Zugriff verbergen müssen. Heute wissen nur die jeweiligen Nachfahren der damaligen Direktoren, wo die einzelnen Teile versteckt sind. Da aber die Gefahr eines Krieges mit den Dunkelelfen immer wahrscheinlicher wird, wird sie nun benötigt.

Direkt zu Beginn gibt es in diesem Zusammenhang direkt eine sehr spannende Szene, und damit einhergehend ein paar weitere Informationen zu den Dunkelelfen, zum Beispiel auch den Untertitel dieses Romans betreffend. Spannend ist es auch im weiteren Verlauf. Manchmal tat mir nur Charlie ein bisschen leid, der sich Bens überbordendem Eifer, seine Eltern zu finden, öfter einmal unterordnen muss.

Ben und Charlie sind beste Freunde, aber auch ganz unterschiedliche Charaktere, während Ben draufgängerisch und sportlich ist, ist Charlie mehr der Denker, beide ergänzen sich dadurch gut, und können oft nur im Team schwierige Szenen meistern. Dabei steht ihnen, wie schon im Vorgänger die Halbelfe Natalie zur Seite, die schon ein bisschen erfahrener ist, was das Institut und die Magie angeht, und zudem, im Gegensatz zu Ben und Charlie, in der magischen Welt aufgewachsen ist. Zu dritt sind sie ein perfektes Team.

Bei den Erwachsenen des Instituts gibt es einen Neuzugang, die Meisterin der Lehrlinge, Dagmar Borovich, die offensichtlich Geheimnisse hat, und die man zunächst nicht klar zuordnen kann, denn auch im Institut gibt es nicht nur gute Charaktere.

Der zweite Band treibt die Geschichte gut voran, ist spannend, deckt einige Geheimnisse auf und stellt neue Rätsel, so dass man gespannt auf den nächsten Band sein kann. Da die Geschichte, die auch mir als Erwachsener gut gefallen hat, aufeinander aufbaut, sollte man die Bände unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Eine wunderbare Geschichte aus der Welt der Königsmörder-Chroniken

Der Weg der Wünsche
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Patrick Rothfuss widmet nach „Die Musik der Stille“ einen weiteren Roman einem der Nebendarsteller seiner Köngismörder-Chronik. Dieses Mal erlebt man einen Tag im Leben des Fae Bast mit.

Der Roman ist ...

Patrick Rothfuss widmet nach „Die Musik der Stille“ einen weiteren Roman einem der Nebendarsteller seiner Köngismörder-Chronik. Dieses Mal erlebt man einen Tag im Leben des Fae Bast mit.

Der Roman ist ein erweiterte Fassung der Kurzgeschichte „Der Blitzbaum“, die bereits in der Anthologie „Der Bruder des Königs“ erschienen ist. Auch wenn man diese, wie ich, schon kennt, lohnt es sich, den Roman zu lesen, die Neubearbeitung ist sehr gelungen.

Basts Tag beginnt mit der Morgendämmerung und endet um Mitternacht. Dazwischen erlebt er viele interessante, spannende und manchmal auch lustige Geschehnisse, und macht eine Menge Tauschgeschäfte. Denn bei Bast können Kinder sich Rätsel, Antworten, oder auch einmal eine Lüge ertauschen, für die der Fae natürlich immer etwas verlangt, manchmal eine Bezahlung in Naturalien, manchmal eine Gefälligkeit, manchmal auch ein Geheimnis. Ein Tausch an diesem Tag bringt ihn in Verlegenheit, und man kann gespannt sein, wie er sich herauswindet. Neben verschiedenen Tauschtätigkeiten erlebt Bast aber noch einiges mehr.

Erzählt wird sehr bildhaft und oft auch humorvoll aus Basts Perspektive, und zwar wunderbar zu dieser passend, Patrick Rothfuss trifft hier genau den richtigen Ton dafür.

Die Geschichte ist in die jeweiligen Tageszeiten eingeteilt, und bringt zu jeder eine passende Illustration mit. Der Autor steuert zudem eine Vorbemerkung und ein Nachwort bei, wobei beide schon ein bisschen eigen sind, aber irgendwie auch zum Roman passen.

Ja, wir wünschen uns alle den nächsten Band der Königsmörder-Chronik, aber solange wir warten müssen, sind die Novellen über die Nebencharaktere eine schöne Ablenkung, ach, eigentlich viel mehr, denn Patrick Rothfuss zeigt hier anschaulich, wie gut er schreiben kann, und wie gerne man ihn liest. Ich denke, dass auch Leser:innen, die seine anderen Romane noch nicht kennen, Freude an diesem Roman haben können.

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