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Veröffentlicht am 25.07.2026

Der Tradwife Hölle

Yesteryear
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Natalie Heller Mills wächst in einer sehr christlich geprägten Umwelt auf, heiratet noch während des Studiums und wird schnell schwanger, so dass sie ihr Studium abbricht. Mit ihrem Ehemann Caleb kauft ...

Natalie Heller Mills wächst in einer sehr christlich geprägten Umwelt auf, heiratet noch während des Studiums und wird schnell schwanger, so dass sie ihr Studium abbricht. Mit ihrem Ehemann Caleb kauft sie eine Farm in Idaho und bekommt weitere Kinder. Ihre Instagramposts, in denen sie ihr traditionelles, christliches Leben zeigt, locken zunehmend Follower an, so dass sie bald gut als Influencerin verdient.

Eines Tages wacht sie auf und findet sich offenbar im 19. Jahrhundert wieder.

Ich muss sagen, ich war sehr neugierig auf diesen Roman, und er hat mich tatsächlich sehr schnell gepackt. Erzählt wird in drei Abschnitten, betitelt mit „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“, wobei der mittlere, also Vergangenheit, den meisten Raum einnimmt. Zunächst erlebt man Natalie in ihrem Leben als auf Instragram postende Tradwife, und hier wird schon klar, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Dann folgt der Break, Natalie erwacht in einem Leben, das nicht das ihre sein kann, oder doch? Parallel dazu erfahren wir ihre Lebensgeschichte, ihre Kindheit, ihr Studium ihre Ehe, wie sie zur Influencerin wurde, und manches mehr. Im letzten Abschnitt gibt es dann das Danach.

Natalie ist von Anfang an unsympathisch, ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, dass jemand der Lesenden sie mögen könnte. Nach außen hin zeigt sie sich auf eine Weise, die nicht wirklich mit ihrem Innenleben zusammenpasst, sie spielt eine Rolle. Die Autorin lässt sie selbst in ich-Form erzählen, so dass man nicht nur ihr Handeln erfährt, sondern auch ihre Gedanken und Emotionen. Und da ist sie erschreckend, missgünstig, egoistisch, manipulierend, und, was ihre Wortwahl angeht, sehr obszön.

Ihr Umfeld, das wir natürlich subjektiv gefärbt erfahren, ist, man möchte fast sagen, auch nicht besser, wobei das natürlich nicht ganz stimmt. Es gibt aber eine ganze Reihe wichtiger Personen, die mich ähnlich abgestoßen haben. Das hat auch mit dem aktuellen Bezug zu tun, der vielleicht nicht immer offensichtlich, aber sehr passend ist.

Selten habe ich einen Roman gelesen, bei dem ich, wie hier, nicht wusste, ob ich lachen, weinen oder einfach nur abgestoßen sein soll. Und genau das hat mich wahrscheinlich auch gefesselt. Es ist wie eine Katastrophe, bei der man nicht hinsehen will, es aber dennoch tut, weil sie eine eigene, wenn auch ungute Faszination hat. Dieser Roman schrecklich aktuell und voll mit tiefschwarzem Humor, Szenen, die man gar nicht glauben mag, und einem hohen Unterhaltungswert, wenn man sich darauf einlässt.

Nach dem Break habe ich lange überlegt, wie es erklärt werden wird, dass sich Natalie auf einmal in einer anderen Zeit wiederfindet. Es gibt den einen oder anderen Hinweis, und dennoch hat es mich überrascht. Zum Glück ist die Auflösung nachvollziehbar, so dass der Roman mich auch am Ende überzeugen konnte.

„Yesteryear“ ist ein Roman, auf den man sich einlassen muss, denn seine Protagonistin ist alles andere als sympathisch, und viele ihre Handlungen, vor allem auch ihrer Gedanken und Emotionen, sind eher erschreckend, der Roman ist bitterböse und voll schwarzem Humor. Mich hat er tatsächlich sehr fesseln können, ich schwankte ständig zwischen Unglauben, Lachenmüssen und Kopfschütteln. Caro Claire Burk hat mich mit ihrem Debütroman sehr neugierig auf weitere Werke gemacht.

Veröffentlicht am 20.07.2026

Die Reihe hat bessere Bände zu bieten

Trügerisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 9)
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Eine verzweifelte Mutter erscheint in der Gendamerie von Le Lavandou und meldet, dass ihre vierjährige Tochter und ihr siebenjähriger Sohn aus ihrem Auto verschwunden sind, als sie kurz etwas im Supermarkt ...

Eine verzweifelte Mutter erscheint in der Gendamerie von Le Lavandou und meldet, dass ihre vierjährige Tochter und ihr siebenjähriger Sohn aus ihrem Auto verschwunden sind, als sie kurz etwas im Supermarkt besorgen wollte. Eine sofort eingesetzte Suchaktion bringt keinen Erfolg, und kurz darauf gibt es eine Lösegeldforderung.

Der neunte Band der Reihe macht es den Ermittler:innen nicht leicht, Fälle, bei denen Kinder betroffen sind, sind immer besonders bedrückend, auch für die Leser:innen, zumindest mir geht es so. Der Protagonist der Reihe, der Gerichtsmediziner Leon Ritter, hofft daher auch, außer für DNA-Spuren und ähnlichem, möglichst nicht einbezogen werden zu müssen.

Es gibt einige Erschwernisse, dafür aber eine ganze Reihe Verdächtiger, die nach und nach aber wieder von der Liste gestrichen werden müssen. Es vergeht Tag für Tag und die Ermittlung tritt größtenteils auf der Stelle. Es gibt zwar Ereignisse, die mit dem Fall zu tun haben, aber nicht alle bringen das Team weiter. Die Zeit drängt, man will die Kinder schließlich lebend finden. Wahrscheinlich wäre hier schon weniger mehr gewesen.

Lesen lässt sich das alles gar nicht so schlecht, aber hin und wieder hatte ich doch das Gefühl von Unstimmigkeit, was auch bis zum Ende für mich nicht aufgelöst wird. Gestört hat mich das völlig unnötige und aufgesetzt wirkende „Prickeln“ zwischen Leons Lebensgefährtin und stellvertretender Leiterin der Gendarmerie, Isabelle Morell, und ihrem ehemaligen Geliebten, der als Staatsanwalt der Ermittlergruppe zugeordnet wird. Auch der Showdown war für mich zu viel des Guten. Die Auflösung an sich kann ich aber schon nachvollziehen, ich hatte tatsächlich schon selbst in diese Richtung gedacht, man hätte aber auch weniger spektakulär zum Schluss kommen können.

Leider ist das nicht der erste Band der Reihe, der mir nicht mehr so gut gefallen hat, mir gibt es hier zu viele Unstimmigkeiten, und ich denke, man hätte hier auf das Pseudoproblem Isabelles gut verzichten können, dann lieber weniger Privates. Schade, die Reihe hat deutlich bessere Bände zu bieten.

Veröffentlicht am 19.07.2026

Dr. Siri und die Hmong - ein lesenswerter fünfter Band

Der Tote im Eisfach
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Laos, 1977: Dr. Siri Paiboun ist zu einer Parteiveranstaltung in den Norden des Landes gereist. Dort wird er von einer Gruppe Hmong entführt, die seine Hilfe benötigt. In Vientiane bekommen es seine Mitarbieter:innen ...

Laos, 1977: Dr. Siri Paiboun ist zu einer Parteiveranstaltung in den Norden des Landes gereist. Dort wird er von einer Gruppe Hmong entführt, die seine Hilfe benötigt. In Vientiane bekommen es seine Mitarbieter:innen Dtui, mittlerweile verheiratet und schwanger, und Geung derweil mit einem Toten zu tun, der erst versehentlich eingefroren wird, und dann auch noch eine Bombe beherbergt, die zum Glück rechtzeitig entdeckt wird. Doch, wer wollte Siri oder seinem Team an den Kragen?

Siri Paiboun ist nicht nur mit seinen über 70 Jahren nicht nur der älteste sondern auch der einzige Leichenbeschauer des Landes. Immer wieder bekommt er es mit schwierigen Leichen aber auch mit mystischen Gegebenheiten zu tun, beides ist auch hier wieder der Fall. Mir gefällt gut, dass der kulturelle, politische, gesellschaftliche und mythologische Hintergrund des Landes in dieser Reihe immer wieder eine goße Rolle spielt. In diesem Band sind es die Hmong, ein indigenes Bergvolk, das dieses Thema zum großen Teil ausfüllt.

Dr. Siri ist ein liebenswerter aber auch recht skurriler Protagonist, was man im wesentlichen auch von seinen Freund:innen sagen kann. Skurril sind oft auch andere Charaktere sowie das Geschehen selbst. Genau deswegen mag ich diese Reihe auch so sehr.. Dass Siri, und nicht nur er, es faustdick hinter den Ohren hat, kann man auch hier wieder bewundern.

Erzählt wird humorvoll und dennoch spannend und atmosphärisch, Es macht einfach Spaß, die Reihe zu lesen. Dieses ist der fünfte Band, doch es gibt bereits eine Reihe weiterer Bände, auf die ich mich schon sehr freue.

Die Reihe um Dr. Siri ist spannend und unterhaltsam, die Protagonist:innen liebenswert, die Krimifälle interessant und immer etwas skurril, dass man auch noch einiges über Laos, seine Geschichte und Kultur, erfährt, macht sie zusätzlich lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.07.2026

Auch Band 4 hat mich überzeugt

West Fantasy. Band 4
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Als Nonne wirkt sie unscheinbar und ungefährlich, doch M wurde im Orden der heiligen Katharina zur Assassine ausgebildet. Ihre Aufträge bekommt sie von Vater Sarrak. Ihr neuestes Ziel ist der als Bankier ...

Als Nonne wirkt sie unscheinbar und ungefährlich, doch M wurde im Orden der heiligen Katharina zur Assassine ausgebildet. Ihre Aufträge bekommt sie von Vater Sarrak. Ihr neuestes Ziel ist der als Bankier bekannte superreiche und skrupellose Anson H. Renfield, und zur Seite wird ihr die Orkfrau Yaretsi gestellt.

Erzählt wird die Geschichte dieses Mal von M. Yaretsi kennt man bereits aus dem Vorgängerband, hier wird sie von M fast in den Schatten gestellt. Doch M hat mit inneren Zweifel zu kämpfen, und ihr Ziel ist besonders schwierig zu erreichen, den der Bankier verlässt den Eisenbahnzug nie, in dem er lebt, und mit dem er die Eisenbahnstrecke, die er gerade bauen lässt, begleitet, und dieser wird von einem Magier mit Zaubern geschützt.

Eisenbahnbau ist eines der Motive, die in Wild West-Geschichten immer wieder vorkommt, passt also sehr gut in diese Reihe. Der Bankier baut aber nicht nur eine Eisenbahnlinie, er ist auch auf der Suche nach einem Totem, ein Motiv, das die Reihe bereits seit dem ersten Band begleitet. Neue Wesen trifft man dieses Mal nicht, alle vorkommenden tummelten sich schon in einem oder mehreren der drei Vorgängerbände.

Band 4 der Reihe bringt wieder eine spannende Geschichte und gelungene Zeichnungen mit, leider wird dieses Mal auf ein Making of verzichtet. Man kann die Bände der Reihe zwar auch unabhängig voneinander lesen, ich empfehle aber die richtige Reihenfolge.

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Veröffentlicht am 13.07.2026

Hat mich enttäuscht

Noch fünf Tage
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Die Nobelköchin Liselotte Castrop arbeitet bereits seit einigen Jahren für die Milliardärsfamilie Harman, als das Silvesterdinner tödlich endet. Während die vier Familienmitglieder sofort sterben, geben ...

Die Nobelköchin Liselotte Castrop arbeitet bereits seit einigen Jahren für die Milliardärsfamilie Harman, als das Silvesterdinner tödlich endet. Während die vier Familienmitglieder sofort sterben, geben die Ärzte der Köchin noch fünf Tage, in denen sie versucht, dahinter zu kommen, wer das Essen vergiftet hat.

Der Plot klingt originell, ein Opfer, das selbst in Sachen seines eigenen Todes ermittelt, und ich versprach mir spannende Lesestunden. Leider habe ich diese nicht bekommen. Liselotte, von den meisten Lis genannt, ermittelt vom Krankenbett aus, was bedeutet, dass sie in ihren Erinnerungen nach Anhaltspunkten sucht, die jemanden dazu motiviert haben könnten, die Tat zu begehen. Dabei findet sie auch einige mögliche Täter:innen, die sich dann aber nach und nach als unschuldig herausstellen.

Mit Spannung kann der Roman also schon einmal nicht dienen, im Gegenteil, ich empfand ihn, trotz des Zeitdrucks, unter dem Lis steht, als eher langatmig und teilweise sogar langweilig. Was ich dagegen interessant fand, waren die kulinarischen Details. Lis kocht in ihren Erinnerungen sehr viel, und sogar im Krankenhaus kann sie ihr entsprechendes Wissen einbringen. Neben Essen ist, aus gegebenem Anlass, auch der Tod ein Thema, über das viel gesprochen wird, was nachdenklich machen kann.

Womit der Roman leider auch nicht dienen kann, sind Charaktere mit Tiefgang oder wenigsten einer Protagonistin, mit der ich mitfühlen kann, die mir nahe kommt. Obwohl die Autorin Lis selbst in Ich-Form erzählen lässt, blieb diese mir bis zum Schluss ziemlich egal, und das ist wahrscheinlich das schlimmste, was man über ein:en Protagonist:in sagen kann. In Lis‘ Fall drängte zwar die Zeit, es werden Stunden und Tage gezählt, ich kann aber nicht sagen, dass das die Sache spannender machte, zumal Lis selbst wenig Emotionen aufbringt.

Und schließlich die Auflösung, auch sie eher eine Enttäuschung, denn hier ist eher Zufall im Spiel als Lis‘ Ermittlungsarbeit.

Leider hat der Roman meine Erwartungen nicht erfüllen können, lediglich die kulinarischen Momente konnten mich erreichen. Die Protagonistin kam mir nicht nahe und so konnte ich auch nicht mit ihr mitfühlen, außerdem empfand ich den Roman nicht spannend, sondern eher langatmig. Von mir gibt es hier leider keine Empfehlung.