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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2026

Manches ändert sich in Fabletown

Fables
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Bevor die Hauptstory weitergeführt wird, erleben wir mit Bigby Wolf ein Abenteuer im Zweiten Weltkrieg. Danach erfahren wir dann das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen von Fabletown, was zu einigen Änderungen ...

Bevor die Hauptstory weitergeführt wird, erleben wir mit Bigby Wolf ein Abenteuer im Zweiten Weltkrieg. Danach erfahren wir dann das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen von Fabletown, was zu einigen Änderungen führt. Snow White kommt mit mehr Kindern nieder als erwartet, und das ist nicht die einzige Überraschung.

Hier ändert sich tatsächlich einiges, und wir lernen auch neue Charaktere kennen, vor allem den sehr beeindruckenden Vater Bigbys. Gespannt bin ich darauf, wie sich Snows Kinder weiterentwickeln und, ob wir demnächst wieder in die Heimat der Fables gehen werden, denn ein Protagonist hat sich in diese Richtung aufgemacht.

Band 6 der Reihe führt die Geschichte interessant weiter und man darf gespannt sein, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 19.06.2026

Krimi mit berührender Hintergrundgeschichte

Was zum Tode führt
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Im Bamberger Hauptsmoorwald wird ein Skelett gefunden. Zuerst muss die Identität festgestellt werden, bevor man ermitteln kann, wie es zum Tod kam. Auf Kriminalhauptkommissar Alfred Meister und sein Team ...

Im Bamberger Hauptsmoorwald wird ein Skelett gefunden. Zuerst muss die Identität festgestellt werden, bevor man ermitteln kann, wie es zum Tod kam. Auf Kriminalhauptkommissar Alfred Meister und sein Team wartet keine leichte Aufgabe.

Es handelt sich hier um den dritten Band einer Reihe, für mich war es allerdings der erste Band, den ich gelesen habe. Das Setting spricht mich als gebürtige Bambergerin natürlich sofort an und im Laufe der Handlung gibt es auch einiges Lokalkolorit. Tatsächlich ergeben sich aber auch Verknüpfungen in die ehemalige DDR, und zwar eher ungute, man erfährt einiges über deren dunkle Seiten, Dinge, die sicher nicht jedem bekannt sind, und die auch mich betroffen gemacht haben.

In der Regel macht es mir wenig aus, mitten in eine Reihe zu springen, auch hier fand ich mich bald zurecht. Allerdings hatte ich ein bisschen Probleme mit dem Ermittlungsteam, keine:r von ihnen kam mir wirklich nahe. Alfred Meister zeigt zudem einen Charakterzug, der ihn mir nicht gerade sympathisch machte. Das fand ich ein bisschen schade, den ich fühle gerne mit den Protagonist:innen, und hier wurde mir das, zumindest bei diesem Team, eher verwehrt.

Dafür gab es einen anderen Erzählstrang, betitelt mit „Die Familie“, der mich mehr berührte. Man fragt sich beim Lesen schnell, was es mit dieser Familie auf sich haben könnte. Die Familie hat eine ganze Reihe von Problemen.

Am berührendsten aber fand ich das Tagebuch des Opfers. Was diese Person bis zu ihrem Ende erleben musste, hat mich regelrecht mitgenommen, zudem hat der Inhalt des Tagebuchs nicht nur die Ermittlungen sondern auch meine Überlegungen zum Hintergrund weiter vorangebracht.

Die Auflösung hatte ich schon ein bisschen vorausgeahnt, und ich kann sie auch nachvollziehen, dennoch hätte ich mir eine andere erhofft. Am Ende passt sie aber zur Geschichte, ein paar Dinge kamen mir aber nicht ganz logisch vor..

Der Roman lässt mich ein bisschen zwiegespalten zurück. Die Geschichte hat mich schon auf ihre Art fesseln können, ich hätte mir aber gewünscht, den Ermittler.innen nähergekommen zu sein, in anderen Kriminalromanen oder -reihen spüre ich da meist mehr Verbindung. Ich finde es auch wichtig, Geschichten die solch traurige Vergangenheiten betreffen, zu erzählen, solche Dinge sollten nicht in Vergessenheit geraten, zumal sie viel zu viele Menschen betroffen haben beziehungsweise noch betreffen. Trotzdem hat mich der Roman nicht ganz so erreichen können, wie ich es mir gewünscht hätte.

Veröffentlicht am 13.06.2026

Sehr cozy, aber oft zu langatmig und mit eigenartigem Humor

The House Witch 1
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Finlay Ashowan, meist Fin genannt, der neue Koch des Königshauses von Daxaria kocht wundervoll, dass er auch eine Haushexe ist, sollte aber niemand wissen.

Dieser Roman ist sehr eigen, ja eigenartig. ...

Finlay Ashowan, meist Fin genannt, der neue Koch des Königshauses von Daxaria kocht wundervoll, dass er auch eine Haushexe ist, sollte aber niemand wissen.

Dieser Roman ist sehr eigen, ja eigenartig. Öfter habe ich überlegt, ob er wirklich für Erwachsene gedacht ist, manches, auch sein Humor, ist oft sehr kindisch. Dann aber gibt es Szenen, die doch wohl eher für Erwachsene gedacht sind, wenn zum Beispiel ständig Alkohol im Spiel ist, es gibt mehrere heftige Trinkgelage, betrunken, oder wohl eher sternhagelvoll, zu sein, und die Auswirkungen davon, sollen wohl lustig sein, was schon ein bisschen fragwürdig ist. Auch sonst konnte ich nicht immer alles nachvollziehen, manche Handlungen, manche Dialoge, manche Szenen, ob das der Übersetzung geschuldet ist, oder es schon im Original eigenartig ist, kann ich nicht sagen. Manche Motivation, wie zum Beispiel das Geschenk eines Haustieres, bleibt bis zum Ende offen, wird irgendwann nicht weiterverfolgt.

Abgesehen davon ist der Roman im Genre Cozy Fantasy einzuordnen, und er ist wirklich sehr cozy, oft fühlt man sich beim Lesen richtig wohl, da werden die leckersten Sachen gekocht, die diejenigen, die sie genießen dürfen, regelrecht glücklich machen, die Königsfamilie ist ausgesprochen nett und geht liebevoll miteinander um, Fin hat ein Händchen dafür, Freund:innen zu finden, obwohl er oft etwas griesgrämig ist, und einiges mehr trägt dazu bei..

Auch ich mochte Fin schnell, hätte ihm aber manchmal einen anderen Umgangston gewünscht, auch, wenn er oft damit durchkommt, und sogar manchmal Gutes dabei herauskommt. Man merkt aber auch schnell, dass er ein gutes Herz hat und wünscht ihm nur das beste. Andere Charaktere bleiben oft ein wenig blass, und nicht jede:r ist auf Anhieb sympathisch, bei manchen ergibt sich aber eine gewisse Entwicklung.

Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass man einfach verschiedene Ausschnitte aus Fins Leben erfährt, ein roter Faden oder ein Gefühl, wo die Geschichte hin will, fehlt oft. Gut, der Roman ist ein erster Band, aber eine gewisse Ahnung, worum es geht, sollte man schon bekommen. Hin und wieder rückt kurz in den Fokus, dass ein Krieg droht, ein recht unangenehm dargestelltes Land, in dem man übrigens gerne Sauerkraut isst, ob das eine Anspielung sein soll?, scheint angriffsbereit, doch so wirklich kommt diese Bedrohung noch nicht an. Auch nicht an kommt bei mir die Liebesgeschichte, die ich so gar nicht fühlen kann, und die in meinen Augen ziemlich aus dem Nichts kommt.

Unterm Strich bin ich zwiegespalten, einerseits hatte ich auch manche unterhaltsame Lesestunde, andererseits habe ich aber auch den Kopf schütteln müssen über die Geschichte. Spannend ist es selten, langatmig öfter, einiges erscheint auch eher unnötig, da hätte man doch hin und wieder die Schere ansetzen sollen.

Am Ende bleiben mir gute 3 Sterne zu vergeben. Der Roman hat gute und interessante Ansätze, ist streckenweise unterhaltsam zu lesen, es gibt aber auch vieles, über das ich den Kopf geschüttelt habe, der eigenartige Humor, der selten bei mir ankam, die unnötig erscheinenden und langatmigen Passagen, die Alkoholobsession, die Liebesgeschichte. Ob ich weitere Bände lesen werde, weiß ich noch nicht.

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Gelungenes Setting, interessante Charaktere, viel Spannung - ein Lesehighlight

We Who Will Die
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Stell dir ein Reich ähnlich dem römischen Imperium vor, der Imperator ist ein jahrhundertealter Vampir, die Einwohner bestehen aus Vampiren, Menschen mit magischen Fähigkeiten, sogenannten Sigillengezeichneten ...

Stell dir ein Reich ähnlich dem römischen Imperium vor, der Imperator ist ein jahrhundertealter Vampir, die Einwohner bestehen aus Vampiren, Menschen mit magischen Fähigkeiten, sogenannten Sigillengezeichneten und Menschen ohne magische Fähigkeiten, sogenannte Mundies. Es gibt weitere Reiche, die der Imperator gerne erobern möchte, und weitere Wesen, sogenannte Maginari, unter ihnen Greife, Zentauren und Gorgos, außerdem eine Reihe von Göttern, die verehrt werden, und die es möglicherweise tatsächlich gibt.

Um das Volk bei Laune zu halten, sich selbst zu unterhalten und manchmal auch seine Feinde loszuwerden, veranstaltet der Imperator regelmäßige Spiele. Bei manchen können die Teilnehmer:innen reich werden, manche, wie die Auslese, dienen dazu, sich die besten Kämpfer als Leibwachen und ähnliches zu sichern. Gestorben wird bei allen Spielen natürlich auch.

Arvelle hat vor 6 Jahren in der Arena viel Geld gewonnen, aber ihre beste Freundin verloren. Auch ihr Gewinn wurde ihr wieder genommen, und so schlägt sie sich nun als Leibwächterin durchs Leben. Sie braucht immer Geld, denn einer ihrer beiden jüngeren Brüder ist schwer krank und braucht regelmäßig teuere Lungenelixiere. Als ihr eines Tages ein Vampir die Möglichkeit anbietet, ihren Bruder zu heilen, wenn sie einen schier unmöglich zu erledigenden Auftrag annimmt, schlägt sie ein. Um diesen Auftrag zu erfüllen, muss sie zunächst nicht nur an der Auslese teilnehmen, sondern sie auch überleben.

Schon das Setting wirkt wie für mich gemacht, und auch Arvelle mochte ich sehr schnell. Manchmal konnte ich zwar ihr Handeln nicht ganz nachvollziehen, aber dass sie das Herz am rechten Fleck hat, war schnell klar. Da die Autorin sie selbst in ich-Form erzählen lässt, sieht man alles durch ihre Augen, erlebt ihre Gedanken und Emotionen hautnah mit, das hat auch meine Emotionen berührt, und ich habe mir natürlich meine eigenen Gedanken gemacht. Am Anfang hatte ich eine gewisse Vorstellung, wohin das Ganze gehen könnte, ich bin aber immer wieder überrascht worden und musste umdenken. So habe ich durchgehend gespannt gelesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Das Setting wirkt nicht nur wie für mich gemacht, es ist es auch, ich finde diese Welt sehr gelungen. Nach und nach erfährt man mehr über se, ihre Bewohner, die Magie, aber auch über die einzelnen Charaktere. Neben Arvelle gibt es eine ganze Reihe anderer interessanter Personen, die ich hier aus Spoilergründen im Dunkeln lassen möchte, von denen mir aber eine ganze Reihe nahe gekommen ist, und die manche Überraschungen zu bieten hatten.

Ich habe eigentlich nur einen einzigen Kritikpunkt. Natürlich gibt es auch hier eine Liebesgeschichte, die ich sogar ganz passend finde, nur die beiden expliziten Liebesszenen haben mir so gar nicht gefallen, ich fand sie enttäuschend, bei mir kamen die Emotionen kaum an, auch, weil die Beschreibung in meinen Augen zu derb ist. Das ist schade, hat meine Faszination für den Roman aber kaum schmälern können.

„We who will die“ ist ein erster Band, endet aber zum Glück nicht mit einem krassen Cliffhanger. Trotzdem kann ich kaum erwarten, den nächsten Band in den Händen halten zu können, und werde in der Zwischenzeit einen Blick auf die anderen Werke der Autorin werfen.

Fantasy in einer vom römischen Imperium inspirierten Welt – das passt genau in mein Beuteschema, und hat mich auch absolut überzeugen können. Vampire, Magie, andere Wesen, Gladiatorenspiele und einige Rätsel warten hier neben Spannung und Emotionen. Für mich ein Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Atmosphärische Schwanensee-Adaption

Verrat der Schwäne
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Vor zwei Jahrhunderten verschwand im Königreich Auréal durch einen Fluch nicht nur alle Schönheit der Natur sondern auch nahezu alle Magie, Schuld gab man den Zauberern, sie wurden geächtet und verließen ...

Vor zwei Jahrhunderten verschwand im Königreich Auréal durch einen Fluch nicht nur alle Schönheit der Natur sondern auch nahezu alle Magie, Schuld gab man den Zauberern, sie wurden geächtet und verließen nach und nach das Land oder verbargen sich. Nur durch ihr goldenes Blut sind sie zu erkennen.

Odile wurde als Kind von Regnault aufgenommen, dem Leiter des Théâtre du Roi, ein Zauberer, der die Magie zurückbringen möchte. Dazu bedient er sich auch Odiles, die ebenfalls goldenes Blut hat und für ihn magische Gegenstände stiehlt. Der letzte Coup soll die Couronne du Roi, die Krone des Königshauses sein, mit ihr will Regnault den Fluch brechen und die Magie endlich wieder zurück zu bringen. Dafür muss Odile in die Haut der Adeligen Marie d‘Odette schlüpfen und den Dauphin dazu bringen, sie zu heiraten. Damit ihr die echte Marie dabei nicht in die Quere kommt, wird diese in einen Schwan verwandelt.

Die Geschichte ist eine Adaption von Schwanensee, das mir als Ballett bekannt ist, dessen Geschichte ich aber kaum kannte, so konnte ich mich unbefangen der Geschichte widmen. Erst später habe ich mich mit der tatsächlichen Schwanensee-Geschichte befasst. Mir scheint, A. B. Poranek nahe genug am Original geblieben, erzählt aber auch ihre ganz eigene Geschichte.

Das Setting des Romans ist ein an Frankreich des 17. Jahrhunderts angelehntes Phantasiereich. Nach und nach erfährt man mehr darüber und über das, was zwei Jahrhunderte vorher passiert ist. Die Geschichte hat eine ganz eigene Atmosphäre, die mir gut gefallen hat.

Die Geschichte wird von Odile in ich-Form erzählt, sie ist nahezu durchgehend ein ambivalenter Charakter und trägt in weiten Teilen eher antagonistische Züge, aber auch als Protagonistin taugt sie. Mir hat das gut gefallen, zumal ihre Intentionen, ihr Vertrauen und ihre Zweifel authentisch wirken. Man hat eine Vorstellung, wie die Geschichte ausgehen könnte, sicher ist das aber sehr lange nicht, ich wurde immer wieder überrascht.

Weitere wichtige Charaktere neben Odile sind Marie, die Odile von früher kennt, und zu der sie daher eine besondere Beziehung hat, sowie der Dauphin Aimé, den man nach und nach besser kennenlernt. Beide gefallen mir sehr gut, vor allem Marie hat mich immer wieder überraschen können. Natürlich spielt auch Regnault eine wichtige Rolle.

Ich hatte ein paar Seiten lang etwas Schwierigkeiten, in die Geschichte zu kommen, ich wurde zwar neugierig, konnte das Geschehen aber nicht recht einordnen. Dann aber packte sie mich und ließ mich bis zum Schluss nicht mehr los.

Die Geschichte ist eine gelungene und ganz eigene Schwanensee-Adaption, spannend erzählt, immer wieder überraschend, und mit einer besonderen Atmosphäre.