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Veröffentlicht am 06.07.2025

Ein gelungener Protagonist, ein interessantes Setting und zwei spannende Fälle - für mich ein Highlight

Der Tote in der Crown Row
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London 1901: Vor seinem Büro im Temple- Bezirk findet Barrister Gabriel Ward die Leiche des Lordoberrichters Norman Dunning. Da im Temple eigenes Recht gilt, wird die Polizei vorerst von den Ermittlungen ...

London 1901: Vor seinem Büro im Temple- Bezirk findet Barrister Gabriel Ward die Leiche des Lordoberrichters Norman Dunning. Da im Temple eigenes Recht gilt, wird die Polizei vorerst von den Ermittlungen ausgeschlossen, und Gabriel damit beauftragt. Dem passt das gar nicht, nicht nur, weil er sich auf einen baldigen Gerichtstermin vorbereiten muss.

Gabriel Ward habe ich innerhalb weniger Seiten ins Herz geschlossen. Er ist ein besonderer Mensch, hochintelligent, sehr belesen, und hat das Herz am rechten Fleck, er hat aber auch mit Zwangshandlungen und Ängsten zu tun, so war er schon lange nicht mehr außerhalb des Temple, wo er nicht nur arbeitet, sondern auch lebt, muss ihn nun aber verlassen, um die eine oder andere Frage stellen zu können. Zum Glück wird ihm Maurice Wright, ein Constable der Londoner Polizei, zur Seite gestellt, der ihm gute Dienste leisten kann.

Es hat mir wirklich Spaß gemacht, Gabriel bei seinen Ermittlungen zu begleiten, und er wuchs mir mit jeder Seite mehr ans Herz, manchmal ist es wirklich schade, dass jemand keine reale Persönlichkeit ist, die man tatsächlich treffen könnte. Nicht nur ihr Protagonist, auch andere Charaktere sind der Autorin sehr gut gelungen, neben Maurice hat mir auch die Schwester des Toten, Theodora Dunning, sehr gut gefallen, die selbst gerne als Juristin gearbeitet hätte, was ihr aber wegen ihres Geschlechts verwehrt wurde..

Auch das Setting spricht mich sehr an. Obwohl ich schon einige historische Kriminalromane gelesen habe, die in London spielen, ist der Temple mir bisher fremd geblieben. Hier erfährt man nun einiges über ihn, das zum großen Teil auch der Wahrheit entspricht, wie man dem Nachwort der Autorin, die selbst dort arbeitet, entnehmen kann, und das auch heute noch zum Tragen kommt. Natürlich hat mich das direkt auch zum Weiterrecherchieren verführt. Es gibt eine Karte zu Beginn des Romans, aber ich fand schon die Beschreibung in der Geschichte selbst so gut, dass ich mir alles vorstellen konnte.

Im Grunde hat Gabriel zwei Fälle zu klären, den Mord an Dunning, und den Urheberrechtsprozess, den er vor Gericht austragen muss. Durch diesen kommt neben Gabriels eine zweite Perspektive ins Spiel, die des Verlegers Herbert Moore, den Gabriel vor Gericht vertritt. Auch in ihn konnte ich mich gut einfühlen. Beide Fälle sind sehr interessant und werden am Ende nachvollziehbar gelöst. Ich hoffe sehr, dass dieser Roman der erste einer langen Reihe sein wird, ich möchte Gabriel und die anderen Charaktere unbedingt wiedertreffen.

Der Roman hat mich von Anfang an gepackt, er punktet mit einem besonderen, sehr überzeugenden Protagonisten, einem interessanten Setting und zwei spannenden Fällen, die nachvollziehbar gelöst werden. Ich hoffe auf weitere Bände!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2025

Vermittelt einen guten Eindruck, wie ein Konklave abläuft

Konklave
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Der Papst ist tot, ein neuer muss gewählt werden. Kardinal Lomeli hatte eigentlich aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht, doch den hatte der Papst nicht angenommen, und so muss er nun ...

Der Papst ist tot, ein neuer muss gewählt werden. Kardinal Lomeli hatte eigentlich aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht, doch den hatte der Papst nicht angenommen, und so muss er nun als Dekan das Konklave organisieren und leiten. Das ist leichter gesagt als getan, nicht nur taucht plötzlich ein Kardinal auf, den bisher keiner kannte, den der Papst aber nachweislich, wenn auch im geheimen, ernannt hatte, es gibt auch einige Informationen, die die Papstwahl beeinflussen könnten, und Lomeli muss sehen, wie er damit umgeht. Naja, Hauptsache, er wird nicht selbst zum neuen Papst gewählt …

Erst neulich gab es wieder ein Konklave, und so habe ich mich entschlossen, den Roman, der bereits 2016 erschienen und letztes Jahr verfilmt wurde, und der schon länger auf meinem Stapel ungelesener Bücher ruht, endlich auf meinen Bookseat zu setzen. Ich hatte hohe Erwartungen, die leider nicht ganz erfüllt wurden.

Von den 118 Kardinälen, die hier am Konklave teilnehmen, lernt man, wie zu erwarten, nur eine Handvoll kennen, darunter natürlich Lomeli, aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist, dazu die aussichtsreichsten Kandidaten, darunter Kardinal Adeyemi aus Afrika, der der erste Schwarze Papst wäre, und, natürlich, Vincent Benitez, der Kardinal, der erst in letzter Minute unerwartet auftaucht. Diese sind alle gut gezeichnet, im wesentlichen aber aus Lomelis Sicht subjektiv gefärbt. Man kann sie sich gut vorstellen, zum Glück habe ich den Film noch nicht gesehen, so dass ich mir eine eigene Vorstellung machen konnte.

Über den Ablauf eines Konklaves hatte ich bisher wenig gewusst, wenig mehr, als dass nach jedem Wahlgang entweder schwarzer oder weißer Rauch erscheint, letzterer wenn die Wahl abgeschlossen ist. Hier nun habe ich eine gute Vorstellung davon bekommen. Da der Autor, wie er im Nachwort schreibt, auch mit Personen aus dem Vatikan gesprochen hat, darunter auch jemandem, der an einem Konklave teilgenommen hat, denke ich, dass er das Ganze recht authentisch dargestellt hat.

Lomeli wurde mir relativ schnell sympathisch, so dass ich mich gut in den Roman einfühlen konnte. Leider empfand ich die Geschichte nicht sehr spannend. Am interessantesten waren noch die Fragen rund um Benitez, jedoch hatte ich hier recht schnell eine Ahnung, die sich am Ende auch als richtig erwies, mir hat aber gefallen, wie damit umgegangen wurde.

Der Roman hat mir eine gute Vorstellung davon vermittelt, wie ein Konklave abläuft, und hat ein paar mehr oder weniger erwartbare Überraschungen auf Lager. Dennoch empfand ich ihn als nicht sehr spannend, so dass er meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.

Veröffentlicht am 02.07.2025

Vierter Band der Cosy Crime-Reihe

Patricia Peacock-Reihe / Patricia Peacock und das Phantom in der Oper
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Ägypten, 1920er Jahre: Patricia Peacock und ihr Ehemann John werden von einer Horde Fans belagert, denn sie sind seit neuestem Hauptfiguren in einem Roman. Nach und nach wird die Situation regelrecht gefährlich, ...

Ägypten, 1920er Jahre: Patricia Peacock und ihr Ehemann John werden von einer Horde Fans belagert, denn sie sind seit neuestem Hauptfiguren in einem Roman. Nach und nach wird die Situation regelrecht gefährlich, und so sind die beiden damit einverstanden, incognito in der Kairoer Oper zu ermitteln, denn anscheinend ist die dort gerade auftretende Diva Brunella Carvalotti in Lebensgefahr.

Der vierte Band der Reihe ist leider der bislang letzte. Nachdem schon früher die Autorin selbst aufgetreten ist, hat sie jetzt die damaligen Ereignisse zu einem Roman verarbeitet, der nun von der Kairoer Damenwelt verschlungen wird. Zum Glück gefällt mir dieser Band auch wieder besser als der Vorgänger, der dann wohl doch nur ein Ausreißer war.

In der Oper geht es, wie zu erwarten, drunter und drüber, zum einen, weil die Diva alles andere als einfach ist, zum anderen, weil Patricia und John auch Sir Tiny mitgebracht haben, der beinahe von Fans entführt wurde. Wer die Reihe bisher noch nicht kennt, sei gesagt, dass sich hinter Sir Tiny eine riesige Dogge mit kindlichem Gemüt verbirgt, die eine wesentliche Rolle in der Reihe spielt. Man sieht, auch Humor spielt hier eine Rolle.

Am Ende ist der Fall natürlich zufriedenstellend geklärt, und Patricia, John und Tiny können wieder nach Hause, wo sie schon eine Überraschung erwartet. Eigentlich stände einem fünften Band nichts im Wege.

Band 4 hat mir wieder besser gefallen, ich musste schmunzeln und wurde gut unterhalten.

Veröffentlicht am 01.07.2025

Hat mir sehr gut gefallen

Käthe Kruse und die Träume der Kinder
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Katharina Simon wird 1883 unehelich geboren. Die Mutter bringt sich und ihre Tochter mühsam mit Näharbeiten durch, dem Vater ist seine legitime Familie wichtiger. Katharina wird Schauspielerin, kann nun ...

Katharina Simon wird 1883 unehelich geboren. Die Mutter bringt sich und ihre Tochter mühsam mit Näharbeiten durch, dem Vater ist seine legitime Familie wichtiger. Katharina wird Schauspielerin, kann nun auch für ihre Mutter aufkommen. Dann lernt sie den Bildhauer Max Kruse kennen und lieben. Der allerdings will kein weiteres Mal heiraten, und so wird auch Katharina eine ledige Mutter, die zudem nicht weiter am Theater arbeiten kann. Der Weg zur berühmten Puppenmacherin, als die wir sie heute kennen, ist für Katharina, die von Max Käthe genannt wird, noch weit.

Käthe Kruse, ein Name, den wahrscheinlich viele kennen, mit ihren Puppen wurde sie berühmt. Viel mehr, als dass sie Puppen machte, wusste ich von ihr bisher nicht, und war sehr erstaunt, was für ein interessantes, wenn auch oft nicht einfaches, Leben sie führte. Der Roman endet 1911 es gibt noch eine Fortsetzung, auf die ich schon gespannt bin.

Julie Peters gelingt es sehr gut, die Charaktere lebendig zu machen, ich fühlte mich schnell in sie ein. Der Roman beginnt bereits damit, dass Christiane Simon, Katharinas Mutter schwanger ist, und von ihrem Geliebten bis zur Geburt aufs Land geschickt wird, So llernt man auch sie schon gut kennen und erlebt mit ihr Höhen und Tiefen. Nach Katharinas Geburt tut sie alles dafür, dass ihre Tochter ein besseres Leben bekommt, man kann sich vorstellen, wie entsetzt sie ist, als diese anscheinend in ihre Fußstapfen tritt. Katharina, die erst Max erlaubt, sie Käthe zu nennen, ich verwende daher in dieser Rezension ihren ungekürzten Namen, ist klug und weiß, was sie will, doch die Liebe schlägt ihr ein Schnippchen. Max Kruse ist Künstler und setzt auf ein freies Leben, doch Katharina und seine Kinder sind ihm auch wichtig. Alle drei haben letztlich ihr Päckchen zu tragen, wenn auch die Frauen ein doch schwereres.

Erzählt wird sehr anschaulich, größtenteils aus Katharinas Perspektive, hin und wieder aber auch aus der Christianes oder Max‘. Sehr gut dargestellt finde ich auch Katharinas Bemühungen eine besonders kindgerechte Puppe zu entwerfen.

Ich empfand den Roman als sehr gut lesbar, und dabei berührend, interessant und auf gewisse Weise auch spannend, für mich ist er eine angenehme Überraschung gewesen, da ich über die Künstlerin so gut wie nichts wusste, hatte ich auch nur normale Erwartungen, auch wegen des doch etwas kitschigen Titels, die schnell übertroffen wurden.

Käthe Kruse war nicht nur eine bekannte Puppenmacherin, sondern führte auch ein interessantes, nicht immer einfaches Leben. Julie Peters Roman hat mir sehr gut gefallen und mir die Frau und ihre Familie sehr nahe gebracht.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2025

Sehr empfehlenswert

Der VorsorgePlaner
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Wer kümmert sich um meine Angelegenheiten, wenn ich es wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr selbst kann? Kann ich für solche Zeiten oder sogar für nach meinem Tod vorsorgen? Solche Fragen sollten wir ...

Wer kümmert sich um meine Angelegenheiten, wenn ich es wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr selbst kann? Kann ich für solche Zeiten oder sogar für nach meinem Tod vorsorgen? Solche Fragen sollten wir uns alle stellen, denn keiner weiß, wie die Zukunft aussieht, und auch in jüngeren Jahren ist man nicht davor gefeit in eine solche Lage zu geraten. Bevor andere sich nicht in meinem Sinn kümmern, lege ich lieber vorher fest, was mir wichtig ist.

Der hier vorliegende Ratgeber gibt dabei umfangreiche Hilfestellungen und Ratschläge für alle Möglichkeiten, und bietet auch jeweils passende Formulare an, die direkt im Buch vorhanden sind oder über einen angegebenen Link heruntergeladen werden können. Auch zu diesen Formularen gibt es zusätzliche Hilfen. Hier findet man alles zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament und vielem mehr, außerdem Tipps, wie man es seinen Angehörigen, Vertrauenspersonen oder Betreuer:innen leicht machen kann, alles wichtige zu finden. Am Ende bleibt meiner Meinung nach keine Frage offen.

Vorsorgen für den Fall, dass man selbst seine Angelegenheiten nicht mehr regeln kann, geht, wie ich finde, uns alle an. So hat man die Möglichkeit noch rechtzeitig selbst zu entscheiden, bevor andere es für einen tun (müssen). In diesem Buch findet man alles, was man darüber wissen sollte und dafür braucht.