Profilbild von PMelittaM

PMelittaM

Lesejury Star
offline

PMelittaM ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PMelittaM über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

Lesenswerte Anthologie

Sternenglut - Überleben auf dem schwarzen Planeten
0

Die vierte Sternenglut-Anthologie enthält acht Geschichten bereits aus den Vorgängern bekannter Autor:innen. Dieses Mal ist das Thema „Überleben auf dem schwarzen Planeten“, welches auf vielfältige und ...

Die vierte Sternenglut-Anthologie enthält acht Geschichten bereits aus den Vorgängern bekannter Autor:innen. Dieses Mal ist das Thema „Überleben auf dem schwarzen Planeten“, welches auf vielfältige und interessante Weise verarbeitet wurde.

Wie meist bei Anthologien, hat mir nicht jede Geschichte gut gefallen, die meisten aber schon.

Besonders gut fand ich zum einen „Sturmreiter“ von R. M. Amerein, in der die Menschheit nur noch in einer einzigen Stadt wohnen kann, der Rest der Welt ist verbrannt. Aber auch diese Stadt ist in Gefahr, denn immer wieder gibt es neue Feuerstürme, die bekämpft werden müssen, und obendrein feurige Monster mit sich bringen. Der Protagonist erzählt seine bedrückende Geschichte in Ich-Form, so dass man als Leser:in nicht nur dicht dabei ist, sondern auch sehr berührt wird.

Auch sehr gut gefallen hat mir „Freiheit heißt Licht! von Aybiline I. Dahlson, deren Protagonistin sich als Mensch auf einem Planeten ohne Licht als Diebin durchschlagen muss. Als sie einen besonders reichen Besucher des Planeten bestiehlt, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt.

Besonders originell ist Alexander Lenz‘ „Das letzte Level“, der das Thema mit einem Computerspiel verbindet, das aus den Fugen gerät. Eine weitere Geschichte hat mir gut gefallen, das Ende aber gar nicht, da es mir ein großes Fragezeichen bescherte, hier fragte ich mich, ob es sich womöglich um den Beginn einer längeren Geschichte handeln könnte, was ich ohne verständliches Ende nicht gutheißen würde.

Nur eine Geschichte hat mir gar nicht gefallen.

Auch die vierte Anthologie der Autor:innen-Gruppe ist wieder lesenswert, auch wenn mir nicht jede Geschichte gut gefallen hat, unterm Strich haben mich die meisten aber gut unterhalten.

Veröffentlicht am 12.02.2025

Ein eigenwilliger Protagonist

Der Tote im Pool
0

Aurel Timescu ist derzeit stellvertretender französischer Konsul in Mosambik, und tut alles, seiner Arbeit aus dem Weg zu gehen. Leider ist sein derzeitiger Vorgesetzter davon überzeugt, dass er Aurel ...

Aurel Timescu ist derzeit stellvertretender französischer Konsul in Mosambik, und tut alles, seiner Arbeit aus dem Weg zu gehen. Leider ist sein derzeitiger Vorgesetzter davon überzeugt, dass er Aurel motivieren kann. Als ein Hotelier tot in seinem Pool gefunden wird, fordert er ihn deshalb auf, zusammen herauszufinden, was passiert ist. Aurel würde eigentlich viel lieber alleine ermitteln, immerhin hat er damit schon Erfahrung, und versucht nun, um seinen Vorgesetzten herum die Hintergründe zu erforschen.

Aurel ist ein sehr eigenwilliger Protagonist, der mir aber schon im Vorgängerband nahe gekommen ist. Ursprünglich aus Rumänien stammend, hat er in Frankreich zunächst als Barpianist gearbeitet. Klavierspielen hat immer noch eine große Bedeutung für ihn, und hilft ihm auch dabei, seine Fälle zu lösen. Im Umgang mit seinen Mitmenschen hat er dagegen so seine Probleme, muss sich ihnen aber immer wieder stellen.

Im aktuellen Todesfall wird schnell klar, dass es sich um Mord handelt, die Behörden machen auch direkt eine Tatverdächtige aus, die Exfrau des Toten war aus Frankreich angereist und daher vor Ort. Aurel ist allerdings nicht von ihrer Schuld überzeugt, und kann am Ende den Fall natürlich nachvollziehbar lösen.

Auch der zweite Band mit dem eigenwilligen Protagonisten hat mich wieder gut unterhalten, ich habe mitgerätselt und Aurel gerne begleitet. Ich hoffe, es wird noch weitere Bände der Reihe geben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 05.02.2025

Ein wichtiges Buch

Den Bach rauf
0

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Kanzlerkandidat und Buchautor, hat ein neues Buch geschrieben. Schon am Titel erkennt man den Optimismus, den Robert Habeck hier vermitteln ...

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Kanzlerkandidat und Buchautor, hat ein neues Buch geschrieben. Schon am Titel erkennt man den Optimismus, den Robert Habeck hier vermitteln möchte. Die Zeiten, ich schreibe dies Anfang Februar 2025, sind düster, Neuwahlen stehen an, man weiß nicht, was kommen wird, da braucht es einen Silberstreifen am Horizont.

Robert Habeck ist für mich nicht nur sympathisch, sondern auch klug, kompromissbereit, kompetent und integer, er hat Visionen, die mich ansprechen, er weiß komplexe Sachverhalte gut zu vermitteln und er verfällt nicht dem Populismus, der leider derzeit umgeht. Er gibt viele Fakenews um ihn und seine Politik, er muss Hass und Hetze aushalten, und gibt dennoch nicht auf, im Gegenteil, für ihn zählt offenbar jetzt erst recht.

Dies kann man auch diesem Buch entnehmen. Er zieht nicht nur Bilanz, sondern gibt auch Fehler zu, benennt, wie man es hätte besser machen können, sieht aber auch, dass man nicht immer alles vorausahnen kann, man auch Kompromisse eingehen muss. Zeigt auf, wo gute Dingen gelungen sind, und wie man, vielleicht noch besser, in die Zukunft starten könnte. Denn die Zukunft ist etwas, was man immer im Blick haben muss, nicht nur für spätere Generationen, sondern auch für uns selbst, denn wir leben ja nicht nur heute.

Mir gefällt auch gut, dass er, auch negative, Beispiele bringt und Geschichten erzählt, die ihm selbst passiert sind. Und dass er Lösungen sucht, die gemeinsam angegangen werden können, denn auch die Probleme betreffen ja alle. Man muss es nur wollen, miteinander sprechen und eben auch mal Kompromisse finden. Das kann anstrengend sein, aber auch befriedigend. Und manchmal eben auch etwas erzeugen, was nur halbgut ist, aber besser, als gar nichts gemacht zu haben.

Ich finde, dieses Buch sollte jeder lesen, auch, wenn man kein Fan Robert Habecks ist. Einfach mal den Mann selbst sprechen lassen, statt nur die anzuhören, die über ihn sprechen, wäre doch eine Option, oder? Vielleicht wandelt sich die Einstellung ja, zumindest etwas? Wer Robert Habeck sowieso schon mag, erhält vielleicht ein paar neue Argumente, auch gegen Populisten und Demokratiefeinde.

Veröffentlicht am 04.02.2025

Sehr spannend, aber auch sehr blutig und nicht immer realistisch

Die Blutliste
0

Auf dem Friedhof in Köln Worringen wird ein bestialisch ermordeter Toter im Grab einer vor Jahren ermordeten jungen Frau gefunden, ihre Leiche dagegen fehlt. Die Kölner Kriminalpolizei ruft wieder einmal ...

Auf dem Friedhof in Köln Worringen wird ein bestialisch ermordeter Toter im Grab einer vor Jahren ermordeten jungen Frau gefunden, ihre Leiche dagegen fehlt. Die Kölner Kriminalpolizei ruft wieder einmal den Fallanalytiker Martin Abel zu Hilfe. Eigentlich reist er nicht gerne nach Köln, doch schließlich wird der Fall ihn unerwartet persönlich treffen.

Vor ein paar Jahren las ich den ersten Band der Reihe, der mir gut gefallen hat. „Die Blutliste“ ist bereits der vierte Band, was aber nicht weiter stört. Der Roman hat mich schnell gepackt und entwickelte sich zum Pageturner, der mich abends länger lesen ließ als geplant. Bereits relativ früh, bei etwa Zweidrittel des Romans, erfährt man als Leser:in, wer der Täter ist und damit auch seine Vorgeschichte und Motivation. Tatsächlich ist er jemand, für den man auch Mitleid empfinden kann, trotz der furchtbaren Dinge, die er tut. Diese Dinge erfährt man im Roman recht ausführlich, wodurch er sich nicht für zartbesaitete Naturen eignet, zumal hier auf sehr extreme Weise gemordet wird.

Die Charaktere sind okay, Martin Abel ist mir recht sympathisch und die aus Gummersbach hinzugezogene Kollegin Doris Stange ein guter Sidekick. Da ich selbst schon sehr lange in Köln lebe, mag ich es immer wieder gerne, Romane zu lesen, die hier spielen, vor allem, wenn ich Örtlichkeiten kenne und Wege nachvollziehen kann, wie das hier der Fall ist.

Leider, muss ich sagen, dass der Roman öfter unrealistisch wirkt, auch nicht immer logisch, und es recht viel Zufälle gibt. Das hat der Spannung zwar nicht sehr geschadet, unterm Strich hat es mich aber doch gestört. Manche Frage ist in meinen Augen zudem nicht oder nicht ausreichend beantwortet worden, dafür hatte ich manches schon vorher geahnt, wenn auch lange nicht alles. Was mich auch gestört hat, ist die Sache mit dem Wolf, die ich aus Spoilergründen hier aber nicht näher erklären kann,. Für mich war das eine nicht nur sehr unrealistische sondern vor allem auch nicht notwendige Storyline.

Der Roman ist zwar so spannend, dass er mich vom Schlafen abgehalten hat, aber auch sehr unrealistisch und zufällig, so dass ich keine volle Punktzahl geben möchte. Allzu zartbesaitet sollte man als Leser:in nicht sein, denn es wird sehr blutig und grausam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 02.02.2025

Vor allem an der Protagonistin haperte es für mich

Tod am Semmering
0

Österreich 1922: Für den Apotheker Anton Böck und seine Mieterin Ernestine Kirsch, Lehrerin im Ruhestand, ergibt sich die Gelegenheit, an den Semmering reisen und dort im berühmten Hotel Panhans an einem ...

Österreich 1922: Für den Apotheker Anton Böck und seine Mieterin Ernestine Kirsch, Lehrerin im Ruhestand, ergibt sich die Gelegenheit, an den Semmering reisen und dort im berühmten Hotel Panhans an einem Tangolehrgang teilnehmen. Nicht lange nach der Ankunft stirbt ein Teilnehmer, der sich vorher schon durch seine Art unbeliebt gemacht hatte. Leider ist das Hotel mittlerweile durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten, so dass Ernestine es übernimmt, schon einmal mit den Ermittlungen zu beginnen.

Dies ist der erste Band einer Reihe um Anton und Ernestine, die mittlerweile bereits einige Bände verzeichnet. Vieles erinnerte mich an einen Agatha Christie-Krimi, nicht nur Setting, auch die verschiedenen Charaktere könnten einem dieser Romane entsprungen sein. Ernestine hat zwar eher weniger Ähnlichkeiten mit der Miss Marple aus den Romanen, aber, auch durch ihren Begleiter, mehr mit Margaret Rutherfords Miss Marple-Darstellung.

Mochte ich zunächst Ernestine ganz gern, ging sie mir leider schnell auf die Nerven, ihre überbordende Neugier, die mich sogar einmal regelrecht anekelte, ihr ebenso übertriebener Aktionismus, mit dem sie nicht nur sich selbst in manch peinliche oder gar gefährliche Situationen brachte, sagen mit einfach nicht zu. Ganz anders Anton, der einfach nett ist, unter Ernestines Aktionismus mehr als einmal zu leiden hat, und der gerne isst, wodurch man erfährt, welche Leckereien das Hotel auftischt. Die anderen Charaktere eignen sich fast alle als Täter:innen, so dass man selbst ständig am Rätseln ist. Die Auflösung sagte mir persönlich, obwohl sie nicht unlogisch ist, nicht zu, ich fand sie etwas zu weit hergeholt.

Das Setting, das eingeschneite Luxushotel mit einem überschaubaren Figurenensemble hat mir gut gefallen, zumal das Hotel keine Erfindung der Autorin ist. Die Atmosphäre von Eis, Schnee und Kälte, und des Eingesperrtseins mit jemandem, der mordet, ist gelungen.

Leider hat mich der Roman unterm Strich nicht so überzeugen können, wie ich es mir gewünscht hätte. Das Setting und die Atmosphäre sind gelungen, aber die Protagonistin ging mir schnell auf die Nerven, die Auflösung mochte ich persönlich nicht, so dass ich wahrscheinlich auf weitere Bände dieser Reihe verzichten werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover