Drama vorprogrammiert
Apfelzeit am DeichVon Anfang an war ich sofort im Geschehen und konnte der Handlung gut folgen. Besonders Merle war mir direkt sympathisch, während Grete trotzs Ulfs überraschender Aussage eher wie eine liebe Omi wirkt. ...
Von Anfang an war ich sofort im Geschehen und konnte der Handlung gut folgen. Besonders Merle war mir direkt sympathisch, während Grete trotzs Ulfs überraschender Aussage eher wie eine liebe Omi wirkt. Sehr interessant fand ich die Erzählweise, da jedes Kapitel aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Gretes vorgetäuschte Alzheimer-Erkrankung macht die Geschichte bewegend, auch ihre harte Junged ließ mich mitfühlen. Gleichzeit sorgen Figuren wie Beate mit ihrem offensichtlichen Interesse am Hof für Spannung, wobei gerade die Szene, in der Grete einen Anfall vortäuscht, sehr humoroll war. Auch Herta mischt sich oft ein - manchmal zu sehr, wenn auch gut gemeint.
Schön fand ich, dass Merle wohl den Hof übernehmen wird und sich immer wohler im Alten Land fühlt. Ihr Leben hat sich definitiv zum Besser gewendet. Zwischen all der gedrückten Stimmung gibt es aber auch hoffnungsvolle Entwicklungen: Die Beziehung zu Falk wird besser und Darco wird ausfindig gemacht.
Gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass die Familie Börnse langsam bereits ist, einander zu verzeihen, aber das Buch geht leider zu schnell zu Ende. Somit fehlt dem Buch einfach noch ein kleines Stück zum runden Happy End.
Dennoch, wieder mal ein schönes Buch von Frieda Lamberti!