Profilbild von Primrose24

Primrose24

Lesejury Star
offline

Primrose24 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Primrose24 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Klara und Noel

Zeilenflüstern (Sweet Lemon Agency, Band 1)
0

Immer wenn Klara mit ihrem Leben überfordert ist, lässt sie sich von Hörbuchsprecher Noel Carter ins Ohr flüstern. Auch wenn sie den Mann hinter der Stimme nicht kennt, ist er doch ein wichtiger Teil ihres ...

Immer wenn Klara mit ihrem Leben überfordert ist, lässt sie sich von Hörbuchsprecher Noel Carter ins Ohr flüstern. Auch wenn sie den Mann hinter der Stimme nicht kennt, ist er doch ein wichtiger Teil ihres Lebens. Ihre erste Bewährungsprobe in ihrem neuen Job bei der Werbeagentur Sweet Lemon Agency führt Klara direkt in ein Tonstudio zum Einsprechen ihrer Werbetexte für eine sinnliche Schokoladenwerbung. Umso überraschter ist Klara, als sie die Stimme des Sprechers auf Anhieb wiedererkennt. Doch Noel hasst nicht nur die Texte, sondern auch seinen Job als Sprecher, denn für ihn sind sie ein Beweis seines Scheiterns als Theaterschauspieler. Doch als Klara ihm zeigt, wie viel seine Stimme ihr bedeutet, schöpft auch Noel wieder eine Spur Hoffnung und Selbstvertrauen.

„Zeilenflüstern“ ist der erste Band der Sweet Lemon Agency Reihe und stellt dabei Klara, die als neue Texterin dort angefangen hat, sowie Noel in den Fokus. Klara war von der ersten Seite an eine sehr sympathische Protagonistin, die in ihrer Studienzeit einige schlechte Erfahrungen aufgrund ihres familiären Hintergrundes gemacht hat. Und hier kommen wir gleich zu einem wirklich spannenden Thema innerhalb des Buches, das mir unglaublich gut gefallen hat. Klaras Eltern sind gehörlos, sodass sie bereits in frühster Kindheit für ihre Eltern übersetzen musste und damit bereits als Kind viel Verantwortung übernommen hat. Umso spannender ist, dass sie sich gerade zu Noels Stimme hingezogen fühlt. Leider bin ich mit Noel nicht hundertprozentig warm geworden. Seine ständigen Selbstzweifel empfand ich als unglaublich anstrengend, besonders zum Ende des Buches. Dafür haben mir die diversen Nebencharaktere der Geschichte unglaublich gut gefallen. Vor allem Franka und Felix inklusive ihrer energischen Wortwechsel habe ich sehr gemocht und bin unheimlich glücklich, dass ihre Geschichte im zweiten Teil der Reihe in den Fokus rückt. Neben dem wundervollen Schreibstil der Autorin ist dies nur ein weiterer Anlass diese Reihe zeitnah fortzusetzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Medizinische Geheimgesellschaft

Academy of Lies (Band 1) - Anatomie einer Verschwörung
0

Quinn lebt, seit sie ein kleines Mädchen ist mit einem Spenderherz und hat sich damit abgefunden bald zu sterben. Um den Tod besser zu verstehen, beginnt sie ein Medizinstudium an einer renommierten Universität, ...

Quinn lebt, seit sie ein kleines Mädchen ist mit einem Spenderherz und hat sich damit abgefunden bald zu sterben. Um den Tod besser zu verstehen, beginnt sie ein Medizinstudium an einer renommierten Universität, die einst von ihrem Großvater gegründet wurde. Doch bereits an ihrem ersten Tag dort, wird der Direktor der Universität ermordet. Und dies wird nicht der letzte Mord gewesen sein. Bei den Ermittlungen gerät ausgerechnet Quinns Bruder in den Fokus der Polizei. Auf der Suche nach Antworten stößt Quinn auf alte Familiengeheimnisse, die ihre Welt für immer auf den Kopf stellen werden.

„Academy of Lies“ von Nina Scheweling ist der Auftakt einer Medizin-Thriller Reihe. Wobei ich sagen muss, dass es sich eindeutig um einen Jugendthriller handelt, der damit zwar mit einer Menge Spannung punkten kann, sich aber deutlich von Erwachsenenthrillern unterscheidet. Die Atmosphäre ist düster insbesondere da die Protagonistin Quinn eigentlich schon mit einem Bein im Grab steht und sich damit sogar abgefunden zu haben scheint. Quinn hat als kleines Mädchen eine Herztransplantation bekommen. Da ein Spenderherz im Durchschnitt nur 10 Jahre hält, hat Quinn diese Schwelle bereits überschritten und rechnet jederzeit mit ihrem Tod. Als Konsequenz ihrer Krankheit versucht sie Beziehungen zu vermeiden, da sie Anderen den Schmerz eines Verlustes ersparen will. So führt Quinn ein sehr einsames Leben, in welchem nur ihr Bruder Florin eine wichtige Rolle einnimmt. Ich mochte Quinns analytische und manchmal etwas distanzierte Art, die sich im Laufe der Geschichte deutlich zum Positiven verändert. Nach und nach öffnet sie sich ein wenig und knüpft zaghaft Beziehungen. Der Mordfall gibt einigen Raum für Spekulationen. Schrittweise entdeckt Quinn Hinweise, die auch ihre eigene Familie betreffen und einige unliebsame Geheimnisse offenbaren. Ich mochte den Schreibstil der Autorin sehr gerne, besonders die medizinischen Darstellungen in der Geschichte und Quinns Notizen über verschiedene Todesarten, die auch fachlich gut erarbeitet wurden. Leider hatte ich ziemliche Probleme mit dem Ende der Geschichte insbesondere da es mich nicht überrascht hat. Da wir es mit einer Reihe zu tun haben, bleiben leider auch am Ende viele Fragen noch unbeantwortet. Ich bin jedoch trotzdem sehr gespannt, wie es mit dieser Reihe weitergehen wird und werde auf jeden Fall weiterlesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Erschreckende Zukunftsvision

QualityLand 2.0 (QualityLand 2)
0

Peter Arbeitsloser kann endlich als Maschinentherapeut arbeiten. Währenddessen hängt seine Beziehung mit Kiki Unbekannt weiterhin in der Schwebe. Kiki ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, stößt ...

Peter Arbeitsloser kann endlich als Maschinentherapeut arbeiten. Währenddessen hängt seine Beziehung mit Kiki Unbekannt weiterhin in der Schwebe. Kiki ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, stößt dabei jedoch auf einige Hindernisse und wird sogar Ziel eines Auftragskillers. Währenddessen versucht Martyn Vorstand seinen Absturz in die Nutzlosigkeit zu verhindern. Und was ist eigentlich mit John of Us passiert, nachdem er in die Luft gesprengt wurde?

Auch im zweiten Band verblüfft Marc-Uwe Kling mit seiner gesellschaftskritischen Satire und hinterfragt die Zukunft einer konsum- und profitorientierten Gesellschaft. Im Fokus stehen erneut Peter Arbeitsloser, der als Maschinentherapeut arbeitet und Kiki Unbekannt, die auf der Suche nach ihrem Vater ist. Dabei stößt Kiki auf das Recht auf Vergessen, welches ihr den Zugang zu der gesuchten Information verwehrt. Peter wird währenddessen der neue (unfreiwillige) Berater von Henryk Ingenieur, dem reichsten Menschen der Welt, der eine Kandidatur als Präsident in Betracht zieht. Hierbei werden auch die Politiker absolut zurecht in die Mangel genommen. Eine weitere Perspektive berichtet von Martyn Vorstand und seinem stetigen Verlust von Leveln. Tatsächlich hat mich Martyns Perspektive/Absturz nicht sonderlich interessiert, dafür konnten Kikis und Peters Geschichte mich erneut fesseln. Ich hatte wieder sehr viel Spaß beim Lesen, da Kling mit seinem humorvollen, überspitzten Schreibstil bei mir absolut punkten kann. Gleichzeitig hatte ich als Leser jedoch das erschreckende Gefühl, dass wir geradewegs auf so eine Form der Zukunft hinsteuern. Besonders das selektive Angebot an Informationen zugeschnitten auf den Konsumenten empfand ich als unangenehm. Das beste Beispiel dafür war für mich, dass Peter nicht mal etwas vom dritten Weltkrieg erfahren hat, da ihm diese Information online nicht zugänglich gemacht wurde.

Insgesamt konnte mich auch der zweite Teil von Qualityland sehr gut unterhalten und das Lesen hat wirklich Spaß gemacht, trotz der erschreckenden Zukunftsperspektiven, die dem Leser präsentiert werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Nette Romance für Zwischendurch

Lessons in Faking
0

Mehr als alles andere auf der Welt wünscht sich Athalia wieder eine Beziehung zu ihrem Bruder Henry aufzubauen, der sie seit dem Tod ihrer Eltern kaum wahrzunehmen scheint. Als Henry erfährt, dass Athalia ...

Mehr als alles andere auf der Welt wünscht sich Athalia wieder eine Beziehung zu ihrem Bruder Henry aufzubauen, der sie seit dem Tod ihrer Eltern kaum wahrzunehmen scheint. Als Henry erfährt, dass Athalia bei Dylan, seinem größten Rivalen im Fußball, Nachhilfeunterricht in Statistik bekommen soll, erlangt sie plötzlich seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Um sein Interesse aufrechtzuerhalten, bittet Athalia Dylan ihren Fake Freund zu spielen. Doch je mehr Zeit die Beiden miteinander verbringen desto echter scheinen ihre Gefühle füreinander zu werden.

Da ich Fake-Dating Geschichten sehr gerne mag, konnte mich das Thema dieses Buches ziemlich schnell abholen. Die Geschichte wird aus Athalias Sicht geschildert, die hinter ihrem taffen Äußeren eine Menge Schmerz verbirgt. Vor allem die schlechte Beziehung zu ihrem Bruder macht ihr sehr zu schaffen, sodass sie Dylan um Hilfe bittet. Dylan war für mich schon fast zu perfekt, um wahr zu sein, trotzdem mochte ich seine fürsorgliche Art sehr gerne. Leider habe ich nicht hundertprozentig verstanden woher die ausgeprägte Feindschaft zwischen Dylan und Henry kommt. Die vorgebrachten Gründe erschienen mit fadenscheinig und voller Missverständnisse, die schnell hätten geklärt werden können. Die anfängliche „Feindschaft“ zwischen Dylan und Athalia war zudem sehr schnell vergessen. Ihre Beziehung entwickelt sich für meine Begriffe zu schnell, wodurch auch der Rest der Handlung leider etwas den Fokus verliert. Letztlich reiht sich eine sexuell aufgeladene Szene zwischen Athalia und Dylan an die nächste. Die Streitigkeiten mit Wren und Henry geraten dabei ziemlich in den Hintergrund.

Insgesamt mochte ich die Charaktere des Buches gerne, neben der Liebesgeschichte war mir die weitere Story jedoch zu blass.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Haymitchs Geschichte

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
0

Haymitch Abernathy will eigentlich nur eines: mit seiner Liebe Lenore Dove ein glückliches und ruhiges Leben führen. Doch jedes Jahr werden für die Hungerspiele des Kapitols ein Mädchen und ein Junge ausgewählt ...

Haymitch Abernathy will eigentlich nur eines: mit seiner Liebe Lenore Dove ein glückliches und ruhiges Leben führen. Doch jedes Jahr werden für die Hungerspiele des Kapitols ein Mädchen und ein Junge ausgewählt um gegen 22 andere Tribute in einem Kampf um Leben und Tod anzutreten. Und nichtsdestoweniger werden zu Ehren des 50. Jubiläums der Hungerspiele auch noch die doppelte Anzahl an Tributen gezogen. Als am Tag der Ernte Haymitchs Name aufgerufen wird, scheint sein Überleben aussichtslos, denn nur ein Tribut wird die Arena lebend verlassen. Bald jedoch muss Haymitch feststellen, dass es bei den Hungerspielen um so viel mehr als nur sein eigenes Überleben geht.

Wie wahrscheinlich alle Fans der Ursprungstrilogie, habe ich mich unglaublich darauf gefreut erneut in Panems Welt eintauchen zu können und endlich Haymitchs ganze Geschichte zu erfahren. Der Haymitch, den wir zu Beginn des Buches kennenlernen, ließ sich für mich nur sehr schwierig mit dem Charakter verbinden, den wir aus der Panemtrilogie kennen. Vor den Hungerspielen hatte Haymitch eine Familie und Lenore Dove, die er über alles liebte und die ihm Hoffnung schenkte. Leider fand ich die Liebesgeschichte zwischen Haymitch und Lenore Dove schwierig zu fühlen, da wir nur einen kurzen Einblick in das Leben der Beiden vor den Hungerspielen bekommen. Lenore Dove als Charakter bleibt etwas blass, da sie hauptsächlich aus Haymitchs Erlebnissen mit ihr beschrieben wird. Trotzdem erfährt man ein wenig über ihren rebellischen Charakter, der sie und andere ein ums andere Mal in Schwierigkeiten bringt. Die Ereignisse im Vorfeld der Spiele sind ausführlich und eindrücklich beschrieben. Neben Haymitch rücken natürlich auch die anderen drei Tribute aus Distrikt 12 in den Fokus der Erzählung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Maysilee wurde sie zu einem meiner Lieblingscharaktere in der Geschichte. Die Hungerspiele selbst hätten für mich deutlich ausführlicher geschildert werden können. Hier habe ich ein wenig das Gefühl vermisst mit Haymitch und den anderen Tributen mitfiebern zu können, wie es mir bei der Ursprungstrilogie gelungen ist. Trotzdem war auch dieser Abschnitt natürlich sehr spannend und ereignisreich. Die gesamte Geschichte ist wie zu erwarten traurig, besonders das Ende hat mich sehr mitgenommen.

Ein kleines Problem hatte ich tatsächlich mit dem Namedropping. Ich finde es großartig, dass bereits bekannte Figuren aus den anderen Bänden eine Rolle in dieser Geschichte spielen. Vor allem über Effie habe ich mich riesig gefreut. Zeitweise wurde es mir dann aber doch etwas zu viel, da ich das Gefühl hatte jeder Name aus den anderen Bänden müsste unbedingt in die Geschichte einfließen.

Insgesamt fand ich es wundervoll endlich Haymitchs Geschichte zu erfahren und zu verstehen welche Erfahrungen ihn geprägt haben. Ein spannendes, mitreißendes und erschütterndes Buch, dass jeder Panem-Fan auf jeden Fall gelesen haben muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere