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Veröffentlicht am 08.03.2022

Wo sind Ava und ihre Eltern?

Kalt lächelt die See
2

Wo sind Ava und ihre Eltern?
Im Hafen von St. Peter Port auf der Kanalinsel Guernsey wird ein verlassenes Segelboot gefunden. An Deck scheint ein Kampf stattgefunden zu haben, denn die herbeigerufenen ...

Wo sind Ava und ihre Eltern?
Im Hafen von St. Peter Port auf der Kanalinsel Guernsey wird ein verlassenes Segelboot gefunden. An Deck scheint ein Kampf stattgefunden zu haben, denn die herbeigerufenen Polizisten entdecken Blut. Das Boot wurde von einem auf der Insel lebenden Ehepaar angemietet, Stephanie und Greg Hamon, deren kleine Tochter vor zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden des Ehepaars und der möglichen Entführung der kleinen Ava?
DI Kate Langlois und ihr neuer Kollege Walker, der sich von London auf die Insel versetzen ließ, ermitteln im Umfeld der Hamons und bekommen dabei Unterstützung von einem französischen Archäologen, der einen ungewöhnlichen Fund macht…
„Kalt lächelt die See“ ist ein spannender und unterhaltsamer Roman vor der malerischen Kulisse von Guernsey. Wie bei den meisten Krimis werden jede Menge falsche Spuren gelegt und das Ende empfand ich als ein wenig unbefriedigend, weil mir manches nicht ganz plausibel erschien, meinem Lesevergnügen tat dies jedoch keinen Abbruch. Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Band dieser neuen Krimireihe!

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Veröffentlicht am 01.03.2022

Zwei mysteriöse Fälle

Vertrauen
0

Ein neugeborenes Mädchen wird in der Nähe eines Krankenhauses ausgesetzt. Die Frau, die das Baby dort zurückließ, ist auf einer Überwachungskamera zu sehen und wird ermittelt. Zunächst streitet sie alles ...

Ein neugeborenes Mädchen wird in der Nähe eines Krankenhauses ausgesetzt. Die Frau, die das Baby dort zurückließ, ist auf einer Überwachungskamera zu sehen und wird ermittelt. Zunächst streitet sie alles ab, dann behauptet sie, das Baby zur Welt gebracht zu haben, es aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht behalten zu können. Ein DNA-Test zeigt aber, dass sie nicht die Mutter sein kann.
Am selben Tag erhält die Polizei den Anruf aus einem Hotel, dass ein Gast ohne zu zahlen das Hotel verlassen habe. Kommissar Avi Avraham kümmert sich persönlich darum und fährt zum Hotel, wo ihm mitgeteilt wird, am Nachmittag hätten Verwandte des Mannes dessen Gepäck abgeholt und die Rechnung beglichen. Avraham ist misstrauisch, da es sich bei dem Mann um einen Touristen handelt, der laut seiner Tochter keine Verwandtschaft in Israel hat, jedoch ihrer Meinung nach für den israelischen Geheimdienst Mossad gearbeitet hat. Als er nachforscht, wird ihm von Vorgesetzten nahegelegt, diese Spur nicht weiterzuverfolgen. Doch Avraham lässt die Sache nicht los, zumal er herausfindet, dass der angebliche Schweizer Staatsbürger mehrere Pässe besessen hat.
Beide Fälle sind sehr vielschichtig und die ungewohnten israelischen Namen machen die Lektüre nicht einfach. Ich habe „Vertrauen“ mit Interesse gelesen, an die Faszination, die Mishanis letztes Buch, „Drei“ auf mich ausgeübt hat, kommt es allerdings nicht heran. Nichtsdestotrotz ist es ein sehr lesenswerter spannender und anspruchsvoller Krimi, der aus dem üblichen Krimiraster herausfällt.

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Veröffentlicht am 24.02.2022

Die Geister, die ich rief

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
0

Kurz vor dem 30jährigen Jahrestags des Mauerfalls recherchiert der Hamburger Journalist Alexander Landmann in alten Stasi-Akten und gräbt eine abenteuerliche Geschichte aus: Michael Hartung, der damals ...

Kurz vor dem 30jährigen Jahrestags des Mauerfalls recherchiert der Hamburger Journalist Alexander Landmann in alten Stasi-Akten und gräbt eine abenteuerliche Geschichte aus: Michael Hartung, der damals bei der Deutschen Reichsbahn für die Weichenstellung der S-Bahnzüge am Stellwerk Friedrichstraße zuständig war, soll am 12. Juli 1983 durch das Freischalten einer Weiche allein dafür verantwortlich sein, dass in dieser Nacht ein mit 127 Personen besetzter S-Bahnzug ungehindert in den Westen durchfahren konnte. Landmann wittert die große Story und sucht Hartung auf, der mittlerweile Besitzer einer ziemlich heruntergekommenen Videothek in Ostberlin ist. Zunächst will Hartung nichts von ihm wissen, schon gar nicht davon, ein Held zu sein, denn in Wirklichkeit war in jener Nacht lediglich ein Bolzen beim Stellen der Weiche abgebrochen. Als Landmann ihn durch ein großzügiges Honorar für ein Interview lockt, beschließt Hartung mitzuspielen, doch bald nimmt die Geschichte vom Helden vom Bahnhof Friedrichstraße solche Ausmaße an, dass er sie nicht mehr steuern kann. Die Talkshows reißen sich um ihn, Buch und Film sind geplant und Hartung soll am Jahrestag des Mauerfalls eine Rede im deutschen Bundestag halten. Alles wächst ihm über den Kopf. Möglicherweise hätte er seinen Ruhm und den damit einhergehenden Geldfluss sogar genossen, wäre da nicht Paula, die ihn eines Tages anspricht und in die er sich umgehend verliebt. Paula war als Kind mit ihren Eltern in eben jener S-Bahn, die sie in den Westen brachte und somit ihr Leben veränderte. Hartung will sie nicht anlügen, doch für die Wahrheit scheint es längst zu spät…
Maxim Leo ist mit diesem humorvollen und satirischen Roman ein ganz wunderbares Buch über die deutsche Wiedervereinigung und die Vorurteile von Ossis und Wessis geschrieben. Was ist schon Geschichte? Hat nicht jeder ein eigenes Bild davon, was Geschichte (und Wahrheit) ist? Mit viel Humor und Sprachwitz widmet er sich fast schon philosophischen Themen, doch im Vordergrund steht immer der sympathische Michael Hartung, der niemals ein Held sein wollte und in diese Rolle hineingedrängt wurde. Das Buch hat mir kurzweilige und vergnügliche Lesestunden bereitet. 5 Sterne und absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.02.2022

Drei Kämpferinnen, Überlebende, Kriegerinnen

Das Mädchen mit dem Drachen
1

Die französische Lehrerin Léna will nach einem Schicksalsschlag eine Auszeit nehmen. Sie fliegt nach Indien in eine Gegend, die ihr Partner immer besuchen wollte, sich diesen Traum jedoch nie erfüllen ...

Die französische Lehrerin Léna will nach einem Schicksalsschlag eine Auszeit nehmen. Sie fliegt nach Indien in eine Gegend, die ihr Partner immer besuchen wollte, sich diesen Traum jedoch nie erfüllen konnte.
Als sie eines Morgens beinahe im Meer ertrinkt und nur dank des beherzten Eingreifens eines kleinen Mädchens gerettet wird, ändert sich alles. Sie sucht nach der Kleinen, um ihr zu danken. Dabei erfährt sie, dass sie von Frauen der sogenannten Roten Brigade gerettet wurde, einer Gruppe von Frauen, die durch die Straßen patrouillieren, um andere Frauen vor Vergewaltigungen und anderer Gewalt zu schützen. Léna erhält Einblick in ein Indien, das vom touristischen Indien Lichtjahre entfernt ist und beschließt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas zu verändern. Ihr schwebt eine Schule für Dalits, die sogenannten „Unberührbaren“, vor, eine Kaste, die nur niedrige Arbeiten verrichtet und der keinerlei Bildung zuteil wird. Zusammen mit der lokalen Anführerin der Roten Brigade, Preeti, beginnt sie den langen und mühsamen Weg durch die Instanzen, bis es ihr tatsächlich gelingt, mithilfe von Spenden eine Schule für die Ärmsten der Armen zu eröffnen.
Das Buch spricht viele Missstände an, die selbst im 21. Jahrhundert noch in Indien herrschen: Kinderarbeit, Zwangsehen, Massenvergewaltigungen, um nur ein paar zu nennen. Dennoch ist das Buch keine ganz und gar bedrückende Lektüre, denn es gibt auch Hoffnungsschimmer und Menschen, die sich von den jahrhundertealten Traditionen und Zwängen befreien möchten. Beim Lesen dieses Buchs wird einem klar, in welch privilegierter Welt wir hier im Westen leben und auf welch hohem Niveau hier gejammert wird! „Das Mädchen mit dem Drachen“ ist auf jeden Fall ein sehr berührendes Buch, das viele wichtige Themen anspricht und aufzeigt, dass auch Einzelne etwas bewegen können.

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Veröffentlicht am 11.02.2022

Ein Fall, der's in sich hat

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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Im dichten Schneegestöber wird in der Jachenau eine junge Frau vermisst. Sie war auf dem Heimweg zu ihren Eltern, um mit ihnen Geburtstag zu feiern, doch sie kommt nie zuhause an. Kurz darauf verschwinden ...

Im dichten Schneegestöber wird in der Jachenau eine junge Frau vermisst. Sie war auf dem Heimweg zu ihren Eltern, um mit ihnen Geburtstag zu feiern, doch sie kommt nie zuhause an. Kurz darauf verschwinden zwei weitere junge Menschen aus der Gegend.
Beinahe zeitgleich verschwinden aus einem Innsbrucker Studentenwohnheim zwei junge Frauen. Alles nur Zufall? Oder stecken dieselben Täter dahinter? Allerdings könnte in Innsbruck Fremdenfeindlichkeit das Motiv sein, denn eine der beiden Frauen stammt aus Syrien.
Es ist der zweite Fall der „Grenzfall“-Reihe von Anna Schneider, in denen auf der österreichischen Seite der 60jährige Bernhard Krammer gemeinsam mit Rosa Szabo vom LKA Tirol und auf der deutschen Seite die 32jährige Alexa Jahn mit ihrem Kollegen Huber ermitteln. Den ersten Band kannte ich nicht, trotzdem fiel es mir nicht schwer, in die Geschichte reinzukommen. Zu Beginn des Buches erhält der Leser einen kurzen Steckbrief der beiden Kommissare Jahn und Krammer sowie eine Landkarte der Gegend des Geschehens, was äußerst hilfreich ist.
Jahn und Krammer haben auch im ersten Fall (der im übrigen erst eine Woche zurückliegt) grenzüberschreitend miteinander gearbeitet. Bald stellt sich heraus, dass sie mehr als der Beruf verbindet.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Jahns und Krammers Perspektive erzählt, dazwischen erfährt man immer wieder Einzelheiten aus der Sicht der Opfer sowie kursiv geschriebene Gedanken, vermutlich des Täters. Anna Schneider erzählt in kurzen Kapiteln, ihr Schreibstil ist flüssig und spannend, man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen. Was der Leser ganz am Schluss über die Täter erfährt, ist sowohl perfide als auch äußerst gruslig, besonders da eine gewisse Gruppierung keineswegs der Fantasie der Autorin entspringt, sondern tatsächlich existiert. Ich werde diese Reihe mit Sicherheit weiterverfolgen und freue mich schon auf den angekündigten 3. Band!

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