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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2019

Was ist wirklich wichtig im Leben?

Nächte, in denen Sturm aufzieht
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Mike Dormer, erfolgreicher Investmentmanager in London, wird von seinem Schwiegervater in spe nach Australien geschickt, um im beschaulichen Küstenort Silver Bay die Gegebenheiten für ein Luxusresort auszuloten. ...

Mike Dormer, erfolgreicher Investmentmanager in London, wird von seinem Schwiegervater in spe nach Australien geschickt, um im beschaulichen Küstenort Silver Bay die Gegebenheiten für ein Luxusresort auszuloten. Was zunächst wie ein Job wie viele andere klingt, entwickelt sich für Mike ganz anders als geplant. Er verliebt sich in die wunderschöne Küste mit ihren Walen und Delfinen und fühlt sich im Kreise der Einheimischen, die ihn bald wie einen der ihren aufnehmen, so wohl wie nie zuvor. Als er erkennt, dass das geplante Resort für die Einheimischen der finanzielle Ruin wäre und außerdem große Schäden für die Umwelt mit sich bringen würde, ist die Planung bereits zu weit fortgeschritten, um sie noch zu stoppen. Seine neuen Freunde und Bekannten fühlen sich von ihm hintergangen, nachdem sie erfahren, weshalb sich Mike so für die Gegend interessiert. In dieser ohnehin schon schwierigen Situation hat Mike sich zu allem Überfluss verliebt. Er muss sich entscheiden: für seine Verlobte in London und eine steile Karriere in der Firma ihres Vaters oder für den Kampf gegen die Zerstörung der Natur und die eigenwillige Liza mit ihrer liebenswerten kleinen Tochter Hannah...
Die Geschichte ist nicht wirklich neu und wurde schon unzählige Male so oder ähnlich erzählt. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch bei weitem nicht so trivial wie es sich anhört. Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd von den Hauptpersonen erzählt. Dabei wachsen dem Leser die Personen mit ihren Geheimnissen und Eigenheiten sehr ans Herz. Gut gefallen hat mir, dass die Problematik rund um das Thema Naturschutz angesprochen wird: Schleppnetze, die im Ozean treiben und zur Todesfalle für unzählige Tiere werden, aber vor allem auch die Faszination, die von Buckelwalen und Delfinen ausgeht. Nicht zuletzt stellt sich auch die Frage, was wirklich wichtig ist im Leben. Das Ende des Buchs hält dann noch eine große Überraschung bereit. Ein Feelgood Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte!

Veröffentlicht am 06.02.2019

Kaleidoskop der Wahrheit

Das Echo der Wahrheit
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Der Multimillionär Joshua Fleischer hat nur noch kurze Zeit zu leben. Seit 40 Jahren trägt er eine schwere Last: er weiß nicht, ob er in Paris an einem Verbrechen beteiligt war, bei dem eine junge Frau ...

Der Multimillionär Joshua Fleischer hat nur noch kurze Zeit zu leben. Seit 40 Jahren trägt er eine schwere Last: er weiß nicht, ob er in Paris an einem Verbrechen beteiligt war, bei dem eine junge Frau verschwand. Seine Erinnerung ist nur bruchstückhaft vorhanden. Vor seinem Tod will er unbedingt Gewissheit, was in jener Nacht geschah. Dabei soll ihm der bekannte Psychiater James Cobb behilflich sein, indem er ihn in Hypnose versetzt. Nach anfänglichem Zögern lässt sich Cobb auf den Auftrag ein, doch lässt Fleischers Gesundheitszustand es nicht zu, abschließend zu klären, was damals tatsächlich geschah.
Nach dessen Tod beschließt Cobb, auf eigene Faust weiter zu ermitteln. Er sucht den Originalschauplatz des Verbrechens auf (sofern es sich denn um eines handelt) und trifft sich mit Personen aus Fleischers damaligem Freundes- und Bekanntenkreis. Jeder trägt ein Stückchen zur Wahrheitsfindung bei, wobei sich die einzelnen Teile der Wahrheit wie bei einem Kaleidoskop immer wieder neu anordnen. Dies ist sowohl verwirrend als auch faszinierend. Wer war Fleischer wirklich? Ein rücksichtsloser reicher Womanizer oder der Philanthrop als den Cobb ihn kennengelernt hat? Was ist mit Simone Duchamp, der verschwundenen jungen Frau passiert und weshalb haben Polizei und Simones Familie ihr Verschwinden nie versucht aufzuklären? Welche Rolle spielte Joshs damaliger Mitbewohner, Abraham Hale, in dem Ganzen?
Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut. Eugene Chirovici legt großen Wert auf die psychologischen Hintergründe. Nach eigenen Aussagen will er seinen Lesern keinen typischen „Whodunit“ Krimi präsentieren, bei dem man am Ende den Mörder kennt, sondern vor allem auch einen „Whydunit“, indem er erklärt, warum alles so gekommen ist. Ich habe den Roman sehr gern gelesen, manches, beispielsweise die Rolle und Person des Abraham Hale, fand ich aber bis zuletzt ziemlich verwirrend. Ein ungewöhnlicher und sprachlich virtuos erzählter Spannungsroman.

Veröffentlicht am 30.01.2019

Groschenroman

Die Frauen vom Löwenhof - Agnetas Erbe (Die Löwenhof-Saga 1)
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Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Es war ein Geschenk, gekauft hätte ich es mir sicher nicht, aber so wollte ich dem Hörbuch eine Chance geben. Leider fand ich es unglaublich trivial und die Sprecherin ...

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Es war ein Geschenk, gekauft hätte ich es mir sicher nicht, aber so wollte ich dem Hörbuch eine Chance geben. Leider fand ich es unglaublich trivial und die Sprecherin hat mich total genervt, wie sie in gekünstelter Stimme Sätze an den unmöglichsten Stellen betonte. Aber auch die Story war total vorhersehbar. Die Autorin scheint ihren Leser(inne)n nicht viel zuzutrauen, so oft werden manche Sachen wiederholt. Die begeisterten Rezensionen kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen!

Veröffentlicht am 30.01.2019

Verwirrspiel

Wer ist Michael Swann?
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Die Leseprobe weckt hohe Erwartungen. In der New Yorker Penn Station wurde ein Bombenanschlag verübt und alles deutet darauf hin, dass es sich bei dem Täter um Michael Swann, einen bisher unbescholtenen ...

Die Leseprobe weckt hohe Erwartungen. In der New Yorker Penn Station wurde ein Bombenanschlag verübt und alles deutet darauf hin, dass es sich bei dem Täter um Michael Swann, einen bisher unbescholtenen Bürger, handelt. Beweise gibt es zunächst keine außer einem verschwommenen Überwachungsvideo, trotzdem wird Michael über Rundfunk und Fernsehen gesucht. Seine Frau Julia ist panisch. Welche Motive sollte Michael gehabt haben, so etwas zu tun?
Laut Klappentext schickt Michael Julia eine SMS – eine völlig irreführende Information, denn eine solche SMS wird nie verschickt. Zu allem Überfluss verrät der kurze Klappentext viel zu viel vom Geschehen. Nach über 200 Seiten Lektüre weiß man immer noch nicht viel mehr als das, was der Klappentext bereits verraten hat.
Das Buch beginnt ausgesprochen spannend. Man fiebert mit Julia mit, die versucht, ihren Mann zu finden, doch da beginnen dann bereits die Ungereimtheiten. Obwohl nach dem Anschlag totales Chaos herrscht, bekommt Julia, die von ihrem Vorort im Auto unterwegs in die City ist, Geleit durch einen (gesperrten) Tunnel. Später, als sie zuhause Besuch von Beamten der Homeland Security bekommt, versucht sie zu fliehen und es gelingt ihr, obwohl den Beamten ihr Fluchtversuch keineswegs verborgen bleibt. Die Auflösung erhält man dann ganz zum Schluss, und diese ist so absurd, dass ich mich richtig geärgert habe, so viel Zeit auf dieses Buch verschwendet zu haben. Ein weiterer Minuspunkt ist die teilweise sehr holprige Übersetzung, die möglicherweise der Tatsache geschuldet ist, dass es sich bei dem von mir gelesenen Manuskript um eine unkorrigierte Version gehandelt haben mag. Alles in allem möchte ich dieses Buch trotz einiger spannender Kapitel niemandem empfehlen, der Wert auf eine einigermaßen realistische Story legt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Umsetzung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2019

Zum Wohl des Volkes

Der Patriot
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Pascal Engmann widmet sich in seinem ersten Roman einem äußerst aktuellen Thema. Wie die meisten europäischen Länder, hat auch Schweden eine Vielzahl an Flüchtlingen aufgenommen, was manchen in der Bevölkerung ...

Pascal Engmann widmet sich in seinem ersten Roman einem äußerst aktuellen Thema. Wie die meisten europäischen Länder, hat auch Schweden eine Vielzahl an Flüchtlingen aufgenommen, was manchen in der Bevölkerung ein Dorn im Auge ist, da die Einwanderer ihrer Meinung nach besser gestellt sind als sie selbst.
Carl, ein junger Mann, der sich selbst für ein Genie hält, es jedoch zu nichts gebracht hat und vom Geld seines Vaters lebt, will diese seiner Meinung nach schweigende Mehrheit rächen, indem er gemeinsam mit seinen Helfern Journalisten angreift und tötet, die ein für seine Begriffe viel zu positives Bild von der Flüchtlingssituation zeichnen. Er schmiedet den perfiden Plan eines Bombenanschlags auf ein Hotel, wobei er die Tat einem syrischen Einwanderer in die Schuhe schieben will. Dass dabei viele unbescholtene Schweden ums Leben kommen, stört ihn nicht, er verbucht die Toten als Kollateralschäden, als Opfer für eine gute Sache.
Zu Beginn des Buchs werden mehrere Handlungsstränge eingeführt, einer davon führt den Leser nach Chile, wo der Schwede August für einen skrupellosen russischen Verbrecher arbeitet. Er gerät selbst ins Visier des Russen, weshalb er aus Chile fliehen muss und nach zehn Jahren im Ausland nach Schweden zurückkehrt. Dort trifft er seine erste Liebe Amanda wieder, die inzwischen eine erfolgreiche Journalistin ist und ebenfalls auf der Todesliste der selbsternannten Patrioten steht. August und Amanda lassen ihre Beziehung wiederaufleben. Dass August während seiner Zeit als Söldner selbst Menschen getötet hat, scheint kein Thema zu sein oder Amanda nicht zu stören.
Die ersten zwei Drittel des Thrillers habe ich als sehr spannend empfunden, wobei mir die Szenen in Chile zu ausufernd und teilweise irrelevant für die Gesamthandlung erschienen.
Nach dem Bombenanschlag gelingt es Engmann leider nicht ganz, die Spannung zu halten. Der Showdown an Bord einer Fähre bildet ein furioses Finale, bei dem August sozusagen frühere Verbrechen sühnt, indem er viele Menschenleben rettet. Vom Mörder zum Märtyrer, das war mir dann doch ein bisschen zuviel.
Engmann geht in seinem Debütroman viel auf die Motive des „Patrioten“ und dessen Ansichten ein. Einerseits fand ich diese Erklärung seiner Weltsicht und verqueren Logik durchaus interessant, andererseits nahm es mir doch ein wenig zu viel Raum ein. Alles in allem ein Buch, das ich durchaus empfehlen kann, dem 50 Seiten weniger jedoch gut getan hätten.