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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2019

Eine schicksalhafte Begegnung

Das geheime Glück
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Emily und Robbie sind ein glückliches Paar, das seit vielen Jahrzehnten zusammen ist. Sie leben an der malerischen Küste von Maine, die beiden Söhne Adam und William sind erwachsen und haben selbst Familie. ...

Emily und Robbie sind ein glückliches Paar, das seit vielen Jahrzehnten zusammen ist. Sie leben an der malerischen Küste von Maine, die beiden Söhne Adam und William sind erwachsen und haben selbst Familie. Alles könnte bestens sein, gäbe es nicht diese heimtückische Krankheit, die Robbie mehr fürchtet als den Tod...
Das Buch besteht aus fünf Teilen. Die Geschichte beginnt im Jahr 2016. Wir erleben Emily und Robbie als alte Menschen, die auf ein glückliches Leben zurückblicken, doch es gibt ein dunkles Geheimnis, das sie hüten müssen, koste es, was es wolle.
In den folgenden Abschnitten gehen wir immer weiter zurück in der Zeit, bis wir schließlich im Jahr 1962 angelangt sind, dem Jahr, in dem alles begann.
Die einzelnen Abschnitte enden immer mit einem „Cliffhanger“: man will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Warum haben sich die Personen so entschieden und nicht anders? Was ist in der Vergangenheit geschehen? Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Zusätzlich zu der aufgebauten Spannung ist es sehr einfühlsam erzählt. Ich habe mit den Protagonisten gehofft und gebangt und die Geschichte hat mich bis zur letzten Seite gefesselt. Ein wirklich schöner Roman, gefühlvoll, aber nicht kitschig.

Veröffentlicht am 02.01.2019

Gelungener Debütroman

Doggerland. Fehltritt (Ein Doggerland-Krimi 1)
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Schauplatz dieses gelungenen Debütromans ist Doggerland, eine fiktive Inselgruppe zwischen Großbritannien und Norwegen.
Das Buch beginnt mit dem im Titel erwähnten Fehltritt: die Kommissarin Karen Eiken ...

Schauplatz dieses gelungenen Debütromans ist Doggerland, eine fiktive Inselgruppe zwischen Großbritannien und Norwegen.
Das Buch beginnt mit dem im Titel erwähnten Fehltritt: die Kommissarin Karen Eiken Hornby erwacht nach Oistra, dem größten Fest der Insel, bei dem Unmengen an Alkohol fließen, neben einem arroganten Schnösel, der zu allem Überfluss ihr Chef ist. Sie würde sich am liebsten vor Scham und Reue in einem Loch verkriechen, doch dann wird ein Mord entdeckt. Dabei Bei der Toten handelt es sich ausgerechnet um die Ex-Frau des besagten Chefs.
Karen wird als leitende Ermittlerin in dem Fall eingesetzt. Natürlich zählt auch der Ex-Ehemann zum Kreis der Verdächtigen. Die Spurenlage ist dünn, der Kreis der Verdächtigen groß, denn die tote Susanne war äußerst unbeliebt. Als sich herausstellt, dass Susanne als Kind mit ihren Eltern in einer Hippie-Kommune auf der Insel lebte, ermittelt Karen zur Belustigung ihrer Kollegen auch in diese Richtung.
Einer der Verdächtigen ist ein junger Mann, auf dessen Konto mehrere Einbrüche auf der Insel gehen. Er verwickelt sich bei den Vernehmungen in Widersprüche und die Staatsanwaltschaft ist sicher, in ihm den Täter gefunden zu haben. Nur Karen ist nicht überzeugt und ermittelt klammheimlich weiter. Ihr ist nicht klar, dass sie sich damit selbst in Gefahr bringt...
„Doggerland“ ist mit seinen 500 Seiten ein dicker Schmöker, dessen Lektüre mir jedoch von der ersten bis zur letzten Seite Spaß gemacht hat. Man erfährt viel über Doggerland – schade, dass es nicht existiert, hört sich nach einem schönen Urlaubsziel an – und über Karen und ihr Umfeld. Das Buch ist sowohl spannend als auch kurzweilig und amüsant. Ich freue mich schon auf die hoffentlich geplanten weiteren Doggerland-Krimis!

Veröffentlicht am 29.12.2018

Einer der besten Krimis des Jahres

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Theo Reifenrath, der in der Vergangenheit mit seiner Frau in einem beschaulichen Örtchen im Taunus ein Kinderheim geführt hat, wird tot in seiner Küche aufgefunden. Da er Kopfverletzungen aufweist, kann ...

Theo Reifenrath, der in der Vergangenheit mit seiner Frau in einem beschaulichen Örtchen im Taunus ein Kinderheim geführt hat, wird tot in seiner Küche aufgefunden. Da er Kopfverletzungen aufweist, kann ein Verbrechen nicht ausgeschlossen werden und die Kripo Hofheim wird hinzugezogen. Bald wird Reifenraths Hund halb verhungert in einem abgeschlossenen Zwinger entdeckt und eine aufmerksame Nachbarin weist die Beamten darauf hin, dass es sich bei den im Zwinger gefundenen Knochen um Menschenknochen handelt. Daraufhin wird das Grundstück untersucht und es kommen insgesamt drei Leichen zum Vorschein. War der alte Reifenrath ein Massenmörder?
Im Zuge ihrer Untersuchungen befragen Pia Sander und Oliver von Bodenstein die früheren Pflegekinder der Reifenraths. Dabei erfahren sie, dass Reifenraths Ehefrau, die – wie sich nun herausstellt – die Kinder physisch und psychisch misshandelt hat, vor Jahren unter ungeklärten Umständen verschwunden ist. Hat sie wirklich Selbstmord begangen, wie damals behauptet wurde, oder wurde auch sie umgebracht? Um die Ehe der Reifenraths stand es nicht zum Besten, doch auch einige der Pflegekinder hätten jeden Grund gehabt, sie zu hassen.
Bei der näheren Untersuchung der auf dem Grundstück gefundenen Leichen ergeben sich Parallelen zu anderen ungeklärten Mordfällen. Der oder die Täter gingen immer nach demselben modus operandi vor, unter anderem wurden die Frauen ertränkt.
In einem zweiten Handlungsstrang erlebt die junge Schweizerin Fiona Fischer einen Schock, als sie nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass diese gar nicht ihre leibliche Mutter war. Sie begibt sich auf die Suche nach der Frau, die sie direkt nach ihrer Geburt in fremde Hände gegeben hat. Dabei führt sie die Spur nach Deutschland.
Der dritte Handlungsstrang befasst sich schließlich mit dem Mörder, seinen Gedanken und Beweggründen. Als die Polizei ihm schließlich auf die Schliche kommt, hat er noch zwei Frauen in seiner Gewalt. Ein Rennen um Leben und Tod beginnt...

Mit dem neunten Fall um die Ermittler Pia Sander und Oliver von Bodenstein ist Nele Neuhaus ein wirklich spannender Krimi gelungen. Nachdem ich vom letzten Buch, „Im Wald“ nicht so begeistert war, kann ich diesen Band uneingeschränkt empfehlen!

Veröffentlicht am 28.12.2018

Eine Liebe in schwierigen Zeiten

Der englische Liebhaber
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„Der englische Liebhaber“ spielt in Münster kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs. Die junge Anna findet einen Job als Dolmetscherin bei der englischen Besatzungsmacht. Dabei lernt sie den britischen Offizier ...

„Der englische Liebhaber“ spielt in Münster kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs. Die junge Anna findet einen Job als Dolmetscherin bei der englischen Besatzungsmacht. Dabei lernt sie den britischen Offizier Jeremy kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Ihre Zuneigung zueinander müssen sie verbergen, denn eine Liaison zwischen einer Deutschen und einem Engländer wird auf keiner der beiden Seiten gern gesehen. Anna wird schwanger, doch Jeremy, der ohnehin in England Frau und Kind hat, ist plötzlich verschwunden und Anna muss ihr Kind alleine großziehen. Die Tochter Charlotte leidet darunter, vaterlos aufzuwachsen und wird in der Schule gehänselt. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist nie gut.
Erst als die Mutter stirbt, entdeckt sie in deren Wohnung alte Aufzeichnungen und Briefe, aus denen sie das Leben der Mutter rekonstruiert und mehr Verständnis für sie aufbringt.
Was ich an dem Buch interessant fand, war die Beschreibung der Nachkriegszeit. Deutschland war zu dieser Zeit bitter arm, kaum vorstellbar in diesen Zeiten des Überflusses. Was mir allerdings gar nicht gefallen hat, war das Fehlen jeglicher Emotionen. Wenn Anna und Jeremy beieinander sind, erfährt man mehr über die Witterungsverhältnisse als über ihre Gefühle. Insofern hat mich dieses Buch nicht erreicht und ich habe es enttäuscht weggelegt.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Spannend bis zum Schluss

Flucht in die Schären
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Nachdem ich den letzten Band aus der Viveca Sten Reihe um die Juristin Nora Linde und Kriminalkommissar Thomas Andreasson als ziemlich zäh und langweilig empfunden habe, ist der vorliegende neunte Band ...

Nachdem ich den letzten Band aus der Viveca Sten Reihe um die Juristin Nora Linde und Kriminalkommissar Thomas Andreasson als ziemlich zäh und langweilig empfunden habe, ist der vorliegende neunte Band für mich einer der besten der Reihe.
Es werden drei verschiedene Handlungsstränge vorgestellt. Da sind zum einen natürlich Nora Linde und Thomas Andreasson und ihre privaten und beruflichen Probleme. Dann erfahren wir von Mina Kovac, einer Schwedin, die mit einem gewalttätigen Einwanderer aus Bosnien verheiratet ist. Der dritte Erzählstrang bezieht sich auf die Vergangenheit von Minas Ehemann Andreis, der als kleines Kind zusammen mit seinen Eltern vor dem Krieg auf dem Balkan floh und dabei Schreckliches mit ansehen musste.
Nach und nach verflechten sich die Erzählstränge, wobei Viveca Sten immer an den spannendsten Stellen abbricht und die anderen Geschichten weitererzählt. So bleibt der Roman spannend bis zum Schluss.
Ich habe dieses Buch wirklich sehr gern gelesen, das Einzige, was mich gegen Ende sehr genervt hat, waren die Alleingänge von Mina, die damit nicht nur sich und ihren Sohn, sondern auch ihre Umwelt in Gefahr bringt.