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Rebekka

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2025

Leider keine Agatha Christie

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Das ist mal ein Setting: Eine mit einer Erpressung verbundene Einladung zu einer Party, eine Versteigerung mit äußerst dubiosen Bietern, ein heulender Schneesturm, eine heruntergelassene Zugbrücke, die ...

Das ist mal ein Setting: Eine mit einer Erpressung verbundene Einladung zu einer Party, eine Versteigerung mit äußerst dubiosen Bietern, ein heulender Schneesturm, eine heruntergelassene Zugbrücke, die jede Flucht verhindert und dann natürlich eine Leiche im Zimmer der Diva – es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn diese Mixtur nicht einen herrlich altmodischen, verschrobenen Krimi ergeben würde. Genau die Lektüre, die ich liebe. Dachte ich wenigstens.

Aber ich hatte mich geirrt. Und das aus mehreren Gründen.

1. Die Protagonisten waren mir durch die Bank weg wenig sympathisch oder auch nur bemerkenswert - weder die abweisende, dauerrauchende Mimi noch ihre betrogene, unentschlossene Enkelin Addie oder die Gastgeber und Gäste der Party. Keine/r von ihnen hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das ließe sich ja noch verkraften, aber dann,

2. ging mir die Autorin schon nach kurzer Zeit mit ihren ständigen, gerne auch auf Englisch und in Kursivschrift gehaltenen, Hinweisen auf Filme und Computerspiele auf die Nerven. Sie tat das so gewollt beiläufig, als müsse jeder Leser, jede Leserin wissen, worum es sich handelt. Ich kannte weder die einen noch die anderen und ärgerte mich.

3. sind die beiden Hobby-Detektivinnen weit davon entfernt, den Spürsinn von Miss Marple oder dem vielzitierten Hercule Poirot zu beweisen. Auch der Vergleich von Kelly Mullen mit Agatha Christie hinkt. Wo die große alte Dame des englischen Krimis ihre Hinweise so dezent anbringt, dass nur Hercule Poirot oder Miss Marple sie entdecken und der Leser/die Leserin zum Schluß verzweifelt feststellt: „Das hätte ich auch bemerken müssen“, verteilt Kelly Mullen Indizien wie die bunten Papierchen bei der Konfetti-Parade in New York – und die beiden Detektivinnen raffen nichts oder doch viel zu spät. Mehr will ich nicht schreiben, um nicht zu spoilern.

Positiv sind mir das sehr schöne Cover und der gut lesbare, flüssige Schreibstil aufgefallen. Für einen nebligen Winterabend ist das wahrscheinlich zur Unterhaltung ausreichend. Deshalb vergebe ich drei Sterne.

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Veröffentlicht am 22.07.2024

Super Abenteuergeschichte für junge Leser

Baskerville Hall - Das geheimnisvolle Internat der besonderen Talente
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Ich bin zwar weit über das empfohlene Lesealter von 10 Jahren hinaus, lese aber trotzdem gern gut geschriebene, spannende Kinder- und Jugendbücher. Dieser erste Teil einer Serie über die fiktive Jugend ...

Ich bin zwar weit über das empfohlene Lesealter von 10 Jahren hinaus, lese aber trotzdem gern gut geschriebene, spannende Kinder- und Jugendbücher. Dieser erste Teil einer Serie über die fiktive Jugend des Sherlock-Holmes-Autors Arthur Conan Doyle gehört eindeutig dazu. Nicht nur, weil er sich flüssig liest und mit viel Humor punktet. Es ist das Setting, das mit Sicherheit das Herz junger Leserinnen und Leser höher schlagen lässt: Ein geheimnisvolles Internat „für besondere Talente“ (was immer das auch sein mag) skurrile Lehrkräfte mit bizarren, wissenschaftlichen Vorlieben, ein angsteinflößender Geheimbund und ein mysteriöser "Grüner Ritter" – dieses Buch wollen Zehn-, Elf- und Zwölfjährige bestimmt so schnell nicht wieder aus der Hand legen.

Natürlich ist das alles nicht neu, und der Gedanke an Hogwarts drängt sich geradezu auf. Auch Arthur findet – genau wie Harry Potter - sehr schnell clevere Freunde und mindestens einen üblen Widersacher unter den Mitschülern, stößt auf einen geheimnisvollen Feind und bekommt es mit nicht immer wohlgesonnenen Lehrkräften zu tun. Aber warum auch nicht? Kinder lieben solche Szenarien. Und das schön gestaltete Titelbild gefällt ihnen wahrscheinlich auch.


Witzig fand ich die Idee von Ali Standish, den handelnden Personen die Namen zu geben, die man aus seinen Werken kennt: Dr. Watson, George Edward Challenger (aus „Die vergessene Welt“) James Moriarty, Mrs. Hudson und Irene Adler, die hier unter ihrem englischen Namen Irene Eagle auftritt. Die jungen Leserinnen und Leser werden damit vielleicht noch nicht anfangen können. Vielleicht haben sie aber später, wenn sie die Sherlock-Holmes-Romane und -Geschichten lesen, das eine oder andere Aha-Erlebnis.

Im Nachwort gibt die Autorin nicht nur einen interessanten Einblick in das Leben des echten Arthur Conan Doyle, sondern weist auch darauf hin, dass er tatsächlich einen Mitschüler namens Moriarty hatte. Muss ein übler Bursche gewesen sein, wenn man bedenkt, dass der Autor in den Holmes-Geschichten einen Verbrecher aus ihm macht!

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Nicht überzeugt

Toskanisches Verhängnis
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„Offenbar ein Cosy-Krimi, den man mit Vergnügen liest“ dachte ich nach der Leseprobe dieses Buches. Selten habe ich mich so geirrt. Schon auf Seite 50 hatte ich genug von der Geschichte. Es traten verwirrend ...

„Offenbar ein Cosy-Krimi, den man mit Vergnügen liest“ dachte ich nach der Leseprobe dieses Buches. Selten habe ich mich so geirrt. Schon auf Seite 50 hatte ich genug von der Geschichte. Es traten verwirrend viele Akteure auf, von denen die Autorin offenbar annahm, man müsste sie und ihre Beziehungen untereinander kennen, denn sie gab dazu keinerlei Erklärung ab. Dummerweise hatte der Verlag auch noch das Personenverzeichnis, das geholfen hätte zu verstehen, wer mit wem verwandt, bekannt oder beruflich verbunden ist, ans Ende des Buches gestellt. Da ich einen Roman von vorn bis hinten lese, entdeckte ich es erst, als ich am Schluß angelangt war. Sehr frustrierend.

Auch der Kriminalfall hat mich nicht überzeugt. Eine Villenbesitzerin wird ermordet und niemand trauert um sie. Ihre Verwandten und sie selbst sind äußerst unsympathisch, die Ermittlungen ziehen sich in die Länge und die privaten Geschichten der handelnden Personen nehmen für meinen Geschmack einen viel zu breiten Raum ein.

Kein Buch, das ich weiterempfehlen würde.