Was für ein packendes Finale im 4. und leider letzten Band der Reihe
Herbstweiden in ArrowwoodPassend zum herannahenden Herbst ist auch in Arrowwood der Sommer vorbei. Cowboy Poet Clayton Perry hat bei dem Brand aus „Sommerpfade in Arrowwood“ seine Stimme verloren. Der Rauch hat seine Stimmbänder ...
Passend zum herannahenden Herbst ist auch in Arrowwood der Sommer vorbei. Cowboy Poet Clayton Perry hat bei dem Brand aus „Sommerpfade in Arrowwood“ seine Stimme verloren. Der Rauch hat seine Stimmbänder gereizt und was ist ein Poet ohne Stimme? Da taucht ein Geist aus der Vergangenheit auf und droht seine kriminelle Vorgeschichte zu enthüllen.
Mir gefällt so gut an dieser Reihe, dass die Bewohner von Arrowwood und die des Nakoda Pine Reservats einen Weg gefunden haben, friedlich miteinander zu leben, auch wenn es natürlich gerade bei den heißblütigen Jungspunden immer mal zu Reibereien kommen kann. Auch bei vielen älteren Cree wurde nicht vergessen, wie ihnen jahrzehntelang ihr indigenes Erbe ausgetrieben wurde und sie gezwungen wurden, in Reservaten zu leben und ihnen ihre Kinder weggenommen und „umerzogen“ wurden. Insbesondere viele junge Cree sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und gefährdet in Alkoholismus und Kriminalität abzurutschen.
Die junge Kateri Tailwind soll den jungen Mädchen als Vorbild und Mentorin zeigen, was es heißt, die Lehren der Ältesten zu achten und mit der Natur in Einklang zu leben. Allerdings zweifelt Kateri immer mehr daran, dass dies wirklich ihre Berufung ist. Zu gerne würde sie sich mehr mit der Kunst der Heilkräuter beschäftigen, aber zu groß sind die Erwartungen des Rates der Ältesten, die auf ihren Schultern lasten. Darf sie ihre eigenen Interessen über die des Stammes setzen oder lässt sich beides womöglich vereinbaren?
Ich habe Kateri und Clayton sehr gerne auf ihren Wegen begleitet. Wie sie sich selbst in schier ausweglose Situationen gebracht und dann doch ihren Weg gefunden haben. Manchmal muss man Hilfe auch annehmen können. Und was für wunderschöne Worte die Autorin für die Liebe findet. Jemanden zu finden, der mit einem wächst, der nicht versucht seinen eigenen Willen durchzusetzen und für dich entscheidet, sondern gemeinsam mit dir geht. Wünschen wir uns das nicht alle?
Wie immer ist Granny ein Highlight dieser Serie. Die ehemalige Chefin des Gnadenhofes ist trotz fortschreitender Demenz immer ein Lichtblick und hat sehr gute Instinkte. Der ihr im Alter zu Seite stehende Tom ist eine Seele von Mensch und dass sich diese Beiden, die so lange getrennt waren, wiedergefunden haben und ihre Liebe leben dürfen, berührt mich sehr. Daher ist es mehr als passend, dass ihnen die Schlussszene gebührt. Der Jahreszeitenkreis schließt sich und damit endet leider auch meine Zeit auf der Sleeping Lake Ranch mit all den liebgewonnenen Charakteren.
Sie alle sind mir ans Herz gewachsen: Trickreiterin Nicky aus „Winterspuren in Arrowwood“, die inzwischen die Sleeping Ranch führt und sich in Blake, das schwarze Schaf der Cree verliebt.
Silberschmiedin Emily mit ihrem Wolfshund Grizz, die in „Frühlingswege in Arrowwood“ lernen muss, dass Liebe manchmal loszulassen bedeutet.
Und auch Lainey und Rabbit aus „Sommerpfade in Arrowwood“ haben sich großartig entwickelt und ihren Weg gefunden.
Sie alle habe ich gerne ein Stück ihres Weges begleitet, mit ihnen gelacht und gezweifelt und sie sind nicht mehr länger nur Protagonisten in Büchern, sondern wurden durch die Macht der Worte lebendig und unvergesslich. Ich werde euch vermissen.
Bevor es jetzt zu rührselig wird, wische ich mir die Tränen aus den Augenwinkeln, vergebe 5 Sterne für die gesamte Reihe und freue mich, wenn noch viele Andere ebenfalls auf den Geschmack gekommen sind und sich genau wie ich in Arrowwood und Umgebung wohlfühlen.