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Redrose

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2024

Von Elchen und Ameisen und ganz viel Lillaström

Verliebt mit Waldbeertee
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Es ist Herbst in Schweden, die dritte Staffel um das bezaubernde Dörfchen Lillaström mit all seinen liebenswerten Bewohnern wird eröffnet von Jane Hell. Es gibt natürlich keine Fischbrötchen, dafür aber ...

Es ist Herbst in Schweden, die dritte Staffel um das bezaubernde Dörfchen Lillaström mit all seinen liebenswerten Bewohnern wird eröffnet von Jane Hell. Es gibt natürlich keine Fischbrötchen, dafür aber leckere Zimtschnecken (Kanelbullar) und köstlichen Waldbeertee.

Ich habe mich sehr gefreut endlich wieder in Lilaström zu sein und fühle mich sofort wieder wohl. Wirklich spannend, wie es 5 unterschiedlichen Autorinnen immer wieder gelingt, diesen unnachahmlichen Zauber von Lillaström so zu transportieren, dass die Charaktere authentisch bleiben, durch die gesamte Reihe hindurch.

Ich muss kichern beim Gedanken an Bürgermeister Lasse, der alle für seine skurrilen Einfälle einspannen möchte. Bei Ebba hat er meist leichtes Spiel. Sie verwaltet die Bücherei und führt das Bürgeramt und ist nach Lasses Meinung auch seine Sekretärin 😉.

Naturfilmer Henrik möchte einen Film über Elche drehen und wird prompt von Lasse dazu verdonnert, einen Imagefilm über Lillaström zu drehen. Dabei helfen soll Henrik ausgerechnet Ebba, die Henrik von einer gemeinsamen Nacht in Malmö noch in guter Erinnerung hat.

Jede Menge Missverständnisse, gehütete Geheimnisse, die ans Licht drängen sowie brünftige Elche machen „Verliebt mit Waldbeertee“ zu einer bezaubernden Liebesgeschichte, die ich in einem Rutsch durchlesen musste.

Ein gelungener Auftakt zur dritten Staffel, der Lust macht auf die nächsten 4 Bände.

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Wunderschöne Bilder, ein prächtiger Farbenrausch

KUNTH Bildband Sehnsucht Mittelmeer
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Wenn bei uns langsam schon wieder die Tage kürzer werden, es beim Aufstehen noch dunkel ist und die Nächte kühler werden, dann packt mich die Sehnsucht, den Sommer zu verlängern.

Mit dem fantastischen ...

Wenn bei uns langsam schon wieder die Tage kürzer werden, es beim Aufstehen noch dunkel ist und die Nächte kühler werden, dann packt mich die Sehnsucht, den Sommer zu verlängern.

Mit dem fantastischen Bildband von Kunth bekomme ich jede Menge Anregungen, wo ich das französische savoir vivre, die italienische Lebensfreude oder die griechische Kultur genießen kann.

Ich entdecke viele schöne Orte, teilweise bereits bereist, aber aus neuen Blickwinkeln.

„Dem Lockruf des Südens erliegen die Deutschen nun schon seit mehr 200 Jahren. Seit Goethe wollen sie die Länder kennenlernen, in denen die Zitronen blühen und im dunklen Laub die Goldorangen glühen.“

Das kulinarische Paradies Marokko, der Nationalpark Gouraya, die rosaroten Salzlagunen Spaniens, schöne Strände auf Formentera, die wilden Pferde der Camargue oder die fjordähnlichen Buchten der Calanques, das Mittelmeer hat mehr zu bieten als nur den Teutonengrill.

Das milde Klima in Menton, der Stadt der Zitronen, Tropea, das Dorf der Dörfer, die vielen Inseln wie Korsika, Sardinien, Kreta oder auch die Liparischen Inseln, hier möchte ich sein und den Duft einatmen, nach Sonne, Pinienwäldern, Olivenhainen und Gewürzen.

Ich trinke einen Minztee in Sidi Bou Said, schlendere durch Klein-Venedig oder wandere entlang der spektakulären Klippen von Dugi Otok. Es gibt Schluchten zu entdecken, Castelli oder die weißen Häuser von Santorin. Ich verliere mich in einem Rausch von Farben, dem Rosa der Flamingos, den bunten Häusern der Cinque Terre, die leuchtenden Mosaiken der Hagia Sophia und die türkisfarbenen Meeresgrotten Rosh Hanikra.

Ob zum Auffrischen schöner Reiseerinnerungen, Ideenratgeber für kommende Reisen oder einfach nur um den grauen Alltag zu verschönern, den Bildband Sehnsucht Mittelmeer kann ich wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Düstere Familiengeheimnisse

I'll look for you, Everywhere
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Im Vordergrund stehen die Familien von Magdalen und Theo, welche in der idyllischen Stadt Chivasso aufgewachsen sind. Theos jüngere Schwester ist die beste Freundin von Magdalen und Magdalens Bruder der ...

Im Vordergrund stehen die Familien von Magdalen und Theo, welche in der idyllischen Stadt Chivasso aufgewachsen sind. Theos jüngere Schwester ist die beste Freundin von Magdalen und Magdalens Bruder der beste Freund von Theo.

Warum Magdalen und Theo deswegen nicht zusammen sein können, es also als „forbidden love“ bezeichnet wird, habe ich nicht verstanden, sie sind ja keine Geschwister, auch wenn die Familien sehr viel Zeit miteinander verbracht haben und die Kinder alle gemeinsam aufgewachsen sind. Die Väter der beiden arbeiten beide im Museum der Stadt, aber während Magdalens Vater ein liebevoller, warmherziger Mensch ist, ist Theos Vater ein Machtmensch, der insbesondere mit seinem Sohn häufig aneinandergerät.

Nachdem Theo vor 7 Jahren die Stadt verlassen hat und seither in den USA studiert, treffen sich alle anlässlich einer Hochzeit wieder in Chivasso.

Sofort ist die Anziehung zwischen Theo und Magdalen zu spüren. Es beginnt ein Tanz der Annäherung und Distanzierung und ich beobachte fasziniert das Balzverhalten der beiden 😉.

In beiden Familien gibt es jede Menge düstere Geheimnisse und nach und nach gerät die heile Familienidylle ins Wanken.

Theo hat es mir nicht leicht gemacht, ihn zu mögen. Sehr intelligent, attraktiv, groß, ein Überflieger in der Schule, aber Frauen sind für ihn nur Mittel zum Zweck, er bricht ihre Herzen und will sich nicht binden. Trotzdem wird er umschwärmt, wie das Licht von Motten. Sympathischer wird er mir, als ich entdecke, dass Magdalen seine Achillesferse ist und er sich um sie kümmert, als sie Hilfe braucht.

Mir hat gefallen, dass schrittweise die Geschehnisse der Vergangenheit aufgedeckt werden und die Gegenwart beeinflussen. Wie die Protagonisten damit umgehen und mich überraschen.

Die vielen expliziten Szenen hätte es für mich nicht gebraucht, aber das ist natürlich Geschmacksache und fließt deswegen nicht in die Bewertung ein.

Leider hat mich das Schicksal der Protagonisten trotz der ganzen Tragik nicht wirklich berührt, die besten Lovestorys sind die, bei denen auch die Augen feucht werden 😉.

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Veröffentlicht am 01.09.2024

Ungewöhnlich, erschreckend, berührend

Das giftige Glück
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Schon das Cover knallt ins Auge: die pinkfarbene Schrift auf dem friedlichen Grün, welches so harmlos nicht ist. Ausgerechnet der schmackhafte Bärlauch ist von giftigen Sporen befallen und seither tödlich. ...

Schon das Cover knallt ins Auge: die pinkfarbene Schrift auf dem friedlichen Grün, welches so harmlos nicht ist. Ausgerechnet der schmackhafte Bärlauch ist von giftigen Sporen befallen und seither tödlich. Der Verzehr beschert den Konsumenten zuvor aber einen Glücksrausch, Grund genug für viele Todessehnsüchtige, sich in den Wäldern von Wien auf die Suche zu begeben.

Die Protagonisten sind Menschen, bei denen ich mir nicht auf Anhieb vorstellen konnte, dass ich sie sympathisch finde: Jasse, die freche Dreizehnjährige, die ihrem Erzieher entgleitet, Olga, die Todkranke, die Marihuana zu medizinischen Zwecken konsumiert und ihre Freundin Kiki, die schon im Gefängnis saß. Sie alle sehen im „Vienna Weed“, wie der kontaminierte Bärlauch inzwischen genannt wird, eine Chance.

Die Sprache der Autorin ist wuchtig, manchmal etwas derb, aber passend zur Situation und den Protagonisten und langsam passiert das Unglaubliche, ich mag sie. Mit all ihren Fehlern und Schwächen. Ich bin fasziniert von der Entwicklung, sehe die Chancen und Gefahren, denn natürlich gibt es immer wieder Menschen, die auch die schlimmsten Unglücke für ihre persönlichen Zwecke ausnutzen. Schnell mal einen unliebsamen Nachbarn, Kollegen, Familienmitglied um die Ecke bringen? So leicht kommt man nie wieder an ein Gift. Und wie reagiert die Regierung?

Das giftige Glück ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, ein Krimi, der mich packt und nicht mehr loslässt. Die Geschichte ist nicht vorhersehbar, sondern überrascht mich immer wieder aufs Neue und ich denke darüber nach, wie ich selbst in dieser Situation reagieren würde, wenn ich in der Haut der Protagonisten stecken würde.

Sehr gerne empfehle ich diesen Krimi weiter, der aufwühlt und noch nachhallt.

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Veröffentlicht am 29.08.2024

Eine mutige Schottin in England

Sturmjahre
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Teil 4 der bewegenden Reihe um die außergewöhnliche Familie Dennon in Schottland nach dem 1. Weltkrieg.

Ich finde es spannend zu erleben, wie sich die einzelnen Geschwister behaupten. Bonnie, die als ...

Teil 4 der bewegenden Reihe um die außergewöhnliche Familie Dennon in Schottland nach dem 1. Weltkrieg.

Ich finde es spannend zu erleben, wie sich die einzelnen Geschwister behaupten. Bonnie, die als Krankenschwester in Teil 1 verwundete Soldaten versorgt und dabei die Liebe findet. Archie, der Älteste, der im Krieg einen Arm verloren hat und in Teil 2 eine Allianz mit den Edinburgh Lads eingeht. Keillan, der vernünftige Bruder, der sich in Teil 3 ausgerechnet in die Tochter des Edinburgher Unterweltbosses verliebt. Sie alle haben mir ein Bild der damaligen Zeit vermittelt und ich bewundere besonders die starken Frauen, die sich ohne Männer durchschlagen mussten.

Ich habe mittlerweile das Gefühl, die Dennons schon sehr gut zu kennen, so authentisch hat mir die Autorin die einzelnen Geschichten erzählt.

Mairead, die Mutter der Dennon-Geschwister hat ihre Kinder gut erzogen. Von ihr stammt auch der Spruch „Wir sind nicht arm, wir haben nur kein Geld.“

Teil 4 ist der Whiskey-Prinzessin gewidmet. Blaire, die in Kriegszeiten eine Whiskey-Destillerie aufgebaut hat und gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Archie ihr Geld mit dem Alkoholschmuggel verdient. In einem englischen Herrenhaus soll Blaire einen ganz besonderen Gin kreieren.

Ich bin fasziniert, wie sich diese ungezähmte Wildblume in einem Garten voller englischer Rosen durchsetzt. Meine Lieblingsnebenfigur ist Edmund, der steife Butler, der aber ein Herz aus Gold hat. „Der Ruf des Glücks“ vermittelt mir ein wenig Downton Abbey Gefühl, die unterschiedlichen Ebenen in einem Herrenhaus mit den adeligen Bewohnern oben und den Dienstboten unten, aber zeigt auch die bedingungslose Loyalität der Bediensteten zu ihrer Herrschaft.

Es hat Spaß gemacht mitzuerleben, wie Blaire aus dem spröden Viscount Rochester den abenteuerlustigen Henry hervorlockt und wie sie das Leben der gesamten Schlossbewohner positiv beeinflusst, inklusive dem des „Schlossgespenstes“ 😉

Wieder einmal hat mich Lia Scott mitgenommen nach Schottland und gezeigt, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt, auch wenn manches wirklich Mut erfordert. Ich habe gelacht und geweint und viel zu schnell schon waren die über 500 Seiten ausgelesen.

Sehr gerne empfehle ich die gesamte Sturmjahre-Reihe weiter.

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