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Veröffentlicht am 20.02.2019

Das Hörbuch ist eine sehr gelungene Mischung aus Krimi, Unterhaltung und ein kleines bißchen Liebe.

Tod in Weimar
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Dominique Horwitz kannte ich bisher nur als Schauspieler. Nun schreibt er auch Krimis. Ich war gespannt, ob er genauso gut schreiben wie schauspielern kann.
Nach 8 Stunden und 16 Minuten kann ich nur ...

Dominique Horwitz kannte ich bisher nur als Schauspieler. Nun schreibt er auch Krimis. Ich war gespannt, ob er genauso gut schreiben wie schauspielern kann.
Nach 8 Stunden und 16 Minuten kann ich nur sagen: das Hörbuch macht Spaß.

Selten habe ich einen so unterhaltsamen und witzigen Krimi gehört. Es fließt kaum Blut, es wird nicht geschossen, aber es gibt mehrere Tote. Alte Menschen, die in der Villa Gründgens lebten und ganz plötzlich sterben. Sie sterben aber nicht nach langer Krankheit, sondern werden mitten aus dem Leben und dem Schauspielstück "Die Räuber" gerissen.

Horwitz gibt seinen Charakteren wunderbare Eigenheiten und Charakterzüge. Er erzählt sehr bildhaft von den alten Damen und Herren, die teilweise aus der Theater- und Ballettbranche kommen und sich das divenhafte Benehmen bis ins hohe Alter bewahrt haben. Die vielen kleinen Klischees der Schauspielwelt werden hier wunderbar bedient und geben immer wieder einen Grund zum Schmunzeln.

Passend dazu spielt die Geschichte in Weimar und dank dem Kutscher Roman erfährt man recht viel von der Stadt, der Geschichte und der Kultur. Immer wieder werden Zitate aus bekannten Werken eingebaut. Roman Kaminski rutscht scheinbar zufällig in diesen ganzen Schlamassel hinein und versucht nun zu ermitteln, wer der Mörder ist. Je länger die Geschichte wird, desto mehr Figuren könnten in Frage kommen, so dass man erst recht spät die Auflösung erfährt.

Aber nicht nur die Villa Gründgens und ihre Bewohner sind interessant und herrlich eigen, sondern auch das etwas durcheinander geratene Privatleben von Roman Kaminski hat seinen ganz eigenen Charme. Den bringt Frettchen mit. Ein junges Mädchen, welches eine deftige (jugendliche) Aussprache beherrscht und somit einen sehr unterhaltsamen Kontrast zur Schiller-Goethe-Sprache darstellt. Und dann gibt es noch Laura.

Das Hörbuch ist eine sehr gelungene Mischung aus Krimi, Unterhaltung und ein kleines bißchen Liebe.

Veröffentlicht am 20.02.2019

sehr unterhaltsames und lehrreiches Buch

Das große Wimmelbuch der Kunst
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Wimmelbücher sind einfach nur toll und zauberhaft und laden sowohl Kinder als auch Erwachsene ein zum Staunen, zum Suchen und zum Geschichten ausdenken. Ich mag diese Bücher sehr gern. Man kann seiner ...

Wimmelbücher sind einfach nur toll und zauberhaft und laden sowohl Kinder als auch Erwachsene ein zum Staunen, zum Suchen und zum Geschichten ausdenken. Ich mag diese Bücher sehr gern. Man kann seiner Kreativität beim Erfinden von Geschichten freien Lauf lassen. Bei diesem Wimmelbuch ist dies jedoch etwas eingeschränkt, denn hier geht es um die Kunst.

Es werden von der Steinzeit bis zur modernen Kunst die Epochen in vielen kleinen Bildern gezeigt. Einige Künstler erkennt man wieder, andere bleiben unbekannt. Auf der letzten Seite stehen ein paar hilfreiche Informationen, damit man sich auf den großen Bildern zurecht findet und den Kindern die Bilder auch richtig erklärt.
Es werden jedoch nicht nur die Künstler vorgestellt, sondern auch wie sie gekleidet waren und wie sie ihre Kunst hergestellt haben.

Eine witzige Idee ist das Verstecken zweier kleiner Äffchen, die in jeder Epoche auftauchen und ebenfalls Kunst erschaffen. Diese zu finden, war auf manchen Bildern gar nicht so einfach. Man kann das Buch immer wieder zur Hand nehmen und entdeckt stets etwas Neues, kleine Details, die das Auge beim ersten, zweiten Mal anschauen, übersehen hat.

Insgesamt ein sehr unterhaltsames und lehrreiches Buch, in einem schönen großen Format, welches einlädt sich zusammen auf die Couch zu setzen und zu blättern.

Veröffentlicht am 20.02.2019

Eine leichte Liebesgeschichte für die Regentage auf der Couch.

Servus heißt vergiss mich nicht
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Danielas Geschichte - sie, eine alleinerziehende Frau mit einer kleinen eigenen Firma, wagt sich nun an ein Großprojekt. Oktoberfest in Sacramento. Ein Kunde möchte seiner Frau ein Abschiedsgeschenk machen ...

Danielas Geschichte - sie, eine alleinerziehende Frau mit einer kleinen eigenen Firma, wagt sich nun an ein Großprojekt. Oktoberfest in Sacramento. Ein Kunde möchte seiner Frau ein Abschiedsgeschenk machen und engagiert sie. Doch so manches geht schief und Daniela muss sich immer wieder neu organisieren. Eigentlich kein Problem, wenn Alex nicht wäre. Er weckt Gefühle in ihr, die sie jetzt nicht braucht, oder doch?

Das ständige Katz-und-Maus-Spiel ist anfnags noch recht amüsant und unterhaltsam, lässt aber im Laufe des Buches nach. Die Geschichte ist leicht und nett, wenig aufregend und leider an manchen Stellen zu langatmig. Ich hätte ein paar Szenen weniger ausführlich bzw. komplett gestrichen besser gefunden. So zog es sich zum Schluß doch recht in die Länge.

Gut fand ich die Idee, der eingeschobenen Geschichte, die zwar auch recht theatralisch war, aber die Geschichte um Daniela und Alex etwas auflockerte. Die Einschübe scheinen anfangs ohne Bezug zur Hauptgeschichte, jedoch ahnt man zur Mitte zu, welche Bedeutung sie haben.

Unterhaltsam fand ich Adrian, den Zwillingsbruder von Daniela. Vom soliden Steuerberater zum Schauspieler. Auch seine Frauengeschichten, die am Rande immer wieder auftauchten und seine etwas chaotische Art, waren die leichte Würze in der Geschichte.

Eine leichte Liebesgeschichte für die Regentage auf der Couch.

Veröffentlicht am 20.02.2019

Wunder darf man aber auch hier nicht erwarten.

Kokosöl
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Dem "Phänomen" Kokosöl kann man derzeit kaum ausweichen. Überall wird darüber geschrieben und gesprochen. Doch warum soll Kokos besser sein als Olive, Sonnenblume und Raps zusammen?

Das Buch gibt einen ...

Dem "Phänomen" Kokosöl kann man derzeit kaum ausweichen. Überall wird darüber geschrieben und gesprochen. Doch warum soll Kokos besser sein als Olive, Sonnenblume und Raps zusammen?

Das Buch gibt einen recht guten Überblick über die Zusammensetzung des Kokosöls. Ich war schon überrascht, was für viele Bestandteile das Öl hat und welche Bedeutung diese wiederum für den Körper haben. Wie bereits kleine Mengen des Öls die Funktionen des Körpers (nicht nur beim Menschen) unterstützen und fördern. Interessant waren die vielen Anwendungsmöglichkeiten und die leichte Handhabung. Hier muss man nicht viel machen oder Zeit aufbringen, um das Öl anzuwenden bzw. einzusetzen. Ein Teelöffel in das Essen oder einfach zum Braten, Backen oder Kochen verwenden.

Das Ölziehen finde ich etwas befremdlich, aber scheinbar hat es seine Berechtigung, denn man liest immer wieder, dass Menschen u.a. mit Zahn(fleisch)problemen dieses Ölziehen durchführen und dadurch weniger Beschwerden haben.

Häufig wird auch Kokosöl in der Kosmetik eingesetzt. Vielleicht hat man hier schon unbewusst Kokosöl im Bad stehen und benutzt. Die pure Anwendung soll laut der Autorin so manches teures Mittelchen aus dem Kosmetikschrank ersetzen und sogar effektiver sein.

Die vielen Rezepte (fast das halbe Buch) bieten erste Hilfestellung wie man das Kokosöl verwenden kann. Sie sind nicht sonderlich schwer nachzukochen und man kann auch diese gut variieren (außer beim Kokosöl). Insgesamt soll man über den Tag verteilt 50g Kokosöl zu sich nehmen, was ich für sehr viel halte. Aber es wird auch empfohlen langsam anzufangen und sich zu steigern.

Für den Einstieg in das Thema "Kokosöl" finde ich das Buch recht gut.
Es ist anschaulich beschrieben (auch die fachliche Seite) und gibt einen guten Überlick über das besondere Öl. Wunder darf man aber auch hier nicht erwarten.

Veröffentlicht am 20.02.2019

schöne runde Geschichte

Madame Ernestine und die Entdeckung der Liebe
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Madame Ernestine ist weder jung, Mittdreißigerin und in der Medienbranche unterwegs noch hat sie eine Midlife Crisis, zu viele High Heels oder champagnertrinkende Freundinnen. Nein, Madame Ernestine ist ...

Madame Ernestine ist weder jung, Mittdreißigerin und in der Medienbranche unterwegs noch hat sie eine Midlife Crisis, zu viele High Heels oder champagnertrinkende Freundinnen. Nein, Madame Ernestine ist Anfang 50, etwas schrullig und eigen und eine Haushaltshilfe. Sie hat jahrelang in einer Metzgerei gearbeitet und seit einigen Jahren putzt sie den Haushalt anderer Menschen. Sie kommt mit wenig aus und liebt Musik sowie die alten (Klassiker-) Bücher. Auch wenn der Titel des Buches eine Liebesgeschichte vermuten lässt, steht hier nicht die ganz große Liebe im Vordergrund, sondern die Liebe zur Musik und dem Buch Homers und natürlich auch zu einem Mann.

Es ist ein ruhiges Buch, welches mit viel Liebe zum Detail die Geschichte von Ernestine erzählt. Es wird selten laut oder spannungsgeladen, dafür hat die Autorin einen wunderbaren Erzählstil. Fast schon unaufgeregt, erzählt sie von den Begegnungen, den Gedanken und der Vergangenheit der Charaktere. Ernestine mit den grauen Augen und Locken steht dabei im Mittelpunkt. Und Belgien. Man bekommt schon fast eine kleine Rundreise und Städtetour, wenn man das Buch liest. Vieles wird verschnörkelt und blumig erzählt, aber auch eine gute Portion Humor und Selbstironie stecken in dieser Geschichte. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und man kann sie sich gut vorstellen. Auch die vielen kleinen Marotten von Ernestine sind amüsant und erheiternd.

Insgesamt ist es eine schöne runde Geschichte, die man einfach so in einem Rutsch durchlesen kann.