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Veröffentlicht am 22.02.2024

Bewegend

Trümmerkind
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Der Roman "Trümmerkind" von Mechtild Borrmann erzählt die Geschichte des 14 jährigen Hanno und seiner Familie im zerstörten Hamburg in der Nachkriegszeit 1946/47 bis in die Gegenwart.
Bereits das Cover ...

Der Roman "Trümmerkind" von Mechtild Borrmann erzählt die Geschichte des 14 jährigen Hanno und seiner Familie im zerstörten Hamburg in der Nachkriegszeit 1946/47 bis in die Gegenwart.
Bereits das Cover erzählt einen Teil der Geschichte und worum es in der Handlung gehen wird.

Handlungsstrang 1: Hanno und seine Familie, zu diesem Zeitpunkt bestehend aus seiner Mutter und Schwester, kämpfen in Hamburg ums überleben. Bei einem der Streifzüge nach verwertbarem in den Trümmern findet Hanno eine nackte Frauenleiche und etwas abseits einen kleinen Jungen ohne Eltern. Sie nehmen Ihn in ihre kleine Familie auf und versorgen ihn.

Handlungsstrang 2: Geschichte der Familie Anquist, welche von ihrem Gutshof in der Uckermark nach Hamburg fliehen.

Handlungsstrang 3: Setzt in der Nachkriegsgeneration an und bringt Klarheit, wie die einzelnen Personen und der lang zurückliegende bislang ungeklärte Kriminalfall der Toten Frau verknüpft sind.

Ich persönlich halte solche Romane aus der Kriegs- und Nachkriegszeit für sehr wichtig um immer wieder zu erinnern das so etwas nie wieder vorkommen sollte und welches Leid Krieg und Vertreibung bringen.
Mich hat die dargestellte Menschlichkeit die trotz der großen Not in den Nachkriegsjahren herrschte sehr berührt. Ebenso hat es mich wieder fassungslos zurückgelassen wie Menschen sich gegenseitig so viel Leid zufügen können nur aufgrund von Herkunft oder Glauben etc.
Alles in allem habe ich dieses Buch gerne und ohne "Stolpersteine" gelesen. Der Schreibstil ist angenehm und trotz des schweren Themas nicht überladen mit Emotionen etc.
Zum Teil wirkt die Handlung recht konstruiert, aber das hat mich nicht ernsthaft gestört oder von der eigentlichen Handlung abgelenkt. Ehr empfinde ich den Konflikt zwischen der Generation (welche den Krieg erlebt hat und alles am liebsten vergessen / verbergen möchte) und der Nachkriegsgeneration (welche die Taten / Hintergründe aufklären möchte) als sehr gelungen. Es wird sehr gut dargestellt wie sich die Ereignisse auch noch auf deren Leben ausgewirkt haben.

Ein lohnenswerter und gelungener Roman über die Kriegs und Nachkriegszeit und deren Auswirkungen.

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Veröffentlicht am 10.02.2024

Anschaulich und Ehrlich

Sonne und Beton
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Der Roman von Felix Lobrecht spielt in Berlin-Neukölln und erzählt die Geschichte von Lukas und seinen Freunden, welche auf kriminelle Weise versuchen an Geld zu kommen. Wobei nicht alles Glatt läuft.

Das ...

Der Roman von Felix Lobrecht spielt in Berlin-Neukölln und erzählt die Geschichte von Lukas und seinen Freunden, welche auf kriminelle Weise versuchen an Geld zu kommen. Wobei nicht alles Glatt läuft.

Das Cover des Buches ist sehr auffällig und ansprechend. Es wirkt auf mich fröhlich, was etwas im Wiederspruch zu dem Inhalt steht.
Es werden ernste und aktuelle Themen aufgegriffen, Kriminalität, Gewalt, Rassismus und das "abgehängt" sein vom Rest der Gesellschaft aufgrund der Herkunft und des Wohnortes.

Die Geschichte wird aus Sicht von Lukas erzählt. Man bekommt durch den verwendeten Berliner-Slang und die direkte Schreibweise einen guten Eindruck von dem Umfeld in dem die Geschichte spielt. Wenn man sich an diese Schreibweise gewöhnt hat, lässt es sich gut und flüssig lesen.
Die Bildlichen Beschreibungen der Umgebung und Gefühle von Lukas unterstützen das Gefühl dabei zu sein.

Zudem gefällt mir, dass man die Gedanken von Lukas und somit seine häufigen Konflikte zwischen dem was er tun "muss" um auf der Straße und bei seinen Freunden akzeptiert zu werden und dem was er eigentlich denkt und befürchtet erfährt.

Alles in allem hat mir dieses Buch gut gefallen. Grade weil es, zumindest meiner Meinung nach, wichtige Themen angeht ohne dabei belehrend oder wertend zu wirken. Etwas gestört hat mich hin und wieder doch die verwendete Slang-Getto-Sprache.

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Veröffentlicht am 23.01.2024

Gelungender / Spannender Auftakt

Die Chemie des Todes
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"Die Chemie des Todes" von Simon Beckett, erschienen 2006, ist der 1. Fall mit David Hunter.

Dieses war mein erstes Buch, welches ich von dem Autor Beckett gelesen habe und ich war sofort gefesselt. ...

"Die Chemie des Todes" von Simon Beckett, erschienen 2006, ist der 1. Fall mit David Hunter.

Dieses war mein erstes Buch, welches ich von dem Autor Beckett gelesen habe und ich war sofort gefesselt.

Zum Inhalt:
Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von David Hunter. Einem (ehemaligem) forensischem Anthropologen welcher nach dem Unfalltod seiner Frau und seiner Tochter ein neues Leben als Arzt in dem kleinen Dorf Manham beginnt. Dort Arbeitet er einige Jahre mit dem Landarzt Henry Maitland zusammen welchen er im laufe der Zeit mehr und mehr vertritt und zu dem ihn schnell eine gute Freundschaft verbindet.
Als eine stark verweste Leiche einer Dorfbewohnerin gefunden wird bittet der Dorfpolizist Mackenzie ihn die Leiche zu untersuchen. Die Leiche kann, dank Davids Hilfe, als Dorfbewohnerin identifiziert werden.
Einige Tage später verschwindet eine weitere Dorfbewohnerin welche ebenfalls erst Tot wiedergefunden werden kann.. Bei der Suche nach Ihr wurden immer wieder Dorfbewohner durch gestellte Fallen verletzt. Dieses führt unter den Bewohnern zu vielen Verdächtigungen und Misstrauen. Hier wird von Beckett dargestellt, wie sich Angst und Misstrauen auf Menschen und ihr Handeln so wie Denken gegenüber anderen auswirken können.

Nach den vielen Verdächtigungen stellen sich zum Enden zwei Charaktere welche (zumindest ich) nicht als Täter im Verdacht hatte als Komplizen und Mörder heraus.

Mir persönlich gefällt die Bildliche Sprache und schnelle Handlungsführung von Beckett sehr gut. Der Lesefluss und die Spannung wird durchgehend Aufrecht erhalten und die Handlung kommt gut voran.
Auch den zwischenzeitlichen Wechsel der Erzählperson hat mir sehr gut gefallen. (Ein Teil der Handlung wird aus Sicht eines der Opfer erzählt).

Zudem hat es Beckett geschafft, dass mir David Hunter sofort sympathisch ist. Es wird im laufe des Buches immer mehr von Ihm und seiner Vergangenheit erzählt. Allgemein empfinde ich die Mischung und auch die Gegensätzlichkeit von seinem Beruf und seiner Zurückhaltenden / Aufmerksamen Art gegenüber seinen Freunden als sehr gelungen. Seine Gefühle werden nachvollziehbar dargestellt, ohne übertrieben oder zu "kitschig" zu wirken.

Mir persönlich gefallen auch die Passagen in denen sehr Detailliert auf den Zustand der Leichen und deren Verwesungsprozess eingegangen wird sehr gut. Ich kann mir aber vorstellen, dass dieses für etwas zartere Gemüter teils etwas "heftig" ist.

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe es inzwischen bereits mehrmals gelesen.

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