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Veröffentlicht am 24.02.2022

Wann, wenn nicht jetzt

Eure Leben, lebt sie alle
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Ein sehr lebenskluges Buch, an dem man sich an vielen Stellen Zitatmarker anbringen kann.

Die Frauen Luise, Freddy, Ellen und Johanna sind alle verbunden durch den früh verunglückten charismatischen ...

Ein sehr lebenskluges Buch, an dem man sich an vielen Stellen Zitatmarker anbringen kann.

Die Frauen Luise, Freddy, Ellen und Johanna sind alle verbunden durch den früh verunglückten charismatischen Musiker Jonas. Auch dessen Mutter Marianne gehört zum Freundschaftsbund, in dem jedoch noch viele andere, oft weniger schöne Gefühle eine Rolle spielen. Nach und nach entfaltet sich in mehreren Runden aus wechselnden Perspektiven ein Kaleidoskop der Vergangenheit und der Gegenwart. Mit ca. fünfzig Jahren stehen die Frauen ebenso am Wendepunkt wie Marianne, die sich mit den Herausforderungen des wirklichen Alters konfrontiert sieht.

Das ist überwiegend wirklich spannend und facettenreich erzählt. Aufgrund der Vielzahl der Perspektiven und der überschaubaren Seitenzahl kann aber vieles wirklich nur angerissen werden. So tritt etwas Johanna fast nur in den Gedanken der Freundinnen in Erscheinung. Über einige der Frauen hätte ich gern noch einiges mehr erfahren. Dennoch ein äußerst lesenswertes Buch, vor allem wenn man vor ähnlichen Herausforderungen steht wie die Freundinnen.

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Veröffentlicht am 20.02.2022

Gestaltwandler-Highlight

Die Jaguargöttin
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Die junge Kitana ist eine Jaguar-Wandlerin und wird wie ihre Familie im Dschungelkönigreich Elamon wie eine Göttin verehrt. Neben der Fähigkeit, sich zu verwandeln, haben alle noch eine besondere Gabe, ...

Die junge Kitana ist eine Jaguar-Wandlerin und wird wie ihre Familie im Dschungelkönigreich Elamon wie eine Göttin verehrt. Neben der Fähigkeit, sich zu verwandeln, haben alle noch eine besondere Gabe, mit der sie Menschen bei ihren Audienzen helfen können. Doch Kitanas Welt gerät aus den Fugen, als ihr Vater ermordet wird. Schon bald findet sie heraus, dass eine gewaltige Intrige die Jaguar-Götter aus ihren Tempeln vertreiben soll. In ihrer Not wendet sich Kitana an die zurückgezogen im Dschungel lebenden Panther-Wandler und trifft dort auf Ecco, der so ganz anders ist als alle, denen Kitana bisher begegnet ist...

Was für ein vielschichtiges Fantasy-Jugendbuch mit traumschönen Cover, das zudem mit so lebendigen Protagonisten aufwartet, dass ich auch als Erwachsene mitgefiebert habe wie bei anderen Büchern schon lange nicht mehr. Katja Brandis gelingt es, die Wandler so plastisch und detailreich zu beschreiben, wie ich es bisher noch nirgends sonst erlebt habe. Auch die Nebenfiguren gewinnt man nach und nach richtig lieb.

Die Story ist so erfindungsreich, dass das Liebesdreieck aus Kitana, Ecco und Kitanas menschlichen Jugendfreund Axar oft in den Hintergrund tritt. Auch als Vieleserin konnte ich hier einmal wenig vorausahnen. Das Ende wurde stimmig gestaltet, wenn sich meine persönlichen Hoffnungen auch nicht erfüllt haben. Dass mir das immer noch nachgeht, zeigt, wie sehr ich manchen Protagonisten jetzt schon vermisse.

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Veröffentlicht am 13.02.2022

Willkommen bei den Felidix

Mitternachtskatzen, Band 1 - Die Schule der Felidix
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Auch als Erwachsene machen mir Katzen-Jugendbücher immer noch viel Spaß. So auch dieses.
Als Nova und Henry eine Einladung an eine Schule erhalten, die in einem Turm des Londoner Towers untergebracht ist, ...

Auch als Erwachsene machen mir Katzen-Jugendbücher immer noch viel Spaß. So auch dieses.
Als Nova und Henry eine Einladung an eine Schule erhalten, die in einem Turm des Londoner Towers untergebracht ist, ahnen sie noch nicht, dass nicht nur der Ort etwas Besonderes ist. Hier sind nämlich neben den Schülern und Schulleiter Horatio besonders viele Katzen zugegen. Zunächst finden die Kinder das nur schön und denken sich nichts dabei. Bis zum ersten Mal eine Katze mit ihnen spricht! Schnell überschlagen sich die Ereignisse, denn Nova und Henry werden um Hilfe gebeten, die Katzenkönigin von England und ihre Leibwächter, die geheimnisvollen Mitternachtskatzen, aus den Fängen einer kätzischen Thronräuberin zu befreien.

Nicht nur der Grundgedanke einer Schule für Katzenversteher ist sympathisch, sondern das ganze Buch. Hervorzuheben ist auch die schöne Innenausstattung, die neben Verzierungen einige Schwarz-Weiß-Zeichnungen der Kinder und vor allem der fantasievoll ausgedachten Katzen aufweist.

Neben dem Abenteuer um die entführte Katzenkönigin gibt es noch genug Rätsel, die im ersten Teil der Serie nicht gelöst werden, so wie das um Novas Eltern und die verschwundene Schwester der Katzenkönigin. Stoff für weitere spannende Bände ist also garantiert.

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Veröffentlicht am 10.02.2022

Sic itur ad astra

Partem - Wie der Tod so ewig
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Eigentlich bevorzuge ich Zweiteiler. Bei dieser Geschichtenstruktur wird nämlich ein schwacher Mittelteil, wie er bei Trilogien leider nicht selten ist, vermieden. Die Erzählung rund um den düsteren Geheimorden ...

Eigentlich bevorzuge ich Zweiteiler. Bei dieser Geschichtenstruktur wird nämlich ein schwacher Mittelteil, wie er bei Trilogien leider nicht selten ist, vermieden. Die Erzählung rund um den düsteren Geheimorden Partem hat mir aber so gut gefallen, dass ich mich nach dem absolut stimmig konstruierten Ende nur schwer verabschieden kann.

Es geht unmittelbar weiter mit Jael, der in den Fängen des Partem darauf abgerichtet wurde, Menschen zum Gebrauch durch den Partem die Liebe zu stehlen, und der Immunitin Xenia. Auch Felix und Chrystal haben nach wie vor schwer um ihre gegenseitige Zuneigung zu kämpfen. Nicht nur für unsere Protagonisten lüften sich nach und nach viele düstere Geheimnisse, auch als Leserin wird man immer wieder von der Autorin überrascht. Bei der Figurenzeichnung gefällt mir besonders, dass Raum zur Entwicklung gegeben wird, sich aber jeder selbst treu bleibt. Trotz des Schreibstils, auf dem man einfach dahingleiten muss, kippt es auch stilistisch nicht ins Seichte, wie es leider bei Romantasy immer mal wieder der Fall sein kann. Dass Stefanie Neeb Germanistin ist, hat sich hier sicher wohltuend ausgewirkt. Daher war die Partem-Reihe, die eigentlich in den Jugendbuch-Bereich gehört, auch für mich als schon lange erwachsene Fantasy-Leserin wirklich ein Freude, die von der wunderschönen Optik der Bücher noch gekrönt wurde. Bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 06.02.2022

Auf nach Island

Kein Isländer ist auch keine Lösung
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Normalerweise lese ich ja keine Liebesromane. Aber von Karin Müller kenne ich bereits die Nordlicht- und Nordstern-Pferde-Jugendbücher, die mir sogar als schon lange erwachsenes Pferdemädel viel Spaß gemacht ...

Normalerweise lese ich ja keine Liebesromane. Aber von Karin Müller kenne ich bereits die Nordlicht- und Nordstern-Pferde-Jugendbücher, die mir sogar als schon lange erwachsenes Pferdemädel viel Spaß gemacht haben. Da Island außerdem einer meiner Sehnsuchtsorte ist und der Titel mich gleich angezogen hat, war ich gespannt, was mich hier erwarten würde.

Und tatsächlich war das Buch wie eine Urlaubs-Kurzreise. Karin Müller bleibt ihrem ansprechend lustigen Stil treu, so dass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin.

Merle und ihre beste Freundin Steffi unternehmen eine Fähren-Kreuzfahrt nach Island. Steffi ist ein großer Krimifan und freut sich auf "Schiff mit Schuss", ein Krimi-Rollenspiel zum Mitraten. Merle möchte eigentlich nur in Ruhe ihre Bücher lesen und über ihre mysteriöse, isländische Internetbekanntschaft Hannes grübeln. Dass Steffi sich in den Kopf gesetzt hat, die alleinerziehende Mutter endlich wieder zu verkuppeln, ahnt Merle zunächst nicht. An Bord gibt dann weniger der Krimi Rätsel auf, als die Frage, ob sich Hannes etwa heimlich an Brd befindet und hinter welchem Mann er sich verbergen könnte.

Ich habe ziemlich bald einen regelrechten Hannes-Verfolgungswahn entwickelt und ihn wie Merle überall vermutet. Als sie sich dann verliebt, hatte ich auch ein bisschen Sternchen in den Augen. Selbst wenn ich zum Ende hin vieles vorausahnen konnte, hat mich die Geschichte wunderbar unterhalten. Auch das Lokalkolorit der Faröer Inseln und Islands wirkte sehr authentisch und hat mir in Gedanken eine kleine Auszeit verschaffen können.

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